Die Schnecke
Roman Herberth
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Weihnachtsgeschenk

 

Gewöhnliches und Ungewöhnliches

aus dem Tierreich

 von Roman Herberth




 

Suche nach der Partnerin
 
Ein Hase hoppelt durch die Felder.
Er sucht nach seiner Partnerin.
Er streunt im Unterholz der Wälder.
Für sie geht er durch dick und dünn.
 
Doch nirgends kann er sie entdecken.
Geschnäuzt wird in ein Taschentuch.
Wo mag die Allerliebste stecken?
Dann greift er wild zu einem Fluch.
 
Nun kreuzt sie auf mit roten Ohren
und stammelt ein: Entschuldigung.
"Ich war in ein Gespräch verloren,
wir schwelgten in Erinnerung.
 
Die Freundin wird den Zug verpassen.
Zum Bahnhof ist es meilenweit.
Wir konnten es erst gar nicht fassen,
denn viel zu schnell verflog die Zeit.
 
Ich bitte dich, mich nicht zu schelten,
denn es war höhere Gewalt.
Doch lässt du keinen Einwand gelten,

dann bin ich wie ein Eisschrank - kalt.

Um die Wette

 

Die Hennen gackern um die Wette.

Es wird nie still im Hühnerstall.

Doch viele denken sich, ach hätte

ich etwas Ruhe statt Krawall.

 

Es wäre schön beim Eierlegen.

Gemütlich wäre es im Nest.

Ich hätte sicher nichts dagegen,

wenn sich die Stille hören lässt.

 

Das wird sich leider nicht erfüllen.

Denn Hennen gackern unentwegt.

Und immer lauter wird ihr 'Brüllen',

selbst wenn man Ostereier legt.

 

Das ist natürlich Stress hoch sieben.

Sogar der Gockel kräht sein Lied,

den alle voller Inbrunst lieben,

weil er am Hof die Kreise zieht.

 

Die Hennen gackern um die Wette.

Wer Ruhe sucht, tut gut daran:

Er kündigt seiner Wirkungsstätte

und wechselt auf den Speiseplan.

Idylle

 

Dort wo die Kühe muhend kalben,

wo jeder Hund in Freiheit lebt.

Und wo ein Nistplatz für die Schwalben

in jedem Stall am Putzwerk klebt.

 

Wo Schafe auf der Wiese blöken,

wo eine Ziege zickig bockt.

Und wo vor holzgefassten Trögen

die ganze Schweinerei frohlockt.

 

Wo Hengste mit den Stuten koppeln,

wo man die Esel toleriert.

Und wo die Fohlen sich verdoppeln,

weil keiner einen Hengst kastriert.

 

Dort lebt entzückt die Dorf-Idylle,

ein Lesebuch hat mich berührt.

Und seine Rosa-rote-Brille

hat meine Träume aufgespürt.

  


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