copyright Roman Herberth
In aller Munde
Der Frühling ist in aller Munde. Den Anschluss hat er nicht verpasst. Verlängert wird die Abendstunde. Die Sonne bleibt als Ehrengast.
Der Schneeglöck und die Krokusine, die lauern tief im Untergrund. Bald zeigen sie die frohe Miene. Bald blüht es in den Gärten bunt.
Ein Vogelzug aus fernem Süden, ergänzt beschwingt den Glockenklang. Sie werden in den Bäumen brüten. Und sie vererben den Gesang.
Jedoch wir müssen uns gedulden. Der Winter herrscht mit kalter Hand. Das Heizöl stürzt sich noch in Schulden. Umsonst der Traum vom Sonnenbrand.
Richtig abgefahren
Der Zug ist noch nicht abgefahren. Ich hechte mich in ein Abteil. Und wo die Aschenbecher waren, befindet sich ein Rettungsseil.
Zum Glück hat sich der Zug verspätet. Das passt mir prima in den Kram. Ich habe nicht umsonst gebetet. Nur Gott weiß, wie es dazu kam.
Nun hieve ich die Reisetasche auf den vorherbestimmten Fleck. Und trinke aus der Cola-Flasche. Die Jacke wandert zum Gepäck.
Der Zug ist 'leer', nur wenig Gäste. Ein Vierersitz für mich allein. Ich richte mich, das ist das Beste, nun auf mein drittes Frühstück ein.
Dann ruckt der Zug, es quietscht die Dichtung. Die Post geht ab, das Knie wird weich. Der Zug fährt in die falsche Richtung. Und mein Gebet wird kreidebleich.
Der Abend
Nun zählt der Abend die Minuten. Der Tag ist langsam aufgebraucht. Man trennt das Schlechte von dem Guten. Und jeder Ärger ist verraucht.
Man pendelt täglich in die Stille. Was wichtig ist, lebt morgen fort. Nun greift man seine Lesebrille. Sudoku heißt der neue Sport.
Zum Ausgleich schweift man in die Ferne. Und man erfährt was dort geschieht. Doch manchmal schnuppen weite Sterne, was man mit bloßem Auge sieht.
Geschüttelt werden Federbetten. Man hofft auf einen süßen Traum. Der Abend ist nicht mehr zu retten. Und leise schnarcht der Apfelbaum.
In Daunendecken
Die Nacht liegt noch in Daunendecken. Der Wecker steht schon auf dem Sprung. Bald wird er deine Träume wecken. Das stößt nicht auf Begeisterung.
Dann steigt der Tag aus seinen Federn. Zum Frühstück gibt es Milchkaffee. Die Vögel vor dem Fenster zetern. Ihr Nistplatz hängt in der Allee.
Das Radio spielt bekannte Schlager. Ein kleiner Ohrwurm schleicht sich ein. Dann schüttelt man das Bettenlager. Denn etwas Ordnung sollte sein.
Die Sonne klettert auf den Hügel. Der Himmel macht anscheinend blau. Man plündert einen Kleiderbügel, und widmet sich dem Alltagsgrau.
Die Kritik
Nimm dich in acht vor Miesepetern, denn hinterher wird nicht frohlockt. Sie haben schon nach 'Zentimetern', dir eine Suppe eingebrockt.
Du löffelst an der dicken Brühe, doch ungenießbar der Geschmack. Das Eingebrockte macht dir Mühe. Es stammt von jenem Lumpenpack.
Verzichte auf die süßen Schleimer. Sie lullen dich mit Worten ein. Dann ist der schönste Tag im Eimer, und das verstimmt dich ungemein.
Kritik ist immer angemessen, sie sorgt für einen Kloß im Hals. Das wird dich anfangs maßlos stressen. (Die Suppe wird gewürzt mit Salz.)
Du sollst dir nicht zu viel aufhalsen, das bricht dir nämlich das Genick. Die gute Suppe schmeckt versalzen. und das stößt immer auf Kritik.
Überstanden
Den Eingriff hast du überstanden. Natürlich fehlt dir noch der Schwung. Du bist, so sagst du zu Bekannten, schon auf dem Weg der Besserung.
Du machst dir nicht mehr 'in die Hose', die Ängste hast du abgelegt. Dich kümmert keine Vollnarkose, die gute Laune wird gepflegt.
Nun stehst du stolz auf neuen Füßen. Natürlich ist das ungewohnt. Und ein paar Schmerzen lassen grüßen. Doch die OP hat sich gelohnt.
Dein Aufenthalt ist bald Geschichte. Bald hängst du in der Wohnung rum. Und stemmst den Kaffee und 'Gewichte'. Und wirst dir selbst zum Publikum.
Die Freunde werden nach dir sehen, und bringen herben Krankenwein. Die Hähne werden nach dir krähen. Und alles Gute stellt sich ein.
Noch zu retten
Wir sind wahrscheinlich noch zu retten. Denn uns genügt ein gutes Wort. Wir räkeln uns in Krankenbetten, doch übermorgen sind wir fort.
Wir können wieder auf uns zählen. Denn wir sind noch im Kern gesund. Dann wird uns nichts und niemand quälen. Bald blüht die Freude kunterbunt.
Wir müssen nicht ins Blaue hoffen. Gelebt wird jeder Augenblick. Der siebte Himmel steht uns offen, mit ihm ein Blumenstrauß voll Glück.
Wir kommen wieder auf die Beine, das ist so sicher wie gewiss. Dann zieht das Unglück endlich Leine, und harmlos ist ein Schlangenbiss.
Wir können rundum glücklich werden. Das Pech von gestern ist tabu. Gelindert werden Herzbeschwerden. Ich sehne mich nach deinem du.
Auf dem Teppich
Ich möchte auf dem Teppich bleiben und handeln, wie mein Herz verlangt. Ein Liebesbrief ist nun zu schreiben, der sich für deine Art bedankt.
Dein Photo habe ich gespeichert, im Längs- und auch im Querformat. Das hat mich wesentlich bereichert. Nun bist du online und auf Draht.
Und ist die Sehnsucht unerträglich, betrachte ich von dir ein Bild. (wahrscheinlich häufiger als täglich) Und meine Sehnsucht wird gestillt.
Oft möchte ich dir Worte schenken. Mein Mundwerk lässt mich glatt im Stich. Das gibt mir pausenlos zu denken, und dass es streikt, verärgert mich.
Nichts zu melden
Der Frühling hat noch nichts zu melden. Der Winter flockt auf die Natur. Er lässt auch keinen Einwand gelten und zieht gelassen seine Spur.
Die Kinder ziehen ihre Schlitten zum leicht vereisten Bergabhang. Und keiner muss sie lange bitten: Die Abfahrt nur minutenlang.
Die Farbe weiß ist land und läufig. Vom Kirchturm bis zum nahen Wald. Der Frost ist streng und zeigt sich häufig auf seine Art und 'bitter'kalt.
Die Hoffnung träumt sich in das Grüne. Jedoch der Wunsch liegt noch auf Eis. Im Stadion auf der Haupt-Tribüne, da hat der Winter Platzverweis.
Das Schneekristall
Ein frisch geformtes Schneekristall, das stürzte sich im freien Fall aus einer Wolke in die Tiefe. Doch es schrieb keine Abschiedsbriefe.
Die Schwerkraft zog es magisch an. Ihr Jungfernflug, der führte dann, vom Wind verweht, nach Unterfranken, die Kinder werden sich bedanken.
Ein Fallschirm ist im Fluggepäck. Man muss, je nach Verwendungszweck, an einer Halteleine reißen, um nicht entnervt ins Gras zu beißen.
Das Schneekristall funkt SOS. Mit seinem Fallschirm hat es Stress. Doch es beschließt, nicht nachzugeben, um dann entspannt ins Tal zu schweben.
Es ist geschafft, es schaut sich um. Am Boden liegt sein Publikum. Und von Geburt an sind sie alle: Bewundernswerte Schneekristalle.
Die Welt ist weiß
Die Welt ist weiß und guter Dinge. Die Schlote rauchen im Akkord. Doch um die Augen dunkle Ringe. Das Faschingsfieber ist vor Ort.
Es wird gezecht bis in den Morgen. Die Kneipen sind gerammelt dicht. Vom Wein umnebelt sind die Sorgen. Man grölt: Helau. Denn das ist Pflicht.
Ein Teil wägt sich in süßen Träumen auf der geheizten Hinterbank. Ein Kellner will das Schlupfloch räumen, man zollt ihm dafür keinen Dank.
Der Fasching macht dem Winter Beine, was aber ganz und gar misslingt. Ein Narr kommt stets mit sich ins Reine, bevor er sich total betrinkt.
Die Welt ist weiß, und überwintert. Vom Fasching kriegt man nicht genug. Und morgen, das wird nicht verhindert, prunkt selbstbewusst der Faschingszug.
Der Gaudiwurm
Kamellen fliegen in die Menge. Geschunkelt wird am Straßenrand. Es herrscht ein fröhliches Gedränge vom Bordstein bis zur Häuserwand.
Verkleidet ist die Blaskapelle. Sie sorgt für einen guten Ton. Da geht das Herz auf - auf der Stelle, und jeder hat etwas davon.
Auch Kinder zeigen Maskerade. Ein Cowboy ist fünf Jahre alt. Sein Colt kennt heute keine Gnade, weshalb er ständig um sich knallt.
Die Hexen schwingen ihre Besen. Die Märchenfeen sind gekrönt. Das Narrenvolk ist handverlesen. Und daran hat man sich gewöhnt.
Der Gaudiwurm zieht durch die Straßen. Bevölkert ist die Innenstadt. Dort drückt man die gepappten Nasen nicht an den Fensterscheiben platt.
Herdenvieh
Es mangelt dir auf allen Wegen an Hoffnung und an Zuversicht. Nur selten kämpfst du hart dagegen. Es wäre aber deine Pflicht.
Die Angst bestimmt das Zeitgeschehen und angekoppelt ist der Frust. Du wagst es nicht voranzugehen, und bist nur selten selbstbewusst.
Dich rädert oft ein Unbehagen. Es fehlt an Tapferkeit und Mut. Denn jeder muss sein Päckchen tragen. Ich rate dir: Sei auf der Hut.
Es wäre Zeit: klar Schiff zu machen. Und nicht nur in der Theorie. Nimm dir ein Herz, und lass es krachen, sonst bleibst du ewig Herdenvieh.
Am Polar
Ein Eisberg, oben am Polar, ist leider lebensmüde. Das kommt, so schnaubt ein Zottelpaar, bei uns nicht in die Tüte.
Wir wandern nächste Woche aus, weil wir noch Nachwuchs wollen. Wir suchen uns ein neues Haus aus dicken Packeis-Schollen.
Der Eisberg meint, ihr habt es gut, ihr könnt von dannen ziehen. Jedoch ich kann, selbst ausgeruht, nicht in die Ferne fliehen.
Mein Abgang fällt mir furchtbar schwer. Ich wünsche gute Reise. Und donnernd stürzt er sich ins Meer. Die Zottel weinen leise.
Eifersucht
Der kleinste Anlass gibt dir Nahrung. Urplötzlich bist du ausgebucht. Dann scheitert jegliche Erfahrung. Es plagt dich deine Eifersucht.
Du könntest ihn in Stücke reißen. Jedoch du schluckst das Schlangengift. Die dummen Hirngespinste beißen, was dich in deiner Seele trifft.
Es wäre Unsinn, nun zu fliehen. Im Argen ist dein Bauchgefühl. Du würdest einen kürzern ziehen auf deinem Weg in Richtung Ziel.
Du setzt dich selbst in eine Falle. Dann haderst du mit dem Geschick. Und schnell versprühst du Gift und Galle. Das bricht dir letztlich das Genick.
Bald siehst du ein: Das war ein Fehler. Es hat gedauert, doch es funkt. Dann greifst du zum Kartoffelschäler und kochst für deinen Mittelpunkt.
Du bist ...
Du bist mein Halt und mein Gewissen, mein rotes Sicherungsventil. Ich werde deine Art vermissen, dein Herz und deinen Lebensstil.
Das Stinknormale wird zur Sahne, du lädst mich ein in dein Versteck. Und wenn ich meine Zukunft plane, dann ordnest du mein Marschgepäck.
Und ohne dich, da sackt die Gasse. Der Holzweg führt ins Niemandsland. Ein Hansdampf bittet mich zur Kasse. Mein Blick schweift nur zum Tellerrand.
Du bist mein Glück, mein Fluch, mein Segen, mein Schicksal und mein guter Geist. Du bist auf den Gedanken-Wegen ein roter Faden, der nicht reißt.
Auf Tournee
Der Winter gibt sich nicht geschlagen. Er ist noch immer auf Tournee. Und er verpulvert Kopf und Kragen von früh bis spät mit seinem Schnee.
Zum Hügel ziehen Pudelmützen. Die Wangen röten sich beim Rodeln. Und die Gemüter, die erhitzen, wenn sie vor lauter Freude jodeln.
Der Schneemann bleibt auf seinem Posten. Ein Frühlingswind ist Schall und Rauch. Gedacht wird an die Heizungskosten, dann steht man bildlich auf dem Schlauch.
Es gibt noch jede Menge Winter. Der Gehsteig wird gebest, geschippt. Darüber freuen sich die Kinder. Sie toben und sind ausgeflippt.
Im Fasching
Die ganze Stadt hat sich verkleidet, und die Gesichter sind geschminkt. Ein Hut sitzt schief, doch er vermeidet, dass er verbeult zu Boden sinkt.
Ein Mann steckt ganz in Zebrastreifen. Die Brust, sein Hut sind numeriert. Kein Polizist wird ihn ergreifen. (Er hätte sich total blamiert.)
Gekrönte Märchenfeen ziehen in Gruppen und auch Arm in Arm. Dem Liebreiz kann man nicht entfliehen. Denn sie verströmen Duft und Charme.
Die Cowboys lärmen in der Kneipe. Man sagt wohl besser: im Saloon. Und jeder meint zu sich, ich bleibe, auf jeden Fall bis zum High Noon.
Und in der Kindertagesstätte befindet sich so manch ein Clown. Und ich gewinne jede Wette, Die Münder: schokoladenbraun.
Man ist zusammen guter Dinge. Und wer zu lang gefeiert hat, trägt um die Augen dunkle Ringe, sein Blick getrübt und glasig-matt.
Ein Nachspiel wird zum Ziel gelangen. Am Aschermittwoch macht man blau. Die alten 'Mädchen' sind gefangen vom trostlos, tristen Alltagsgrau.
An die große Glocke
Du hängst es an die große Glocke. Ich dachte: Das bleibt unter uns. Kein Wunder, dass ich nicht frohlocke. Denn morgen weiß das Hinz und Kunz.
Es sollte ein Geheimnis bleiben. Das war mir viele Worte wert. Nun fängst du an, es abzuschreiben, damit es in der Welt verkehrt.
Im Grunde ist es unsre Sache. Es wurde durch dich schnell publik. Wenn ich jetzt einen Aufstand mache, dann stößt das sicher auf Kritik.
Wie konntest du dich nur erdreisten? Die Sache stinkt, denn sie ist faul. Darüber spotten schon die meisten. Wann hältst du nur dein Lästermaul.
Die Krankheit
Die Krankheit nimmt mich auf die Schippe. Die Nase läuft, der Schädel brummt. Der ganze Körper fühlt die Grippe. Man bleibt im Bett, dick eingemummt.
Man will nicht essen, will nur ruhen, und klinkt sich aus dem Leben aus. Den eingecremten Straßenschuhen gewährt man Schutz im Treppenhaus.
Man fühlt sich elend, miserabel. Und schluckt gefräßig Medizin. Verschlossen bleibt der große Schnabel. Man leidet schweigsam vor sich hin.
Der Virus wurde aufgefangen im Warenhaus, im Linienbus. Die Saat ist schmerzhaft aufgegangen. Ich warte auf den Abschiedskuss.
Bis dahin braucht es eine Weile. Ich schnäuze in mein Taschentuch. Die Krankheit selbst kennt keine Eile, und sie genießt den 'Staatsbesuch'.
Auf die Waage
Ein Walross stellt sich auf die Waage. Es freut sich über jedes Pfund. Und kontrolliert sich alle Tage. Es liebt sich nämlich kugelrund.
Es möchte kein Gewicht verlieren, und pfeift auf jede Schlankheitskur. Und jeder kann ihm garantieren, das Fett ist Pflicht in der Natur.
Schon morgens trinkt es Schokolade und köpft ein Überraschungsei. Es frisst die Torte ohne Gnade und stopft sich voll mit Müslibrei.
Am Mittag eimert es die Suppe, und schaltet in den zweiten Gang. Was andre denken ist ihm schnuppe. Es steht gehörig unter Zwang.
Wenn andre unaufhörlich fasten, dann bläst es nicht ins gleiche Horn. Es zügelt sich, nicht auszurasten. Und es besänftigt seinen Zorn.
Der Baum
Der Baum hat nichts mehr in der Krone, denn kahlgefegt ist jeder Ast. Und deshalb 'geht' er oben ohne, was ihm im Winter gar nicht passt.
Es klirrt der Frost auf allen Zweigen. Dort lastet auch der Pulverschnee. Doch ob es schadet wird sich zeigen. Er gönnt sich diese Schnapsidee.
Im späten Lenz, das wird sich weisen, sind alle Knospen rund und prall. Der Baum schlägt aus und alle preisen entzückt den Blätterüberfall.
Deine Meinung
Mit deiner Meinung gehst du baden, dann schlitterst du am Grund entlang. Du hast dich damit selbst verraten. Es wartet schon ein Bumerang.
Das waren krumme Zwischentöne. Die Lippe hast du frech riskiert. Ein Wunder und das Wunderschöne hast du mit Worten torpediert.
Doch dafür musst du einmal büßen. Es führt kein Weg daran vorbei. Man tritt das Gute nicht mit Füßen. Und wer es tut, ist vogelfrei.
Nun lässt man keinen Einwand gelten. Du sagst, es war als Scherz gemeint. Man wird dich dennoch dafür schelten. Man sieht in dir nur einen Feind.
Vergeblich ist die späte Reue. Nun ist dir himmel-angst-und-bang. Du fürchtest jeden Tag aufs Neue den ausgemalten Untergang.
Kehraus
Der Fasching dreht die letzte Runde, denn heute in der Mitternacht wird er genau auf die Sekunde mit einem Schrei zu Fall gebracht.
Abrupt verstummt die Blaskapelle. Man packt die Instrumente ein. Die Taxen sind sofort zur Stelle. Der Kehraus ist nun allgemein.
Der halbe Saal ist aufgebrochen. Die Garderobe steht im Stress. Der Mantel kommt nicht angekrochen. Nun fiebert man im Faschingsdress.
Bald ist das Thema ausgestanden. Man greift zu Jacke, Hut und Schal. Ein "Servus" grüßt man zu Bekannten. "Man sieht sich", heißt es noch global.
Von nun an herrscht auf allen Bühnen die österliche Fastenzeit. Bald wird es in den Gärten grünen, denn dort macht sich der Frühling breit.
Zivilcourage
Ein Vogel musste Federn lassen. Er fühlt sich matt und tief gekränkt. Im Herzen kann er es nicht fassen, wenn er an diesen Zweikampf denkt.
Er sah sich dazu auserkoren, zu schlichten im Familienstreit. Man packte ihn ganz unverfroren, zum Kontern fehlte ihm die Zeit.
Man hat ihn schändlich zugerichtet. Noch immer dröhnt sein Schädelweh. Auf Aspirin hat er verzichtet. Er heilt sich mit Kamillentee.
Sein Einsatz war Zivilcourage. Im Notfall ist sie dünn gesät. Sie führte leider zur Blamage. Das denkt er sich von früh bis spät.
Jedoch in den Familienkreisen wird er gefeiert wie ein Held, der sich, das konnte er beweisen, ganz mutig einem Unheil stellt.
Im Dschungel
Im Dschungel schnappt ein Krokodil nach zarten Leckerbissen. Das Jagen ist sein Lebensziel, und rein ist sein Gewissen.
Auch sonntags will sein Jagdinstinkt nicht ruhen und nicht rasten. Und wenn die fette Beute winkt, pflegt es sie anzutasten.
Jedoch im Wonnemonat Mai, wenn die Gefühle tanzen, nimmt es sich ein paar Tage frei, sein Wunsch: sich fortzupflanzen.
Es schaut sich um im Dschungelfluss und sucht nach Kandidaten. Ein Scherz, ein Keks, ein dicker Kuss. Man geht gemeinsam baden.
Man hat sich lieb, bald finden sich im Sand die dicken Eier. Dann führt der Weg zurück zum Ich bis zur Geburtstagsfeier.
Dann schaut man sich den Nachwuchs an. Es wachsen Glücksgefühle. Die enden aber irgendwann im Land der Krokodile.
Ein Uhu
Ein Uhu ruht im tiefen Wald auf einer alten Eiche. "Das ist mein Lieblingsaufenthalt von dem ich ungern weiche."
Er hockt den lieben, langen Tag auf den verknorkten Ästen. Sein Bauch ist, was er gerne mag, gefüllt mit Speiseresten.
Doch häufig spürt er und beklagt im Magen eine Völle. Das stammt von einer Mäusejagd, das produziert Gewölle.
Dann würgt er und sein Körper zuckt (und das ist nicht gelogen.) Gleich wird ein Knäuel ausgespuckt in einem hohen Bogen.
Erleichtert schläft er wieder ein. Und stellt sich einen Wecker. Dann fliegt er nachts im Mondenschein zum Fleischer und zum Bäcker.
Die erste Geige
Du spielst bei mir die erste Geige. Und die Musik dringt in mein Herz. Ich sage: Danke, und verneige mich für die Quinten und die Terz.
Unüberhörbar sind die Klänge. Ich schätze jeden Kammerton. Das bringt mich immer in die Gänge. Und was mich quält, schleicht sich davon.
Nun greift die Note zur Fermate. Der Rhythmus wird auf Eis gelegt. Bald folgt die nächste Serenade, die mich von Kopf bis Fuß bewegt.
Dein Bogen streicht gekonnt die Saiten. Verzaubert swingt die Melodie. Sie soll mich durch den Tag begleiten, denn traurig bin ich ohne sie.
An den Kragen
Du gehst den Sorgen an den Kragen. Du hütest und du bettest mich. Du kennst die Ängste, die mich plagen, und lässt mich keinen Tag im Stich.
Mit dir begegnet mir das Schöne. Du pflegst mich, seit ich denken kann. Du legst den Wert auf Zwischentöne, und ziehst mich völlig in den Bann.
Du schützt mich vor den Traurigkeiten. Du nimmst mich so, wie ich halt bin. Du bist bei mir zu allen Zeiten, und meinem Leben gibst du Sinn.
Mit dir gelingt mir jede Stunde. Ein Wort von dir, und das genügt. Du legst die Hand in meine Wunde, damit es sich zum Guten fügt.
Du bist ein Halt, wenn ich versage. Du schenkst mir Kraft, und hilfst mir auf. Du weißt von meiner Seelenlage, und teilst mit mir den Lebenslauf.
Rotwein
Ich habe dich total vermisst, acht lange Wochen sind vergangen. Und dass du wieder bei mir bist, stillt meine Sehnsucht, mein Verlangen.
Sehr oft war ich den Tränen nah. Mir ist an dir so viel gelegen. Nun bist du wieder für mich da, am Couchtisch und auf allen Wegen.
So lange hast du mir gefehlt. Man wollte uns für immer trennen. Doch der Verlust hat mich gequält. Nun darf ich dich beim Namen nennen.
Es war nicht einfach und nicht leicht. Ich steck' dich gern in meine Tasche. Auf den Geschmack bin ich geeicht, du zimmerwarme Rotweinflasche.
Tritt gefasst
Nun hat der Frühling Tritt gefasst. In allen Blumenbeeten sind Honigbienen Dauergast und schwingen große Reden.
Der Kirschbaum zeigt sein Hochzeitskleid, bestückt mit weißen Blüten. Für ihn beginnt die Paarungszeit. Das kann kein Mensch verhüten.
Auf jeder Vogellandebahn, im Unterschlupf der Hecken, lässt sich der gelbe Löwenzahn mit voller Pracht entdecken.
Man schaut sich um, und weit und breit, ein Räkeln und Erwachen. Der Mensch fühlt Frühjahrsmüdigkeit, und ihm vergeht das Lachen.
Frühling Variation
Die Blätter schlüpfen aus den Zweigen. Die Vögel geben ein Konzert. Nun wollen sich die Blumen zeigen. Ihr Outfit schlicht, doch abgeklärt.
Das Schauspiel kann sich sehen lassen. Das frische Grün wirkt wie gemalt. Es lässt sich nicht in Worte fassen. Man tut es doch. Die Sonne strahlt.
Nun trägt der Kirschbaum weiße Blüten. Das ruft die Bienen auf den Plan. Sie tanzen ohne zu ermüden in Nachbars Garten nebenan.
Im Stadtpark zischt schon die Fontäne. Sie streckt sich in das Sonnenlicht. Im Rasen lauern Löwenzähne, doch keine Angst, sie beißen nicht.
Der alte Baum
Der alte Baum ist oben ohne. Sein Blätterdach ist eingepackt. Noch hat er keines in der Krone. Und alle Äste pudelnackt.
Es fehlen warme Sonnenstrahlen. Die Blätter sind im Bummelstreik, weil Gottes Mühlen anders mahlen. Er kommt auf keinen grünen Zweig.
Er hadert, doch er muss sich beugen. Und was er fühlt, lässt jeden kalt. Das liegt, man will ihn überzeugen, an einer höheren Gewalt.
Der alte Baum trotzt Wind und Wetter. Dann zieht der Frühling in sein Haus. Wie auf Kommando sprießen Blätter. Und alle Knospen schlagen aus.
Keine Geigen
Im siebten Himmel schweigen Geigen. Der Lack ist mehr als angekratzt. Die Herz- und Bauchgefühle streiken. Die Bombenstimmung ist geplatzt.
Die Einigkeit ist nicht zu retten. Im Hausflur hängt der Segen schief. Ich könnte meinen Kopf verwetten: das Ganze führt ins Abgrundtief.
Man überlegt, den Riss zu kitten. Im Ansatz scheitert der Versuch. Dann straucheln noch die guten Sitten. Der andre wird zum roten Tuch.
Vor Jahren hat man sich gebunden zu einer Lebenspartnerschaft. Nun leckt man an den frischen Wunden. Die Liebe setzt man außer Kraft.
Du bist bestimmt nicht zu beneiden. Gescheitert ist der Traum vom Wir. Die Lösung wäre, sich zu scheiden. Dann hast du alles hinter dir.
Der Igel
Der Igel hat im welken Laub gefahrlos überwintert. Er war auf beiden Ohren taub, kein Lärm hat ihn gehindert.
Erst gestern ist er aufgewacht, und hörte Vögel zetern. Er hat nicht lange nachgedacht und schlüpfte aus den 'Federn'.
Den Garten hat er inspiziert auf Ehre und Gewissen. Das hat ihn aber schnell frustriert denn nirgends Leckerbissen.
Er fühlt sich leider flau im Bauch, denn er hat lang gelagert. Das Polster Fett, das fehlt ihm auch. Er ist ganz abgemagert.
Sein Feldzug führt zur leichten Kost. Das Mahl ist angerichtet. Er wühlt den Kopf in den Kompost. Ein Fund wird gleich vernichtet.
Die Auserwählte
Nun hat er sich ein Herz genommen. Er spricht die Auserwählte an. Er stottert und es klingt verschwommen. Und sein Gefühl fährt Achterbahn.
Er ringt nach Worten und nach Sätzen. Ein Hemmnis ist sein Frosch im Hals. Der torpediert das Schnabel-wetzen und seine Hoffnung ebenfalls.
Er steht, wie man so sagt, im Regen. Die Knie werden puddingweich. Sein Selbstbewusstsein hält dagegen, doch sein Gesicht ist kreidebleich.
Im Boden möchte er versinken. Der tut ihm den Gefallen nicht. Und seine Sehnsucht muss ertrinken, das bringt ihn aus dem Gleichgewicht.
Sein Innerstes nach Außen kehren, gelingt uns nur so ungefähr. Und seine Liebe zu erklären, das fällt uns mehr als doppelt schwer.
An der Gardine
Im Schlafgemach an der Gardine, surrt auf und ab ein armes Ding. Doch das ist keine Honigbiene und auch kein bunter Schmetterling.
Ganz ängstlich hängt es in den Seilen. Sein Kopf stößt an das Fensterglas. Es möchte liebend gern enteilen. Gefangen sein macht keinen Spaß.
Doch etwas Vorsicht ist geboten. Es hat die Waffe schon gezückt. Und bei Gefahr, da platzt sein Knoten. Und seine Angst macht es verrückt.
Das Ding entpuppt sich als Hornisse. Es wäre schmerzhaft, wenn sie sticht. Und jeder weiß: Gewissensbisse kennt dieses 'Lebewesen' nicht.
Doch das Problem kommt auf die Reihe mit einem großen Fensterspalt. Dann findet sie den Weg ins Freie und macht erschöpft im Rasen Halt.
Am Ende
Mit dem Latein bist du am Ende. Nun haderst du mit dem Geschick. Die Sorgenfalten sprechen Bände. Denn es kommt hart und knüppeldick.
Dir fehlt die Kraft, das Blatt zu wenden. Das Schicksal drückt und knetet dich. Nun stehst du da mit leeren Händen. Die ganze Welt lässt dich im Stich.
Es hilft nicht viel, sich aufzubäumen. Du bleibst mit deinem Ich allein. Nur in der Nacht in deinen Träumen stellt sich ein Seelenfrieden ein.
Am Morgen gehst du vor die Hunde. Ein schwarzer Peter sitzt am Tisch. Schon folgt die erste Schrecksekunde, da hilft kein Zewa-weg-und-wisch.
Du hast dich in dir selbst verfangen. Du siehst nur schwarz und nicht mehr weiß. So kann das Pech zum Ziel gelangen. Beende diesen Teufelskreis.
Der Kirschbaum
Die Bienen naschen an den Blüten. Der Kirschbaum hält geduldig still. Er möchte nämlich nicht verhüten, weil er mit Kirschen prahlen will.
Er zeigt sich von der besten Seite, das lockt die Bienen und Getier. Sein Anblick - eine Augenweide und unnachahmlich seine Zier.
Sein Duft strömt über Gartengrenzen. Doch keiner, der darüber klagt. Er fürchtet keine Konsequenzen, denn Toleranz ist angesagt.
Und außerdem: Bald winken Kirschen in Nachbars Garten rund und prall, dann lohnt es sich, sich anzupirschen, ein Mundraub schmeckt in jedem Fall.
Ein Kamel
Auf der verstaubten Wüstenstraße, da trottet einsam ein Kamel. Es sucht nach einer Traumoase, und gibt sich selbst den Marschbefehl.
Sie hat an einer Wasserstelle sich von dem Hufvolk abgesetzt. Es ist verschwunden, auf die Schnelle, und ist durch Wüstensand gehetzt.
So hat es mächtig Land gewonnen. Sehr bald geriet es außer Sicht. Ein freies Leben hat begonnen im gleißend, hellen Tageslicht.
Doch auch die Freiheit ist zuzeiten nicht immer allererste Sahne. Und Tränen kann es nicht vermeiden, ihr Heimweh gilt der Karawane.
Ratschläge
Dir wird ein großer Wurf gelingen, doch scheue nicht das Risiko. Den Schweinehund musst du bezwingen, sonst lacht er frech und schadenfroh.
Was du erträumst, kannst du erreichen, dann ändert sich dein Lebensstil. Sei eingedenk, du stellst die Weichen für jedes hochgesteckte Ziel.
Auf deine Kräfte kannst du bauen. Du meisterst jedes Hindernis. Bewahre dir dein Selbstvertrauen und fürchte keinen Schlangenbiss.
Bleib bitte nicht im Regen stehen. Der Niederschlag gibt dir den Rest. Dann wirst du vor die Hunde gehen, entnervt, entflügelt und gestresst.
Das eine möchte ich noch raten, der Weg zum Gipfel ist zwar steil, Doch ein Versuch, der kann nicht schaden, (Ich trete dir ins Hinterteil.)
Der Frühling
Der Frühling geizt mit seinen Reizen. Die Kälte ist zurückgekehrt. Man pflegt sich wieder einzuheizen, und flüchtet sich zum Küchenherd.
Im Einsatz sind die warmen Socken. Der ganze Körper wird vermummt. Nichts kann uns aus der Wohnung locken, und unser Frohsinn ist verstummt.
Man sehnt sich nach den Sonnenstrahlen. Die Wetterkarte wird gecheckt. Im Bummelstreik sind Blumenschalen. Das Grünzeug wird nicht aufgeweckt.
Das Ärgernis ist nicht zu fassen. Untröstlich klagt die Litanei. Die Sonne soll sich sehen lassen im hochgeschätzten Monat Mai.
Zur Schnecke
Manchmal macht man dich zur Schnecke. Und dann ballst du deine Faust. Deine Wut springt an die Decke, weil dich dort ein Affe laust.
Nirgends kannst du dich beschweren. Doch dein Mundwerk schnappt nach Luft. Und es wird sich heftig wehren gegen den verdammten Schuft.
Der beginnt klein beizugeben. Er besänftigt und beschönt. Doch du wetterst um dein Leben, dass das ganze Zimmer dröhnt.
Lange brauchst du, dich zu fassen. Jeder Fluch wird ausprobiert. Und das kann sich hören lassen. Keiner weiß, wohin das führt.
Schließlich gibst du dich zufrieden. Du wirkst völlig abgeklärt. Denn du lässt dir gar nichts bieten, wenn dir Dummes widerfährt.
Sonnenstrahlen
Wir sehnen uns nach Sonnenstrahlen. Jedoch der Himmel ist bedeckt. Man will sich auf der Liege aalen, weil das die Lebensgeister weckt.
Schon früh am Morgen prasselt Regen. Man schirmt sich ab und anorakt. Das geht mit uns auf allen Wegen im Freizeit- und im Arbeitstakt.
Das schlechte Wetter herrscht tagtäglich. Und nutzlos ist die Sonnenuhr. Das macht das Leben unerträglich. Denn Regen tropft auf die Natur.
Das Frühlingswetter ist zum Schreien. Zwar schlagen alle Bäume aus. Jedoch man fröstelt schnell im Freien, und jeder heizt sein Schneckenhaus.
Wir sind genervt und angeschlagen. Die Menschheit schimpft und ist gereizt, weil dieser Lenz seit vierzehn Tagen mit seiner Sonnenwärme geizt.
Ein kleiner Spatz
Ein kleiner Spatz raucht Zigaretten. Er tut es heimlich, das ist klar. Jedoch ich möchte darauf wetten, er unterschätzt die Rauch-Gefahr.
Schon morgens hängt in seinem Schnabel ein weißes Stäbchen Nikotin. Das Ritual rollt dann vom Stapel, um sich den Tobak reinzuzieh'n.
Dafür lässt er das Frühstück platzen. Sein Krümelhunger ist gestillt. Er kämpft nicht mit den andren Spatzen, das passt nicht in sein Raucherbild.
Dadurch wird er zum Außenseiter. Er fiebert selbst im Traum nach Rauch. Die Sucht ist ständig sein Begleiter und sie rumort in seinem Bauch.
Nun muss er sich davon entwöhnen. Die Partnerin pocht auf Verzicht. Dann schwört er in den höchsten Tönen: "Ich nehme mich nun in die Pflicht."
Das war ein Hängen und ein Würgen. Sein Vorsatz zehrt am Nervenkleid. Jedoch er kann dem Schatz verbürgen: "Vom Nikotin bin ich befreit."
Kummerträne
Im Abseits stehen Zukunftspläne. Den Takt bestimmt die Gegenwart. Es kullert eine Kummerträne und macht sich auf die große Fahrt.
Vergeblich sind die guten Worte. Der Nachschub rollt in dein Gesicht. Erst ganz piano und dann forte. Das bringt dich aus dem Gleichgewicht.
Du kannst dich nicht dagegen wehren. Das Schicksal hat dich in der Hand. Du kannst dich nirgendwo beschweren. Und suchst umsonst mit dem Verstand.
Geleert ist nun die Tränendrüse. Das Augenwasser ist versiegt. Gemeistert wird die Seelenkrise, weil alles sich zum Guten fügt.
Im Mai
Die Bäume haben ausgeschlagen. Ihr Blätterdach - ein zartes Grün. Sie freuen sich in diesen Tagen, weil sie die Blicke auf sich zieh'n.
Verzaubert werden kahle Äste. Und jedes Blatt wiegt sich im Wind. Sie spenden Schatten für die Gäste, die nicht so sonnenhungrig sind.
Vereinzelt zeigen sie auch Blüten. Und das ist eine wahre Pracht. Das Schauspiel kann uns alles bieten. Der Frühling boomt sich an die Macht.
Der Monat Mai bringt uns zum Staunen, wenn die Kastanienbäume blüh'n. Es ist ein Wispern und ein Raunen. Nun ist die Welt sich wieder grün.
Hühnerbrühe
Der Löffel stürzt sich in die Suppe. Gleich habe ich die 'Schnauze' voll. Jedoch das ist mir völlig schnuppe gibt mein Gehirn zu Protokoll.
Sie ist gewürzt mit edlen Kräutern, die dampfen in die Zimmerluft. Das bringt mich ungewollt ins Schleudern. Verheißungsvoll riecht dieser Duft.
Und er hat nicht zu viel versprochen, denn abgerundet der Geschmack. Das kommt vom Garen und vom Kochen, die Meisterköchin war auf Zack.
Ich danke ihr für ihre Mühe, und für ihr engagiertes Tun. Gelungen ist die Hühnerbrühe, und auch das 'explodierte' Huhn.
Alte Zeiten
Wir sprechen über alte Zeiten. Geschichten werden aufgebrüht. Ein Lächeln lässt sich nicht vermeiden, wenn eine Anekdote blüht.
Gestochert wird mit froher Miene im Nebel der Vergangenheit. Man kennt sich aus und zeigt Routine beim Umgang mit dem Lauf der Zeit.
So manches bleibt jedoch verborgen. Man rührt nicht gern im alten Mist. Zum Teufel mit verjährten Sorgen, am besten wäre, man vergisst.
Und das ist uns ad hoc gelungen. Darüber sind wir echt erbaut. Es sprudeln die Erinnerungen, an denen man genüsslich kaut.
Ganz schnell verstreichen nette Stunden, von denen man auch morgen schwärmt, denn keiner ist kurz angebunden. Das Früher wurde aufgewärmt.
Im Keller
Das Thermometer ist im Keller. Das geht uns langsam auf den Geist. Doch Petrus ist der Weichensteller. Was er uns jeden Tag beweist.
Umsonst ist unser Flehen, Bitten. Wir beißen bei ihm auf Granit. Doch was er tut ist sehr umstritten. Das trifft uns wie ein Pferdetritt.
Nun harren wir erstaunlich lange. Jedoch die Regenwolke weint. Sie nimmt uns täglich in die Zange, doch jeder hofft, die Sonne scheint.
Doch Petrus macht den Wunsch zunichte, denn Sonnenstrahlen bleiben rar. Und endlos scheint uns die Geschichte, und einfallslos sein Repertoire.
Wir müssen uns den Launen fügen. Der Wonnemonat - viel zu kalt. Das ist beileibe kein Vergnügen Doch letztlich höhere Gewalt.
Ein Feiertag
Wir kommen langsam in die Gänge. Ein Feiertag ist aufgewacht. Das Frühstück zieht sich in die Länge, und es ist später als gedacht.
Bald wird man durch die Gegend schwärmen. Im Rucksack parkt der Proviant. Die Kinder dürfen lauthals lärmen in einem Kasten voller Sand.
Der Wetterfrosch macht gute Miene. Er lockt zu einer Fahrradtour. Und auch die flotte Arbeitsbiene ist nicht allein auf weiter Flur.
Auf halber Strecke wird man rasten. Die Kinderaugen wünschen Eis. Wer Kuchen mag, wird morgen fasten, denn ein Genuss hat seinen Preis.
Bald geht der schöne Tag zur Neige. Und Häuserschatten werden lang. Der Abendwind streift durch die Zweige, dann folgt der Sonnenuntergang.
Im Mai
Der Mai hat sich sehr schlecht benommen. Er geizte mit dem Sonnenstrahl. Die Wünsche sind zu kurz gekommen. Er war bestimmt nicht erste Wahl.
Es tropfte aus der Wolkendecke. Im Einsatz war der Anorak. Da blieb der Frohsinn auf der Strecke. Das war nicht jedermanns Geschmack.
Es half kein Bitten und kein Beten. Der Monat Mai blieb störrisch stur. Man konnte ihn nicht überreden. Genervt war jede Kreatur.
Die Bäume haben ausgeschlagen. Es freut sich jedes grüne Blatt. Sie schlüpften auch an Regentagen im Park und in der Innenstadt.
Der nächste Monat soll es richten. Man hofft die Sonne strahlt vorbei. Man möchte nicht auf sie verzichten, wie einst im Wonnemonat Mai.
Unter Brücken
Noch schlafen wir nicht unter Brücken. Zwar sind die Zahlungsmittel knapp. Die Armut lässt sich täglich blicken. Es geht bergauf, doch oft bergab.
Wir kosten keine Leckerbissen. Denn uns genügt ein NORMA-Bier. Und ohne sind wir aufgeschmissen. Die neue Währung heißt Hartz vier.
Das zeigt sich auch bei den Klamotten. Sie liegen nicht im Modetrend. Und die Beschreibung würde spotten, Manege frei im Second Hand.
Am Monatsende wird das Leben zu einem wahren Trauermarsch. Wir sind zu zäh um aufzugeben, dann lecken wir die Welt am A ...
Noch schlafen wir nicht unter Brücken. Das bleibt uns Gott-sei-Dank erspart. Die Tränen, die uns unterdrücken, verwässern unsre Gegenwart.
Schwache
Den Schwachen haut man in die Pfanne. So lautet ein Naturgesetz. Man tut es oft und volle Kanne. Man löchert das soziale Netz.
Wer nichts besitzt, muss immer bluten. Die Zeche zahlt der kleine Mann. Das führt zwangsläufig nicht zum Guten. Doch keiner ändert was daran.
Die Armut geht nicht auf die Straße. Sie leistet keine Gegenwehr. Sie weiß genau, so läuft der Hase. Sie kuscht und legt sich niemals quer.
Den Gürtel schnallen alle enger. Und das empfiehlt der Vater Staat. Da werden die Gesichter länger und jeder hat dann den Salat.
Doch viel zu kurz kommt stets der Schwache. So steht es auch im Protokoll. Man ist frustriert und sinnt auf Rache, das Maß ist nun gestrichen voll.
Die Parkanlagen
Bevölkert sind die Parkanlagen. Sie sind beliebt bei Alt und Jung. Besonders an den heißen Tagen herrscht grenzenlos Begeisterung.
Die Schüler sind nicht wegzudenken. Die Ranzen fliegen in das Gras. Man räkelt sich auf Ruhebänken, dann gibt die gute Stimmung Gas.
Kein Mensch denkt an das Klassenzimmer und an die stumpfe Paukerei. Die Sonne ist ein Hoffnungsschimmer und ein Garant für hitzefrei.
Im Schatten gönnen sich die Alten den Rückblick auf die Jugendzeit. Und alle werden Recht behalten im Namen der Vergangenheit.
Am Abend fehlen Sonnenstrahlen. Da wird der Park sich selber fremd. Dann wird er, ohne groß zu prahlen, von Liebespärchen überschwemmt.
Sparpaket
Die Menschen wurden nicht gefragt. Sie sollen in die Hände spucken. Es nutzt nichts, wenn man sich beklagt. Man muss die Denkansätze schlucken.
Noch ist das Ganze Theorie. Doch in der Zukunft fallen Späne. Man legt uns lächelnd übers Knie, und das entlockt so manche Träne.
Der Rundumschlag führt zu Protest. Das legt sich sicher in zwei Wochen. Und dann kursiert die Beulenpest, die Unvernunft ist ausgebrochen.
Bald schreitet jedes Wort zur Tat. Der kleine Mann bezahlt die Zeche. Er stützt allein den Vater Staat. Der zeigt allmählich Altersschwäche.
Man faltet Hände zum Gebet. Von Gott erhofft man sein Erbarmen. Verknotet ist das Sparpaket. Und wer es auspackt sind die Armen.
Die Fetzen fliegen
Wir streiten und die Fetzen fliegen, weil eine Unvernunft uns juckt. Wenn wir uns in den Haaren liegen, dann lügen wir stets fett gedruckt.
Der Anstand geht den Bach hinunter. Die Stimmen schwellen zum Orkan. Dem Eingemachten gibt man Zunder. Das wirft uns völlig aus der Bahn.
Die Worte werden Nadelstiche. Und das geht unter jede Haut. Dem andren kommt man auf die Schliche, wenn sich ein Sturm zusammenbraut.
Und jeder kämpft um seine Ehre. Wir haben uns in uns verstrickt. Und schwindelhoch wird die Barriere. Die Feingefühle sind geknickt.
Das ganze Pulver ist verschossen. Die Friedenstaube mahnt und spricht: "Reicht euch die Hände und die Flossen, damit euch nicht der Hafer sticht!"
Ein Flusspferd
Ein Flusspferd gähnt. Man sieht die Zähne. Und der Koloss zeigt seinen Schlund. Dann spritzt das Wasser zur Fontäne. Schon taucht es in den Untergrund.
Es paddelt mit den plumpen Füßen, und fühlt sich wohl in seiner Haut. Die Schuppen und die Algen grüßen, und niemand der erschrocken schaut.
Im Wasser ist es sehr behende. Sogar bei einem Hexenschuss. Die Schmerzen nehmen schnell ein Ende, die Medizin - der Dschungelfluss.
Nur selten tummeln sich Touristen. Die ganze Gegend meint: Gott-lob. Wir möchten unser Leben fristen im menschenleeren Biotop.
Eine Rose spricht
"Wir blühen auf bei Sonnenstrahlen!" Erklärt die Rose wortgewandt. "Mit roten Reizen will man prahlen. Das raubt den Bienen den Verstand.
Begeistert sind auch Menschenkinder. Doch manchen fehlt ein klarer Blick. Sie sind verkappte Umweltsünder. Und brechen uns oft das Genick.
Dann sperrt man uns in eine Vase. Die Blüten sind dem Tod geweiht. Ein letzter Duft steigt in die Nase. Der Untergang wird prophezeit.
Man soll uns nicht den Garaus machen. Die Gartenschere wird zum Feind. Doch dann vergeht uns schnell das Lachen. Und manche Rosenblüte weint.
Wir möchten gerne länger blühen im humusreichen Gartenbeet und schmeichelhaften Duft versprühen, bis es mit uns zu Ende geht."
In schweren Stunden
Du stehst mir bei in schweren Stunden. Auf deine Hilfe ist Verlass. So wird der Frust kurz angebunden. Und es entschwindet jeder Hass.
Du bist bei mir, wenn ich versage. Du machst mir nicht die Hölle heiß. Und du entwirrst die schräge Lage und lotst mich aus dem Teufelskreis.
Du lässt mich nicht ins Unglück rennen. Du bist mein Retter in der Not. Du lässt mich zweifelsfrei erkennen, wenn mir ein großes Unheil droht.
Du gibst mir Kraft und Lebensfülle. Du schützt mich vor dem Untergang. Ich tauche ein in deine Stille. Mein Herz und Hirn sind auf Empfang.
Die Wolkendecke
Die Wolkendecke, das ist bitter, ist bei den Menschen nicht beliebt. Sie bringt den Regen, die Gewitter. Die schöne Aussicht wird getrübt.
Man muss sich in die Wohnung flüchten. Gehadert wird mit dem Geschick. Man möchte gern darauf verzichten. Es peitscht der Sturm und es kommt dick.
Der Sonnenstrahl bleibt auf der Strecke. Er schüttelt sich, sein Herz klopft laut. Dann greift er zu der Wolkendecke. Das glättet seine Gänsehaut.
Auf Tournee
Der Sommer geht nun auf Tournee, im Rucksack Sonnenstrahlen. Und er besucht den Baggersee, wo sich die Fische aalen.
Am Abend werden Steaks gegrillt. Es lodern Lagerfeuer. Dann nimmt man alles halb so wild, sogar ein Abenteuer.
Die Mücken finden endlich Blut, wenn sie nach Nahrung bohren. Sie saugen voller Übermut und summen in die Ohren.
Das Thermometer klettert schnell. Der Tag beginnt zu Schwitzen. Das finden manche kriminell, weil bald Gewitter blitzen.
Der Sommer nimmt die Arbeit auf als einziger Bewerber. Und alle hoffen fest darauf, er wird kein Spielverderber.
Fußball
Ein Land versinkt im Fußballfieber. Die Deutschland-Fahnen sind gehisst. Und nichts und niemand wär' uns lieber, Weil man das Alltagsgrau vergisst.
Die Arbeit wird zur Nebensache. Es herrscht die Spannung zum Quadrat. Ich hänge, was ich selten mache, vor einem Fernsehapparat.
Am Anfang wird man Anstoß nehmen. Dann rollt der Rubel und der Ball. Der Nervenkitzel - nicht zu zähmen. Auf der Tribüne herrscht Krawall.
Von links und rechts Bananen-Flanken. Und auf den Rängen grölt ein Chor. Und jeder Fan macht sich Gedanken, wann fällt das erste Kopfball-Tor.
Ein Fernschuss schmettert an den Pfosten. Jedoch es hat nicht sollen sein. Wer zuschaut, kommt auf seine Kosten. Ein Konter fährt durch Mark und Bein.
Man tobt und tutet und man zittert. Denn auf dem Rasen wird gefoult. Und jeder Trainer ist verbittert, in Richtung Schiri wird gemault.
Ein Fußballfan hasst die Randale. Denn ihm genügt sein 'Nervenkrieg'. Er will nur eines: Ins Finale und wünscht sich einen Kantersieg.
WM 2010
Ein ganzes Land ist selbstbewusst. Entzückt sind Untertanen. Den Gegner nimmt man sich zur Brust und schwenkt mit Deutschland-Fahnen.
Die breite Masse: megastolz auf ihre Fußballrecken. Die sind geschnitzt aus Eichenholz. Kein Makel zu entdecken.
Sie spielen herzerfrischend auf. Aus jeder Perspektive. Dann nimmt das Leder seinen Lauf zu einer Offensive.
Die Fachwelt schreibt ein Protokoll: Es gibt nichts auszusetzen. Und alle sind des Lobes voll, wenn sie darüber schwätzen.
Ich bin bestimmt nicht missgestimmt, und das steht außer Frage. Wenn unser Glück ein Ende nimmt bei einer Niederlage.
Wahl zum Bundespräsidenten
Das Volk hat leider keine Wahl. Das Feld gehört nur Prominenten. Verschwindend klein ist ihre Zahl wählt man den Bundespräsidenten.
Die meisten haben Geld wie Heu. Hartz vier ist sicher nicht vertreten. Sie sind geprägt und linientreu, und haben nicht viel mitzureden.
Das Trauerspiel klappt einwandfrei. Im Mittelpunkt die Kandidaten. Und die regierende Partei wird sich im grünen Lorbeer baden.
Denn abgezockt ist dieses Spiel. Und Wunder sind nicht zu erwarten. Die Herrscher kommen an ihr Ziel. Denn die Vernunft hat schlechte Karten.
Ein ganzes Volk wird ausgegrenzt. Das Blatt lässt sich nicht wenden. Es ist nicht alles Gold was glänzt bei einer Kür des Bundespräsidenten.
Sommerfrische
Wir fahren in die Sommerfrische. Beschert wird uns ein Alpenblick. Ins Freie wandern Stuhl und Tische. Der graue Alltag bleibt zurück.
Wir schauen auf, die Augen staunen. Zerklüftet ist das Felsgestein. Und durch die Stille geht ein Raunen. Das lädt das Herz zum Träumen ein.
Sofort erwachen alle Sinne. Wie auf Kommando ruft der Berg. Wir halten in Gesprächen inne, doch morgen gehen wir ans Werk.
Im Rucksack sind die Wanderkarten. Das Gipfelkreuz wird anvisiert. Und wenn wir in der Frühe starten, wird der Erfolg uns garantiert.
Es kommt zu keinem Kletter-Drama. Der Berganstieg ist ungewohnt. Bezaubernd ist das Panorama. Der steile Weg hat sich gelohnt.
Im Dschungel
Ein hochbetagter Elefant duscht sich an einer Wasserstelle. Sein Rüssel geht ihm gern zur Hand, und rückt ihm spritzend auf die Pelle.
Befreit wird er von Parasiten. Da freut sich seine dicke Haut. Darunter hat er sehr gelitten. Denn davor schützt kein Dschungelkraut.
Dann nimmt er Platz in seinem Herzen. Er pfeift auf einen Yoga-Sitz, um jeden Unrat auszumerzen. Das fördert einen Geistesblitz.
Nun ist er porentief gereinigt, und schwebt fast auf dem Trampelpfad. Vom Weltschmerz wird er nicht gepeinigt. Sein Herz zeigt Größe und Format.
Er kehrt zurück, kein Mitgefährte nimmt ihm die Führungsrolle krumm. Die ganze Elefantenherde folgt beispiellos dem Unikum.
Ferien
Die Wildsau und ihr Göttergatte, die machen, denn sie sind nicht doof, befreit von Anzug und Krawatte, stets Ferien auf dem Bauernhof.
Tagtäglich wird man sie verwöhnen. Die Freude lauert überall. Gegrunzt wird in den höchsten Tönen. Das Stroh ist weich im Schweinestall.
Erkundet werden Wald und Wiesen. Es gibt nichts besseres zu tun. Und wo sich Fuchs und Hase grüßen, da pflegen sie sich auszuruh'n.
Kein Auspuffkrach zerstört die Stille. Ein Urlaub in der heilen Welt. Sie fügen sich in die Idylle, die nichts verspricht, und alles hält.
Am Abend werden sie gemästet. Sofort verebbt der Dialog. Ein guter Tropfen wird getestet im holzgefassten Schweinetrog.
Pferde
Auf einer Koppel weiden Pferde. Die meisten sind kastanienbraun. Kein Gatter schützt die scheue Herde, das meistert ein Elektrozaun.
Ein Hengst umschmeichelt eine Stute. Sie zeigt die Schulter und bleibt kühl. Sie wiehert laut, und ich vermute, sie hat mit ihm kein Mitgefühl.
Im Schatten lümmeln sich die Fohlen. Die Affenhitze geht reihum. Sich auszuruhen wird empfohlen, und keines macht die Hufe krumm.
Am Abend die ersehnte Brise. Das macht den Pferden riesig Spaß. Und man verteilt sich auf der Wiese. Ob jung, ob alt: Man beißt ins Gras.
In der Frühe
Die Glocken bimmeln in der Frühe. Der Kirchturm denkt sich nichts dabei. Die Dorfmusik gestalten Kühe auf ihrem Weg zur Molkerei.
Sie hinterlassen auf dem Pflaster, und das bleibt in Erinnerung, denn alle frönen diesem Laster, verbreitet wird der warme Dung.
Die Menschen tragen es mit Fassung. Egal wohin der Fladen fällt, denn keiner Kuh droht die Entlassung. Die Landluft grüßt den Rest der Welt.
Zum Einsatz kommt die Melkmaschine. In Schläuchen fließt die Farbe weiß. Das Milchabzapfen ist Routine. Man hofft auf einen fairen Preis.
Bald bimmelt man zurück zur Weide. Dort wird geschlemmt und ausgeruht. Man zeigt die Schokoladenseite. Und bei Bedarf wird laut gemuht.
Im Weiher
Im Weiher tummeln sich die Fische. Die Karpfen jagt ein schlanker Hecht. "Und wehe, wenn ich dich erwische, dann geht es deinen Gräten schlecht."
Die Karpfen reißen sich am Riemen. Die Algen dienen ihrem Zweck. Dort blubbern sie mit ihren Kiemen, denn gut gewählt ist das Versteck.
Doch manche schwimmen aus dem Ruder. Der Jäger hat ein leichtes Spiel. Er schnappt nach einem armen Luder. Sein Kampfeinsatz gelangt zum Ziel.
Die Freude währt, wie ich vermute, nur ein paar Augenblicke lang. Ihn ködert eine Angelrute, besiegelt wird sein Untergang.
Durch den Garten
Die Katze stromert durch den Garten, und stapft um jeden heißen Brei. Das war nicht anders zu erwarten, denn wie sie handelt, steht ihr frei.
Oft lauert sie auf Mäusestraßen. Sie hat Geduld, die Spannung steigt. Sie ist auf einem grünen Rasen der Jagdsaison nicht abgeneigt.
Schon wieder liegt sie auf der Lauer. Ihr Appetit ist grenzenlos. Doch plötzlich fegt ein Regenschauer. Sie legt die Pfoten in den Schoß.
Nun wartet sie auf Sonnenstrahlen. Und leckt die Milch vom Tetrapack. Sie kauft, und damit will sie prahlen, kein Mäusevieh in einem Sack.
Eine junge Ziege
Es meckert eine junge Ziege. Sie führt sich auf, und sträubt ihr Fell. Sie ist ein Opfer der Intrige. Das findet sie nur kriminell.
Sie trägt sich schwer an Folgelasten. Das fördert eine Gänsehaut. Das ist ein Grund um auszurasten, weshalb sie grimmig um sich schaut.
Jetzt kann sie sich nur selbst erlösen, weil kein Genosse zu ihr hält. Sie lässt sich keine Angst einflößen, und beugt sich nicht der Unterwelt.
Sie findet, ohne es zu planen, im Nachbarviertel einen Freund. Und jeder Laie kann es ahnen, es wird durch die Natur gestreunt.
Das lindert alle Herzattacken. Es zählt allein die Gegenwart. Vergangenes ist abzuwracken. Ihr Freund grault ihren Ziegenbart.
Wettervorhersage
Im Flachland und auch in den Alpen, befragt man oft den Wetterhahn. Dann schaut er nach den Mauerschwalben, und dem Verlauf der Segelbahn.
Und dreht ein Hoch verträumt die Runde, dann ziehen Schwalben himmelwärts. Verbreitet wird die frohe Kunde. Die Sonne zärtelt bald das Herz.
Die Hitze sticht die Ungesonnten. Und plötzlich fliegen Schwalben tief. Es lauern die Gewitterfronten. Es graupelt weiß im Felsmassiv.
Entblättert sich die Herbstzeitlose, entfällt, und das weiß jedes Kind, die Vorschau und die Diagnose, weil Schwalben fern im Süden sind.
Auf einer Alm
Auf einer Alm im satten Grün vergnügen sich die Ungeheuer. Sie zeigen Horn und Disziplin, und jeder kennt die Wiederkäuer.
Sie dienen oft als Bildmotiv. Im Hintergrund die Kletterwände, die sind gewaltig und massiv. Ein Laie meidet das Gelände.
Im Mittelpunkt die Sennerin. Tagtäglich hat sie ihre Mühe. Sie käst und quarkt und macht Gewinn. Zur Seite stehen ihr die Kühe.
Hoch oben auf dem Berg winkt Glück. Die ganze Welt liegt dort zu Füßen. Die Kühe - eine Milchfabrik, die wir dann unverpackt genießen.
Der Hecht
Der Hecht sucht seine Gleitsichtbrille, denn ohne sie misslingt ein Fang. Verschwommen sieht er die Idylle. Er tastet sich am Grund entlang.
Er fragt sich selbst: Wo mag sie stecken. Wo hat sie ihren Aufenthalt. Ich kann sie nirgendwo entdecken. Mein Gott, ich werde langsam alt.
Durchforstet werden Ufersteine, die Pflanzen und das Algengrün. Jedoch er findet leider keine verheißungsvolle Spur für ihn.
Nun steht er ratlos im Gewässer, und seine Weitsicht, eingeschränkt. Mit Brille wäre alles besser, wenn er die Lage überdenkt.
Und er beschließt, das Blatt zu wenden. Ein Aststück dient als Blindenstock. Mit neuer Brille in den Händen, verspeist er jeden Sündenbock.
Sommerliches
Wir warten auf die Höhensonne. Das Wetter steckt im Alpenstau. Gefüllt ist jede Regentonne. Die Sonnenstrahlen machen blau.
Im Nebel liegen schroffe Berge. Der Himmel tropft ins grüne Tal. Da nutzt auch keine Willensstärke. Das wissen wir vom letzten Mal.
Im Regen stehen Weidekühe. Das Gras ist feucht, es nässt der Huf. Sie haben ihre liebe Mühe. Ein dickes Fell braucht ihr Beruf.
Der Himmel weint und das ist bitter. Verwässert wird der Kurzurlaub. Die Wärme macht sich bei Gewitter mit Riesenschritten aus dem Staub.
Doch plötzlich flutet auf den Wegen, im Wiesengrund, am Tannenwald. Der heiß begehrte Sonnensegen, und lange währt sein Aufenthalt.
Ein Rendezvous
Die Maus verpasst ein Rendezvous. Natürlich hat sie das bedauert. Es drückte sie kein Stein im Schuh. Die Katze hat ihr aufgelauert.
Doch der Gefahr ist sie entronnen. Noch sind die Beinchen schlotterweich. Das Katzenspiel hat sie gewonnen. Ihr Einsatz war ideenreich.
Was mag mein Herzgefährte denken. Wahrscheinlich ist er missgestimmt. Es liegt an ihr, lieb einzurenken. Damit er ihr nichts übelnimmt.
Nun steuert sie mit flauem Magen, mit Volldampf zum Begegnungsort. Ihr Mäuserich hat 'Herzversagen'. Er schaut sie an, und spricht kein Wort.
Vom Katzen-Vorfall wird berichtet. Der Allerliebste hört und staunt. Und weil er auf den Streit verzichtet, sind die Gefühle gut gelaunt.
Die Fliege
Die Fliege tanzt auf meiner Nase. Zwei Schritte vorwärts und zurück. Sie gönnt sich keine Ruhephase bei einer heißen Popmusik.
Doch bald versickert das Getöse. Ihr ganzer Körper ist erhitzt. Sie gibt sich aber keine Blöße, sie reibt die Beinchen, weil sie schwitzt.
Sie wandert auf die Nasenspitze und nimmt die Gegend ins Visier. Sie sieht am Tisch die Wasserpfütze, die stammt von einer Flasche Bier.
Erkundet wird ein Nasenflügel. Es kribbelt, wenn ihr Saugrohr leckt. Sie wird verscheucht vom kleinen Hügel. Im Raum schwirrt dann das Flugobjekt.
Tausend Zwänge
Ein Pudel steckt in tausend Zwängen. Er wohnt in einem Dorf im Harz. Sehr oft lässt er sein Köpfchen hängen, wenn er sich anschaut, sieht er schwarz.
Sein Frauchen liebt er über alles. Doch manchmal ist sein Kopf nicht frei. Genau in diesem Fall des Falles, ist ihm sein Leben einerlei.
Da helfen keine Leckerbissen. Das Gassi-gehen wird zur Qual. Er fürchtet sich vor Hindernissen am Gipfelkreuz, und tief im Tal.
Ganz selten lächeln die Gedanken. Fast immer ist er deprimiert. Dann fängt er an, mit sich zu zanken. Was ihn zum Unwohlsein verführt.
Am besten wäre zweifelsohne und dieser Ansatz ist gekonnt. Er färbt die ganze Körperzone. Und sieht statt schwarz auf einmal blond.
Affenhitze
Die Sonne strahlt. Die Affenhitze begleitet mich von früh bis spät. Es ist kein Wunder, dass ich schwitze. Das ist verflixt und zugenäht.
Kein kühler Hauch weht um die Ohren. Der Arbeit ist man abgeneigt. Wir wären lieber tiefgefroren. Das Thermometer steigt und steigt.
Verdunkelt werden 'Lebens'räume. Die Nacht reißt alle Fenster auf. Der Schlaf fällt schwer und auch die Träume. Den Mückenstich nimmt man in Kauf.
Es dreht sich alles um Getränke, am besten kalt und eisgekühlt. Im Schatten dösen Ruhebänke. Dem Volk wird übel mitgespielt.
Nun hoffen wir auf ein Gewitter. Doch Petrus schreitet nicht zur Tat. Wir schwitzen weiter viele Liter. Und Kühlung bringt das Hallenbad.
Ein Walross
Ein Walross zeigt in Sachen Liebe, am liebsten Herz, das ist bekannt. Verpönt sind alle Seitenhiebe. Es ist humorvoll und charmant.
Stets lässt es die Gefühle sprechen, was es an jedem Tag beweist. Natürlich hat es seine Schwächen, wenn der Geduld der Faden reißt.
Sein Partner in der Meeresenge macht ihr nichts vor am Wendekreis. Sie sind auf gleicher Wellenlänge, und ihre Leidenschaft ist heiß. Doch weil sie voneinander schwärmen, nicht nur platonisch und abstrakt, wird jede Scholle sich erwärmen, denn feurig ist ihr Liebesakt.
Sie müssen sich für immer trennen. Darüber sind sich beide klar. Die Eiswelt wird ins Unglück rennen. Am Ende schmilzt noch der Polar.
Ein Sparschwein
Ein Sparschwein sehnt sich nach Moneten. Es zeigt Geduld im Schneidersitz. Es sammelt jede Art von Kröten. Am Rücken ist sein Einwurfschlitz.
Nicht jeden Tag wird es gemästet. Oft knurrt sein Magen wochenlang. Und seine Stimmung ist verpestet. Doch das führt nicht zum Untergang.
Die schlechten Zeiten müssen weichen, ein Onkel kommt auf Staatsbesuch. Dann wird er ihm auch Futter reichen. Es nagt nicht mehr am Hungertuch.
Die großen und die kleinen Münzen, die geben sich ein Stell-dich-ein. Das Kapital bringt keine Zinsen. Da nutzt auch kein Fünf-Euro-Schein.
Das fette Sparschwein wird geschlachtet, und es verliert dabei den Kopf. Dann wird das Sammelgut betrachtet. Darunter ist ein Hosenknopf.
Die Hitze
Die Hitze macht uns schwer zu schaffen. Wir wären gerne eisgekühlt. Es fällt uns schwer, uns aufzuraffen, weil man die Faulheit in sich fühlt.
Kein Wunder, dass Termine platzen. Man räkelt sich am Baggersee, und geht auf bunten Luftmatratzen mit einem Paddel auf Tournee.
Die Sonne schreitet zur Vollstreckung. Und was sonst grünt, ist braungebrannt. Empfohlen wird die Kopfbedeckung, denn sonst vertrocknet der Verstand.
So wird der Strohhut schnell zum Renner. Er schützt vor einem Sonnenstich. Das wird bestimmt ein Dauerbrenner, und der Verdacht bestätigt sich.
Am Anfang herrschte helle Freude. Die Sonne leckte uns den Bauch. Klimatisiert sind die Gebäude. Man kommt ins Schwitzen: Bedenkt man seinen Stromverbrauch.
Viel zu viel
Ein Affe hat zuviel gefeiert. Nun schaut er dumm aus seiner Haut. Sein Blick ist glasig und verschleiert. Verärgert zeigt sich seine Braut.
Er ist versumpft mit Zechkumpanen. Die Stimmung stieg mit jedem Glas. Der Absturz war vorherzuahnen. Das Schädelweh folgt auf den Spaß.
Wer einen Affen hat, der leidet. Die Stunden werden ihm zur Qual. Dann denkt er nach und er entscheidet: Der Alkohol, der kann mich mal.
Da staunt sein flottes Frauenzimmer. Sie hört es gern, jedoch sie glaubt, wahrscheinlich bleibt es so wie immer. Sein Vorsatz ist zu hoch geschraubt.
Der Affe meidet Bierspelunken. Und er besucht die Konkurrenz. Dort wird nur Tee und Saft getrunken. Bekömmlich ist die Abstinenz.
Einkäufe
Man kauft nicht gern, das ist erwiesen, ein Katzenvieh in einem Sack. Wird auch die Ware hochgepriesen, nicht immer trifft sie den Geschmack.
Geschwärmt wird in den höchsten Tönen von Güte und von Qualität. Ein kurzer Blick: Zum Abgewöhnen, weil keiner auf den Plunder steht.
Die Werbung hat sehr viel versprochen. Vermarktet wird die Schnapsidee. Man sucht die Käufer, weich zu kochen. Und eine Show geht auf Tournee.
Ein Kunde wird mit List geblendet. Es kommt zu keinem Freudenfest. Beim Kauf wird nur das Geld verschwendet, behauptet Stiftung Warentest.
Auf Wolke sieben
Du schwebst mit mir auf Wolke sieben. Ein Wunder, dass du bei mir bist. Die Sorgen sind zurück geblieben. Es wird gezärtelt und geküsst.
Dort fühlen wir uns wie zu hause. Wir tauchen ein in unser Glück. Dann hat der Alltag Sendepause. Vertieft wird jeder Augen-Blick.
Wir sind ein Herz und eine Seele. Der Griesgram macht sich aus dem Staub. Ich wünsche jedem und empfehle: Macht auf der Wolke Kurzurlaub.
Das ist uns wie im Traum gelungen. Der Weg: die Überzeugungskraft. Und wir genießen eng umschlungen, die Liebe und die Leidenschaft.
Schlechte Aussichten
Die Liebe möchte sich entfalten. Die Aussicht aber ist gering. Du kannst für sie die Daumen halten. Doch häufig streikt der Schmetterling.
Die Menschheit schielt nach Gut und Haben. Für viele ist das ein Skandal. Die Reichen und die Waisenknaben, die stehen nur auf Kapital.
Die wahre Liebe hält dagegen, denn Geldgeschichten sind ihr fremd. Man rät ihr sich auf Eis zu legen, damit sie nicht den Fortschritt hemmt.
Das ist ein Ding, das ich nicht fasse. Bevor man küsst, fragt sich der Geiz: Wie hoch ist deine Portokasse und dein Vermögen in der Schweiz.
Die Liebe hat nicht viel zu melden. Man denkt nicht mehr von Herz zu Herz. Kein Mensch lässt einen Einwand gelten. Im Rampenlicht steht der Kommerz.
Zwei Ochsen
Zwei Ochsen ziehen einen Wagen. Sie stöhnen unter ihrem Joch. Und wollen ihrem Dienst entsagen. Die Arbeit quält sie, noch und noch.
Sie sind schon im gesetzten Alter, von Altersrente keine Spur. Im Gegenteil der Gutsverwalter ist gnadenlos - rund um die Uhr.
Mit ihm ist nicht gut Kirschen essen. Sie hören nie ein gutes Wort. Sie schuften täglich wie besessen, und größtenteils noch im Akkord.
Am Abend sind sie ausgepowert. Das starre Strohbett wartet schon. Und keine Sau, die sie bedauert. Sie ernten einen Hungerlohn.
Geschmiedet werden Rachepläne. Die Phantasie schweift kreuz und quer. Gedanklich zeigen sie die Zähne, und setzen sich gekonnt zur Wehr.
Selbst die Gewerkschaft muss hier passen, obwohl sie das nicht glauben mag. Der Gutsbesitzer, nicht zu fassen, schert aus aus dem Tarifvertrag.
Die hohe Politik
Vom Sandstrand bis zum Alpenblick. Vom Kaiser bis zur Kammerzofe, führt uns die hohe Politik in eine Umweltkatastrophe.
Der schwarze Peter geht reihum. Der Trumpf im Spiel sind die Parteien. Das Volk dient nur als Publikum. Das ist zum Heulen und zum Schreien.
Doch manchmal werden Stimmen laut. Und keiner kann sie überhören. Der Mensch, der nach dem Rechten schaut, will wortgewandt die Ruhe stören.
Die Gegenmittel sind parat. Die Instrumente werden schärfer. Es kontert der Verfassungsstaat mit Knüppeln und mit Wasserwerfer.
Die Argumente werden schnell im Keim erstickt von Polizisten. Man stuft sie ein als kriminell. Und dieser Sumpf ist auszumisten.
Das Gefühl
Es lässt sich nicht in Worte fassen. Sogar ein großes Lexikon wird seine Finger davon lassen. Und keiner macht Gebrauch davon.
Doch manche schwören unverfroren, ein Schlüssel ist die Bücherei. Dort stoßen sie auf Eselsohren und auf den allerletzten Schrei.
Vergeblich wird man sich bemühen. Denn jeder Wortschatz ist beschränkt. Der Kaffeesatz wird Schlüsse ziehen, der deine Lage überdenkt.
Doch keiner sollte je erwarten. Er knackt geschickt die taube Nuss Es lauern die gezinkten Karten, das ist der Weisheit letzter Schluss.
Gebranntmarkt durch die Monologe wird Sprache nur zum Kinderspiel. Man setzt sie ein wie eine Droge, doch unbeschreiblich: Das Gefühl.
Eine Seifenblase
Mein Leben: eine Seifenblase. Das Schicksal hat es so gewollt. Sehr oft fiel ich auf meine Nase. Und habe dem Tribut gezollt.
Statt Siege gab es Niederlagen. Ich habe nichts daraus gelernt. Und habe mich seit Kindertagen von meinen Wurzeln weit entfernt.
Die Folge: ich bin tief gesunken. Die Gosse wurde mein Revier. Das Glück hat mir nicht mehr gewunken. Die Bank im Park war mein Quartier.
Ein Tag begann mit Rückenschmerzen, zum Frühstück kam ein Polizist. Und was er sprach, ging mir zu Herzen. Jedoch ich blieb ein Pessimist.
Mich beutelt häufig die Schikane. Sie kommt daher auf breiter Front. Dann hisse ich die Wodka-Fahne, und die ist weder schwarz, noch rot, noch gold.
Im Urlaub
Die Sonne lacht auf allen Wegen. Man kühlt sich ab im Tempelhain. Und wenn sie sticht, hält man dagegen. Am Abend schlürft man roten Wein.
Es reizen Sehenswürdigkeiten. Man chartert einen Reisebus. Der wird uns durch den Tag begleiten. Die Fahrt führt uns zum Kunstgenuss.
Das zehrt an uns, es schwinden Kräfte. Die Nerven liegen manchmal blank. Man strömt in Kneipen und Geschäfte. Es bleibt nicht aus, wir werden krank.
Auf einmal hat man die Bescherung. Der Urlaubsort zeigt sein Gesicht. Und ohne weitere Erklärung, erscheint das Land im neuen Licht.
Die Ärzte bitten dich zur Kasse. Und jeden Handgriff zahlt man bar. Das Krankenhaus ist vierter Klasse, und der Gesundheit droht Gefahr.
Ein Drachen
Ein Drachen tobt am Arbeitsplatz. Er möchte uns das Fürchten lehren. Er flucht und schimpft in jedem Satz. Wir werden uns beim Chef beschweren.
Sein Auftritt: äußerst furchterregend. Er mischt sich in Gespräche ein. Er ist der Abschaum dieser Gegend. Und wenn er faucht, wird er gemein.
Das Schlechte ist in ihm vereinigt, und wenn sein Rachen Feuer speit, wird diesem Ungetüm bescheinigt: Er sei ein Ausgeburt der Zeit.
Er schnaubt gehässig, wenn wir sprechen. Gefürchtet ist sein Lachanfall. Das ist zwar kein Gewaltverbrechen. Doch sein Gemecker: überall.
Wir sollten uns zusammenschließen. Der Drachen steigert nur den Stress. Wir machen, vor dem Tränenfließen, dem Ungeheuer den Prozess.
Ein Rhinozeros
"Wir bauen uns ein Märchenschloss, umringt von einem Wassergraben." Verkündet ein Rhinozeros, "damit wir endlich Ruhe haben.
Geschützt sind wir vor jedem Feind. Vergeblich ist dann sein Bemühen. Und weil es aussichtslos erscheint, wird er entnervt von dannen ziehen.
Wir leben auf, das macht uns stark. Die Kinder können sich entfalten. Wir sind im höchsten Grad autark. Die Zukunft werden wir gestalten.
Gut abgeschirmt verpufft der Plan, uns hämisch in die Knie zu zwingen. Ein Widersacher schärft den Zahn, sein Kampfeinsatz wird ihm misslingen."
Sein Eheweib: selbst ein Koloss, verweigert sich und mahnt bescheiden. "Vergiss den Traum vom Märchenschloss, und hilf beim Essenzubereiten."
Ein alter Fuchs
Ein alter Fuchs erklärt den Kleinen: "Ich hoffe, ihr vergesst es nie. Die Sonne wird fast ewig scheinen und liefert täglich Energie.
Am Meer bläst eine steife Brise. Sogar im Flachland weht der Wind. Ein Windpark wächst auf einer Wiese, erfreut ist jedes Menschenkind.
Es wandert eine grüne Masse, gehäckselt wurde Mais und Gras. Schon ist ein Landwirt gut bei Kasse. Das Endprodukt ist Biogas.
Jedoch mit Öl ist nicht zu spaßen. Es ächzt und stöhnt das weite Meer. Denn bald sind alle Wasserstraßen, vom Fisch befreit und Plankton-leer.
Die Pfoten weg von Kernkraftwerken. Misshandelt bitte kein Atom. Als letztes wäre anzumerken: Erneuerbar sei jeder Strom."
Es ist so schwül. Die Affenhitze macht sich in jedem Zimmer breit. Sie treibt es heute auf die Spitze. Man schwitzt sogar im Adams-Kleid.
Man würde gern, zum Nordkap reisen. Geschlafen wird in einem Fjord. Dort lässt man die Gedanken kreisen an diesem unterkühlten Ort.
Die Phantasie kann etwas kühlen. Man nutzt sie gern zum Hausgebrauch. Nur Pflanzen können nicht mitfühlen, sie stehen auf den Wasserschlauch.
Gefragt sind Schatten und Getränke. Man schwört auf ein Geheimrezept. Im Park besetzt man Ruhebänke, die Kinder werden mitgeschleppt.
Jedoch auch dort ein Platz zum Schwitzen. Und jeder Parkbesetzer stöhnt. Nur ein Gewitter könnte nützen, dann sind wir mit der Welt versöhnt.
Glücksmomente
Ich denke oft an Glücksmomente, und dass der Topf zum Deckel passt. Vom Streiten und vom guten Ende, denn darauf war ich nicht gefasst.
Die Zärtlichkeiten sind ein Wunder, und jeder hat sie liebend gern. Schnell geht die Trübsal dabei unter. Sie ist veraltet und modern.
Ein liebes Wort wirkt wie ein Dünger. Man hört die Botschaft und blüht auf. Man fühlt sich dreißig Jahre jünger im weiteren Gesprächsverlauf.
Bewahre dich vor Herz-Versagen. Die Wirklichkeit ist kalt genug. Und fängst du an, dich zu beklagen, dann ist dein Handeln nicht sehr klug.
Es war einmal
Es lebte einst ein Krokodil am längsten Strom von Afrika. Das Jagen: nur ein Kinderspiel. Die Beute war zum Greifen nah.
Oft kamen Freunde zu Besuch, dann wurde festlich aufgetischt. Man fütterte das Gästebuch, Das Früher wurde aufgefrischt.
Die Lebensfreude hat getagt. Man kannte weder Streit noch Zank. Die Mühsal hatte nie geplagt. Und Allah galt der Erntedank.
Die Schere zwischen arm und reich, fand keinen Platz im Wüstensand. Der Wohlstand war für alle gleich. Das Münzen-zählen: unbekannt.
Doch Herrscher bauten einen Damm. Das Wasser wurde aufgestaut. Die Raffgier kämpfte um den Schlamm. Gebietsansprüche wurden laut.
Nun ist das Paradies zerstört, mit ihm ein guter Lebensstil. Der ganze Landstrich ist empört, darunter auch das Krokodil.
Das Wetter
Das Wetter bringt uns nun ins Schwitzen. Gefürchtet wird der Sonnenbrand. Man möchte nur im Schatten sitzen mit einem Radler in der Hand.
Die Kinder toben ausgelassen. Natürlich ist ein Ball im Spiel. Sie schlagen Flanken, werden passen. Ein strammer Schuss verfehlt sein Ziel.
Die kleinen Kinder backen Kuchen. Die Konditoren sind auf Zack. Doch keiner möchte ihn versuchen. Das ist nicht jedermanns Geschmack.
Viel lieber greift man zu Getränken. Die sind nicht immer eisgekühlt. Jedoch sie sind nicht wegzudenken, was jeder im Geheimen fühlt.
Die Sonne treibt uns in den Schatten. Dort wird die Schulter eingecremt. Man räkelt sich in Hängematten Die Geistesblitze sind gelähmt.
Geburtstagsfeier
Es lädt die nette Kranichdame den Stammtisch ein zu einem Fest. Gebraucht wird keine Leuchtreklame, weil jeder sich gern sehen lässt.
Verpönt sind alle Bierspelunken. Der Tagungsort ist erste Wahl. Es wird gefeiert und getrunken im angesagten Weinlokal.
Da bleiben keine Wünsche offen. Das ist gewollt und soll so sein. Die Stimmung steigt und alle hoffen, es gibt genügend Frankenwein.
Das Glück ist wirklich nicht zu fassen. Und Pech rückt in den Hintergrund. Man kann die Seele baumeln lassen. Und tief im Herzen geht es rund.
Wir prosten und es wird gegabelt. Die Speisekarte wird gecheckt. Vor siebzig Jahren abgenabelt. Nun zeigst du, was noch in dir steckt.
Nun schaut die nette Kranichdame zurück auf ihren Lebenslauf. Und Gudrun heißt ihr werter Name. Dann macht der Wirt die Rechnung auf.
Schwere Lasten
Ein Dromedar schleppt schwere Lasten. Es kennt sich in der Wüste aus. Und wenn sie in Oasen rasten, dann denkt es an sein Elternhaus.
Es pflückt die Datteln von den Palmen. Geschätzt wird dieser Hochgenuss. Es surt dabei die alten Psalmen, und frisst sich satt am Überfluss.
Im Schatten sitzt sein Beduine. Er rechnet hoch und ihm ist klar. Am besten macht man gute Miene mit einem Lasten-Dromedar.
Dann zieht die Karawane weiter. Und dabei schwankt das Wüstenschiff. Der Himmel lächelt und ist heiter. Die Wüste hat man voll im Griff.
Nach vielen Nacht- und Tagesreisen ist man erschöpft, und ist am Ziel. Dann wird man Allah, Dank erweisen. Er hatte seine Hand im Spiel.
Wattewolken
Ein Vogel fliegt durch Wattewolken. Sein Reiseziel: ein ferner Stern. Die Welt kann seinen Flug verfolgen. Zum Sponsor wird ein Bierkonzern.
Bald wird die Schwerkraft überwunden. Die Luft ist leider dünn gesät. Ein Ausweg wird sehr schnell gefunden. Er greift zum Sauerstoffgerät.
Die Welt nimmt teil am Abenteuer. Per Handy wird er interviewt. Er ist entflammt und voller Feuer. Und jeder hört: es geht ihm gut.
Von ihm zu schreiben, kommt in Mode. Beflügelt wird ein Journalist. Sein Wortspiel: eine Anektode. Doch sie erklärt, doch man vergisst.
Der Vogel hofft, es wird sich lohnen. Sein Traum im Weltall: meilenfern. Man schätzt es ab, es sind Millionen, erst dann erreicht er seinen Stern.
Umweltschmutz
Der Lärm dringt durch die Zimmerwände. Ein Nachbarkind haut auf den Putz. Ich wünsche mir, dass das bald ende. Denn Krach zählt auch zum Umweltschmutz.
Er flammt nicht ab. Es steigt der Pegel. Die Klopfgeräusche nehmen zu. Was denkt sich dieser freche Flegel, anscheinend kennt er kein Tabu.
Das Ganze geht mir an die Nieren. Es überfordert die Geduld. Und meine Nerven diskutieren. Sie weisen von sich jede Schuld.
Ich werde ihn zur Rede stellen. Denn angestaut ist meine Wut. Und im Gehirn, den grauen Zellen, den geht es absolut nicht gut.
Mein nächster Weg führt mich entschlossen zum Nachbar an die Wohnungstür. Verkündet wird den Zeitgenossen, ihr strapaziert mein jetzt und hier.
Wir wollen nur das Heim verschönen. Das produziert gewaltig Schmutz. Wir hauen, um das Werk zu krönen, mit einem Hammer den Verputz.
Wohlbefinden
Es geht uns gut. Wir dürfen hoffen. Das Glücksgefühl ist aufgewacht. Nun steht der siebte Himmel offen. Und überwunden wird die Nacht.
Ein Trauerkloß streicht seine Segel. Er ankert, wo der Frohsinn tagt. Er steckt sich an, das ist die Regel. Probleme werden abgehakt.
Das Leben krönt sich nun mit Sahne. Und der Geschmack wird abgecheckt. Der Himmel hisst die blaue Fahne. Ein Wolkenstau wird nicht entdeckt.
Wer Trübsal bläst, wird uns beneiden. Er findet sich im Hungerturm. Er kämpft mit sich und Schwierigkeiten, und er gerät in einen Sturm.
Ein Bach
Ein Bach mäandert durch die Wiesen, und schlängelt sich durch eine Stadt. Ein Flussbett wird ihm zugewiesen. Damit man nichts zu fürchten hat.
Er wird gespeist von vielen Quellen. Und jede murmelt Dialekt. Jedoch sie bieten den Forellen, den Laichplatz, rein und unbefleckt.
Es klappert die Getreidemühle. Der Bach setzt sich gekonnt zur Wehr. Er staut sich auf, und zeigt Gefühle. Entkräftet ist er hinterher.
Zuviel des Guten erntet Schaden. Bei wochenlanger Regenfront erklimmt der Bach die Barrikaden, und ufert aus zum Horizont.
Gefährlich sind die Wassermassen. Ein Sandsack macht bestimmt nichts wett. Wir werden dennoch nach ihm fassen. Das Ha-zwei-O will nur ins Bett.
Urlaub
Die Post geht ab am Palmenstrand. Man stürzt sich in die Fluten. Das Bleichgesicht wird braun gebrannt. Beliebt sind Angelruten.
Ein buntes Surfbrett tanzt im Meer. Es wogt auf Wassermassen. Die Seele paddelt hinterher, und kann sich baumeln lassen.
Ein Urlaubstag vergeht im Flug. Kaum steigt man aus den Betten, muss man nach einem Atemzug, sich in die Koje retten.
Man speist uns ab, und jeder trinkt fast bis zur Wassertiefe. Es kostet nichts, der Kater winkt, denn alles Inclusive.
Nach ein paar Wochen fliegen wir, zurück zum Land der Väter. Man fremdelt an der Wohnungstür. Das gibt sich - etwas später.
Die Wut
Die Wut springt an die Zimmerdecke. Dort gibt sie mir zu Protokoll: "Ich mache jede Sau zur Schnecke. Das Maß ist nun gestrichen voll."
Kein Staat kann mir den Mund verbieten. Ich sage laut, was Sache ist. Und bin erst dann mit mir zufrieden, wenn man die weiße Fahne hisst.
Es geht nicht an, dass Super-Reiche bevorzugt werden von der Macht. Doch das ist überall das Gleiche, weil eine Lobby überwacht.
Der kleine Mann bezahlt die Zeche. Die Euros werden abgezockt. Ich weiß genau wovon ich spreche. Die Politik hat es verbockt.
Da kann man linken oder rechten. Es bleibt nicht aus, der Strohhalm sinkt. So vieles wäre anzufechten, weil dieser Mist zum Himmel stinkt.
Ein Mastschwein
Der Bauer will sein Mastschwein schlachten. Die fette Sau ist ahnungslos. Er will ihr nach dem Leben trachten. Bald gibt er ihr den Gnadenstoß.
Er wetzt bereits die stumpfen Messer. Am Schlachttag sind sie sehr gefragt. Gewürfelt wird der Allesfresser. Und Knochen werden abgenagt.
Das geht dem Prachtstück an die Nieren. Es bettet sich im weichen Stroh. Bald wird es seinen Kopf verlieren. Sein Leben wird zum Risiko.
Es würde gerne Leine ziehen. Jedoch der Riegel fällt ins Schloss. Man hindert ihn daran zu fliehen. Und das bekümmert den Koloss.
Der Bauer bläst nun zur Attacke. Dadurch erlischt sein Lebensgeist. Sein Ringelschwanz, die Schweinebacke, die werden gut gewürzt verspeist.
Die Sonne
Die Sonne lächelt durch die Scheiben. Ich ziehe schnell den Vorhang zu. Sie soll gefälligst draußen bleiben. Mir graust vor einem Rendezvous.
Die Räume werden abgedunkelt. Die Zimmerluft ist aufgeheizt. Nur abends wenn das Weltall funkelt, wird nicht mit kühler Luft gegeizt.
Es fällt uns schwer, uns zu entfalten. Und jeder Handgriff eine Qual. Man möchte nur Siesta halten, fernab von einem Sonnenstrahl.
Nur Kinder haben ihre Freude. Im Schwimmbad ist die Hölle los. Man kühlt sich ab. Es tobt die Meute. Es geht heiß zu. Der Lärm ist groß.
Die Sonne lächelt durch die Scheiben. Dann wird es Zeit, der Vorhang fällt. Man zieht es vor, daheim zu bleiben, und wartet auf das Sternenzelt.
Am Südpol
Am Südpol trägt man nur Krawatte, und bügelt täglich seinen Frack. Die Fliege steht nicht zur Debatte, denn sie empört den Zeitgeschmack.
Von klein an impft man Pinguine. Die Propaganda wahrt den Schein. Krawatte trägt die Bretterbühne. Und jeder stimmt sich damit ein.
Nur ein paar pubertäre Knaben entschließen sich zum Widerstand. Doch weil sie keinen Rückhalt haben, erklärt man sie für hirnverbrannt.
Das stört sie nicht, sie revoluzzen. Sie untergraben die Moral. Und weil sie frech ihr Nest beschmutzen, spricht jeder, das ist ein Skandal.
Man watschelt heute oben ohne. Der Hals wird nicht mehr eingeengt. Sie fürchten keine Schießkanone, die an die alten Bräuche denkt.
Doch heutzutage kann man sehen, Krawatten, Fliegen sind verpönt. Ein Pinguin gibt zu verstehen, das haben wir uns abgewöhnt.
Regen
Der Regen prasselt auf die Dächer. Man flüchtet sich ins Warenhaus. Doch dadurch wird er auch nicht schwächer. Die Wolke weint sich bei uns aus.
Sie lässt sich Zeit. Nichts treibt zur Eile. Für viele ist sie fehl am Platz. Wer nachdenkt, dankt der langen Weile. Denn Wasser ist der größte Schatz.
Selbst Gold und reiche Ölvorkommen, sind doch im Grunde gar nichts wert. Zwar hat ein Konto zugenommen, doch die Natur wird ausgezehrt.
Selbst die, die flotte Sprüche klopfen, sind kleinlaut, ohne Argument. Ein Segen ist der Regentropfen, der keine Landesgrenzen kennt.
Es kommt dick
Es kommt oft dick, und was dir blüht, kann dir die Ruhe rauben. Das legt sich schnell auf dein Gemüt, dann musst du an dich glauben.
Das fällt nicht leicht, im Gegenteil, du kaust an harten Brocken. Doch in der Flucht besteht kein Heil, sei stolz und unerschrocken.
Oft ist es ein gewagtes Spiel, doch du musst zu dir halten. Denn viele haben nur zum Ziel, dein Handeln auszuschalten.
Nicht jeder meint es mit dir gut. Man zeigt zwar weiße Zähne. Sei bitte dennoch auf der Hut, sie schmieden dunkle Pläne.
Du weißt genau, wer zu dir hält. Und sei dir stets im Klaren. Es gibt nicht nur die heile Welt. Es lauern auch Gefahren.
Der Uhu
Der Uhu sucht die Lesebrille. Die Tageszeitung: klein-gedruckt. Er schaut sich um in aller Stille, weil es in seinen Flügeln juckt.
Nun schmiedet er Durchsuchungspläne. Und forscht zunächst im Wohnbereich. Der Misserfolg zeigt seine Zähne, und sein Gesicht ist kreidebleich.
Durchforstet werden Nachbaräste. Das ist bestimmt nicht hirnverbrannt. Er fragt auch alle Vogelgäste, doch das verlief bisher im Sand.
Er weiß nicht ein, und weiß nicht weiter. Zu Ende ist sein Schullatein. Denn alles was er tut ist leider, nur wie ein Tropfen auf den Stein.
Die Hoffnung ist nur eine Phrase. Doch leer: das Brillenetui. Das Prachtstück sitzt auf seiner Nase, und jedes Auge führt Regie.
Verbrecher
In vielen Staaten sind Verbrecher mit volkeswille an der Macht. Sie nutzen den Regierungssprecher, schnell werden Lügen angedacht.
Denn keiner will im Unrecht schmoren. Die Westen strahlen blütenweiß. Vergangenes wird kahlgeschoren, denn alles kostet seinen Preis.
Was einst geschah wird Anektode. Der Gauner wird zu einem Held. Der Wahrheitsfeind kommt schnell in Mode. Das Volk beklatscht die heile Welt.
Ein Nichtsnutz wird zum Staatsminister. Die Untertanen sind entzückt. Er denkt an sich und die Geschwister. Ein Misston wird im Keim erstickt.
Die Herrscher greifen nach dem Becher. Man predigt Wasser und trinkt Wein. Wer das nicht tut, wird zum Verbrecher. Und gnadenlos locht man ihn ein.
Ein Kompromiss
Ich möchte gerne bei dir bleiben. Doch zwischen uns: Ein Hindernis. Das sollten wir sofort vertreiben, am besten hilft ein Kompromiss.
Das heißt vor allem, Unkraut jäten. Es wuchert wild im Blumenbeet. Man sieht, es platzt aus allen Nähten, und morgen ist es schon zu spät.
Der Blick auf den Gemüsegarten, ist leider nur noch Schall und Rauch. Das war nicht anders zu erwarten. Die Pflanzen stehen auf dem Schlauch.
Das Ganze können wir noch retten. Dein Du, mein Ich, die sind gefragt. Ich möchte eins zu tausend wetten, die dunkle Wolke wird verjagt.
Dann schwimmt die Liebe wieder oben. Wir sind nicht länger ausgebrannt. Wir müssen keinen Aufstand proben, und schlendern wieder Hand-in-Hand.
Die Unvernunft
Gelockert sind doch deine Schrauben. Und tassenlos dein Küchenschrank. Das ist doch einfach: Nicht zu glauben. Und deine Nerven liegen blank.
Das Wasser steht dir bis zum Kragen. Dein großes Mundwerk schimpft und mault. Und mangelhaft ist dein Betragen. Ein guter Geist wird schnell vergrault.
Du brüstest dich, nicht viel zu wissen. Dein Argument ist deine Faust. Dir fehlen häufig Leckerbissen. Du liebst den Affen, der dich laust.
Du weigerst dich, klein beizugeben. Und setzt auf deine Unvernunft. Und bietest huldvoll und ergeben, dem Teufel eine Unterkunft.
Doch was dir fehlt: ein blasser Schimmer. Wer hat dir den Verstand geraubt? Denn alle Tage wirst du dümmer, als es die Polizei erlaubt.
Urlaubspläne
Ein Elefant hat Urlaubspläne. Er träumt sich an das Mittelmeer. Sein holdes Weib macht eine Szene. Die Argumente wiegen schwer.
"Dein guter Geist hat dich verlassen. Und was du vorhast: Ein Skandal. Die Unvernunft lässt sich nicht fassen, vor allem fehlt das Kapital.
Du willst doch nicht die Zeche prellen. Ein Elefant steht in der Pflicht. Du darfst dich nicht ins Abseits stellen. Denn sonst verlierst du dein Gesicht."
"Dein Einwand: aus der Luft gegriffen. Sei bitte fair und lass es sein. Ich sehne mich nach Segelschiffen. Mein Kapital heißt Elfenbein."
Eine Krise
Die Liebe steckt in einer Krise. Gefährlich: die Gewitterfront. Der Wind wird eine steife Brise. Und düster ist der Horizont.
Gedankenwelten sind erschüttert. Das Herz ruft auf zum Bummelstreik. Der Schmetterling wird nicht gefüttert, und kommt auf keinen grünen Zweig.
Gestrauchelt sind die Bauchgefühle. Das Band der Freundschaft wird gekappt. Es dämmert und die Abendkühle zeigt sich bedeckt und eingeschnappt.
Nun hat die Liebe Atempause, und langsam schleicht sie sich davon. Sie ist nicht mehr bei mir Zuhause. Kein Herz-zu-Herz am Telefon.
Durch dick und dünn
Du hast mich schamlos abgezockt in den diversen Kneipen. Und dennoch hat mein Herz frohlockt. Es wollte bei dir bleiben.
Ich ging mit dir durch dick und dünn. Du warst mir lieb und 'teuer'. Die Zweisamkeit macht keinen Sinn. Erloschen ist das Feuer.
Es führt kein Weg zu dir zurück. Du kannst mich nicht mehr blenden. Im Argen liegt das Liebesglück. Ich werde es beenden.
Bald ist dein Name Schall und Rauch. Er kommt nicht mehr in Mode. Denn mir fehlt das Gefühl im Bauch. Du wirst zur Anektode.
Ein Blick zurück ist angedacht. Die Liebe musste kentern. Du hast dich aus dem Staub gemacht. Daran will ich nichts ändern.
Ein Vogel
Ein Vogel hat die Hitze satt. Er duscht fast stündlich sein Gefieder. Der Asphalt in der Innenstadt erhitzt den Geist und die Gemüter.
Vor Jahren hat er sehr geschwärmt von Stadtluft und von Imbiss-Bude. Ihm war egal, dass es dort lärmt. Er sah in allem nur das Gute.
Doch heute ist er abgeklärt. Er kennt die dunklen Schattenseiten, und vieles ist nicht liebenswert. Um einen Big Mäc muss er streiten.
Er sehnt sich in sein Vaterhaus. Mit keinem hat er das besprochen. Er weiß nicht ein, er weiß nicht aus. Denn der Kontakt ist abgebrochen.
Fern von daheim, entsteht kein Glück. Er möchte wieder zu sich kommen. Den weiten Weg fliegt er zurück. Dort wird er herzlich aufgenommen.
Die Wespe
Die Wespe sucht nach Leckerbissen. Der Misserfolg wird garantiert. Denn Bienen haben dienstbeflissen, den süßen Nektar einkassiert.
Nun stürzt sie sich auf Limonade, auf Coca-Cola eisgekühlt. Sie wird verscheucht, und das ist schade. Oft wird ihr übel mitgespielt.
Sie lässt sich aber nicht beirren und hält an ihren Plänen fest. Sie will zu Futterplätzen schwirren. Nur Regen zwingt zum Hausarrest.
Ihr Optimismus schlägt ins Leere. Denn jede Nahrung: abgeräumt. Schnell überdenkt sie die Misere. Für heute hat sie ausgeträumt.
Sie gibt nicht auf und will beweisen. Sie kennt sich aus und wird sofort, in einen sauren Apfel beißen, Denn furchtbar viele sind vor Ort.
Zukunftspläne
Gescheitert: meine Zukunftspläne. Denn es kam anders als gedacht. Und deshalb hat sich eine Träne ganz leise auf den Weg gemacht.
Ich möchte mich dagegen wehren, Jedoch die Aussicht ist gering. Ich kann mir einfach nicht erklären, wie meine Hoffnung baden ging.
Den Tiefschlag muss mein Herz verkraften. Bald fange ich von vorne an. Denn ungezählte Leidenschaften, die stehen nicht mehr ihren Mann.
Mit allem bin ich unzufrieden. Und das verfolgt mich jeden Tag. Das Leben hat doch mehr zu bieten, als einen schweren Schicksalsschlag.
Ich möchte in der Sonne parken. Der Regen peitscht in mein Gesicht. Ich zähle mich nicht zu den Starken. Denn ich bin nur ein Leichtgewicht.
Flötentöne
Was sind denn das für Flötentöne? Sie klingen schrill und abgehackt. Zum Teufel geht das Wunderschöne. Es fehlt der Anstand und der Takt.
Vor allem schwankt die Stimmungslage. Ein Kauderwelsch aus Dur und Moll. Der Auftakt stellt sich selbst in Frage. Doch manche sind des Lobes voll.
Mir geht das Ganze an die Nieren. Ich wünsche mir: Es ist bald Schluss. Ich werde den Verstand verlieren bei diesem schrägen Kunstgenuss.
Auf das Piano folgt ein Forte. Den Taktstock schwingt der Dirigent. Und dabei fehlen mir die Worte. Wird das ein neuer Modetrend?
Und während die Gedanken kreisen, schleicht sich ein Künstler schnell davon. Denn ihm ist nicht das Glück verheißen. Man kritisiert den Flötenton.
Es fällt mir schwer
Es fällt mir schwer an dich zu glauben. Dein Handeln: äußerst kriminell. Du suchst das Gute abzustauben. Was sich bewährt ist ein Modell.
Ich möchte nicht den Dummy spielen. Das wäre falsch und grundverkehrt. Doch das gehört zu deinen Zielen und sie sind kein Gedanke wert.
Ein Teufel hat dich wohl geritten. Ich hege leise den Verdacht. Du pfeifst auf alle guten Sitten. Denn das hat dir Erfolg gebracht.
Du hoffst, ich liege in den Seilen. Doch jede Zelle stellt sich quer. Du wirst dich ganz erfolglos stylen. Und das erkennst du hinterher.
Ich hatte einst für dich Gefühle. Nun weiß ich nicht, was Sache ist. Du produzierst nur deine Ziele. Wir stecken im Beziehungsmist.
Leider
Von dir ist nichts mehr zu erwarten. Du hast bewusst den Traum zerstört. Nun spielst du mit gezinkten Karten. Mein Herz denkt, das ist unerhört.
Einst waren wir wie Turteltauben. Beglückt, begeistert, liebestoll. Ich kann nicht länger an dich glauben. Ich habe nun die Schnauze voll.
Die Jahre sind ins Land gegangen. Statt Liebe suchten wir den Streit. Ganz harmlos hat es angefangen. Die Herzen haben sich entzweit.
Ein Sprung ist in der Blumenvase. Wir finden uns im Burgverlies. Die Träume fielen auf die Nase. Verschlossen wird das Paradies.
In Sachen Liebe
Es geht heiß zu in Sachen Liebe. Doch manchmal ist sie unterkühlt. Dann treibt sie nur noch Wassertriebe. Und ihr wird übel mitgespielt.
Sehr schnell vergeht ihr dann das Lachen. Gefühle lagert man auf Eis. Der Schatz entpuppt sich nun als Drachen. Wie jeder aus Erfahrung weiß.
Geschmiedet werden Rachepläne. Im Mittelpunkt steht der Konflikt. Dem Gegner zeigt man seine Zähne. Weshalb er fürchterlich erschrickt.
Wir nehmen Maß und wir verletzen. Wir treffen. Und das Herz wird wund. Das kommt vom Auseinandersetzen, es flegelt frech der Lästermund.
Die Zweisamkeit stellt man in Frage. Die Argumente sind verhallt. Das führt zu einer Niederlage Dann machen wir die Liebe kalt.
Lücken
Du fällst mir schamlos in den Rücken. Was uns bewegt, posaunst du aus. Doch die Geschichten haben Lücken. Sie schielen nur nach dem Applaus.
Mit dir sind deine Frauen einig. Sie pfeifen auf den Hintergrund. Das wäre ihnen viel zu steinig. Sie halten deshalb ihren Mund.
Ich käme damit gut zu Rande. Vernichtend ist ihr Kommentar. Und nach zwei Schoppen wird die Bande zu einer lästigen Gefahr.
Sie hinterfotzen ohne Ende. Natürlich sind sie weinbeseelt. Und was sie sagen, das spricht Bände. Sie haben dabei laut krakeelt.
Du zählst wie immer auf die Frauen. Du schaltest dein Gehirn nicht ein. Und grenzenlos ist dein Vertrauen. Nun stehst du mutterlos allein.
Aus dem letzten Loch
Wir pfeifen aus dem letzten Loch und sind in Schwierigkeiten. Wir tragen schwer an diesem Joch und sind nicht zu beneiden.
Das Glück schreibt einen Abschiedsbrief. Es will sich von uns trennen. Und alle Träume laufen schief, weil sie ins Unglück rennen.
Natürlich sind wir angenervt. Die Aussicht ist besch... Die Lage wird sogar verschärft und peinigt das Gewissen.
Uns fehlt ein gut gemeinter Rat, wir treten auf der Stelle. Und suchen einen heißen Draht für alle Zwischenfälle.
Dann raffen wir uns endlich auf. Und zeigen unsre Zähne. Chaotisch wird der Lebenslauf und alle Zukunftspläne.
Ein Esel
Ein Esel hat die Faxen satt. Man will ihn hintergehen. Der Vorgang findet täglich statt. Er kann es nicht verstehen.
Man hat Gefühle nur gespielt und auf ihm rumgetrampelt. Das hat ihn tierisch aufgewühlt. Er hat sich frei gestrampelt.
Er pfeift auf jeden Liebesschwur. Das führt zu Sorgenfalten. Er blökt: Iah, und möchte nur sich selber schadlos halten.
Er ist allein und unbeweibt. Er möchte sich gern binden. Und wenn er sein Gefühl beschreibt, wird er den Himmel finden.
Es liegt ihm nichts an Gut und Geld. Das kann er leicht verschmerzen. Er träumt von einer heilen Welt, und das geht ihm zu Herzen.
Der Gockel
Der Gockel herrscht im Hühnerstall. Die Hennen sind die Untertanen. Sie fügen sich in jedem Fall, und würden nie den Umsturz planen.
Gemeinsam gackern sie im Chor, teils angepasst und teils verwegen. Doch manche möchten, das kommt vor, dem Hoftyrann das Handwerk legen.
Wie aus dem Nichts kam die Revolte. Auf Transparenten stand der Satz. Dass er sich schleunigst ändern sollte. Sonst wäre er nur fehl am Platz.
Man forderte geheime Wahlen. Denn schließlich sei man Demokrat. Dann kürten sie, und sie empfahlen, ein Huhn zum Spitzenkandidat.
Es kam zur Wahl und zur Entscheidung. Die Mehrheit kreuzt den bunten Hahn. Und tags darauf stand in der Zeitung: Der Gockel hat nun freie Bahn.
Grenzen
Alles hat bekanntlich Grenzen. Jede Lüge wird durchschaut. Und dann zieht man Konsequenzen. Plötzlich wird ein Schimpfwort laut.
Manchmal ist es nicht zu fassen. Die Gefühle feiern krank. Und dann fliegen Untertassen, frisch gepflückt vom Küchenschrank.
Jedem Unrat wird gekontert. Und ein dummes Argument wird entschlossen ausgesondert, denn es stört das Happy End.
Häufig erntest du nur Schaden. Dennoch zeigst du viel Geduld. Doch ich möchte dich beraten: Weise von dir alle Schuld.
Werde nicht zum Prügelknaben. Sonst verlierst du dein Gesicht. Das wird sicher Folgen haben. Schnell wirst du zum Bösewicht.
Ein Spatz
Ein Spatz sitzt in der Regenrinne. Es flutet der Berufsverkehr. Der Krach umnebelt seine Sinne. Er ist genervt und leidet sehr.
Die laute Rost- und Blechlawine geht ihm gehörig auf den Geist. Das stresst tagtäglich seine Miene. Wie auch sein Spiegelbild beweist.
Ob Ampeln oder Zebrastreifen die Luftverpester nehmen zu. Dort quietschen oft die Autoreifen. Die Fahrer kennen kein tabu.
Der Spatz will seine Ohren schützen. Denn er befürchtet, das macht krank. Er denkt zunächst an Pudelmützen, ein Mundschutz stoppt Benzin-Gestank.
Er flattert in die Apotheke. Dort liegt ein Mundschutz griffbereit. Er wandert weiter seiner Wege. Für Ohrenschützer wird er fündig, wenn es aus allen Wolken schneit.
Offene Rechnung
Ich möchte nicht mehr zu dir passen. Du hast mich viel zu lang gelenkt. Die Finger will ich von dir lassen. Denn du hast mein Gefühl gekränkt.
Noch steht die große Rechnung offen. Ich denke dabei nicht an Geld. Du hast gezielt und mich getroffen mit deiner kleinkarierten Welt.
Ich will nicht länger auf dich bauen. Natürlich schmerzt der Trennungsstrich. Was völlig fehlt, schimpft sich Vertrauen. Es geht mir besser: ohne dich.
Verschwinde nun aus meinem Leben. Weil der Geduld der Faden reißt. Dein Sinnen, Trachten und Bestreben, geht mir gehörig auf den Geist.
Träume
Träume lassen sich nicht halten. Wir verlieren ihre Spur. Ungezählt sind Gletscherspalten, und man bricht den Liebesschwur.
Kummer wächst auf allen Wegen. Eine kleine Träne rollt. Dein Gefühl steht dann im Regen. Und ein Herzgewitter grollt.
Es misslingt sich aufzubäumen. Lieblos geht man durch den Tag. Auch das Herz vergisst zu träumen. Denn befristet der Vertrag.
Anfangs möchte man sich wehren. Und man klagt, das darf nicht sein. Doch dein Herz wird dir erklären: Leite schnell die Trennung ein.
Das wird ein paar Nerven kosten. Jedes Schimpfwort rastet aus. Und die Liebe räumt den Posten. Sie verlässt das Schneckenhaus.
Urlaubsreise
Ein Elefant geht auf die Reise. Den Alltagstrott lässt er zurück. Besonnen zieht er seine Kreise und in der Ferne winkt das Glück.
Ihn lähmt nicht mehr der Streit von gestern. Das Thema hat er abgehakt. Es gäbe Gründe laut zu lästern. Doch jedes Schimpfwort wird verjagt.
Er widmet sich nur noch dem Schönen. Den Frohsinn hat er im Visier. Und daran will er sich gewöhnen. Der Himmel öffnet ihm die Tür.
Es wäre Zeit, um heimzukehren. Doch plötzlich fasst er den Entschluss, sich in der Fremde zu ernähren, als Zugtier für den Linienbus.
Vereitelt werden seine Pläne. Und manche lächeln schadenfroh. Dann setzt er sich gekonnt in Szene, und heuert an in einem Zoo.
Zu verkaufen
Schmetterlinge zu verkaufen. Gut genährt und pflegeleicht. Denn mein Herz: ein Scherbenhaufen. Die Gefühle: aufgeweicht.
Kostengünstig abzugeben. Alle nur aus erster Hand. Sie verschönen jedes Leben. Nebenwirkung: unbekannt.
Nicht mehr jung, doch baucherfahren. Sturmerprobt und stressgewohnt. In den zähen Ehejahren haben sie sich nie geschont.
Heute sind wir längst geschieden. Jeder Schmetterling im Bauch hat zwar seinen Seelenfrieden, Doch sie stehen auf dem Schlauch.
Die Bürger
Die Bürger wollen mitgestalten. Und ein Projekt beschäftigt sie. Der Staat wird sie zum Narren halten. Sie dienen nur als Stimmenvieh.
Wer mitdenkt, geht wie immer baden. Die Wasserwerfer greifen an. Dann steigt man auf die Barrikaden. Die Ordnungsmacht steht ihren Mann.
Es geht nicht mehr um Argumente. Im Grunde zählt allein die Macht. Das nimmt bestimmt kein gutes Ende. Bestätigt hat sich der Verdacht.
Den Unmut zeigen Demonstranten. Sie sind der Wahrheit auf der Spur. Man stuft sie ab zu Querulanten. Ein Abbild einer Diktatur.
Die Bürger wollen mitgestalten. Anscheinend hält man sie für dumm. Sie sollen brav die Schnauze halten. Sie dienen nur als Publikum.
Ein Sommertag
Ein Sommertag schaut auf die Uhr. Bald ist es Zeit zu dämmern. Das Licht geht aus in der Natur. Der Specht hört auf zu hämmern.
Das Tagwerk ist gottlob geschafft. Man gönnt sich eine Pause. Die Pflichten setzt man außer Kraft, und jeder strömt nach Hause.
Die gute Hälfte deckt den Tisch. Es riecht nach kaltem Braten. Die Körner-Brötchen: ofenfrisch. Und knackig die Tomaten.
Man legt sich auf die faule Haut. Und schaut noch in die Ferne. Ein Jüngling streichelt seine Braut, vom Himmel holt er Sterne.
Das wird es wohl gewesen sein. Ein Kind fängt an zu heulen, es muss ins Bett, denn es ist klein. Die Nacht gehört den Eulen.
Ein Känguru
Es gäbe vieles zu berichten von einem flotten Känguru. Zum Beispiel seine Herzgeschichten, doch dieses Thema ist tabu.
Die große Liebe kam abhanden. Sechs Jahre war sie zu Besuch. Dann hat man sich nicht mehr verstanden. So schreibt ein Blatt im Tagebuch.
Und deshalb holpern Glücksgefühle. Kommt einer seinem Herzen nah, Dann flüchtet es in Rollenspiele. Und das Gespräch: Ein bla-bla-bla.
Doch gestern fiel es aus den Wolken. Noch heute schmerzt sein Hinterteil. Denn dieser Aufprall hatte Folgen, getroffen hatte Amors Pfeil.
In die Jahre
Ein Elefant kommt in die Jahre. Der dichte Dschungel schaut ihm zu. Gefragt ist alles Wunderbare und eine Elefantenkuh.
Er träumt und schmiedet Zukunftspläne. Die Wirklichkeit holt ihn zurück. Und viel zu oft, kränkt die Migräne. Das fördert nicht sein Lebensglück.
Er flüchtet in das Land der Träume. Dort werden seine Wünsche wahr. 'Ich liebe dich' schnitzt er in Bäume. An wen er denkt, ist keinem klar.
Dann wacht er auf, und führt die Herde, durch Niemandsland zum nächsten Fluss. Und alle folgen seiner Fährte. Er erntet mehr als einen Kuss.
Sofort erwachen die Gefühle. Es kribbelt bis ins Elfenbein. Urplötzlich warten neue Ziele. Er will nicht länger einsam sein.
In Frage
Du stellst den Himmel nicht in Frage. Denn du bist gläubig. Und ein Christ. Du bist fast immer Herr der Lage, weil du mit deinem Herzen misst.
Du bist ein Freund der zehn Gebote. Sie zu befolgen ist dein Ziel. Für viele sind sie Anekdote. Die Dummheit hat die Hand im Spiel.
Es bleibt nicht aus, auch du wirst scheitern. Du spürst dein Glaube wetzt sich ab. Den Horizont willst du erweitern, du bildest einen Krisenstab.
Dann treiben die Gedanken Blüten. Das Hirngespinst wird nicht verjagt. Du musst dich deshalb vor ihm hüten. Weil sonst dein Nervenkleid versagt.
Du darfst dich gerne zu mir setzen. Ich finde, du bist erste Wahl. Es liegt dir fern, mich zu verletzen, denn du hast Anstand und Moral.
In Schwierigkeiten
Die Spitzmaus steckt in Schwierigkeiten. Ihr Freund schrieb einen Abschieds-Brief. Statt Liebe blühen Schattenseiten, und bunte Träume laufen schief.
Sie möchte ihn zurückgewinnen. Gedanken drehen sich im Kreis. Dem Schicksal kann sie nicht entrinnen. Ihr Aufenthalt: Ein Abstellgleis.
Sie würde liebend gern erfahren, was ihn bedrückt, und ihn bewegt. Sie kennen sich seit ein paar Jahren gemeinsam wurde Glück gepflegt.
Nun ist die Liebe stark verwildert. Das Unkraut nimmt schon überhand. Und wenn sie ihren Zustand schildert, gerät sie außer Rand und Band.
Noch keimt die Hoffnung, tief im Herzen. Doch morgen herrscht dort Parkverbot. Es gibt so vieles zu verschmerzen, wenn ein Gefühl zu kentern droht.
Ein Maulwurf
Ein Maulwurf lebt im Untergrund. Dort kommt er in die Gänge. Er stößt sich nicht die Ohren wund, denn nirgends Bohrgestänge.
Er legt viel Wert auf Handarbeit. Sein ganzer Stolz: Sein Stollen. Dass es gelingt, das kostet Zeit. Er schöpft stets aus dem Vollen.
Sein Vater hat ihm beigebracht, zunächst im kleinen Rahmen, wie man das Baggern richtig macht. Sein Ziel: ihm nachzuahmen.
Gewissenhaft pflegt er den Brauch. Nun ist er selbst ein Meister. Doch manchmal steht er auf dem Schlauch, dann denkt er: Scheibenkleister.
Er buddelt stolz und selbstbewusst, und das verleiht ihm Flügel. Doch manche haben keine Lust auf einen Maulwurfshügel.
Der Umzug
Es stapeln sich die Umzugskisten. Sie nehmen Platz im Treppenflur. Der Vorsatz: Endlich auszumisten, erlebte keine Konjunktur.
Gepackt sind alle sieben Sachen. Die Pflanzen und das Katzenklo. Man wird erst später saubermachen. Es führt der Weg nach nirgendwo.
Der Ausflug überschreitet Grenzen. Gelöst wird ein geknüpftes Band. Das Leben zog die Konsequenzen. Das Ziel ist das gelobte Land.
Doch vorher warten die Beschwerden. Gemeinsam gehen wir ans Werk. Bald wird die Katze heimisch werden. Sie spielt schon mit dem Gartenzwerg.
Es dauert sicher ein paar Wochen, dann ist der größte Kram verräumt. Was gestern war, wird nicht besprochen. Die Seele schwingt sich auf und träumt.
Ein Kater
Ein Kater findet keine Katze. Er schnurrt allein auf der Matratze. Und träumt von Liebe und von Lust. Doch wenn er aufwacht, schiebt er Frust.
Sein Spiegel sagt: Du bist nicht hässlich. Und dein Charakter ist verlässlich. Es fehlt dir auch nicht an Verstand. Nur selten bist du hirnverbrannt.
Legst du dein Können auf die Waage. Dann stellt sich keine Zwischenfrage. Und jeder spürt, was in dir steckt. Du zeigst Humor und Intellekt.
Und dennoch hast du Herzprobleme. Dein Alter rät zur Faltencreme. Du weigerst dich und lässt es sein. Auf diesen Deal fällst du nicht rein.
Ein Kater findet keine Katze. Er schnurrt allein auf der Matratze. Nun schreibt er in sein Tagebuch. Geplant ist ein Bordell-Besuch.
Kultiviert
Die 'kultivierte' Menschheit steuert mit Volldampf in den Wassergraben. Die Dummheit wurde angeheuert, das wird bestimmt ein Nachspiel haben.
Zum Schaden wird es für die Kinder. Probleme werden aufgeschaukelt. Geadelt wird ein Umweltsünder. Den Bürgern wird was vorgegaukelt.
Dagegen kann sich keiner wehren. Da scheitern selbst die Wissenschaften. Die Brötchengeber wird man ehren. Das Stimmenvieh muss es verkraften.
So viele Dinge sind zum Schreien. Es mehren sich die Demonstranten. Und die Verzweiflung kann gedeihen. Sie werden meistens missverstanden.
Ein Teil steigt auf die Barrikaden. Verlesen wird dann die Erklärung: 'Hört auf damit, es wird euch schaden. Das schreibt die Rechtsbehelfsbelehrung.'
Ein Sommertag
Zu Ende geht ein Sommertag. Die Arbeit: überstanden. Man widmet sich, was jeder mag, bei seinem Traum zu landen.
Die Blume schließt ihr Blütenblatt. Und möchte in-sich-gehen. Denn jeder weiß, sie hat es satt, noch besser auszusehen.
Ein heißer Tag hat abgekühlt. Im Weltall blinzeln Sterne. Dann werden Träume aufgewühlt beim Schein der Hoflaterne.
Trotz allem kommt die Welt ins Lot. Schon schlummern Arbeitssklaven. Das Schreckgespenst hat Hausverbot, und die Dornröschen schlafen.
Vor Torschluss
Die Schotten dicht und ab nach Hause. Der Stechuhr gilt mein letzter Gang. Die Arbeit ruht, nun macht sie Pause. Geradelt wird am Main entlang.
Da gibt es vieles zu entdecken, das hohe Schilf, die Entenschar und Küken spielen gern verstecken. Ihr Anblick: traumhaft, wunderbar.
Der Alltagstrott wird schnell vergessen. Die Seele schwingt sich auf und blüht. Und mit ihr ist gut 'Kirschen essen'. Darüber freut sich mein Gemüt.
Die Ruhebank lädt ein zum Rasten. Gestiftet hat sie ein Konzern. Ich fange an, sie zu belasten. Auf diesem Holz sitzt jeder gern.
Dort lausche ich den Vogelchören. Und himmlisch, wenn die Grille grillt. Denn es macht Spaß ihr zuzuhören. Ihr Ton passt gut ins Landschaftsbild.
Ferienzeit
Die Ferienzeit ist nun verblüht. Und morgens ist es kühler. Es ruft die Pflicht, und jeder sieht die Gassen voller Schüler.
Im Ranzen parkt das Pausenbrot, belegt mit rohem Schinken. Und wenn ein Hungeranfall droht, wird man im Keim 'ertrinken'.
Der Schulhof ist nicht mehr verwaist. Man tobt und lärmt, wie immer. Die Glocke bimmelt, und das heißt: Marsch, marsch ins Klassenzimmer.
Der Lehrer wird zur Leitfigur. Wer kann, schreibt gute Noten. Und geht die Klasse in Klausur, ist schwätzen streng verboten.
Der Stundenplan ist aufgezehrt. Die Mädchen und die Knaben sind etwas klüger heimgekehrt. Es warten Hausaufgaben.
Abschied
Die Liebe weint. Sie macht sich rar. Die Bauchgefühle streiken. Bis gestern war sie wunderbar. Was wird, das wird sich zeigen.
Der Herzschlag lächelt nun verkrampft. Im Hirn wächst die Blockade. Der Liebesschwur wird eingestampft. Er findet keine Gnade.
Das ganze hat sich angebahnt, es war vorauszusehen. Die Zeichen haben laut gemahnt. Ich wollte nicht verstehen.
Die Liebe stürzt ins Rettungs-Boot. Jedoch das wird nichts ändern. Vom Untergang ist sie bedroht. Und morgen wird sie kentern.
Sie hat mir lange gut getan. Der Wind wird sie vertreiben. Ich denke nach und fange an, den Abschiedsbrief zu schreiben.
Das Alter
Das Leben hat noch viel zu bieten. Das Alter ist doch sekundär. Gefragt ist nur der Seelenfrieden. Und alle watscheln hinterher.
Ein Lächeln wird zur Morgensonne. Ich tauche ein in tiefes Glück. Und bade in der Regentonne. Und fühle deinen Augen-Blick.
Die Bauchgefühle möchten tanzen. Und jeder Nerv empfängt Musik. Das stört im großen und im ganzen bestimmt nicht die Pauschalkritik.
Nach Torschluss habe ich Bedenken. Mein Übermut wird plötzlich klein. Du willst mir deine Jugend schenken. Das imponiert mir ungemein.
Doch eines Tages wirst du gehen. Von mir bekommst du freie Fahrt. Und was du tust, kann ich verstehen. Im heute lebt die Gegenwart.
Der alte Kaktus
Ein alter Kaktus möchte blühen. Und deshalb tankt er Sonnenschein. Er ist sehr emsig im Bemühen. Und was er wünscht, das stellt sich ein.
Als Heimat dient die Steinterrasse. Sein Hausherr gießt mit Ha-zwei-O. Wieviel davon, das überlasse ich immer seinem Risiko.
Doch heute kenne ich kein Halten. Ich zeige meine Blütenpracht. Sie darf sich ungehemmt entfalten. Und keiner hätte das gedacht.
Der alte Kaktus kann beweisen. Er ist noch immer eine Zier. Er zählt zwar schon zum alten Eisen, doch er behauptet sein Revier.
Keine heile Welt
Wir finden keine heile Welt. Das Leben: voller Dornen. Es gilt, auch wenn es uns missfällt, sich selber anzuspornen.
Dem Glück fehlt häufig etwas Zeit, den Frohsinn aufzuwecken. Dann findet uns die Traurigkeit. Selbst in den Waldverstecken.
So vieles läuft bekanntlich schief. Das Pech liegt auf der Lauer. Wir wären, meint der Konjunktiv, am liebsten nicht mehr sauer.
Gesucht wird immer nach dem Sinn. Wir ernten einen Schaden. Genervt geht man durch dick und dünn. Es reißt der rote Faden.
Doch manchmal sind wir hoch entzückt. Es munden süße Trauben. Weil jeder Handschlag sitzt und glückt. Wir können es kaum glauben.
Eine Krankheit
Die Ehefrau ist angeschlagen, die Nase läuft, das Kopfweh brummt. Und sie beklagt den flauen Magen. Doch hinterher ist sie verstummt.
Sie gräbt sich ein in Daunendecken. Und nimmt das Kissen in den Arm. Sie will sich vor der Welt verstecken. Und außerdem im Bett ist's warm.
Sie lässt sich leider nicht bewegen zu Buttertoast und weichem Ei. Denn sie beliebt sich 'flachzulegen'. Ein Frühstück ist ihr einerlei.
Es lockt sie nichts aus ihren Federn. Die Krankheit legt sie völlig lahm. Sie lässt sich von Symptomen rädern, und weiß nicht, wie es dazu kam.
Jetzt kann sie nur der Hausarzt retten. Er hört sie ab, belauscht das Weh. "Am besten helfen Schmerztabletten und heißer Lindenblütentee."
Noch zu früh
Zum Jubeln ist es noch zu früh. Wir müssen wohl ein Weilchen warten. Noch immer fährt der Winter Ski. Der Meister Lenz hat schlechte Karten.
Im Flachland schmilzt die Winterpracht. Der Schneemann kippt aus seinen Latschen. Man kann schon wieder, unbedacht, auf schneebefreiten Straßen tratschen.
Den Schlitten bunkert man im Haus. Gefettet werden seine Kufen. Die Pudelmütze zieht man aus. Das kommt den Kindern wie gerufen.
Schneeglöckchen wachsen in das Licht. Vereinzelt blüht der bunte Krokus. Er zeigt ein Feiertagsgesicht, und jeden freut der Hokuspokus.
Die lange Unterhose schwitzt. Jedoch es droht ein Winter-einbruch. Die Sache ist noch nicht geritzt. Das stört uns leider wie ein Beinbruch.
Warten
Ich warte auf die Vogellieder. Die Ohren sind schon auf Empfang. Es kommt der Tag, dann pfeift man wieder von Sonnenauf- bis -untergang.
Dann singt man mich in meinen Morgen. An jedem Tag ein neues Lied. Getröstet werden Alltagssorgen. Ich wünsche, dass es bald geschieht.
Dann wird die Sonne wieder wärmen. Man schaut sich um, und man entdeckt. Geschlüpfte Vogelkinder lärmen. Und 'aufgetaut' ist das Insekt.
Gleich sind die Vögel guter Laune. Sie schnabeln den Insektenbrei. Ein harter Job, jedoch ich staune, sie füttern das geschlüpfte Ei.
Ich kann es wirklich kaum erwarten. Die Hoffnung wird nicht arbeitslos. Wann werden sie wohl nordwärts starten? Denn meine Sehnsucht: riesengroß.
Der Regen fällt
Ich höre, wie der Regen fällt. Er klopft an meine Scheiben. Er prasselt auf das Zirkuszelt, und lenkt mich ab vom Schreiben.
Vom Sturm gepeitscht wird Stadt und Land. Er knickt die Ringelblumen. Er rauscht an jede Häuserwand, und formt die Ackerkrumen.
Er wässert das Gemüsebeet und springt in Regentonnen. Auch Pfützen hat er angesät. Er lächelt leicht versonnen.
Er kriecht auf jedes Rasenbraun. Das kann kein Mensch verwehren. Er schabt den Lack vom Gartenzaun. Und putzt die Preiselbeeren.
Doch plötzlich hält er sich zurück. Er ist nicht ungezogen. Er nimmt sich Zeit und wird ein Stück von einem Regenbogen.
Alles bleibt beim alten
Du willst wie immer, hoch hinaus. Und keiner kann dich halten. Du flüchtest in dein Schneckenhaus und alles bleibt beim alten.
Du setzt dich ab und hast genug von lärmenden Gestalten. Du fährst zurück im nächsten Zug. Und alles bleibt beim alten.
Du bist enttäuscht und glaubst nicht mehr an höhere Gewalten. Ein Zweifel plagt dich hinterher. Und alles bleibt beim alten.
Es runzelt sich die Denkerstirn, du solltest dich entfalten. Doch du zermarterst dein Gehirn. Und alles bleibt beim alten.
Du weißt nicht aus, du weißt nicht ein, die Liebe am Erkalten. Dann folgt ein Kuss im Sonnenschein, und alles bleibt beim alten.
Dauerregen im Winter
Vom Himmel strömt der Dauerregen. Das dezimiert die Winterpracht. Der Schneemann taut und weint deswegen. Beendet wird die Schneeballschlacht.
Die Farbe weiß ist abgemagert. Sie ist nicht länger fotogen. Am Straßenrand wird sie gelagert. Das war der Winter zwanzig zehn.
Zwar ist noch Zeit für Kapriolen. Und Kinder hoffen, dass es schneit. Die Eltern aber, unverhohlen, die äugen auf die Frühlingszeit.
Doch keiner kann die Zukunft planen. Denn Petrus hat die Hand im Spiel. Und was uns blüht, kann man nicht ahnen. Prognosen zählen oft nicht viel.
Das Wetter wird sich bald erkälten, dann ist ein Mantel keine Qual. Ein Anorak hat nichts zu melden. Und griffbereit: Der warme Schal.
Fragezeichen
Ich halte nichts von Fragezeichen, dahinter lauert ein Problem. Es fällt mir schwer, dem auszuweichen, denn einige sind unbequem.
Man fragt mich oft nach Wind und Wetter. Die Antwort, die ist kinderleicht. Ich raschle einfach Zeitungsblätter, denn alle sind darauf geeicht.
Ich möchte gerne Auskunft geben bei Fragen nach der Armbanduhr. Denn wer viel fragt, liegt nicht daneben, dann läuft er auch nicht aus der Spur.
Den Weg zum Bahnhof kann ich zeigen, mit vielen Gesten, Wort um Wort. Das möchte ich auch nicht verschweigen, denn schließlich wohne ich vor Ort.
Jedoch bei andren Fragethemen, da grabe ich mein Wissen ein. Das darf mir keiner übelnehmen. Ich bleibe wortkarg, allgemein.
In der Nacht
Die Gaumensegel sind gesetzt. Man kann es lautstark hören. Kein Partner, der den Pfeifton schätzt, das wird die Ruhe stören.
Dann wird auch noch ein Baum zersägt, mit Ächzen, Röcheln, Schnaufen. Es gilt, weil man das nicht erträgt, entnervt davonzulaufen.
Nur wer allein die Nacht verbringt, kann die Register ziehen. Denn keiner der zum Aufhör'n zwingt, und keiner möchte fliehen.
Man schnarcht am besten im Duett auf weichen Schaummatratzen und im gewohnten Federbett. Denn das stört höchstens Katzen.
Der Tag
Der Tag fängt langsam an zu dämmern. Er steht nicht mehr im Rampenlicht. Der bunte Specht hört auf zu hämmern. Er pfeift auf jede Abendschicht.
Die Blume schließt die Blütenblätter. Die Biene schwirrt zum Bienenstock. Denn sie fliegt nur bei Sonnen-Wetter. Auf Dunkel hat sie keinen Bock.
Nun taucht der Tag in seine Stille. Die Stechuhr nimmt den Fuß vom Gas. Der Tag vergeht. Sein letzter Wille spielt auf den Wiesen mit dem Gras.
Es schaut der Mond durch Tannenzweige. Er schwenkt auf seine Umlaufbahn. Der Tag entfleucht, er geht zur Neige. Und morgen fängt ein neuer an.
Sei jetzt still
Kaum ist die Winterpracht getaut, da weht ein bissig kalter Wind. Natürlich fröstelt gleich die Haut beim Greis und auch beim Wickelkind.
Man lebt am besten eingepackt mit Mütze, Handschuh und mit Schal. Nur wer sauniert, der zeigt sich nackt. Das ist natürlich kein Skandal.
Den meisten ist es gar nicht recht, dass sich der Winter noch nicht trollt. Und manche fühlen sich auch schlecht, denn Kälte hat man nicht gewollt.
Wir wissen, keiner wird gefragt. Die Jahreszeit macht was sie will. Und wenn man einen Einwand wagt, dann heißt es höchstens, sei jetzt still.
Ein Spielchen
Abgekartet ist das Spiel. Du machst gute Miene. Der Betrug erreicht sein Ziel, denn er hat Routine.
Eingefädelt wird dein 'Pech'. Gleich wirst du verlieren. Dann behauptet man noch frech, du musst mehr riskieren.
Haderlumpen sind ein Graus. Denn die Geier nehmen dich wie eine Mastgans aus. Keiner wird sich schämen.
Schnell hast du dein Geld verprasst. Was dir bleibt, ein Gulden. Nach dem letzten Spielchen hast du bei Gaunern Schulden.
Endlich
Nun lacht der Himmel wieder heiter. Vergessen ist das Wolkengrau. Das Leben wandert fröhlich weiter. Bis gestern steckte es im Stau.
Es blühen bunt die Zukunftspläne. Der Ärger ist zum Glück verraucht. Und nun vergießt man keine Träne, weil Vor- und gestern untertaucht.
Wir sind gestärkt für neue Taten, und es gedeiht die Zuversicht. Geschlossen ist der Kummerladen. Darüber freut sich das Gesicht.
Nun darf das Leben wieder fluten. Das Griesgegrämte ist verebbt. Man widmet sich dem Schönen, Guten. Nun wird die Hoffnung aufgepeppt.
Oberstetten
Hier lebt die Welt in aller Stille. Es bimmelt keine Straßenbahn. Es dominiert die Dorfidylle. Gezogen ist der Affenzahn.
Es klappern keine Stöckelschuhe. Kein Lärm der dich zur Hölle fährt. Beachtet wird die Sonntagsruhe. Und jeder sitzt an Heim und Herd.
Das Leben kann man hier genießen. Die Hektik völlig unbekannt. Und aus den grünen Wiesen grüßen die Schafe im gelobten Land.
Wer hier verweilt, kennt keine Eile. Es blüht kein Chaos, kein Tumult. Der Kirchturm gähnt vor Langeweile. Wer keine hat, ist selber Schuld.
Es brodeln keine Menschenmassen, doch dafür Scheunen, Stall und Mist. Die Seitenwege sind verlassen. Ins Schwärmen kommt dann der Tourist.
Beim Mittagessen
Wir tanken heute Linsensuppe, nicht in der Kneipe - nein privat. Da ist uns jedes Schnitzel schnuppe, denn Linsen schmecken delikat.
Wir sollten auch den Chefkoch loben. Er kocht in Spitzenqualität. Wacholderbeeren schwimmen oben, auf die nicht jede Gabel steht.
Zum Nachtisch reicht man Zigaretten. Es qualmt gedreht das Nikotin. Ein Teil taucht ab in Himmelbetten, und döst versonnen vor sich hin.
Wir sind gesättigt bis zum Platzen. Und das ist alle Jahre Brauch. Es hat geschmeckt und deshalb kratzen wir hinterher den vollen Bauch.
Der Frühling kommt!
Es zwitschern Vögel auf den Zweigen. Bald kann die Frühjahrs-Party steigen. Dann ist es wieder mal so weit für eine Frühjahrsmüdigkeit.
Dann ist der Krokus gern gesehen. Es werden milde Winde wehen. Die Knospen werden rund und prall, am Bergabhang und überall.
Ein Weilchen müssen wir noch warten. Denn Schnee liegt noch im Wintergarten. Die Wiesen sind sich noch nicht grün. Bald werden Gänseblümchen blüh'n.
Die Vögel bauen neue Nester. Im Krankenhaus die Krankenschwester ist endlich wieder froh gestimmt, weil sie sich halb so wichtig nimmt.
Ein Mensch
Du bist ein Mensch, hoch angesehen, der dumme Sorgen von sich schiebt. Bei Unglück wirst du mit mir gehen. Du bist von Kopf bis Fuß beliebt.
Du bist ein Freund in schweren Stunden, der jede zarte Bande pflegt. Du hast den Weg zu mir gefunden. Und du fühlst mit, was mich bewegt.
Du bist ein Schirm bei Dauerregen. Und du bist da, wenn man dich braucht. Du gehst mit mir auf allen Wegen, wo jeder Unmensch untertaucht.
Man kann sich stets auf dich verlassen. Du lässt mich keinen Tag im Stich. Du äußerst nie: Da muss ich passen. Du hilfst mir auf und rettest mich.
Auf deine Worte kann ich bauen. Es geht mir dabei rundum gut. Dir kann ich grenzenlos vertrauen. Vor dir zieh' ich den Fingerhut.
Tellerrand
Du darfst dich nicht so wichtig nehmen. Schau über deinen Tellerrand. Du stößt sehr schnell auf Fragethemen, die stammen dann aus erster Hand.
Dein Horizont wird so erweitert. Du tauchst in fremde Welten ein. Das fesselt dich und das erheitert. Du lebst nicht mehr für dich allein.
Dann siehst du Stärken oder Schwächen, ein Himmelhoch, ein Abgrundtief, den Freudentaumel, die Gebrechen, den blauen oder Liebesbrief.
Dann kehrst du heim zu deinen Nöten. Und stellst dich deinem Spiegelbild. Du übst Verzicht: Im Nerven töten, denn alles ist nur halb so wild.
Du solltest nur dich selbst betrachten, weil du sonst nah am Wasser baust. Du musst dich selbst und andre achten, damit dich nicht dein Affe laust.
Fasching
Vorüber sind die leisen Töne. Der Fasching stürzt sich ins Gewühl. Der Matcho und die Hurensöhne verfolgen stets das eine Ziel.
Entmachtet liegt der lange Winter. Zu Wasser schmilzt der Pulverschnee. Maskiert sind Kindergartenkinder als Cowboy oder Zauberfee.
Den strengen Frost will man vertreiben. Konfetti regnet auf Asphalt. Geschunkelt wird in allen Kneipen. Und das ist höhere Gewalt.
Girlanden schmücken einen Tresen. Der Kappenabend wird zur Pflicht. Die Hexen schwingen ihre Besen, und rücken in das Rampenlicht.
Nun sind die Menschen ausgelassen. Und statt 'Grüß Gott' grölt man Helau. Der Asbach schwimmt in Kaffeetassen. Da lacht sogar der Himmel blau.
In die Jahre
Wir kommen langsam in die Jahre. Und was uns fehlt: der alte Schwung. Wir denken an das Wunderbare. Das lebt in der Erinnerung.
Doch vieles ist nur Schnee von gestern. Wir leben gern im Rückwärtsblick. Wir tauen auf, jedoch wir lästern, und drehen dann die Zeit zurück.
Vergessen wird das Hier und Heute. Wir schwelgen in Vergangenheit. Da keimt das Lachen und die Freude, und auch der Frohsinn macht sich breit.
Wir kitzeln die entfernten Tage, mit Worten wird dann nicht gespart. Es freut sich unsre Seelenlage. Was einmal war, wird Gegenwart.
Die Worte werden dann zu Gesten. Das Ganze wird zum Ritual. Wir blühen auf und wir vertrösten, das Lächeln bis zum nächsten Mal.
Der Floh
Der Floh sucht eine Herzensdame, die alle Tage zu ihm steht. Er wünscht sich die Begleitmaßnahme, die mit ihm durch das Leben geht.
Mit ihr will er die Pferde stehlen und Händchen-halten Tag und Nacht. Natürlich auch Kartoffeln schälen, wenn eine Wintersonne lacht.
Ob Single oder ob geschieden, das fällt bei ihm nicht ins Gewicht. Er kann ihr eine Heimat bieten, die ihrer Wesensart entspricht.
Er würde sie auf Händen tragen, und sie beschützen vor dem Feind. Sie müsste nur das Ja-Wort wagen, dann wären beide herzvereint.
Trotz allem lässt sie sich nicht finden. Darüber ist der Floh geknickt. Er würde sich so gerne binden, was ihm nur in der Traumwelt glückt.
Fasching
Der Fasching tobt in allen Straßen. Und wo man hinhört herrscht Radau. Es zeigen sich gepappte Nasen. Der Gruß der Woche heißt: Helau.
In Kneipen schmettern alte Schlager. Das Bier, der Wein, die grölen laut. Es berstet das Getränkelager. Und nur der Wirt, der kritisch schaut.
Man hebt die Erde aus der Angel. Ein Prosit der Gemütlichkeit. Wer hier verweilt, kennt keinen Mangel. Bis Aschermittwoch ist es weit.
Und hochprozentig sind Getränke. Die Stimmung, die Promille steigt. Man greift zum Tanz die Handgelenke. Und nur ein Mauerblümchen streikt.
Dann schwitzen bunte Maskeraden. Und von der Stirn, da perlt der Schweiß. Man könnte sich in Mitleid baden, wie jeder aus Erfahrung weiß.
Im Griff
Der Winter hat uns voll im Griff. Man lächelt unterkühlt. Im Hafen liegt ein Segelschiff, das Eiseskälte fühlt.
Es flockt der Schnee in jeden Traum. Und weiß regiert die Welt. Im Wald ist jeder Tannenbaum allein auf sich gestellt.
Aus Osten weht ein kalter Wind. Er rötet das Gesicht. Da friert das Kindergartenkind, vermummt sein, wird zur Pflicht.
Man fröstelt schneller als man glaubt. Das ist nicht angenehm. Der Baum, der sich im Herbst entlaubt, hat heute ein Problem.
Die Kälte geht bestimmt vorbei. Das ist uns sonnenklar. Und schreiben wir den Monat Mai, dann werden Wunder wahr.
Für Otti
Bald bist du wieder auf den Beinen. Dann hat das Laufen Hand und Fuß. Für dich wird bald die Sonne scheinen. Sie schickt dir täglich einen Gruß.
Du glaubst es nicht, du wirst es sehen. Das Gehen wird zum Kinderspiel. Am Anfang schonst du deinen Zehen. Erreicht wird das gesteckte Ziel.
Pass auf dich auf! Es wird schon werden. Die Schmerzen klingen langsam ab. Am Anfang hast du Fußbeschwerden, dann schaufeln sie sich selbst ein 'Grab'.
Vor allem: Mach dir keine Sorgen. Wir werden tröstend bei dir sein. Und wenn wir einen Wein entkorken, gilt unser Prost nur dir allein.
Die Abstinenz wird dich begleiten in deinem Bett im Krankenhaus. Das lässt sich leider nicht vermeiden, doch du hältst durch und hältst es aus.
Küchengeräte
Der Toaster streikt und ist defekt. 'ne Auszeit nimmt die Mikrowelle. Der Sauger saugt nicht mehr korrekt, und rührt sich kaum noch von der Stelle.
Die reparierte Waschmaschine, die trommelt kurz und ungewohnt. Ich wahre dennoch gute Miene, weil sie den Woll-Pullover schont.
Mich ärgert nur an jedem Morgen mein weißer Kaffee-Automat. Ich mache mir schon ernsthaft Sorgen. Er ist verkalkt und nicht auf Draht.
Ein Jammer ist mein Bügeleisen, weil es aus allen Poren dampft. Das muss bekanntlich nicht viel heißen. Jedoch es wirkt auf mich verkrampft.
Im Kühlschrank herrscht schon Frühlingswetter. Ich messe einundzwanzig Grad. Natürlich welken alle Blätter, und unansehnlich der Salat.
Ein Grund, um aus der Haut zu fahren. Ich denke nach und lass es sein. Ich möchte mir den Frust ersparen. Das renkt sich sicher wieder ein.
Ende des Winters
Der Winter macht uns nichts mehr weis. Es grünt in Parkanlagen. Wir sind befreit von Schnee und Eis und auch vom Mantelkragen.
Die Pudelmütze nimmt sich frei. Im Hausflur träumt der Schlitten. Ein Vogel frisst Insektenbrei. Der Tag ist fortgeschritten.
Noch sind die Bäume blätterkahl. Der Krokus schaut sich um. Wir sind zum wiederholten Mal, sein wertes Publikum.
Dem Schneemann wird es jetzt zu heiß. Die Form wird ausgebessert. Von seiner Stirn, da perlt der Schweiß. Er schmilzt dahin und wässert.
Die Zeit ist reif für Wiesengrün. Der Winter geht zur Neige. Und aus dem tiefen Süden zieh'n die Vögel auf die Zweige.
Ellenlang
Du kannst mir ellenlang erklären, was dich erzürnt, und dich bewegt. Man bindet häufig einen Bären, der leichterhand die Lügen pflegt.
Die Unwahrheit soll nicht gedeihen, sonst bin ich leidlich und verschnupft. Das könnte ich dir nie verzeihen, du hast das Huhn in mir gerupft.
Ich möchte deinem Wort vertrauen, und hasse jeden Wahrheitsfeind. Ich will auf deinen Leumund bauen, der es nur ehrlich mit mir meint.
Du sollst dich nicht in Nesseln setzen. Ein Wort von dir sei klipp und klar. Du solltest nur den Schnabel wetzen bei einer drohenden Gefahr.
Dann will ich dir zur Seite stehen. Denn besser geht es dann zu zweit. Vier Augen können besser sehen im Dunstkreis einer Dunkelheit.
Aus Schwierigkeiten
Du rettest mich aus Schwierigkeiten, und stehst mir bei im Jammertal. Du wirst mich durch die Nacht begleiten, und schützt vor dem 'verdammt-noch-mal'.
Wenn meine Hirngespinste kentern. Wenn jeder Traum zur Hölle fährt, dann wirst du diesen Zustand ändern, und machst mein Leben lebenswert.
Um Hilfe muss ich dich nicht bitten. Du schaust mich an und weißt Bescheid. Und bricht mein Herz, du wirst es kitten. Für meine Sorgen hast du Zeit.
Du baust mich auf in schweren Stunden. Und trocknest meinen Tränensee. Du hast den Weg zu mir gefunden und warnst mich vor der Schnapsidee.
Ich kann mich voll auf dich verlassen. Du trägst mich, wenn mein Schritt versagt. Ich will mich mehr mit dir befassen. Und nicht erst, wenn mein Kummer nagt.
Große Pläne
Ein Krokodil hat große Pläne. Jedoch es übt die Schweigsamkeit. Es setzt sich ganz gekonnt in Szene und siegt beim Wettlauf mit der Zeit.
Was andre denken ist ihm schnuppe. Es zeigt die Zähne selbstbewusst. Sein Ziel ist die Gymnastik-Gruppe. Denn darauf hat es tierisch Lust.
Es streckt und dehnt sich, statt zu dösen. Es beugt die Knie und den Rumpf. So lässt sich auch Respekt einflößen. Und die Gelenkigkeit ist Trumpf.
'Ich mache sicher bald Karriere im angesagten Turnverein!' Es hält auf sich, auf seine Ehre. Bald werde ich ein Mitglied sein.
Doch das wird wohl ein Trugschluss bleiben. Es sitzt vor einem Formular, und ihm misslingt sich einzuschreiben, weil es in keiner Schule war.
Pralinen
Ich nasche von den Schnapspralinen. Sie wandern mit der Hand zum Mund. Und man empfiehlt, sich zu bedienen. Und ein Genuss braucht keinen Grund.
Es lichten sich die süßen Reihen. Ein Innehalten ist tabu. Es ist zum Lachen und zum Schreien. Ich greife wild entschlossen zu.
Man musste mich nicht lange bitten. Die erste Schachtel ist geleert. Schon kommt der Nachschub 'angeritten'. Der wird dann nach und nach verzehrt.
Statt Schnaps reizt mich die Cognacbohne. Und das Gemisch promillt im Blut. Ich habe einen in der Krone. Es geht mir langsam gar nicht gut.
Nun weiß ich, dass auch Süßigkeiten, gefährlich sind für unser Wohl, weil die Pralinen uns verleiten, besonders die mit Alkohol.
Das Grün verdrängt das Weiß
Der Frühling wird uns munter machen. Denn dann pulsiert das Leben neu. Man rucksackt seine sieben Sachen und eine Flasche Löwenbräu.
Geblümtes bringt uns dann zum Staunen. Begrüßt wird jedes Wiesenkraut. Dann pflegen wir die guten Launen. Und Vögel zwitschern wieder laut.
Man flieht aus der Etagenwohnung. Und taucht gern ein in die Natur. Und man erhält dann zur Belohnung so eine Art Verjüngungskur.
Noch flockt der Himmel in den Garten. Am Giebel hängt das Zapfen-Eis. Der Frühling lässt noch auf sich warten. Doch bald verdrängt das Grün das Weiß.
Die Geduld
Ich habe die Geduld verloren. Ja weiß der Kuckuck, wo sie steckt. Ich suche hinter meinen Ohren. Ich habe sie dort nicht entdeckt.
Wie konnte das denn nur geschehen. Kennst du vielleicht den Aufenthalt? Bei vielen war sie gern gesehen. Sie ist schon viele Jahre alt.
Sie stand mir immer treu zur Seite und war bei allen sehr beliebt. Nun führt ihr Denkansatz zur Pleite, weil es sie leider nicht mehr gibt.
Ich muss sie einfach wiederfinden. Und suche hier und suche dort. Ich will mich gerne an sie binden. Sie schenkt mir stets das rechte Wort.
Das Schicksal stellt für mich die Weichen. Und der Verlust ist meine Schuld. Denn hinter vielen Fragezeichen, da fand ich wieder die Geduld.
Schwächen
Wir haben alle unsre Schwächen. Das Schwein in uns ist nicht perfekt. Das wird sich eines Tages rächen, auch wenn es uns partout nicht schmeckt.
Wir greifen gierig nach den Sternen, und schwören auf das Bauchgefühl. Wir müssen uns davon entfernen, denn wir verfehlen unser Ziel.
Wir müssen immer akzeptieren, die Ziele sind zu hoch geschraubt. Es fällt uns leicht, uns zu blamieren, und das geht schneller als man glaubt.
Wir trumpfen auf mit unsrer Stärke, die wird jedoch im Keim erstickt. Denn wir versetzen keine Berge. Wir sind zu sehr in uns verstrickt.
Wir haben alle unsre Schwächen, dagegen sind wir nicht gefeit. Dann geben wir uns das Versprechen: Das ändern wir in nächster Zeit.
Faschingszug
Wir hauen mächtig auf die Pauke. Ein Scherzkeks wird zum Neunmalklug. Darüber lacht das Hühnerauge. Dann nimmt es Platz im Faschingszug.
Die Narren grölen in die Menge. Entfesselt macht man Nabelschau. Der Alkohol kommt in die Gänge. Er brüllt ein donnerndes Helau.
Der Elferrat wirft mit Kamellen. Er lebt auf Pump, vom Zinseszins. Er wird dezent die Zeche prellen genauso wie der Faschingsprinz.
Der Gaudiwurm zieht durch die Straßen. Konfetti wirbelt durch die Luft. Es regnet auf gepappte Nasen und auf die bunte Faschings-Kluft.
Dann fängt die Masse an zu schunkeln. Und die Musik heizt tüchtig ein. Trompeten und Posaunen funkeln. Es ist so schön, ein Narr zu sein.
Am Palmenstrand
Wir bräunen uns am Palmenstrand mit Menschen, die wir lieben. Dann können wir mit leichter Hand die Sorgen von uns schieben.
Die Faulheit freut sich und gedeiht. Sie legt sich in den Schatten. Die Stechuhr ist Vergangenheit. Man döst in Hängematten.
Man lässt sich auf sich selber ein, und muss nicht lange warten. Dann schreiben wir, denn das muss sein, nach Hause Ansichtskarten.
Man sieht nicht fern, man sieht nur nah. Gekühlt sind die Getränke. Man ist mit allen Sinnen da. Und macht oft Gastgeschenke.
Zwei Wochen dauert dieses Glück, das Seele-baumeln-lassen. Dann kehren wir entspannt zurück. Nun gilt: sich anzupassen.
Mein Hühnerauge
Mein Hühnerauge macht Probleme. Es blickt nicht durch und sieht nicht klar. Egal was ich in Angriff nehme, für es ist nichts vorhersehbar.
Da nutzt auch keine Lesebrille. Ich glaube fast, es stellt auf stur. Es hühneraugt in aller Stille. Den Schmerzen komm ich auf die Spur.
Mit Linsen hat es nie kontaktet. Das sprengt mein schmales Portemonnaie. Bald wird es von mir abgewracktet. Und das begrüßt mein großer Zeh.
Bei jedem Schritt kann ich es spüren. Es ist ein Nichtsnutz und Tyrann. Wer kann den Auswuchs korrigieren? Wer bietet seine Hilfe an?
Ich schaue in die Gelben Seiten. Mein Hühnerauge ist entsetzt. Dann muss ich zehn Minuten leiden, dann ist die Scharte ausgewetzt.
Schneegestöber
Es flockt aus grauen Wattewolken. Ein Schneegestöber wird entfacht. Das hat bekanntlich seine Folgen. Man zuckert lautlos durch die Nacht.
Gekrönt sind hohe Tannenbäume. Verzaubert lächelt die Natur. Es schneit in heile Kinderträume. Sie hinterlassen eine Spur.
Die weißen Schneekristalle tanzen. Sie laden ein zur Schneeballschlacht. Sie sind im großen und im ganzen ein Schauspiel, das uns glücklich macht.
Ein Millionär
Man schwimmt auf einmal in Millionen. Das hat ein Lottoglück beschert. Die Wünsche, die im Innern wohnen, die sind nun ein Gedanke wert.
Den Job hängt man an einen Nagel. Champagner fließt beim Kaviar. Ein Höllenlärm und ein Spektakel, als kröne sich ein Neues Jahr.
Das Haus ist voll mit Rang und Namen. Ein Rundruf mit dem Telefon. Die ausgewählten Gäste kamen. Sie folgten jenem Klingelton.
Darunter sind verkappte Neider. Die Missgunst legt ein dickes Ei. Sie hält die Stellung, lästert leider, und bleibt bis morgens früh um drei.
Man bettet sich im weißen Laken. Man schläft nicht ein und grübelt sehr. Es wären Träume abzuhaken, doch das misslingt dem Millionär.
Ein Schmetterling
Ein Schmetterling sucht eine Bleibe. Und er verfasst ein Inserat. "Ich bin dein Glück und ich vertreibe, den Liebeskummer, den man hat.
Sowohl bei Frauen als bei Männern, denn das Geschlecht ist piepegal. Und zählst du dich zu Menschenkennern, bin ich für dich die erste Wahl.
Ich werde dich bestimmt beflügeln, dein Herz schlägt einen Purzelbaum. Du musst dich nicht noch länger zügeln. Und schenkst den Träumen endlich Raum.
Dann lebst du auf und augenblicklich, stürzt du dich mitten ins Gewühl. Das macht dich alle Tage glücklich. Ich sorge für dein Bauchgefühl."
Auf der Intensivstation
Hoffentlich bist du zu retten. Jeder Tag ist ein Gewinn. Einsam sind die Krankenbetten. Blicke starren vor sich hin.
Die Besucher sind willkommen, doch sie sind auch eine Last. Kräfte werden dir genommen. Und das gilt für jeden Gast.
Doch du kannst es nicht erwarten. Und du starrst auf deine Uhr. Manchmal hast du schlechte Karten, von Besuchern keine Spur.
Doch du wirst geduldig hoffen. Morgen blüht ein neuer Tag. Alle Wege stehen offen, falls man dich besuchen mag.
Dich betreuen Therapeuten. Deine Mühe ist ihr Lohn. Keine Zeit sollst du vergeuden auf der Intensivstation.
Verjüngungskur
Ich weiß genau, du wirst mir fehlen. Es kommt zu keiner Kissenschlacht. Ich werde die Minuten zählen, tagein, tagaus und in der Nacht.
Ich werde deine Art vermissen, denn sie ist unverwechselbar. Und weine heimlich in die Kissen, und träume, wie es 'gestern' war.
Zerronnen sind die süßen Stunden. Ich denke gern an dich zurück. Wir haben uns im Traum gefunden. Du bist mein Alles und mein Glück.
Nun gehen wir getrennte Wege. Der Winterwind verweht die Spur. Wir kommen uns nicht ins Gehege, denn ich bin auf Verjüngungskur.
Wind und Wogen
Wind und Wogen, Schmuddelwetter, Seemannsgarn und Kautabak. Rum und Grog als Seelenretter, je nach Gusto und Geschmack.
Petri-Heil im Dampferkutter. Große Fische sind im Netz. Kleine werden Möwenfutter. Das ist ein Naturgesetz.
Raue See, Naturgewalten. Aufgewühlt das weite Meer. Ernste Mienen, Sorgenfalten. Doch das legt sich hinterher.
Anker werfen wir im Hafen. Und der Fischfang geht von Bord. Während andre Leute schlafen, wird entgrätet im Akkord.
Die Hühnersuppe
Danke für die Hühnerbrühe! Glaube mir, die wird nicht kalt. Sie zu kochen kostet Mühe. Sie wird nicht zwei Tage alt.
Sie verlangt nicht: Nachzuwürzen. Ihr Geschmack ist treffend rund. Und ich will mich auf sie stürzen. Vielen Dank! erklärt mein Mund.
In der Brühe schwimmt ein Hähnchen, abgehäutet und entbeint. Hennen übermannten 'Tränchen'. Denn sie waren herzvereint.
Doch sie müssen sich nicht grämen. Weil es in der Suppe schwimmt. Sicher ist das Abschied nehmen stets ein Grund, der traurig stimmt.
Herrlich mundet Hühnersuppe. Und das schmeckt dem hohlen Zahn. Und auch die Geflügel-gruppe findet einen neuen Hahn.
Auswandern
Sie wandern aus mit Stock und Hut in andere Gewässer. Ein Neuanfang ist immer gut. Man fühlt sich einfach besser.
Die Karten werden neu gemischt. Es gibt viel zu entdecken. Das sie erfreut und sie erfrischt. Und zwar an allen Ecken.
Von Langeweile keine Spur. Es mangelt an Routine. Sie gehen auf Erkundungstour. Und zeigen frohe Miene.
Verwaist ist der Verbraucherschutz. Sie kennen die Facetten. Sie schauten hinter den Verputz, und konnten Wogen glätten.
Bald pfeifen Sie ein neues Lied und neue Melodien. In einem fremden Sachgebiet. (Weil sie von dannen ziehen.)
Wir wünschen Ihnen recht viel Glück. Das möge Sie begleiten. Nur manchmal denken Sie zurück - an schöne, alte Zeiten.
Zarte Bande
Nun schlingt der Frühling zarte Bande im Rasen und auf Wiesengrün. Er lässt, und das ist keine Schande, die ersten 'Frühaufsteher' blüh'n.
Sie kriechen langsam aus den Knollen, und setzen sich ins Rampenlicht. Die Augen sind noch leicht verquollen. Das ist normal und stört mich nicht.
Wer sie entdeckt, wird freudig grüßen. Ein Herzenswunsch hat sich erfüllt. Und wer sich Zeit nimmt, kann genießen. Doch jeder macht sich selbst ein Bild.
Die Gänseblümchen werden munter. Man zupft so manches Blütenblatt. Und was geschieht, das ist ein Wunder. Das Schauspiel findet jährlich statt.
Wie eine Primel
Bei dir verlerne ich das Lachen. Ich gehe wie die Primel ein. Du wolltest mich einst glücklich machen. Nun bist du herzlos wie ein Stein.
Ich frage, woran mag das liegen? Du gibst dich kalt und abgebrüht. Mit dir zu sein ist kein Vergnügen. Und jede Hoffnung ist verblüht.
Der Zahn der Zeit beißt Ehepaare. Anscheinend trifft das auf uns zu. Wir kommen nämlich in die Jahre. (Das Thema ist für dich tabu.)
Du wirst mir fremd, das macht mich leiden. Und ich beneide Hinz und Kunz. Wir müssen uns auch nicht mehr scheiden, das haben wir längst hinter uns.
Um eines möchte ich dich bitten. Verstecke deine Arroganz. Darunter habe ich gelitten. Und übe dich in Toleranz.
Dann steht der Himmel wieder offen. Ein dritter Frühling ist in Sicht. Du weißt, von dir bin ich besoffen, und du bist mein: Vergiss-mein-nicht.
Viele Fragen
Wer schützt mich vor dem Dauerregen? Wer mag mich so, wie ich halt bin? Und wer wird meine Hoffnung pflegen, stürzt sich mein Kopf in den Ruin.
Auf wen kann ich mich ganz verlassen? Wer ist ein Retter in der Not? Wer wird mir einen Reim verfassen, wenn mir ein Herzkatheter droht?
Wer findet sich an meiner Seite? Wer hält im Unglück meine Hand? Und wer ist meine Trauerweide, mit Augenmaß und Herzverstand.
Wer steht zu mir in schweren Stunden? Wer rettet mich vor der Gefahr? Wer hat sein Herz an mich gebunden? Und wer macht meine Träume wahr?
Die Frage wer, steht in den Sternen. Doch wenn es keine Antwort gibt, dann muss ich mich von mir entfernen, dann habe ich umsonst geliebt.
Das Internet
Das Internet stellt viele Fallen. Es ködert dich, und will dein Geld. Du wirst es anfangs gar nicht 'schnallen', du träumst von einer heilen Welt.
Doch man beginnt dich abzuzocken. Als Frischling fällst du darauf rein. Die krummen Touren, die frohlocken. Man lullt dich mit Geschenken ein.
Es nutzt nicht viel, dich zu beraten. Ein falscher Mausclick, der genügt. Schon gehst du sang- und klanglos baden, weil dich die Hinterlist betrügt.
Wer klug ist lernt das Autofahren mit einem, der die Straßen kennt. Du musst dir die Geduld bewahren, so dass man nicht ins Unglück rennt.
Wer sorglos surft hat auf die Dauer ein permanentes Risiko. Zu viele liegen auf der Lauer. Die lachen später schadenfroh.
Durch die Auen
Der Frühling schlendert durch die Auen. Und stapft durch den verharschten Schnee. Die Winterpracht fängt an zu tauen. Und Packeis schmilzt im Entensee.
Geblümtes grüßt noch nicht aus Wiesen, denn alle halten sich zurück, weil sie den Winterschlaf genießen. Und Kräfte sammeln für ihr Glück.
Dem Frühling schlägt noch nicht die Stunde. Dann macht er auf der Stelle kehrt. Er dreht noch eine Ehrenrunde. Und ist nicht länger sehenswert.
Angeschlagen
Ein Elefant ist angeschlagen. Es bohrt sich pausenlos ein Schmerz, gepaart mit einem Unbehagen, ins große Elefantenherz.
Das lässt sich leider nicht vermeiden. Er wälzt sich hin, er wälzt sich her. Selbst nachts muss er darunter leiden. Er ist genervt und kränkelt sehr.
Die Wärter reichen Schlaftabletten. Sie röntgen seine dicke Haut. Und sie verschonen ihn mit Ketten, und seiner Elefantenbraut.
Es wird gerätselt und geraten. Laut Tierarzt ist er kerngesund. Die Diagnosen gingen baden. Verzweifelt sucht man nach dem Grund.
Die Maus kommt aus der Sommerfrische, und hört vom Elefantenweh. "Ich weiß, wie ich den Schmerz erwische!" Sie reißt den Dorn aus seinem Zeh.
Die Katze
Die Katze döst auf Daunendecken. Im Kleiderschrank spielt sie verstecken. Wenn sie zum leeren Fressnapf schaut, dann wird erbärmlich laut miaut.
Sofort erhält sie Trockenfutter von der geliebten Katzenmutter. Und noch ein Schmankerl hinterher. Sie ist entzückt und will noch mehr.
Jedoch sie muss bis morgen warten. Denn heute hat sie schlechte Karten. Ihr Brötchengeber, ihr versteht, der setzt den Liebling auf Diät.
Doch wenn sie maunzt in hohen Tönen, dann wird man sie bestimmt verwöhnen. Die Katzenmutter ist im Bild. Weshalb sie ihren Kohldampf stillt.
Gleich hat die Katze Lust zum Spielen. Nach Metermaßen wird sie schielen. Es wird gepfotet und gekrallt. Jedoch das ändert sich recht bald.
Es fehlt ihr nicht an Ruhekissen. Doch eines muss die Katze missen. Sie wäre sicher mehr als froh mit einem schönen Katzenklo.
Nur du
Du rettest mich aus dunklen Nächten. Dein Herz ist immer auf Empfang. Und du bewahrst mich vor dem Schlechten. An jedem Tag und lebenslang.
Ich kann dir grenzenlos vertrauen. Du bist mein Retter in der Not. Auf deine Hilfe kann ich bauen. Selbst wenn mir ein Verhängnis droht.
Du zeigst mir immer neue Wege. Du lotst mich aus dem Labyrinth. Und wenn ich eine Dummheit pflege, dann machst du mich nicht tränenblind.
Im Gegenteil, du schenkst Gedanken. Das führt mich fort aus jenem Sumpf. Du lässt mich nicht daran erkranken. Dein Wort zählt viel. Und es ist Trumpf.
Herzprobleme
Die süße Maus hat Herzprobleme. Ihr Hausarzt eilt zum Krankenbett. Er reibt sie ein mit einer Creme, die macht das Ungesunde wett.
Dann rät er noch zur Quarantäne. Denn heutzutage weiß man nie. Da beißt die Maus auf ihre Zähne. Kein Wunder, es belastet sie.
Sie muss, zum Glück, nicht unters Messer. Das bleibt ihr Gott-sei-Dank erspart. Schon fühlt sie sich ein wenig besser. Sie lächelt in die Gegenwart.
Nun muss sie auf sich Obacht geben. Sie tut an sich ein gutes Werk. Jedoch sie muss vernünftig leben, das führt sie sicher übern Berg.
Sie meint: "Geritzt ist nun die Sache. Ich gebe gern mein Ehrenwort. Und wenn ich was nicht richtig mache, dann schreitet ein. Und zwar sofort.
Liebe Otti
Keine Angst, es wird schon werden. Mach dir nicht die Hölle heiß. Denn bald liegen die Beschwerden sicher auf dem Abstellgleis.
Deine Furcht ist unbegründet. Pillen gibt es gegen Schmerz. Und sogar dein Hausarzt findet: 'Schlimmer wär' ein krankes Herz!'
Dieser Eingriff ist Routine. Du bist kein Versuchsballon. Deshalb wahre gute Miene, denn du kommst geheilt davon.
Manchmal blühen die Bedenken. Sie sind grundlos, doch erlaubt. Alles pflegt sich einzurenken. Das geht besser als geglaubt.
Kopf-hoch wenn die Widrigkeiten dich belasten wie ein Fluch. Viele, die dich herzlich leiden, sind gedanklich zu Besuch.
Mitarbeiter sind gefragt
Sehr gefragt sind Mitarbeiter mit entsprechender Erfahrung. Doch sie sollten, sagt man weiter, pflegbar sein mit Babynahrung.
Ausgefuchst sind die Verträge. Jedes Komma kann dich plagen. Und es wird zur Nervensäge, kommt es vor Gericht zum tragen.
Eingefroren sind Gehälter. Boni kommen nicht in Frage. Wirst du in der Firma älter, streicht man die Gehaltszulage.
Täglich soll man sich verpflichten, den Gewinn zu maximieren. Und man soll sich danach richten, seine Spesen einzufrieren.
Leider fehlen Kandidaten, die sich für den Stress bewerben. Jeder wäre gut beraten, lieber mit Hartz vier zu sterben.
Auf den Straßen
Jetzt geht es auf den Straßen rund. Zum Blickpunkt wird die Maskerade. Zum Fröhlichsein besteht ein Grund. Denn es herrscht Fasching, ohne Gnade.
Die Kinder tragen Cowboyhut und zündeln mit den Scherzartikeln. Sie tollen voller Übermut, weil sie sich 'artgemäß' entwickeln.
Ein Knaller kracht im Hinterhof. Gleich denkt man an Silvester. Doch dieser Einfall mehr als doof. Das war die Cowboy-Schwester.
Es geht hoch her, bei alt und jung. Der Jahreszeit muss man sich stellen. Es kommt oft die Ernüchterung, wenn Narrenkappen schellen.
Man feiert gerne Karneval. Und zeigt sich ausgelassen. Man polonaisst beim Maskenball und in den Seitengassen.
Alte Kamellen
Wir pflegen die Gemütlichkeit und tanzen auf den Straßen. Es herrscht die fünfte Jahreszeit und bunt gepappte Nasen.
Geschunkelt wird beim Faschingszug. Wir sammeln die Kamellen. Vom Süßzeug kriegt man nie genug, und man will Fallen stellen.
Der Regenschirm ragt in die Luft. Der Handgriff weist nach oben. Man zeigt sich schlau und ausgepufft, der Einfall ist zu loben.
Der alte Trick bewährt sich sehr. Er hilft uns abzusahnen. Jedoch wir müssen hinterher, auch Karies einplanen.
Durch die Finger
Die Tage rinnen durch die Finger, und schnell vergeht ein ganzes Jahr. Man altert und man wird nicht jünger. Das ist uns unausweichlich klar.
Sogar ein Tag rennt durch die Stunden. Kaum ist der Wecker aufgewacht, da dreht der Zeiger seine Runden. Man schaut zum Fenster, es ist Nacht.
Vergessen können wir Minuten. Sie blinken häufig digital. Nur selten führen sie zum Guten. Das ist ein Kreuz, verdammt noch mal.
Es lauern auf uns Schrecksekunden. Und darauf sind wir nicht gefasst. Sie machen bei uns Überstunden, und sind dann tagelang zu Gast.
Koffer packen
Nun musst du deinen Koffer packen. Die rechte Seite lässt du leer. Das ist, auch du hast deine Macken, der Platz für deinen Teddybär.
Du willst ihn nicht zu Hause lassen, denn er verkümmert ganz allein. Sein Unglück könntest du nicht fassen. Er ginge glatt vor Kummer ein.
Das willst du keineswegs riskieren. Ihr seid ein Team, schon jahrelang. Er spendet Trost, er wird dich führen, und er versteht dein Angst-und-Bang.
Und deshalb soll er dich begleiten, tagtäglich und nachtein, nachtaus. Das Fremdeln kannst du so vermeiden im anonymen Krankenhaus.
Zurückgekehrt
Die Vögel sind zurückgekehrt. Man hört sie wieder liedern. Sie suchen, was man gleich erfährt, sich nahtlos einzugliedern.
Noch sind sie etwas abgestresst vom Flug aus fernem Süden. Jedoch sie bauen schon ein Nest, in dem sie später brüten.
Ein Vogelmann sucht eine Frau, er schreibt Kontaktanzeigen. Und hofft, er findet zielgenau, die Braut zum Hochzeitsreigen.
Am kahlen Ast herrscht Hochbetrieb. Man schmettert immer wieder. Und jeder kennt das Grundprinzip, die alten Vogellieder.
Mein Halt
Du bist mein Halt in schweren Stunden. Und deine Meinung ist gefragt. Wir haben uns beim Wein gefunden. Du hast den ersten Schritt gewagt.
Wir waren beide nicht mehr nüchtern. Du nahmst die Sache in die Hand. Denn dafür bin ich viel zu schüchtern, dann sind wir beide durchgebrannt.
Wir fanden uns in deinem Laken. Wir waren beide weinbeseelt. Die Sache hatte keinen Haken, und nichts und niemand hat gefehlt.
Wir tauschten nette Zärtlichkeiten. Doch häufig warst du ausgebucht. Das konnte ich partout nicht leiden. Und in mir kochte Eifersucht.
Das zwang die Liebe in die Knie. Wir trennten uns in einem Streit. Wir löffelten die dicke Brühe. Und jeder tat sich selber leid.
Der Draht zu dir war unterbrochen. Ein jeder stolzte vor sich hin. Dann haben wir uns ausgesprochen. Und so entstand ein Neubeginn.
Wir sind uns nicht in allem einig. Das wäre auch zuviel verlangt. Und manchmal sind die Worte steinig. Jedoch es wird nicht mehr gezankt.
In Elefantenkreisen
Der Bulle sagt zu seiner Dame. Wir brauchen Nachwuchs hier im Zoo. Wir machen für uns selbst Reklame und scheuen auch kein Risiko.
Dann steht es in der Tageszeitung, ein Absatz über dich und mich. Jedoch du selbst triffst die Entscheidung. Das Ganze geht nicht ohne dich.
Denn du allein kannst es verhüten. Du hast die Sache in der Hand. Denn dir obliegt, das auszubrüten, wenn meine Liebe zu dir fand.
So viel ich weiß, nimmst du die Pille, ein kleines gelbes Lutschdragee. Ich frage dich, ist das dein Wille? Und findest du das echt okay?
Ich hätte gerne, sozusagen, den kleinen Elefantenton. Der mich entzückt an allen Tagen, als frecher Elefantensohn.
Die Dame meint: Ich kann verstehen. Mein Traum, ein Elefantenkind. Das soll mit uns durchs Leben gehen, doch weiblich sei der Wirbelwind.
Treu zur Seite
Du wirst mir treu zur Seite stehen, wenn mich ein Regentropfen trifft. Und mit mir durch die Hölle gehen, sofern es schneit im Sessellift.
Du wirst gekonnt die Wogen glätten, wenn meine Badewanne schäumt. Und mich vor Wind und Wetter retten, sofern der Alb entfesselt träumt.
Du wirst mich mutig unterstützen, wenn mich ein Sandkorn überrollt. Und schwimmst mit mir durch Wasserpfützen, und dafür sei dir Dank gezollt.
Denn ohne dich bin ich verloren. Du schützt mich vor dem Aderlass. Ich sage deshalb unverfroren, auf deine Hilfe ist Verlass.
Ich weiß nicht viel
Ich weiß nicht viel, "Das lässt sich ändern!" behauptet wortgewandt ein Freund. Du musst nur deine Dummheit kentern, die mit dir durch dein Leben streunt.
Du solltest täglich Zeitung lesen. Natürlich auch den Wirtschaftsteil. Verzichte auf den Kneipentresen. Dort findest du kein Seelenheil.
Lass Herz und Fuß spazierengehen. Und atme auf in der Natur. Schon nach drei Tagen wirst du sehen, du kommst dir selber auf die Spur.
Verweile gern im Staatstheater. Ein Schauspiel findet täglich statt. Und lausche selbst dem Kunstberater, damit dein Hirn zu beißen hat.
Als letztes möchte ich dir raten. Mach deinen Frieden auch mit Gott. Das kann und wird dir niemals schaden und das hilft selbst im Alltagstrott.
Im Geäst
Ein Vogel baut sich im Geäst aus dürren und aus grünen Zweigen ein unvergleichlich schönes Nest. Und will es der Verwandtschaft zeigen.
Jedoch es ist noch nicht so weit. Es wird poliert und abgeschliffen. Der Tatendrang braucht seine Zeit. Es fehlt auch noch an Haltegriffen.
Denn dadurch kann die Vogelbrut nicht aus dem Kinderzimmer fallen. Gebändigt wird der Übermut nicht nur bei einem sondern allen.
Der letzte Handgriff ist getan. Nun wird das Richtfest eingeleitet. Es fehlt noch der Belegungsplan, Das große Lob ist weit verbreitet.
Auf den Zweigen
Es zwitschert wieder auf den Zweigen, und man erfährt, was wirklich zählt. Gefragt ist dieser Vogelreigen. Er hat uns lange Zeit gefehlt.
Begeistert lauscht man den Gesängen. Sie folgen uns auf Schritt und Tritt. Und stecken wir in tausend Zwängen, befreit der neue Vogelhit.
Es ist ein Juchzen, Jubilieren. Die Ohren werden aufgesperrt. Sie geben und sie intonieren, am frühen Morgen ein Konzert.
Mitbewohner
Die Bäume haben Mitbewohner. Es wird gezimmert und gesägt. Im Einsatz ist der Ärmelschoner, weil er die Flügelspitzen pflegt.
Die alten Mieter sind willkommen. Bald stehen Bäume voll im Saft. Zu neuen - unvoreingenommen, die Toleranz ist sagenhaft.
Beliebt ist jede Ferienwohnung. Sie hängt im Baum an einem Ast. Die Bäume spenden zur Belohnung Insekten für den Feriengast.
Die Bäume und die Schlagersänger sind Freunde und ergänzen sich. Und diese Freundschaft währt schon länger. Man lässt sich nur im Herbst im Stich.
Im Frühling kehrt man lärmend wieder, und renoviert am alten Nest. Zum Richtfest singt man Vogellieder, was sich schon weithin hören lässt.
Neues Handy
Kein Schwein im Andenstaat Peru ist sicher vor den Handytönen. Mit jeder Kuh bin ich per muh. Du solltest dich daran gewöhnen.
Ein Geier, der im Buschwerk kreist, wird eingedeckt mit Melodien. Wenn er den 'frischen' Aas verspeist, wird er entsetzt von dannen fliehen.
Auch zum Polarkreis, wo es taut, verschicke ich, ganz handverlesen, dem Eisbär und der Zottelbraut ein Bild von einem Menschenwesen.
Nun ist die Welt empfangsbereit. Mein Handy liegt mir treu zu Füßen. Und ob es regnet oder schneit. Es will in jede Richtung grüßen.
Und sitze ich im Herrenklo, um meinen Unrat zu entleeren, dann lacht die Mailbox schadenfroh, denn du kannst nur mit ihr verkehren.
Sorgsam
Ich kann mich nicht bei dir beklagen, denn du gehst sorgsam mit mir um. Du bist zu mir an vielen Tagen wie ein entzücktes Publikum.
Mein Herz ist gern mit dir vereint. Und du kennst seine Schwächen. Du hast es immer gut gemeint, und streichelst die Gebrechen.
Es lernt von dir, ich soll dich grüßen. Der Weg zum Ziel, das ist das Ziel. Und manchmal liegt es dir zu Füßen. Es handelt aus dem Bauchgefühl.
Das Menscheln hat auch seine Grenzen. Es wird nicht immer idealt. Dann werden wir die Liebe schwänzen. Die Rechnung wird dann nicht bezahlt.
Doch das ist ausgesprochen selten. Im Ja-Fall wird dann schlimm gebockt. Dann lässt du keinen Einwand gelten, bis unser Frohsinn neu frohlockt.
Giraffen
Giraffen streifen durch die Steppe. Jedoch sie grasen keine 'Wiese'. Ihr Hals ist eine Wendeltreppe, und kopf-hoch lautet die Devise.
Wenn sie den hohen Baum beweiden, entnagen sie die jungen Blätter. Das können Bäume gar nicht leiden, und oft erfolgt ein Donnerwetter.
Das juckt Giraffen nicht die Bohne, denn damit haben sie Erfahrung. Und sind die Äste oben ohne, sucht man am Nachbarbaum nach Nahrung.
Und kommt, es möge nie geschehen, ein Regensturm mit voller Kanne, dann werden sie nicht untergehen. Ihr Kopf ragt aus der 'Badewanne'.
Das Gröbste
Das Gröbste hast du überstanden. Doch was dir fehlt, ist Feinarbeit an allen Ecken und an Kanten. Doch sicher schenkt dir das die Zeit.
Es wird bestimmt nicht einfach werden. Es geht voran, und Zug um Zug. Noch lauern überall Beschwerden. Ich glaube dir, du hast genug.
Im Mitleid möchtest du nicht baden. Das liegt dir alle Tage fern. Was dich entzückt, das kommt in Raten. Das ist in dieser Zeit modern.
Du solltest deinen Schnabel wetzen, und äußern, was dein Herz begehrt. Dann wird man sich gern zu dir setzen, weil man von deinem Wunsch erfährt.
Bald gibt es Sekt und frischen Hummer, garniert mit Shrimps und Kaviar. Und wählst du meine Handynummer, dann machen wir die Sache klar.
Der Tante Emma Laden
Der kleine Tante Emma Laden führt alles, was das Herz begehrt. Den schwarzen Zwirn, den roten Faden. Kein Mensch hat sich bis jetzt beschwert.
Dort herrschen keine kleinen Preise. Das wäre sicher sein Ruin. Er kalkuliert auf seine Weise, das spürt die Packung Koffein.
Jedoch der Kunde ist dort König. Er wird von Kopf bis Fuß hofiert. Und kauft er eines Tages wenig, dann wird er weiter akzeptiert.
Man pleitet knapp vor Monatsende, dann schreibt man ohne Schuldschein an. Doch kurz darauf folgt eine Wende. Und man bezahlt, so bald man kann.
Und kommt ein Fallstrick in die Quere, bespricht man es von Mann zu Frau. Man stottert ab, man hält auf Ehre. Und nimmt die Sache haargenau.
Hoffnungen
Es geht mir dreckig, ungelogen, und man verarscht mich Tag um Tag. Nur Nieten habe ich gezogen, und ständig droht ein Schicksalsschlag.
Die Hoffnungen sind längst ertrunken im Meer aus Schnaps und Pennerglück in Bierkaschemmen und Spelunken. Verbittert schaue ich zurück.
Nun ist die Parkbank mein zu Hause. Und wer ein Herz hat, schenkt mir Geld. Ich kaufe keine Himbeer-Brause, das ziemt sich nicht in meiner Welt.
In meinem Leben fehlt der Zucker. Und manchmal das belegte Brot. Ich bin und war ein armer Schlucker, und habe meine liebe Not.
Ich hänge ab von milden Gaben. Bekannt ist der Verwendungszweck. Und wer mich sieht, wird Mitleid haben. Er gibt mir ab von seinem Speck.
Am Spätnachmittag
Die Sonne rollt, es ist ein Wunder, den steilen Bergabhang hinunter. Schon dämmert es im Wiesengrund. Und Vögel halten ihren 'Mund'.
Der Sonnenstrahl hat Sendepause. Er flüchtet sich in sein zu Hause. Und sitzt entspannt an Heim und Herd. Ein Achtel Rotwein wird geleert.
Die Stimmung dämmert ganz gelassen. Am Spielplatz, es ist nicht zu fassen, kehrt eine 'Grabesruhe' ein. Verebbt ist lautes Kinderschrei'n.
Der Kirchturm wirft den langen Schatten. Der Tag liegt schon in Hängematten. Bald knipst die Nacht die Lichter aus und überflutet Hof und Haus.
Doch hängt der Himmel voller Wolken, dann hat das für die Sonne Folgen. Und keiner kriegt sie zu Gesicht. Und der Ersatz: das Neonlicht.
Die lange Reise
Bald geht es auf die lange Reise. Der große Koffer wird bestückt. Die Kleidungsstücke flüstern leise, man wird gequetscht, gestaucht, gedrückt.
Zum Atmen, klagt ein Ringelsocken, fehlt mir die Luft, das macht mich krank. Er äußert noch, und das ganz trocken. Mir fehlt schon jetzt der Wäscheschrank.
Ins gleiche Horn bläst mit Empörung das blütenweiße Taschentuch. Das führt zu einer Ruhestörung, denn schnell verbreitet sich der Fluch.
Sogar die neuen Badeschlappen sind nicht entzückt und aufgebracht. Sie wollen nicht im Dunkel tappen, sofern die Sonne draußen lacht.
Beruhigt euch, mahnt der Kofferträger, die Sache renkt sich wieder ein. Am Zielort wohnt ein Bettvorleger mit seinem Wandschrank ganz allein.
Ein Esel
Ein Esel stürzt sich auf die Dornen. Er hält nicht viel von Gras und Heu. Und es misslingt, ihn anzuspornen. Denn er bleibt seiner Auswahl treu.
Du musst geschickt die Fragen stellen. Bei allem blökt er nur: Ia. Ein Urteil möchte ich nicht fällen, dem Grautier träte ich zu nah.
Auf steinig, steilen Wanderwegen befördert er die schwere Last. Er bockt, und das kommt ungelegen, er gönnt sich eine kleine Rast.
Dann kann man ziehen oder schelten. Der Esel schaltet schnell auf stur. Der Treiber hat nichts mehr zu melden. Das sind die Launen der Natur.
Seit ein paar Tagen
Der Hals kriecht in den Mantelkragen. Denn es herrscht Frost seit ein paar Tagen. Die Füße klumpen kalt wie Eis, wie jeder aus Erfahrung weiß.
Nun greift man zu den Wintersocken, denn hoch vom Himmel fallen Flocken. Sie folgen uns auf Schritt und Tritt, und wandern auch in Zukunft mit.
Gefroren sind die Wasserpfützen, da freuen sich die Pudelmützen. Sie schlittern johlend Stund-um-Stund auf dem vereisten Untergrund.
Es ist zwar Herbst, denkt man versonnen, jedoch der Winter hat begonnen. Das Christkind setzt sich bald ins Bild, dann wird es sicher wieder mild.
In Parkanlagen
In Parkanlagen liegt der Schnee. Man könnte Schlittenfahren. Gezuckert ist die Baumallee, um ihr Gesicht zu wahren.
Stattdessen tobt die Schneeballschlacht. Es fliegen weiße Bälle. Ein Zielfernrohr ist angebracht, das hilft auf alle Fälle.
Dann kehrt man heim, vom Schnee durchnässt. Die Mutter liest Leviten. Sie wettert und sie ist gestresst: "Wer hat dich nur geritten?"
Der Ranzen fliegt in jedem Fall, (und schwungvoll so wie immer) mit Übermut und Schneekristall ins warme Kinderzimmer.
Die Mutterwut ist schnell verraucht. Die Mikro wärmt das Essen. Es gibt, was man zum Leben braucht. Der Käse wird gegessen.
Geschenke
Verzweifelt sucht man nach Geschenken. Das Warenhaus ist gut bestückt. Die Preise geben zu bedenken. Sie machen uns total verrückt.
Gesucht sind nette Kleinigkeiten. Zuviel des Guten soll nicht sein. Es sollte möglichst Spaß bereiten. Man steht mit seinem Wunsch allein.
Man möchte herzlich Danke-sagen. Die Geste, die ist angebracht. Besonders an den Weihnachtstagen bei Kerzenflimmern in der Nacht.
Wir fangen an, uns zu verfluchen. Das Hirngespinst ist unbequem. Und das, wonach wir endlos suchen, Das wird auf einmal zum Problem.
Man ist gebeutelt und geschunden. Schon gibt man jede Hoffnung auf. Doch schließlich haben wir gefunden. Dann nehmen wir den Preis in Kauf.
Pulverschnee
Vom Himmel schlittert Pulverschnee. Das zuckert alle Bäume. Gepudert wird die Parkallee. Es schneit in unsre Träume.
Die Kinder sind auf Schlittenfahrt mit bunten Pudelmützen. Sie juchzen in die Gegenwart, dass Wangen sich erhitzen.
Auch der so grüne Tannenwald begrüßt die Schneekristalle. Er schenkt dem Zauber Aufenthalt. Und das begeistert alle.
Ob jung, ob alt, man ist entzückt vom Tanz der Winterflocken. Denn jede Form ist weiß geschmückt, sogar die Kirchenglocken.
Man applaudiert der weißen Pracht. Der Schnee spielt seine Rolle. Man wünscht sich für die dunkle Nacht die Flocken von Frau Holle.
Wünsche für das neue Jahr
Das neue Jahr soll dich verwöhnen mit Werten, die dir wichtig sind. Sie sollen dir den Tag verschönen. Verschont seist du vor Gegenwind.
Das Wetter möge mit dir lachen. Und täglich blühe dein Humor. Dein Schatz, der soll dich glücklich machen. Ich-liebe-dich dringt an dein Ohr.
Erspare dir die Langeweile. Sei immer Gast, wo man oast bei dir und in der Straßenzeile, wo immer auch der Frohsinn grast.
Nichts Böses möge dich erzürnen. Sei bitte immer nett zu dir. Gebrannt sind reife Williams Birnen, und dazu gönne dir ein Bier.
Ein Wunsch erfüllt sich unausweichlich. Vom Guten werde reich belohnt. Und jeder Tag sei unvergleichlich. Vom Scheibenkleister sei verschont.
Die Kälte
Die Kälte kriecht ins Unterhemd und in die dicken Socken. Man fühlt sich 'cool' und ungedämmt. Der Atem kommt ins Stocken.
Die Zehen sind ein Klumpen Eis. Ein Schal wird nicht viel nützen. Das Wetter fordert seinen Preis und zwingt zu Pudelmützen.
Man liebt sein Heim und sitzt am Herd. Und lässt die Katze dösen. Ein Früchtetee wird heiß begehrt, er schützt uns vor dem 'Bösen'.
Vom Winter hat man oft geträumt. Es zieht durch Fensterritzen. Doch wer den Schnee vom Gehsteig räumt, gerät dabei ins Schwitzen.
Der Winter
Der Winter ist noch nicht geboren. Geplant ist schon sein Aufenthalt. Der Herbst hat sein Gesicht verloren. Im Freien ist es bitterkalt.
Es nebelt nicht durch grüne Auen. Die Dächerziegel sind geweißt. Man könnte einen Schneemann bauen, der mit geschwärzten Zähnen beißt.
Die Schrebergärten: längst verlassen. Man sucht sein Glück an Heim und Herd. Und in geschmückten Lichtergassen wird eine Vorweihnacht beschert.
Es knistert Holz im Kachelofen. Ein Schulkind übt ein Weihnachtslied. Es stolpert bei den letzten Strophen, was keine Folgen nach sich zieht.
Der Herbst hat sein Gesicht verloren, und kam gehörig aus dem Tritt. Bald wird die Winterzeit geboren. Man rät zu einem Kaiserschnitt.
Das Jahr
Das Jahr sah Sonne und den Schatten. Die Badehose und den Schal. Die Blue-jeans und auch die Krawatten. Die Hand im Gips im Wartesaal.
Es lächelte beim Zeitungslesen. Es fieberte im Bundestag. Es trank sein Bier am Kneipentresen. Es fasste Fuß trotz Schicksalsschlag.
Vergessen sind die ersten Schritte. Wahrscheinlich trank es Jahrgangssekt. Man nahm es prostend in die Mitte. Man hat es peu-à-peu entdeckt.
So vieles hat es überwunden. Wer nachdenkt, der begreift es schnell. Doch manche wunderschöne Stunden entfernten wir mit dem Skalpell.
Wir fragen uns, was wird uns bleiben, das nicht verwelkt, das mit uns geht. Ich werde Ansichtskarten schreiben, damit es Stürme übersteht.
Schlagabtausch
Ich möchte keine Kräfte messen. Ein Schlagabtausch ist mir verhasst. Der Anstand wird dabei vergessen. Ein Unding, das mir gar nicht passt.
Ich will nicht mit den Fäusten reden. Die Sache ist mir nämlich ernst. Mit Füßen will ich dich nicht treten, wenn du den Sachverhalt entfernst.
Ich möchte meinen Schnabel wetzen, und diskutieren stundenlang. Wir sollten uns zusammensetzen nach einem Sonnenuntergang.
Die Grippe
Dein ganzer Körper spielt verrückt. Es nagt an dir die Grippe. Der Teufel hat dir das geschickt, Er nimmt dich auf die Schippe.
Du fühlst dich elend, mies und matt. Und nichts kann dich erfreuen. Das Leben findet nicht mehr statt. Der Schmerz: am Wiederkäuen.
Vergangen ist der Appetit. Du löffelst Hühnerbrühe. Die Krankheit nimmt dich lähmend mit. Das Lächeln macht dir Mühe.
Die schönste Krankheit taugt nicht viel. Du bist am Selbstmitleiden. Denn es rumort dein Bauchgefühl. Und das ist echt besch..eiden.
Es dauert Tage, dann ist Schluss mit den Grippal-Beschwerden. Dann spürst du wieder den Genuss, entspannt gesund zu werden.
Es taut
Die weiße Pracht fängt an zu tauen. Die Minusgrade sind im Plus. Und wenn wir aus dem Fenster schauen, dann rinnsalt alles Richtung Fluss.
Der Schneemann hat den Kopf verloren. Und seine Nase liegt im Harsch. Die Innereien sind gefroren, doch knackig ist nicht mehr sein Arsch.
Der Schlitten schleift mit seinen Kufen auf aufgeweichtem Untergrund. Ein Pfützenstück kommt wie gerufen, sein Eis ist noch im Kern gesund.
Das Dach tropft in die Regenrinne. Man sieht bereits das Ziegelrot. Den Eindruck, den ich dann gewinne, der Schnee, vom Aussterben bedroht.
Die weiße Pracht weicht alten Farben, die sind uns hinlänglich bekannt. Der Schnee von gestern leckt die Narben und flüchtet in das Eisbär-Land.
Schwerer Schlitten
Ein Rentier zieht den schweren Schlitten. Es macht die Nebelleuchte an. Die Tage sind schon fortgeschritten. In Eile ist der Weihnachtsmann.
Am Rücksitz stapeln sich Pakete, die Weihnachtskarten mit Motiv, die lang ersehnte Dankesrede, ein parfümierter Liebesbrief.
Die weiße Pracht für Fräulein Holle, der Smoking für den Pinguin, das schwarze Schaf braucht dringend Wolle, ein alter Mann die Medizin.
Dem Pfarrer fehlen noch die Worte, mit denen er dem Schöpfer dankt. Der Himmel öffnet seine Pforte, und schenkt, was man ihm abverlangt.
Der Weihnachtsmann, der ist der Bote. Er liefert, was das Herz begehrt. Den Armen zuckert er die 'Brote', bevor sein Rentier heimwärts fährt.
Die Wetterfrösche
Die Wetterfrösche melden Regen. Das passt uns gar nicht in den Kram. Die meisten haben was dagegen, doch der Protest ist äußerst zahm.
Was sollen wir dagegen machen. Ein Widerwort, das bringt nicht viel. Wir wünschen uns das Sonnenlachen. Doch Petrus hat die Hand im Spiel.
Bald sprießen wieder Regenschirme in der belebten Innenstadt. Doch fegen dazu wilde Stürme, dann hat man selbst das Bummeln satt.
Geströmt wird in die Fachgeschäfte und in ein volles Trend-Café. Und manche trinken Gerstensäfte. Wer kränkelt, der schlürft Früchtetee.
Man redet Talk, beschimpft das Wetter, und man vertreibt sich so die Zeit. Es rascheln Illustrierten-blätter. Die Langeweile macht sich breit.
Die Bescherung
Bald steigt das Hohe Weihnachtsfest. Dann hat man die Bescherung. Die Frau und Mutter ist gestresst. Sie sucht nach der Erklärung.
Es biegt sich tief der Gabentisch mit festlichen Geschenken. Der Weihnachtsstern ist gärtnerfrisch und gar nicht wegzudenken.
Erfüllt wird jeder Kindheitstraum, wenn eine Glocke bimmelt. Der bunt geschmückte Tannenbaum wird allseits angehimmelt.
Ein Weihnachtslied wird schnell zum Hit. Piano wird zum Forte. Die erste Strophe singt man mit, dann fehlen uns die Worte.
Das Fest ist voller Harmonie, gebändigt die Rabauken, dann streikt die erste Batterie, schon tränen Kinderaugen.
Das Jahr 2009
Das Jahr geht in die letzte Runde. Im Kühlschrank wartet kalt der Sekt. Es dauert eine halbe Stunde, dann wird das neue aufgeweckt.
Wir hinterfragen, resümieren, und überdenken, was uns bleibt? Die Argumente diskutieren, doch die Promille übertreibt.
Kein Zweifel, es gab Glücksmomente. Ein Deckel hat zum Topf gepasst. Jedoch es gab auch ohne Ende den Alltagsbrei und den Ballast.
Wir schwingen letzte Abschiedsreden, (auch das gehört zum Repertoire), dann starten in die Nacht Raketen und künden laut vom Neuen Jahr.
Für Gerlinde
Ganz friedlich bist du eingeschlafen. Das Leben hast du hinter dir. Der Himmel ist dein Schutz, dein Hafen. Nun stehst du an der Eingangstür.
Dort bist du allerliebst willkommen. Man freut sich auf den Dauergast. Wie du dich fühlst, bleibt unbenommen. Nun kehre ein und halte Rast.
Bald wirst du neue Freunde finden, denn deine Art ist liebenswert. Ein Engel wird sich an dich binden, der dich beschützt und dich 'belehrt'.
Vergessen ist das 'Hunde-kläffen'. Du fühlst dich wohl und nicht mehr mies. Dann wirst du alte Freunde treffen, und findest in dein Paradies.
Du bist uns nur vorausgegangen. Den Rest, den regelt dann die Zeit. Dein neuer Weg hat angefangen. Er dauert bis in Ewigkeit.
Im Regen
Wir stehen, wie man sagt, im Regen. Bis gestern war noch alles gut. Und was geschah, kam dir gelegen. Es sprühte noch dein Übermut.
Dein Regenschirm war deine Stütze. Du suchtest Halt und einen Arm. Und warst dir sicher, dass es nütze. Wer dachte schon an Großalarm.
Kein Nichts und Niemand kann dich retten, du siechst dahin im Krankenhaus. Steril sind alle Krankenbetten, und du hauchst dort dein Leben aus.
Wir sind bedrückt, wenn wir erklären, du hast die längste Zeit gelebt. Und was wir ohne dich wohl wären, das hat uns allen vorgeschwebt.
Die Nacht hat insgeheim begonnen. Was dich umstrickt hat Hand und Fuß. Das Dunkle hat sein Spiel gewonnen, in deine Stille einen Gruß.
Fassungslos
Wir stehen fassungslos daneben und schluchzen laut: Das darf nicht sein. Denn unausweichlich geht dein Leben schon in den nächsten Tagen ein.
So vieles wäre noch zu sagen. Es bleibt wohl ewig ungesagt. Unüberhörbar unsre Klagen. Den letzten Schritt hast du gewagt.
Wir werden von dir Abschied nehmen mit einer Geste, einem Wort. Und das wird die Gefühle lähmen. Doch Trauer spüren wir sofort.
Ade und eine gute Reise. Wir ziehen gern vor dir den Hut. Du gehst auf deine Art und Weise. Die Hoffnung bleibt: Es geht dir gut.
Der Abschied war nicht so wie immer. Denn keiner fällt dir um den Hals. Uns bleibt ein kleiner Hoffnungsschimmer: Du fühlst die Geste jedenfalls.
Gerlinde sagt: Ade
Nun ist es Zeit: Ade zu sagen. Das Taxi wartet vor der Tür. Im Raum, da stehen noch die Fragen. Ich lass' sie einfach hinter mir.
Warum, weshalb? Mir fehlen Worte. Das Ganze ging selbst mir zu schnell. Der Himmel öffnet seine Pforte. Nun stoppt mein Lebenskarussell.
Ihr alle seid mir lieb und teuer. Ich hoffe, ihr vermisst mich auch. Denn zwischen uns, da brennt ein Feuer. Und das rumort in meinem Bauch.
Ich werde von euch Abschied nehmen. Zu Ende ist die Leidenszeit. Es warten auf mich neue Themen, darunter auch die Ewigkeit.
Geschockt
Wir sind geschockt und stark betroffen. Gedanken sind wie aufgehetzt. Doch ganz umsonst ist unser Hoffen, weil sich der Nebel zu dir setzt.
Auch der Verstand kann es nicht fassen. Das Innere ist aufgewühlt. Wir rühren in den Kaffeetassen und haben trostlos mitgefühlt.
Du bist bereit für neue Welten. Das meiste hast du abgehakt. Den Einwand lässt du nicht mehr gelten. Dein letztes Wort hast du gesagt.
Du bist gewappnet für die Reise. Und fragst vielleicht: Wo geht es hin? Gevatter Tod zieht seine Kreise. Er streichelt dich und flüstert leise: Sei unbesorgt, weil ich von nun an bei dir bin.
Im Leben
Vieles nimmt ein schlimmes Ende. Selbst das Leben beißt ins Gras. Und dann falten wir die Hände. Und verzichten auf den Spaß.
Alles geht den Bach hinunter, Liebesfreud und Liebesleid. Täglich hoffen wir auf Wunder auf dem Weg zur Ewigkeit.
Menschen stolpern über Steine, und sie fallen in den Dreck. Und dann lässt man sie alleine mit dem kleinen Handgepäck.
Leider fehlt ein Inne-Halten. Alle Wege sind verbaut. Und die Missgeschicke walten. Und die Tränen schluchzen laut.
Nur der Eine wird uns trösten, denn er hört den Großalarm. Und mit Worten und mit Gesten nimmt er uns in seinen Arm.
Unser Herrgott
Es ist vortrefflich gut zu wissen, dass unser Herrgott zu uns steht. Und keiner wird ihn je vermissen, auch wenn es nicht mehr weitergeht.
Er hält zu dir zu allen Zeiten. Und er ist da, wenn du ihn brauchst. Er wird dich durch den Tag begleiten, und wenn du nächtens untertauchst.
Er fragt dich nicht nach Soll und Haben. Ihn kümmert nicht dein Hab und Gut. Er schenkt dir alle guten Gaben. Liegst du am Boden, impft er Mut.
Er kennt kein Ruhen und kein Rasten. Und nimmt dich schützend an die Hand. Er trägt für dich die Folgelasten. Er führt dich ins gelobte Land.
Das Schwere wird er mit dir teilen. Geht etwas krumm, er wartet schon. Ihm widerstrebt, sich abzuseilen, er schleicht sich sicher nie davon.
Zahnweh
Die Ehefrau kaut Walnusskerne. Urplötzlich hat es wehgetan. Das hat sie aber gar nicht gerne. Es pocht ihr linker Backenzahn.
Den Schmerzen kann sie nicht entfliehen. Und schon verflucht sie ihr Gebiss. Sie denkt daran, den Zahn zu ziehen. Dann endet dieses Ärgernis.
Um sich vor diesem Weh zu retten, verordnet sie sich kurzerhand die griffbereiten Schmerztabletten, die helfen mehr als ein Verband.
Nun kann sie wieder weiterkauen. Am Zahnarzt führt kein Weg vorbei. Dort lässt sie eine Brücke bauen. (Gebändigt wird der letzte Schrei.)
Kein Mensch vereitelt ihre Pläne. Sie nimmt sich selber in die Pflicht. Und schließlich beißt sie auf die Zähne, und auf ihr Seelengleichgewicht.
Beim Zahnarzt
Man sitzt entnervt im Wartezimmer. Man hört den Bohrer und sein Lied. Der Angstschweiß, der erschrickt wie immer. Er kennt sich aus auf dem Gebiet.
Am liebsten würde man verschwinden. Jedoch es pocht der Backenzahn. Der Doktor soll das unterbinden. Mein erster Schritt dazu: getan.
Entsetzlich sind nur die Geräusche. Man fröstelt unaufhörlich mit. Auch wenn ich mich nur selten täusche, hier macht das Leben einen Schnitt.
Man fühlt sich einsam und verlassen auf dem verhassten Marterpfahl. Und eines können wir nicht fassen: Man wird erlöst von seiner Qual.
Nun lacht die Sonne wieder heiter, selbst wenn es wie aus Kübeln gießt. Dann geht das Leben schmerzlos weiter, man zeigt die Zähne und genießt.
Eine Atempause
Das Jahr nimmt eine Atempause. Die Weihnachtskerzen sind verbrannt. Wer Urlaub hat, bleibt brav zu Hause und ist von Kopf bis Fuß entspannt.
Die Mutter pendelt in Geschäfte. Und hamstert Brot und Schinkenspeck. Für ihren Sohn Gemüsesäfte und eine Tüte Bärendreck.
Bald trifft ein Korken die Tapete. Weshalb ein kleiner Eindruck bleibt. Zum Himmel startet die Rakete, die sich bei Nacht, die Zeit vertreibt.
Doch davor will man Kräfte sammeln. Der Gänsebraten wird verdaut. Man pflegt dann auf der Couch zu gammeln, wo nichts und niemand nach uns schaut.
Die Ehefrau spielt 'Krankenschwester', und holt Getränke von der Bar. Dann überfällt uns der Silvester, das kennen wir vom letzten Jahr.
Der Diebstahl
Ich habe nichts mehr zu verlieren, man hat mein Portemonnaie geklaut. Die Gauner können triumphieren, sie haben mir den Tag versaut.
Nun sitz' ich da und bin erschüttert. Ich bin doch eine arme Maus. Und schluchze laut und bin verbittert. Das halte ich im Kopf nicht aus.
Das waren meine letzten Kröten. Und bis zum Ersten ist es weit. Der letzte Pfennig, der ging flöten. Und das auch noch zur Weihnachtszeit.
Was wollt ihr mit den Plastikkarten? Euch fehlt doch die geheime Zahl. Ich kann es leider kaum erwarten, schickt sie zu mir, (verdammt noch mal).
In den letzten Zügen
Das Jahr liegt in den letzten Zügen. Der Zielstrich ist die Mitternacht, dann werden Leuchtraketen fliegen, und jeder Chinaböller kracht.
Geschmiedet werden neue Pläne. Ein Vorsatz rückt ins Rampenlicht. Verstohlen weint die Abschiedsträne, und keiner kriegt sie zu Gesicht.
Den Nachbarn wünscht man Glück und Frieden, sowie die schöne, heile Welt. Das lässt sich jeder gerne bieten, weil dieser Denkansatz gefällt.
Das alte Jahr ist abgeschrieben, der Ärger und der Freudentanz. Man denkt an Freunde, an die Lieben, und jeder zieht für sich Bilanz.
Das alte Jahr
Das alte Jahr ist fast am Ende. Es geht ihm bald die Puste aus. Und dann bezieht es seine Rente, und flüchtet in sein Schneckenhaus.
Der letzte Tag ist angebrochen. Man blickt zurück und resümiert. Oft hat es sich zu viel versprochen. Und manchmal hat es sich blamiert.
Vergessen sind die Missgeschicke. Jedoch es macht sich insgeheim auf die erlebten Augenblicke in seinem Herzen einen Reim.
Unüberhörbar sind Gerüchte. Das alte Jahr schleicht sich davon. Es wird zu einer Zeitgeschichte, zu Ende geht sein Marathon.
Geburtstag Vater
Gesundheit, Glück und langes Leben. Am Morgen Quark und Kräutertee. Das möge dir der Himmel geben im Sommer und bei Pulverschnee.
Der Garten möge dich erfreuen. Du gibst auf alle Pflanzen acht. Und notfalls wirst du Dünger streuen. Doch niemals wenn die Sonne lacht.
Als Fachmann weißt du das genauer. Du kennst dich aus auf dem Gebiet. Die Blume braucht den Regenschauer, weil er das Wachstum nach sich zieht.
Dein Mittelpunkt: das Mittagessen. Auf Rädern wirst du gut versorgt. Bis jetzt hat man dich nie vergessen. Ein Wein wird dabei nicht entkorkt.
Dann gönnst du dir die Atempause, und machst dich auf dem Sofa breit. Du fühlst dich wohl bei dir zuhause und schenkst den Träumen Raum und Zeit.
Gesundheit, Glück und Gottes Segen. An jedem Tag, das wünschen wir. Sei stets beschützt auf deinen Wegen. Und abends eine Flasche Bier.
Wie man sich fühlt
Man ist so jung, wie man sich fühlt. Das wissen wir zu allen Zeiten. Und sind die Tage eisgekühlt, dann werden wir darunter leiden.
Man ist so klug, wie man sich gibt. Die Weisheit schreit im Kinderwagen, den man bei Wind und Wetter schiebt durch die verwaisten Grünanlagen.
Man ist so reich, bis man entdeckt: Ich schreibe nur noch rote Zahlen. Dann werden Wünsche abgespeckt. (Um nur das Schlimmste auszumalen.)
Man ist so schön, bis man erkennt, das Gegenüber ist ein Spiegel, wo jede Falte, vehement, nach Creme schreit und Schönheitstiegel.
Man ist so alt, wie man sich fühlt. Und dabei läppern sich die Jahre. Das Innen wird dann aufgewühlt, und der Verstand ist Mangelware.
Zum neuen Jahr
Gutes mögest du erfahren. Jedes Unglück sei dir fern. Schönes sollst du aufbewahren, und den Satz: Ich hab dich gern.
Missgeschicke wird es geben. Nimm sie hin und weine nicht. Denn auch das gehört zum Leben. Und das Aufsteh'n wird zur Pflicht.
Stürme werden dich zerzausen. Böig weht der Gegenwind. Und ein Affe wird dich lausen, wenn die Traurigkeit beginnt.
Vieles hast du gut gemeistert. Halte durch und komm ans Ziel. Jeder ist von dir begeistert. Handle stets mit Bauchgefühl.
Was du wünschst, soll sich erfüllen. Gib nicht nach und gib nicht auf. Möge sich die Sehnsucht stillen. Fröhlich sei dein Lebenslauf.
Zur Neige
Nun geht das Jahr zur Neige. Die Koffer sind gepackt. Bald spielt es zweite Geige und es wird abgewrackt.
Es könnte viel erzählen, das wäre 'unerhört'. Es wird sein Ziel verfehlen. Man wäre nur empört.
Es will nichts mehr beweisen. Beim nächsten Glockenklang zählt es zum alten Eisen. Dann folgt sein Untergang.
Es könnte aufbegehren. Es hätte Grund genug. Es wird sich nicht beschweren. Das neue ist am Zug.
Licht im Kühlschrank
Wer knipst das Licht im Kühlschrank aus? Ich bin mir nicht im Klaren. Man dämmt ein Dach, ein ganzes Haus. Auch ich will Strom einsparen.
Es brennt dahin und kostet Watt. Ich will das Klima schützen. Das findet auch im Kühlschrank statt. Das will ich unterstützen.
Ich teste häufig, ob es brennt, und liege auf der Lauer. Ich führe Buch, was jeder kennt, und langsam werd' ich sauer.
Das Licht ist an zu jeder Zeit. Und das sind Umweltsünden. Das zehrt an meinem Nervenkleid. Ich will es unterbinden.
Ich rechne hoch und bin am Ball. Und bleibe auf dem Posten. Am besten wär' ein Stromausfall, das senkt enorm die Kosten.
Die Süße
Manchmal ist die Süße sauer, und ich forsche nach dem Grund. Mein Gemüt liegt auf der Lauer, doch es hält den Plappermund.
Ratlos stehe ich daneben. Und ich höre sprachlos zu. Keinen Einwand wird es geben. Widersprüche sind tabu.
Wilde Wortkaskaden prallen auf ein morsches Mühlenrad. Und die ersten Flüche fallen. Und dann hat man den Salat.
Lass ihr Tosen und ihr Brausen. Harmlos ist ihr Schlangengift. Und sie schimpft auf die Banausen. was mich aber nicht betrifft.
In diesen Tagen
Es geht uns gut in diesen Tagen. Das Christkind hat uns reich beschenkt. Wir haben Zeit zum Danke-sagen. Der Magen hat sich eingerenkt.
Das alte Jahr ist 'lebensmüde'. Es wartet auf die Mitternacht. Versektet ist die Einkaufstüte. Ein Feuerwerk wird angedacht.
Dann wird ein Vorsatz ausgegraben. Er stammt noch aus dem letzten Jahr, den wir zum Glück vergessen haben. Er wirkt wie neu und anwendbar.
Das Portemonnaie wird auch gewässert, das zieht die Scheine magisch an. Das Taschengeld wird aufgebessert, bei jung und alt, bei Frau und Mann.
Bald fließt der Sekt, es knallen Korken. Ein Nachbar kommt zum Stehempfang. Man übertüncht die Alltagssorgen mit Hausmusik und mit Gesang.
Es fehlt die Zeit
Es fehlt die Zeit für Komplimente. Der Linienbus kommt angerauscht. Das Herz-an-Herz hat nun ein Ende. Bald wird ein Kuss nicht mehr getauscht.
Sie fährt allein in Richtung Norden. Und viel zu schnell verflog die Zeit. Wir sparen nicht mit netten Worten. Ein Hauch von Trauer macht sich breit.
Wir füttern noch die Schmetterlinge. Und pflegen unser Bauchgefühl. Nach außen sind wir guter Dinge. Dann stürzt der Bus sich ins Gewühl.
Zum Jahresanfang
Ich wünsche dir verdammt viel Schwein, und Sonne ohne Ende. Das Glück soll immer bei dir sein. Es reiche dir die Hände.
Ein liebes Wort sei stets parat. Und steckst du in der Krise, dann zeige Kopf-hoch und Format, so lautet die Devise.
Sei zuversichtlich, bleib dir treu, und stehe dir zur Seite. Den Weizen trennt man von der Spreu. Was dich bedrückt, vermeide.
Steck deinen Kopf nicht in den Sand. Das lindert Herzbeschwerden. Und raubt die Zeit dir den Verstand, dann soll es schleunigst anders werden.
Neujahrsanfang
Noch liegst du weich im Bett vergraben. Die Decke reicht dir bis zum Kinn. Die Träume werden Ausgang haben und schenken deinem Leben Sinn.
Das neue Jahr ist ausgebrochen, wie immer pünktlich und mit Krach. Du hast dir nicht zuviel versprochen. Es ist schon ein paar Stunden wach.
Du wirst dich bald daran gewöhnen. Du wirst es täglich wiederseh'n. Man lobt es in den höchsten Tönen. Nun schreiben wir zweitausend zehn.
Es wird uns nicht nur Glück bescheren. Doch darauf sind wir längst gefasst. Weil neue Besen besser kehren. Doch manches wird uns zum Ballast.
Es liegt mir wirklich fern zu unken. Ich liebe dich mit Haut und Haar. Dein erster Auftritt macht betrunken. Ich wünsche dir ein schönes Jahr.
Im Sauseschritt
Die Zeit vergeht im Sauseschritt. Die Stundenzeiger rasen. Die Tage kommen kaum noch mit. Schon grüßen Osterhasen.
Das Weihnachtsfest ist abgehakt. Man feuert Leuchtraketen. Und wer sich in die Bütte wagt, versprüht nun Faschingsreden.
Die Maskerade wird zur Pflicht. Man sieht den Frühling gähnen. Der Krokus lacht in mein Gesicht. Mir kommen Freudentränen.
Dann sommert es in der Natur. Die Hitze eine Plage. Man schwitzt gereizt, rund um die Uhr, und stellt sich selbst in Frage.
Schon wallt der Nebel milchig weiß am Flussrand durch die Auen. Dann schließt sich bald der Jahreskreis. Und darauf kannst du bauen.
Touristen
Touristen reisen um die Welt zu allen Jahreszeiten. Man pilgert, weil es uns gefällt, zu Sehenswürdigkeiten.
Man macht sich gerne selbst ein Bild von Schlössern und Vitrinen. Die Neugier wird dadurch gestillt selbst bei den Steinruinen.
Den Eindruck hält ein Photo fest. Man kauft auch Ansichtskarten. Damit es sich beweisen lässt (was andere erwarten).
Dann kehrt man heim ins Vaterland mit Koffern, Taschen, Kisten. Am Rücken juckt der Sonnenbrand und überall Touristen.
Sperrangelweit
Die Tür zum Frühling steht weit offen. Der Schnee von gestern ist getaut. Was wir von ganzem Herzen hoffen, das macht sich nun mit uns vertraut.
Noch fehlen Blätter auf den Bäumen. Jedoch die Knospen werden prall. Vor Freude will man überschäumen, denn die Natur schnappt sich den Ball.
Der Krokus sonnt in jedem Garten. Und treibt es unwahrscheinlich bunt. Wir mussten lange auf ihn warten, nun rückt er in den Vordergrund.
In der Natur gibt es kein Halten. Die Sonne streichelt Wiesengrün. Die Pflanzen können sich entfalten und erste Gänseblümchen blüh'n.
Die Tage werden spürbar länger. Der Winterspeck hält streng Diät. Man schnürt den Gürtel wieder enger, denn dafür ist es nie zu spät.
Winterspeck
Wir stürzen uns auf Süßigkeiten, auf Pralinées und Spritzgebäck. Das kann die Taille gar nicht leiden. Im Vormarsch ist der Winterspeck.
Wir passen nicht mehr in die Hose. Das ist uns leider piepegal. Wir futtern Plätzchen aus der Dose, und das zum wiederholten Mal.
Wir lieben innig Schokolade, in Riegelform und im Quadrat. Und kennen dabei keine Gnade, und platzen förmlich aus der Naht.
Wir könnten uns dagegen wehren. Im Supermarkt wird jeder schwach. Wir bringen dann, in allen Ehren, das Süße unter Dach und Fach.
Im Frühjahr lockt die neue Mode, mit der man liebend gerne geht. Verführerisch die Angebote, dann hält der Winterspeck Diät.
Guter Rat
Du bist am Ende deiner Kräfte, dann tanke auf in der Natur. Vermeide bitte die Geschäfte und sei dir selber auf der Spur.
Betrachte die verschneiten Wiesen. Und tauche ein in deinem Ich. Und fange an, dich zu genießen. Und irgendwann erkennst du dich.
Vergiss am besten die Finanzen, weil dieses Thema jeden quält. Ich wünsche dir im großen Ganzen, dass du begreifst, was wirklich zählt.
Und irgendwann wirst du entdecken, du schenkst dem Ich ein Rendezvous. Du musst dich nicht vor dir verstecken. Und bist ganz einfach wieder Du.
Dein Wunsch
Dein Wunsch stößt nur auf taube Ohren. Er wird gefedert und geteert. Jedoch du pochst ganz unverfroren auf das, wonach dein Herz begehrt.
Es liegt dir fern, klein beizugeben. Was andre denken ist dir gleich. Dein ganzes Sinnen und Bestreben ist steinig, steil und dornenreich.
Du setzt gewieft auf eine Karte. Du lässt nicht locker, gibst nicht auf. Du handelst, wie ich es erwarte. Den Frust nimmst du dabei in Kauf.
Du triffst auf tausend Widerstände. Das ist dir ein paar Tränen wert. Jedoch zum Schluss, und ganz am Ende, da spielt man laut dein Wunschkonzert.
Im Internet
Man stöbert in Kontaktanzeigen und sucht nach einem besten Stück. Doch was man tut, muss man verschweigen, sonst wackelt stark das Eheglück.
Die Auswahl: riesengroß und reichlich. Zunächst grenzt man das Alter ein. Und diese Tat ist unausweichlich. 'Sie soll in meinem Alter sein.'
Noch immer sind die Angebote unüberschaubar, massenhaft. Kontakten heißt die neue Mode. Gefühle setzt man außer Kraft.
Nach zähem Suchen, In-sich-gehen, trifft man entschlossen seine Wahl. Per Email gibt man zu verstehen, 'wir treffen uns im Tanzlokal.'
'Am Eingang will ich auf dich warten. Ich trage einen Cowboyhut. Und spiele mit zwei Eintrittskarten, und dann wird alles endlos gut.'
Dann naht die Zeit, mit ihr die Stunde. Man flieht aus tristem Alltagsgrau. Die Spannung steigt nun pro Sekunde. Nun steht vor ihm - die Ehefrau.
Zu beneiden?
Im Grunde bin ich zu beneiden. Zwei Herren machen mir den Hof. Ich kann mich aber nicht entscheiden. Das finden beide ätzend doof.
Doch keinen möchte ich verlieren, denn beide sind mir lieb und wert. Es würde mich total frustrieren, wenn einer aus dem Ruder schert.
Ich möchte mich an beide binden. Mit jedem bin ich gern intim. Nun muss ich neue Wege finden, sowohl mit ihm als auch mit ihm.
Bis gestern war mein Glück vollkommen. Doch einer nach dem andren ging. Das hat mich seelisch mitgenommen. Nun tanzt nicht mehr mein Schmetterling.
Ein Eisbär
Ein Eisbär schlittert mit den Tatzen auf blankem, spiegelglattem Eis. Er muss sich an der Nase kratzen. Sein Zottelfell ist blendend weiß.
Er trottet durch die Schneelawinen. Sofern ein Berg ins Flachland 'fliegt', dann trabt er über Eisruinen. Der Schneefuchs weiß, woran das liegt.
'Das kommt von einem warmen Klima, der Grund des Übels, co2 Das ist verhängnisvoll, nicht prima,' und endlos seine Litanei.
Der Eisbär hofft, dies einzudämmen, er wird auch wortreich unterstützt. Doch Industrienationen hemmen, was ihm in jedem Falle nützt.
Noch kann er über Schollen springen. Noch ist die Aussicht wunderbar. Jedoch er kann ein Liedchen singen, dass es vor Jahren besser war.
Entgleisung
Mit Worten kann man leicht entgleisen. Die Flüche kommen zu Besuch. Die über einem Tatort kreisen, und sind ein tausend-Seiten-Buch.
Ein Schimpfwort ist in aller Munde. Man denkt nicht nach und spuckt es aus. Dann dreht es eine Ehrenrunde, es wartet auf den Sturmapplaus.
Oft gibt es laute Diskussionen und angenervt schlägt man zurück. Den Anstand wird man nicht verschonen. Man kontert und dann kommt es dick.
Doch manchmal hält man seinen Schnabel. Man überlegt, das Mundwerk schweigt. Im Abseits liegt der Wörterstapel, weil man rotzfrech den Vogel zeigt.
Eiseskälte
Empfohlen werden hohe Schuhe bei dieser kalten Witterung. Ein Frost - wie in der Tiefkühltruhe. Und das 'belästigt' alt und jung.
Im Keller ist das Thermometer, und es besucht den Minusgrad. Gefüttert wird das Nappa-Leder. Und jeder schraubt am Thermostat.
Gefragt sind dicke Daunenjacken, aus Wolle der gestrickte Schal. Der wärmt das Kinn, den kühlen Nacken im meterhoch verschneiten Tal.
Man packt sich ein wie eine Zwiebel. Das Unterhemd - die erste Schicht. Denn so bekämpft man schnell ein Übel. Und jeder weiß, wovon man spricht.
Die Pudelmütze schützt die Ohren. Und das Gesicht wird eingemummt. Gedanken werden tiefgefroren. Der freche Schnabel ist verstummt.
Dummheit zum Quadrat
Vieles will mir nicht gelingen. Liebend gerne möchte ich: über meinen Schatten springen, wenigstens gelegentlich.
Doch ich bin mir selbst im Wege. Scheitern würde ein Versuch. Und die Nerven, die ich säge, fänden sich im Tagebuch.
Manchen Wunsch muss ich vertrösten, weil es nur mein Bestes raubt. 'Wortgewaltig' sind die Gesten. Manches Ziel: zu hochgeschraubt.
Vieles möchte ich erzwingen. Häufig will ich, in der Tat, über meinen Schatten springen. Das ist Dummheit zum Quadrat.
Ob Tiere lachen?
Die Tiere kringeln sich vor Lachen. Doch sicher nicht im Streichelzoo. Sie werden frohe Miene machen im Herren- oder Damenklo.
Sie schäkern gern mit Ihresgleichen, wenn sich der Mensch vom Acker macht. Und wollen dabei nur erreichen, dass ein Gefährte herzhaft lacht.
Sie haben Spaß und machen Witze vom Mensch, der Krönung der Natur. Oft reichen auch Gedankenblitze im Vogelhaus der Kuckucksuhr.
Die jungen kichern mit den alten. Meist ist der Mensch das 'Lachobjekt'. Sie müssen sich die Bäuche halten. Jedoch ihr Spaß bleibt unentdeckt.
Ob Bettelmann, ob Rockefeller. Der Mensch grinst häufig 'auf Befehl'. Zum Lachen geht er in den Keller, doch Tiere - die sind quietschfidel.
Schneefall
Es flockt hauchzart aus Wattewolken, Es schneit in unsre Gegenwart. Wer autofährt, bedenkt die Folgen. Ich wünsche allseits: Gute Fahrt.
Nun wächst der Schnee mit seiner Decke. Das wurde gestern prophezeit. Die Katze kauert in der Ecke. Ihr siebter Sinn, der weiß Bescheid.
Dem Wetterfrosch kann man vertrauen. Wir können morgen leichter Hand aus Kugeln einen Schneemann bauen im Schatten einer Häuserwand.
Dann werden Kinderaugen strahlen. Ein Schlitten fährt zum nahen Berg. Man könnte es nicht schöner malen. Und neidisch schaut der Gartenzwerg.
Am Boden liegt die Zuckerwatte. Man hinterlässt stets eine Spur, ob Kind, ob Frau, ob Göttergatte. Bezaubernd weiß ist die Natur.
Umzug
In Kisten steckt das Dachgeschoss. Entkleidet sind die Schränke. Man sucht den Schlüssel für ein Schloss und eine Katzentränke.
Doch alles hat man gut verpackt. Man wird auf steilen Treppen im angesagten Arbeitstakt, den Wust nach unten schleppen.
Dort wartet winterlich bereift ein großer Lieferwagen. Man füttert, was man schnell begreift, den leergefegten 'Magen'.
Im Auto parkt das Hab und Gut. Und müde sind die meisten. Und dann pausiert die Arbeitswut. Das kann man sich auch leisten.
Die Fuhre fährt ein netter Herr, das wird die Kräfte schonen in das gemietete Parterre. Wo die Besitzer wohnen.
Tanzen
Wir tanzen bis die Fetzen fliegen, und bis die erste Socke raucht. Wir stürzen uns in das Vergnügen. Am Ende sind wir ganz geschlaucht.
Dann werden wir kurz Atem holen, und wir ertränken unsren Durst. Das kostet leider ein paar 'Kohlen'. Das ist uns aber völlig 'wurscht'.
Dann geht die Polonaise weiter. Geprobt wird auch ein Wechselschritt. Die Atmosphäre lächelt heiter, und nimmt uns unwahrscheinlich mit.
Wir tanzen bis zum frühen Morgen. Dann ist die Blasmusik erschöpft. Vergessen sind die Alltagssorgen. Ein letzter Rotwein wird geköpft.
Dann geht es heim, es dröhnen Lieder, als wären wir im Tanzlokal. Wir strecken unsre müden Glieder, dann heißt es plötzlich: Damenwahl.
Im Winter
Am Abend flockt vom Himmel Schnee. Der Mond lässt sich nicht sehen. Er wird, wenn ich das richtig seh', wahrscheinlich Däumchen drehen.
Das Ziegeldach wird frisch geweißt. Der Schneemann lacht im Garten. Er wird, wie es im Volksmund heißt, auf eine Schneefrau warten.
Die gibt sich bald ein Stell-dich-ein. Schon morgen in der Frühe, da werden Kinder emsig sein, belohnt wird ihre Mühe.
Man bandelt an im Gartenbeet. Dann zeugt man viele Kinder, die toben laut, sind aufgedreht im tief verschneiten Winter.
Keine Angst
Keine Angst, bald sind die Tage ohne Eis und Pulverschnee. Grün ist dann die Parkanlage und entwintert liegt der See.
Kunterbunte Erpel quaken, und die Ente putzt ihr Nest. Frostiges ist abzuhaken. Bald steigt ein Geburtstagsfest.
Blumen werden auferstehen, und auf Wiesen geht es rund. Jeder wird nach ihnen sehen. Gelb rückt in den Vordergrund.
Überall ein reges Treiben durch den Tag und durch die Nacht. Die Natur lässt sich beschreiben, denn sie ist nun aufgewacht.
Schachmatt
Du bist schachmatt und von der Rolle. Du fragst dich, wie es dazu kam. Und dann verlierst du die Kontrolle. Das passt dir gar nicht in den Kram.
Du würdest gerne aufbegehren. Dein Schimpfwort, das verfehlt sein Ziel. Du möchtest gern den Vor-Fall klären. Jedoch es stolpert dein Gefühl.
Der rote Faden ist gerissen. Du bist am Ende der Geduld. Du gibst dem Schicksal, dienstbeflissen, nach hin und her, die ganze Schuld.
Und das wird deine Kräfte lähmen. Du weißt, das ist ein Teufelskreis. Du wirst dich vor dir selber schämen. Dann siehst du schwarz und nicht mehr weiß. Es dauert Tage, manchmal Wochen. Dann findest du zu dir zurück. Es wird an deiner Haustür pochen, und du begrüßt ein neues Glück.
Ein Schneemann
Ein Schneemann sucht nach einer Dame, die mit ihm durch den Winter geht. Er wünscht sich eine Einfühlsame, die ihn von Kopf bis Fuß versteht.
'Sie stehe cool an meiner Seite in einem schlichten, weißen Kleid. Und wenn ich mich für sie entscheide, dann ist der Weg zum Glück nicht weit.
Und alles andere ist schnuppe. Doch sie sei treu auf Schnee und Eis. Ich pfeife auf die Modepuppe, die nichts von Schneeballschlachten weiß.
Ich stehe hier und bin auf Suche. Mein Zielobjekt: die Damenwelt. Und wenn ich den Erfolg verbuche, dann wird das Aufgebot bestellt.'
Erkältung
Es kratzt im Mund- und Rachenraum. Die Nase ist gerötet. Man findet nächtens keinen Traum. Auch er wird abgetötet.
Geschlürft wird Lindenblütentee mit Honig statt mit Zucker. Der Hals tut leider störrisch weh. Man wird zum 'armen' Schlucker.
Das Fieber freut sich wie man fühlt. Man greift zu Schmerztabletten. Denn gestern hat man sich verkühlt. Der Hausarzt muss uns retten.
Im Wartezimmer wird geniest. Es fliegen die Bazillen, vor denen man sich nicht verschließt, das denkt man sich im Stillen.
Zu Herzen
Man nimmt sich vieles sehr zu Herzen am Arbeitsplatz und auch privat. Man möchte sich auch nichts verscherzen, mit dem, der was zu melden hat.
Doch alles hat auch seine Grenzen. Man spielt nicht gern den Hampelmann. Mit Dummheit möchte man nicht glänzen. Man hat auch gern die Hosen an.
Dem Marschbefehl zeigt man die Zähne, und auch dem rüden Lästerton, dem macht man immer eine Szene - ganz lautstark und per Megaphon.
Man lässt sich bei Problemen leiten. Das Herz ist immer auf Empfang. Man möchte aber selbst entscheiden, und kontert gern mit Sturm und Drang.
Man liebt es, Dinge abzuwägen. Dann sieht man auf den zweiten Blick, das führt bestimmt zum Nerven sägen. Jedoch der Ton macht die Musik.
Ein guter Freund
Ein guter Freund ist hoch willkommen. Er fällt uns sicher nicht zur Last. Man fragt ihn unvoreingenommen: Wie lange bleibst du unser Gast.
Denn jeder Gast stinkt nach drei Tagen, und zwar an jedem Ort der Welt. Auch wenn wir uns mit ihm vertragen, auch wenn er nicht die Zeche prellt.
Wir wären liebend gerne ohne. Er lastet auf uns wie ein Fluch. Das juckt ihn leider nicht die Bohne. Und er genießt den Staatsbesuch.
Ein klares Wort wird nicht gesprochen. Wir reden um den heißen Brei. Es dauert Tage, schließlich Wochen. Es scheint der Spuk geht nie vorbei.
Dann wird es Zeit zum Abschiednehmen. Wir höflichkeiten: Bleib doch hier! Er fackelt kurz, will uns beschämen, und geht zurück zur Wohnungstür.
Erkältung
Die schönste Krankheit wird nichts taugen. Man fühlt sich wie ein Huhn - gerupft. Es 'tränen' Nasen und die Augen. Der ganze Körper ist verschnupft.
Man nimmt sich alles sehr zu Herzen. Und schlürft nur Lindenblütentee. Das hilft sogar bei Gliederschmerzen. Und alles tut dann halb so weh.
Natürlich wird man inhalieren, damit auch jede Pore schwitzt. Die Heizung hoch, man will nicht frieren, und hofft die Sache ist geritzt.
Doch schließlich greift man zu Tabletten. Das freut den Körper und den Geist. Man hofft dadurch, sich so zu retten, denn unsre Hoffnung ist entgleist.
Zwei Wochen und wir sind genesen. Und die Symptome sind enteilt. Benutzen wir den Chemo-Besen ist das in vierzehn Tagen ausgeheilt.
Im Schulhof
Im Schulhof tobt die Schneeballschlacht. Es fliegen die Kometen. Zum Spielball wird die Winterpracht. Die Fensterscheiben 'beten'.
Umsonst gezittert und gebebt. Es rufen laut die Glocken. Ein Fenster hat nicht überlebt. Ein Auge bleibt nicht trocken.
Die Aufsicht schreibt ein Protokoll. (Das wird ein Nachspiel haben!) Der Schütze hat die Hosen voll. Und wird zum Prügelknaben.
Die Haftpflicht regelt sehr kulant den kleinen Winterschaden. Sie nimmt die Sache in die Hand, so geht das Nachspiel baden.
Der Winter
Der Winter hat die Hosen an. Verschneit sind alle Wege. Es klirrt der Frost, wir kosten dann den Glühwein an der Theke.
Aus Osten bläst ein kalter Wind. Es röten sich die Ohren, die ohne Pudelmütze sind. Sie werden eingefroren.
Man schlittert über Schnee und Eis. Vereinsamt sind die Fluren. Man stapft geblendet durch das Weiß. Und hinterlässt dort Spuren.
Es johlt und kreischt die Schlittenbahn. Man sieht nur bunte Tupfen. Die Kälte fühlt uns auf den Zahn. Wer Pech hat, der kriegt Schnupfen.
Der Ofen zieht uns in den Bann. Er wärmt die Hinterbacke. Der Winter hat die Hosen an und eine Daunenjacke.
Tolle Tage
Bald blühen wieder tolle Tage. Die ganze Welt zeigt sich maskiert. Wir hoffen, dass die Wetterlage uns nicht bis auf die Haut blamiert.
Besonders in den Abendstunden zeigt man sich lachend, bunt gefetzt. Der Linienbus dreht seine Runden und ist im höchsten Grad entsetzt.
Doch keine Angst, hier wollen Narren zum angesagten Faschingsball. Und sie verzichten auf die 'Karren'. Kontrollen drohen überall.
Man wird sich in den Rummel stürzen, besonders in das Tanzgewühl, aus Topp-Modellen, Küchenschürzen bei Blasmusik und Geigenspiel.
Am nächsten Tag besucht ein Kater ein faschings'geiles' Ehepaar. Jedoch er macht umsonst Theater, weil jeder alkoholfrei war.
Höhere Gewalt
Du wirst mich durch die Nacht begleiten. Du gibst mir alle Tage Halt. Es liegt mir fern, mit dir zu streiten. Du bist die höhere Gewalt.
Mit dir kann ich den Gipfel stürmen. Du bist bei mir auf Schritt und Tritt. Du wirst mich schützen und beschirmen. Denn du gehst meine Wege mit.
Ich kann mich stets auf dich verlassen. Du bist mir immer wohl gesinnt. Du sagtest nie: Da muss ich passen. Du bist gefragt, bei Gegenwind.
Was auch geschieht, du wirst verzeihen. Du bist nie schlecht- und missgelaunt. Du kennst die Kunst, mich zu befreien, worüber meine Umwelt staunt.
Wie kann ich mich nur revanchieren? Schon hüllst du dich in Schweigen ein. Denn du hast keine Starallüren, und willst nur mein Begleiter sein.
Seit Geburt
Wir fuchsen um verlauste Kröten. Wir pochen auf die Sparsamkeit. So kann man jede Kauflust töten. Das zehrt an unsrem Nervenkleid.
Wir sparen meistens an uns selber. Zu Dritten sind wir sehr spendit. Das lernten wir als junge Kälber. Noch machen wir den Blödsinn mit.
Das sollten wir uns abgewöhnen. Wir sind gefesselt seit Geburt. Wir können nicht dem Kaufrausch frönen. Das Portemonnaie ist festgezurrt.
Wir rechnen immer mit dem Heller und machen uns das Leben schwer. Das Herz pocht laut und immer schneller. Entnervt gibt man die Mittel her.
Wer nichts besitzt, hat nichts zum Sparen. Er lebt sehr gut mit seiner Not. Er greift, da bin ich mir im Klaren, zu jedem Sonderangebot.
Das soll nichts heißen
Ich weiß nicht viel, das soll nichts heißen. Ich bin allein auf mich gestellt. Und während Pleitegeier kreisen, verstehe ich: Es geht um Geld.
Die Zinsen: im Kartoffelkeller. Ein Spiegelbild der Konjunktur. Das kränkt den Batzen und den Heller. Von beiden fehlt nun jede Spur.
Da hilft kein In-die-Tasche-lügen. Die Banken krönen sich mit Geiz. Ein Zinssatz kann sich nur vergnügen mit Spendengeldern in der Schweiz.
Geohrwatscht wird der kleine Sparer, denn er hat meist auf Sand gebaut. Er blickt nicht durch, bald sieht er klarer, wenn er nach seinen Zinsen schaut.
Man möchte, doch man kann nicht zanken. Es riecht nach Unrat und nach Mist. Der Grund des Übels sind die Banken, was leider nicht zu ändern ist.
Der Blumenstrauß
Man möchte herzlich Danke-sagen mit einem bunten Blumenstrauß. Das überlegen wir seit Tagen. Wann führen wir den Vorsatz aus?
Als erstes muss man Blumen kaufen. Uns überfällt die Qual der Wahl. Wir üben uns im Haare-raufen. Doch dieser Vorgang ist normal.
Man zögert kurz und muss entscheiden. Verkäufer zeigen Ungeduld. Das kann ein Kunde gar nicht leiden, er weist von sich die ganze Schuld.
Die Hürde wird zum Glück genommen. Und an der Kasse wird gezahlt. Und was man wünscht, hat man bekommen, worauf die gute Miene strahlt.
Ganz ahnungslos ist der Empfänger. Die Überraschung glückt vielleicht. Er staunt, dann wartet man nicht länger, der Blumenstrauß wird überreicht.
Eine Elefantendame
Du kennst die Elefantendame. Sie sitzt gerade auf dem Klo. Sie macht nicht nur für sich Reklame. Sie ist ein Inbegriff im Zoo.
Ihr Konterfei schmückt die Broschüren. Die Dickhaut ist sehr fotogen. Besucher lassen sich verführen. Man will sie mit der Linse seh'n.
Nie zeigt sie eine Leidensmiene, doch Gründe gäbe es zuhauf. Sie lächelt immer aus Routine. Wen kümmert schon ihr Lebenslauf.
Im Dschungel nahm man sie gefangen. Ihr Herzgefährte kam davon. Dann stand sie hinter Gitterstangen, und schluchzte laut mit Rüsselton.
Jedoch sie hat sehr schnell verstanden. Das Dschungelleben ist passée. Sie pflegt nun kleine Elefanten, denn denen tut die Trennung weh.
Verlaufen
Ein Eisbär hatte sich verlaufen, denn vor ihm lag das weite Meer. Ein Grund das Zottelfell zu raufen. Das Heimweh plagte ihn so sehr.
Ich will zurück zu meinen Schollen, die sind mit meiner Art vertraut. Sie bringen mich, was sie auch sollen, zu meiner netten Eisbärbraut.
Ich werde noch im Meer ertrinken. Denn meine Tatzen: ungeflosst. Bald wird auch meine Hoffnung sinken. Und niemand reicht mir Krankenkost.
Ich mache kehrt zu Eisruinen. Dort laufen Dinge nicht verkehrt. Dort kann ich auch mein 'Brot' verdienen. Dort ist mein Leben lebenswert.
Das Packeis schnürt den Gürtel enger. Der Schnee von gestern schmilzt ins Meer. Das nehmen alle Robbenfänger, wie auch der Eisbär, maßlos schwer.
Tabletten
Man schluckt sein Leben lang Tabletten. Vom Kopfweh werden wir erlöst. Man reicht sie uns an Krankenbetten. Und manche sind ganz aufgelöst.
Sie stapeln sich im Badezimmer im kleinen Erste-Hilfe-Schrank. Im Notfall fehlt der Durchblick immer. Die Erste Hilfe feiert krank.
Sie helfen in den meisten Fällen. Ein Leben ohne, wagt man sich nur in den Träumen vorzustellen. Das wäre mehr als ärgerlich.
Sie wiegen uns in einen Schlummer. Man greift nach Pillen beim Kaffee. Belästigt uns ein Liebeskummer, dann hilft bekanntlich kein Dragee.
Eine Wohltat für die Füße
Die Füße müssen viel ertragen. Sie stehen immer in der Pflicht. Und wenn sie ihren Dienst versagen, dann stolpert unser Gleichgewicht.
Wer schlau ist, wird sie täglich pflegen. Er gönnt dem Fuß ein Wasserbad. Denn das kommt ihnen sehr gelegen, bei circa einunddreißig Grad.
Auch Cremes und Salben können nützen, dann stehen sie bestimmt den Mann. Man soll sie immer unterstützen. Was sich auch jeder leisten kann.
Im Winter wärmen dicke Socken. Im Sommer: Barfuß durch den Sand. Sie werden himmelhoch frohlocken, im Pulverschnee sowie am Strand.
Den Füßen zahlt man keine Gage. Und was sie leisten, wird verkannt. Die Wohltat einer Fußmassage bleibt vielen fremd, doch sie entspannt.
Der Bussard im Winter
Der Bussard sitzt am Wegesrand. Geweißt sind alle Felder. Nun hat er einen schweren Stand, und täglich wird es kälter.
Denn Mäuse sind daheim im Loch. Sie schlafen oder gähnen. Den Bussard drückt ein schweres Joch. Es kommen ihm die Tränen.
Er geht tagein auf Mäuse-Jagd. Kein Mäuschen lässt sich blicken, weshalb er unaufhörlich klagt von seinen Missgeschicken.
Des Bussards Bauch ist mäuseleer. Die Kraft wird ihn verlassen. Sogar das Fliegen fällt ihm schwer. Das kann er gar nicht fassen.
Sein Hunger nagt, sein Hunger quält. Nur eines kann ihn retten. Er weiß genau, was wirklich zählt: die Vitamintabletten.
Casanova
Du solltest dich nicht länger grämen. Dein Casanova ist entfleucht. Du solltest deine Tränen zähmen, der Fiesling hat sie aufgescheucht.
Er hat die Liebe nur geheuchelt. Und darauf fällt man gerne rein. Nun bist du grenzenlos verzweifelt. Wie groß muss deine Liebe sein.
Du hältst zu ihm, willst ihm verzeihen, dass er auf einmal von dir ging. Dir ist zum Heulen und zum Schreien, genauso fühlt dein Schmetterling.
Du willst ihn nur zurückgewinnen. Der Casanova denkt nicht dran. Die Zeit wird durch die Finger rinnen, dann steht vor dir ein neuer Mann.
Es fällt dir schwer, erneut zu lieben, denn du bist ein gebranntes Kind. Und ein paar Narben sind geblieben, doch jede Liebe macht uns blind.
Die Seele baumeln lassen
Ich will die Seele baumeln lassen, da stellt das Schicksal mir ein Bein. Ich kann es anfangs gar nicht fassen, der Trick ist alt und hundsgemein.
Verhangen sind dann Sonnenstrahlen. Das Pech macht sich im Sessel breit. Ich bin gewillt, es auszumalen, das geht dem Pech dann doch zu weit.
Es will zwar eine Rolle spielen, doch keineswegs die Hauptfigur. Sein Augenmerk will auf mich zielen. Ich hasse diese krumme Tour.
Der rote Faden ist gerissen, und jede Hoffnung eingenickt. Das Schlechte möge sich verp..issen, weil diesen Mist der Teufel schickt.
Ich will die Seele baumeln lassen, und fünfe soll gerade sein. Das Glück, ich kann es gar nicht fassen, das stellt sich plötzlich bei mir ein.
Gut gemeint
Gib nicht auf, und lass nicht locker. Kämpfe um dein Seelenheil. Greife zu dem Beta-Blocker sind die Wege schmal und steil.
Leiten sollen dich Gefühle, wenn es um die Liebe geht. Und erreiche deine Ziele. Dafür ist es nie zu spät.
Stürme dürfen dich zwar beugen. Doch zerbersten darfst du nicht. Lass dich davon überzeugen. Wahre immer dein Gesicht.
Niemand weiß, was wird geschehen. Sei dir stets dein bestes Stück. Alles wird vorübergehen. Trage bei zu fremdem Glück.
Die Operation
Man wird dich von dem Schmerz befreien. Dann passt dein Fuß in jeden Schuh. Dann musst du nicht um Hilfe schreien. Das ist für alle Zeit tabu.
Bald wirst du durch die City rennen. Und uneinholbar ist dein Schritt. Du bist nicht wieder zuerkennen, denn du bist ausgesprochen fit.
Noch lähmt und lahmt dein rechter Zehen. Wer dich nicht kennt, der glaubt es kaum. An deiner Gangart nichts zu sehen. Du hältst die Zügel fest im Zaum.
Dich ängstigt eine Vollnarkose. Ich sage dir, das muss nicht sein. Das geht bestimmt nicht in die Hose. Die Panik pflegst du ganz allein.
Du musst dich dessen auch nicht schämen. Bis jetzt sind alle aufgewacht. Doch die Phobie, die sollst du zähmen. Es geht oft besser als gedacht.
Grenzen
Wir haben alle unsre Grenzen. Und jeder Tag führt in die Nacht. Am Himmel werden Sterne glänzen. Sie geben blinkend auf uns acht.
Wir sollten einen Schlussstrich ziehen, wenn sich der Abend zu uns neigt. Und vor dem Gegner soll man fliehen, sofern er uns die Meinung geigt.
Ein Jeder sehe, wo er bleibe, wenn sich der Tag die Auszeit nimmt. Er gehe in sich und verschreibe die Medizin, die fröhlich stimmt.
Oft ist der Käse schon gegessen, bevor ein Tag zu Ende geht. Verzichte auf das Kräftemessen. Und warte bis der Wind sich dreht.
Begrabe deine Illusionen. Betrachte jenen Mann im Mond. Sein Schauspiel wird dich reich belohnen. Von jedem Kummer sei verschont.
Es taut
Der Schnee ist herrlich anzuschauen. Man redet gern von Winterpracht. Die Zierde fängt nun an zu tauen. Es tropft und gluckert Tag und Nacht.
Man sieht die ersten braunen Flecken. Die Straßendecke zeigt Asphalt. Und nach und nach lässt sich entdecken: Entzuckert liegt der Tannenwald.
Die Kinder wollen Schlittschuh-Fahren. Doch dieser Wunsch wird nicht gestillt. Denn alle Welt ist sich im klaren: Das Wetter ist dafür zu mild.
Nun geht das Eis den Bach hinunter. Verdrängt ist bald die Farbe weiß. Der Ausblick wird allmählich bunter. Der Schnee liegt auf dem Abstellgleis.
Familienstreit
Zu ihrem Kalb muht eine Kuh: Mach bitte schnell die Stalltür zu. Die Zugluft wird mich noch erkränken. Es zuckt schon in den Hufgelenken.
Zwar hört das Kalb das Bittgesuch, jedoch ihm stinkt der Stallgeruch. Es lässt die Stalltür deshalb offen. Da mault die Kuh und schaut betroffen.
Der Bulle brüllt zum jungen Kalb. Du schließt die Stalltür unterhalb. Der Kuh wird bald die Krankheit winken. Dem Kalb wird es gewaltig stinken.
Geimpft
Du bist geimpft mit neuen Zielen. Es geht voran mit großem Schritt. Den Vorschuss willst du nicht verspielen. Das Neue macht dir Appetit.
Ein Rückwärts willst du nicht erleben. Dein Vorwärtsdrang ist ausgeprägt. Und du willst nur dein Bestes geben, was dich beflügelt und auch trägt.
Ein Hindernis wird übersprungen. Der Wassergraben wird durcheilt. Du hörst nicht auf die Spötterzungen. Der Zielstrich wird schon angepeilt.
Kleines Liebeslied
Wir haben uns schon oft verstanden. Du bist ein Ton, der in mir klingt. Gefühle kamen nie abhanden. Ein Glück, das uns auch weiterbringt.
Natürlich gab es Streitereien. Auch ab und an Beziehungsmist. Die kleinen Fehler zu verzeihen, ein Liebes-Akt, der wichtig ist.
Gesprächsstoff gibt es alle Tage. Du bist mir viele Worte wert. Und zwar in jeder Lebenslage. Denn wer verstummt, macht was verkehrt.
Ich möchte dich gern glücklich machen. Ich wünsche mir, dass du es fühlst. Du bringst mich selbst im Schlaf zum Lachen, weil du in meinen Träumen 'wühlst'.
Zum siebten Himmel
Mit dir zum siebten Himmel schweben. Vergessen ist die 'schwere Kraft'. Das Schöne teilen und erleben, mit Herz und Hirn, mit Leidenschaft.
In deine Träume einzutauchen, das ist bestimmt kein Pappenstiel. Und was wir beide dazu brauchen: viel Zärtlichkeit und Feingefühl.
Dann liegen wir uns in den Haaren. Die Sterne blinken durch das All. Und dabei dürfen wir erfahren. Nun kommt die Liebe an den Ball.
Was dann geschieht, ist traumverloren. So müsst es alle Tage sein. Und gerne habe ich geschworen: auch in der Zukunft bin ich dein.
Frosch und Reiher
Der Frosch quakt laut am Weiher in einer lauen Nacht. Er fürchtet nicht den Reiher, der hat sich rar gemacht.
Der Frosch quakt unverdorben. Sein Erzfeind nicht in Sicht. Er ist fast ausgestorben. So fehlt ein Gleich-Gewicht.
Der Frosch quakt mit Genossen an einem Uferteil. Der Reiher, unverdrossen, sucht in der Flucht sein Heil.
Der Frosch quakt schöne Lieder: 'Mein Dasein ist ein Traum.' Der Reiher kehrt nie wieder, ihm fehlt ein Lebensraum.
Ich, ich, ich
Ich schätze deine Gegenwart zu allen Tageszeiten. Mit Zärtlichkeit wird nicht gespart beim Frühstück-zubereiten.
Ich rieche deinen Körperduft. Er schwebt in allen Räumen. Und er erfüllt die Zimmerluft. Und bringt mein Herz zum Träumen.
Ich stehe trunken neben mir bei deinen Zungenküssen. Und lächelnd sage ich zu ihr, ich will dich nie mehr missen.
Ich bin entzückt von deinem Charme, von deiner Art zu sprechen. Und nehme dich dann in den Arm, das ist kein Staatsverbrechen.
Ich liebe dich mit Haut und Haar, und liege dir zu Füßen. Mit dir zu sein ist wunderbar. Ein Traum, dich zu genießen.
Ein Wandersmann
Die Maus hat sich im Wald verlaufen. Und stolpert im verwelkten Meer. Sie wollte Brombeerblätter kaufen, das wünschten ihre Kids so sehr.
Als Tee verleiht er Riesenkräfte. Das steht auf dem Kalenderblatt. Geschlossen waren die Geschäfte, weil man nichts zu verkaufen hat.
Sie trippelte dann immer schneller durch Laubgehölze, Gräserdick. Die gute Stimmung war im Keller. Nun findet sie nicht mehr zurück.
Sie fragt sich selbst: Was soll ich machen? Kein Hinweis, der mich heimwärts führt. Darüber kann ich nicht mehr lachen. Sie war auf jeden Fall frustriert.
Da nähert sich mit Riesenschritten ein Hüne, er ist Wandersmann. Sie musste ihn nicht lange bitten. Er freut sich, weil er helfen kann.
Maus und Kater
Die süße Maus hat einen Kater, der räkelt sich mit ihr im Bett. Darüber schimpft der Mäusevater. Und bringt die Sache aufs Tablett.
Der Mäuseclan ist nicht begeistert. Der Kater ist ein Todesfeind. Der Vater meint: "Das wird gemeistert." worauf die Mäusemutter weint.
"Du schluckst nun gegen Gliederschmerzen ein aufgelöstes Aspirin." Die süße Maus nimmt sich's zu Herzen. "Das ist die beste Medizin."
Der Kater ist zum Teil verschwunden. Jedoch im Kopf faucht noch sein Weh. Dann gibt sie zu, ganz unumwunden, "Das war wohl eine Schnapsidee."
"Es gibt so viele Mäuseknaben!" der Vater legt darauf Gewicht, "Du solltest keinen Kater haben", wobei sein Zeigefinger 'spricht'.
Omas Geburtstag
Die Maus packt ihre Reisetasche. Pullover, Bluse, Unterrock. Und sie verstaut die Rotweinflasche. Dann gilt ihr Griff dem Wanderstock.
Sie will die Oma überraschen, die morgen schon Geburtstag hat. Von ihr bekam sie viel zum Naschen. Sie wohnt in einer andren 'Stadt'.
Sie trippelt los, nach ein paar Stunden, sie kennt den Weg, sie kennt sich aus, hat sie das Mauseloch gefunden. Gepflückt wird noch ein Blumenstrauß.
Da ist die Oma aus dem Häuschen, die einen Wintersocken strickt. Darüber freut sich auch das Mäuschen. Die Überraschung ist geglückt.
Dann überreicht sie die Geschenke: den Blumenstrauß, die Flasche Wein. Die Oma meint: "Mein Schatz, ich denke, wir schenken uns ein Gläschen ein."
Vor lauter Wiedersehensfreude wogt das Gespräch erst hin, dann her. Man feiert ohne fremde Leute den Festtag hier und jetzt und heute. Bald ist die Rotweinflasche leer.
Ein Vogel
Ein Vogel musste Federn lassen. Gelitten hat sein buntes Kleid. Gedanklich kann er es nicht fassen. Der Ausgangspunkt: ein dummer Streit.
Und kurz darauf, da flogen Fetzen. Und Federn wurden ausgezupft. Ein Feind begann ihn zu verletzen. Jetzt sitzt er da und ist gerupft.
Er schaut in den Toilettenspiegel. Und ist im höchsten Grad geschockt. Aus Frust greift er zum Schokoriegel. Die Wut im Bauch wird aufgestockt.
Der Vogel denkt und sinnt auf Rache. (Mein guter Ruf ist ramponiert.) Und wenn ich ihm den Garaus mache, bin ich nicht weiterhin blamiert.
Er konnte keinen Sieg erleben. Das ist ein gottverdammter Mist. Es täte gut, klein beizugeben, weil manches nicht zu ändern ist.
Dinner
Die Maus ist ein gefragter Koch in vielen Mäusekreisen. Sie kocht in ihrem Mauseloch vorzüglich gute Speisen.
Sie testet heute ein Rezept für ein gepflegtes Dinner. Und was man braucht, wird angeschleppt. Wie heißt der Hauptgewinner?
Nun wird geschnitten und geschält. Die Möhre wird gewaschen. Sie wurde sorgsam ausgewählt. Ein Teil dient zum 'Vernaschen'.
Es bruzzelt schon am Küchenherd. Ein Duft: allgegenwärtig. Die Köchin meint ganz liebenswert: "Das Abendmahl ist fertig."
Ich achte nicht auf mein Gewicht, mein Teller ist schnell leer. Das Essen wird mein Leibgericht (besonders das Dessert).
Goldener Oktober
Das Wetter lockt uns an die Luft, denn golden sind die Tage. Man flieht aus seiner 'Modergruft' in die Schönwetterlage.
Die Schuhe rascheln durch das Laub und spielen mit den Blättern. Für Sorgen ist die Seele taub. Nichts kann mich niederschmettern.
Doch bald fühlt man das Wangenrot. Es frösteln auch die Hände. Man hat so seine 'liebe Not'. Vermatscht ist das Gelände.
Dann wird zur Heizung heimgekehrt. Man putzt die Straßenschuhe. Ein Kännchen Kaffee wird geleert. Und man genießt die Ruhe.
Sorgen
Wir wären gerne sorgenfrei. Weiß Gott, es will nicht glücken. Sie schauen oft bei uns vorbei, um uns zu 'unterdrücken'.
Wir stehen machtlos vis-à-vis. Wir können uns nicht wehren. Wir zeigen keine Sympathie, wenn sie bei uns 'verkehren'.
Kaum hat sich eine abgeflacht wird eine andre mächtig, die uns erneut nur Kummer macht, gemein und niederträchtig.
Wir wären sie am liebsten los. (im großen und im ganzen) Wir fragen uns, wie geht das bloß. Weil sie auf unsrer Nase tanzen.
Die gestellte Frage
Wir wüssten Rat in vielen Dingen, doch du hast nicht danach gefragt. Das würde auch nicht weiterbringen, und deshalb bleibt es ungesagt.
Aus diesem Grund so bist du leider allein mit deinem Randproblem. Du wirst durch uns auch nicht gescheiter. Das findest du echt unbequem.
Die Frage gilt den falschen Leuten. Wir sind in dieser Hinsicht dumm. Wir sind, so kannst du haarscharf deuten, nur Zaungast und nur Publikum.
Nun hoffst du auf ein großes Wunder. Im Hilfeblog machst du dich schlau. Du tauchst dort ein und zwar kopfunter und hinterher weißt du genau:
Die Antwort ist nicht leicht zu nehmen, sie führt zu neuen Fragethemen.
Urlaub
An Faulheit kann man sich gewöhnen. Vom Urlaub kriegt man nie zuviel. Da muss man nicht vor Arbeit stöhnen. Man ändert seinen Lebensstil.
Man fernseht lang - bis in die Puppen. Und schläft sich wieder richtig aus. Man nimmt sich Zeit, wenn Sterne schnuppen. Und sitzt in seinem Schneckenhaus.
Der Alltag geht an uns vorüber. Es kratzt schon der drei-Tage-Bart. Doch Stress und auch das Lampenfieber, die bleiben uns zum Glück erspart.
Das Soll, das Muss und die Verpflichtung, die ruhen auf dem Altenteil. Es fehlt uns nämlich eine 'Dichtung'. Wir frönen unsrem Seelenheil.
Doch irgendwann, da schlägt die Stunde. Der Jahresurlaub aufgezehrt. Man gongt dich in die nächste Runde. Der Wermutsbecher wird geleert.
Flotte Arbeitsbiene
Es melkt die flotte Arbeitsbiene die Blütenkelche auf dem Strauch. "Und weil ich dort kein Geld verdiene, so fülle ich mir meinen Bauch."
Zum Ausgleich trägt sie ein paar Pollen von Blütenkelch zu Blütenkelch. Weil sie sich gern vermehren wollen. Der Strauch bemerkt: Mich knutscht ein Elch.
Ihr Bauch ist voll, sie summt verwegen: "Ich fliege schnell zum Bienenstock und hole weitere Kollegen." Der Strauch hat darauf tierisch Bock.
Nun kommt ein ganzer Schwarm geflogen. Der Strauch blüht auf zu vollem Glanz. Zwar sind die Bienen gut erzogen. Jedoch man summt zum Freudentanz.
Beglückt wird jede bunte Blüte. Sie federn leicht im Sommerwind. Am Abend sind die Bienen müde und kehren heim zu Mann und Kind.
Wochenende
Wir tauchen ein ins Wochenende. Die Arbeit nimmt bis Montag frei. Und man genießt die eig'nen Wände. Und hofft, die Zeit geht nie vorbei.
Man ist befreit von allen Pflichten. Kein Chef, der auf die Pelle rückt. Wir üben uns in Herzgeschichten, was uns im Alltag selten glückt.
Es hageln weder Stress noch Strafen. Man bummelt lässig durch den Tag. Und morgens darf man länger schlafen, was ich besonders gerne mag.
Der Wecker schweigt, man träumt versonnen. Und wälzt sich noch um neun im Bett. Die Sonne hat ihr Werk begonnen und Vögel singen im Duett.
Doch plötzlich ist es Montagmorgen. Das Wochenende zieht den Hut. Und beugt sich dann den Alltagssorgen. Wir fühlen gleich, das tut nicht gut.
Die Blumenknolle
Die Blume steckt in ihrer Knolle. Bis nächstes Frühjahr ist es weit. Doch das spielt eine Nebenrolle. Sie ordnet schon ihr Blütenkleid.
Das hängt sie an den Kleiderbügel. Sie selber schläft im Stehen ein. Kein Sonnenstrahl verleiht ihr Flügel, natürlich auch kein Mondenschein.
Es dauert viele lange Wochen. Oft wechselt das Kalenderblatt. Die Blume kommt hervorgekrochen und zeigt, was sie zu bieten hat.
Die Knolle reicht die 'Baby'nahrung. Es spitzt zunächst ein zartes Grün. Sie kennt sich aus und hat Erfahrung und lässt die Blume später blüh'n.
Blätterlos
Nun sind die Bäume kahlgefegt. Es fehlen Vogelgäste. Der Herbst bestürmt oft unentwegt die blätterlosen Äste.
Der Nebel geistert durch die Stadt. Es nieselt auf den Straßen. Die Pflastersteine werden glatt und grün wird jeder Rasen.
Das welke Laub wird eingekarrt mit Schaufeln und mit Besen. Die Amsel raschelt und sie scharrt nach kleinen Lebewesen.
Die Parkanlage ist verwaist. Der Sonnenschein geht baden. Kein Vogel, der dem Schöpfer preist in dichten Nebelschwaden.
Drei Wochen noch, dann ist Advent. Ein Grund um nachzudenken. Und wenn man durch ein Kaufhaus 'rennt', dann schaut man nach Geschenken.
Besuch von der Verwandtschaft
Die Ehefrau ist nun in Eile. Verwandtschaft hat sich angesagt. Verflogen ist die Langeweile. Ein Innehalten ist gewagt.
Akribisch suchen ihre Augen nach unerwünschtem Staub und Schmutz. Dann muss sie noch den Teppich saugen. Verschoben wird der Fensterputz.
Nun ordnet sie die Sofakissen. Sie stehen da in Reih' und Glied. Ein Stoffteil ist schon arg verschlissen. (Man weiß, was dann damit geschieht.)
Erwartet werden nun die Gäste. Die Ehefrau hat sich gestylt mit ihrer neuen Kaschmir-Weste, und Duftspray in den Raum verteilt.
Da klingelt schrill das Telefon. Am andren Ende ihre Tante. "Das Auto streikt, das ist der Hohn! Der Gastbesuch verläuft im Sande."
Ein besonderer Einkauf
Ich fülle meinen Einkaufswagen mit Liebe, Trost und Zärtlichkeit. Ein Quäntchen Glück liegt sozusagen in den Regalen griffbereit.
Verständnis darf ich nicht vergessen. Und Nachsicht gleich im Doppelpack. Ein dickes Lob fürs Mittagessen, doch bitte ohne Nachgeschmack.
Zum Frühstück etwas gute Laune, gewürzt mit großer Zuversicht. Das alles gibt es, und ich staune, das wird bestimmt mein Leibgericht.
Ein Wort aus Öl statt Magenbitter. Geborgenheit mit Freundschaftskuss. Und Freudentränen - einen Liter, damit ich nichts entbehren muss.
Ich stehe Schlange an der Kasse. Mir scheint, ich habe gut gewählt. Es kostet nichts, was ich nicht fasse, obwohl es doch unendlich zählt.
Kommen und Gehen
Es ist ein Kommen und ein Gehen. Die Zeit hält keine Weile still. Man freut sich auf ein Wiedersehen, da kann man machen, was man will.
Beim Abschiednehmen rinnen Tränen. Das Auto hupt, der Schaffner pfeift. Man beugt sich seinen Zukunftsplänen, die man auch gern am Schopf ergreift.
Sich finden und dann wieder trennen. Im Stillstand und auf Wanderung. Ins Glück und auch ins Unglück rennen, teils traurig, teils ein Freudensprung.
Es liegt uns fern, nur zu verweilen. Man sehnt sich sehr nach hier, nach dort. Man möchte sich am liebsten teilen am Gartenzaun und zwar sofort.
Ein Dromedar
Ein Dromedar ist ausgerissen. Es findet sich im Wüstensand. Doch lupenrein ist sein Gewissen, obwohl es in der Nacht verschwand.
Nun staubt es einsam seine Bahnen. Es hat zum Glück noch voll getankt. Den Zielort will es noch nicht planen, das wäre auch zuviel verlangt.
Es will nur vor den Treibern flüchten, die handeln: Knüppel aus dem Sack. Es könnte viel davon berichten, von diesem miesen Lumpenpack.
Als sie von seiner Flucht erfuhren, da haben sie ganz laut geflucht. Sein Photo ging an Agenturen, und auf dem Bild da stand: Gesucht.
Es sah sein Bild in der Oase, und somit auch den Haftbefehl. Es ging zurück zur Wüstenstraße, "denn schließlich bin ich ein Kamel!"
Das kann sich sehen lassen
Es geht nicht alle Tage rund. Man stolpert an die Kanten. Zum Fröhlichsein besteht kein Grund. Man fühlt sich unverstanden.
Trotz Planung läuft die Sache schief. Man fällt aus allen Wolken. Man stürzt ins absolute Tief. Und 'Schmerzen' sind die Folgen.
Man zielt genau und man erhofft, der Schuss trifft nicht daneben. Man ist entsetzt, man täuscht sich oft, umsonst war das Bestreben.
Doch manchmal wendet sich das Blatt. Man kann es gar nicht fassen. Da wird das Aufgerauhte glatt, und kann sich sehen lassen.
Gesucht und Gefunden
Die Fliege sucht nach einem Mann, der soll mit ihr durchs Leben fliegen. Doch keiner beißt trotz Werbung an. Nun fragt sie, woran mag das liegen.
Ich bin doch wirklich attraktiv und bin für jeden Spaß zu haben. Mein Liebesleben, das läuft schief. Doch was verschreckt die 'Waisenknaben'?
Dann schwirrt sie in die Bücherei, und wählt für sich als Pflichtlektüre den dicken Schinken: Werde frei, und wie ich einen Mann verführe.
Doch was sie liest ist Schall und Rauch. Sie weiß nichts von der Oberweite. Gedanklich steht sie auf dem Schlauch. Das Wort kommt vor auf jeder Seite.
Da nähert sich ein Fliegerich: Du wirkst so klug und so belesen. Er flüstert noch, das liebe ich. Komm flieg mit mir an einen Tresen.
So fand die Fliege ihren Weg. Sie hat sich gern an ihn gebunden. Der Tatort war die Bibliothek. Und dort hat sie ihr Glück gefunden.
Eine Dichtung
Dem Wasserhahn fehlt eine Dichtung. Er tropft und spritzt nach jeder Richtung. Damit das nicht so weitergeht, wird ihm der Kragen rumgedreht.
Ich wartete schon viel zu lange. Nun greife ich zur Kombizange, die brav im Werkzeugkasten liegt, und sich dort nur sich selbst genügt.
Doch heute springt sie in die Bresche und geht Verkalktem an die 'Wäsche'. Ein Baumwolltuch wird unterlegt, so wird der Chromanteil gepflegt.
Es knirscht und wimmert das Gewinde. Doch nachzugeben wäre Sünde. Erreicht wird das gewünschte Ziel. Das Ganze war ein Kinderspiel.
Nun ist der Wasserhahn entkleidet. Was er ansonsten streng vermeidet. Wie geht es diesem armen Ding? Zerbrochen ist sein Dichtungsring.
Kein Klempner muss mich hier beraten. Behoben wird der Dichtungsschaden. Nach Abschluss aber sag' ich dann: Die Axt erspart den Zimmermann.
Auf weiter Flur
Ich bin allein auf weiter Flur. Das war mein eig'ner Wille. Ich fühle Glück in der Natur und schätze die Idylle.
Es ringt und schrillt kein Telefon. Es knallen keine Türen. Dort droht kein barscher Rüffelton und keine Parkgebühren.
Das Leben ist im rechten Lot. Der Stille kann ich lauschen. Vergessen ist die liebe Not Gedanken auszutauschen.
Das Schwierige ist dort nicht schwer. Kein Nichts kann mich bedrängen. Dort wäre der Parteiverkehr kein Würgen und kein Hängen.
Doch manchmal stehe ich im Wald und um mich alte Bäume. Ersehnt ist dieser Aufenthalt für Nacht- und Tagesträume.
Am Abend
Die rauen Winde gehen schlafen kurz nach dem Sonnenuntergang. Das große Heer der Arbeitssklaven, geht nie zu einem Staatsempfang.
Die Kinder geben endlich Ruhe. Sie liegen ausgespielt im Bett. Die ausgelatschten Straßenschuhe, die dösen auf dem Fensterbrett.
Der Tag ist schließlich überstanden. Und alles hat bis morgen Zeit. Man telefont noch mit Verwandten, dann flieht man in die Schweigsamkeit.
Im Schweinestall
Im Schweinestall ist man sich einig: Das Wichtigste der Dialog, sonst wird das Miteinander steinig. Das zeigt sich schnell am Futtertrog.
Nur manchmal gibt es Turbulenzen. Denn eine ist besonders schlau. Sie überschreitet ihre Grenzen und macht ein armes Schwein zur Sau.
Die Vielzahl kann es unterbinden. Sie unterdrückt die Tyrannei. Ein Ausweg ist oft schwer zu finden, denn Schweine sind im Handeln frei.
Man appelliert an die Gefühle, an Freundschaft und Zusammenhalt. Doch häufig zwickt dabei die Mühle und ständig kommt es zu Gewalt.
Im Schweinestall pulsiert das Leben. Und jede hat das gleiche Recht. Ein Schwein versucht dies aufzuheben, ist eine Sau im Kern geschwächt.
Möbelkauf
Der Hase stürzt bei Nacht und Nebel aus seinem kühlen Waldversteck. Er kauft sich nämlich heute Möbel. (Die alten sind der letzte Dreck.)
Er streift durch die entlaubten Wälder und weicht den dunklen Tannen aus. Er hoppelt durch die brachen Felder. Sein Ziel: das große Möbelhaus.
Dort gibt es Lampen und Kamine, das Sideboard und das Wandregal, das Haltebrett für die Gardine und Unbrauchbares groß an Zahl.
Der Hase kennt die Angebote, die haben sich bei ihm gehäuft. Er achtet dabei auf die Mode. Er weiß auch, wie der Hase läuft.
Nach zähem Feilschen, Pfötchenringen gibt's gratis noch ein Essbesteck. Die Waren wird man zu ihm bringen, gezahlt wird per Verrechnungsscheck.
Heimchen am Herd
Es geht voran mit großen Schritten, das Gestern lass' ich hinter mir. Genug geweint, genug gelitten. Dem Kummer weise ich die Tür.
Was war, das möchte ich vergessen, denn es ist nicht der Rede wert. Zum Ausgleich möchte ich stattdessen nur machen, was mein Herz begehrt.
Es nutzt nichts, Tränen zu vergießen. Kein Sachverhalt verändert sich. Und daraus möchte ich nun schließen: Ich denke vorerst nur an mich.
Natürlich ist das eine Wende. Mein Sinnen galt dem trauten Heim. Mit dem Latein bin ich am Ende. Ich ging mir selber auf den Leim.
Ich werde nun das Handtuch werfen. Es geht mir ungeheuer schlecht. Denn eines geht mir auf die Nerven, ihr seid so maßlos selbstgerecht.
Scheiden tut weh
Der Erpel quakt zu seiner Ente (sie waren einst in sich verknallt): "Ich zahle keine Alimente für deinen Lebensunterhalt.
Du kannst dir selbst dein Futter suchen. Denn du bist rüstig, unverbraucht. Du wirst mich jeden Tag verfluchen." Kopfunter ist er abgetaucht.
Die Ente ist ihm nachgeschwommen und schnattert laut und aufgeregt: "Du bist im höchsten Grad verkommen!" Dann hat sie wortlos 'aufgelegt'.
Nun steht sie da mit ihren Kleinen und fühlt sich abgrundtief verletzt. Vor lauter Kummer muss sie weinen. Ihr Erpel hat sich abgesetzt.
Die Küken toben auf der Wiese. Verschmutzt ist schon ihr Federnkleid. Die Mutterente kriegt die Krise und tut sich unwahrscheinlich Leid.
Im Hühnerstall
Die Henne fegt den Hühnerstall mit einem Reißigbesen. Sie hat natürlich überall die Körner aufgelesen.
Die Hühnerstange wird poliert, die Nester aufgeschüttelt, den schillerbunten Hahn frisiert und ihn dann wachgerüttelt.
Sie jagt ihn schnell zum Hof hinaus. Er folgt, sie hört ihn krähen. Es strahlt das ganze Hühnerhaus vom Eingang abgesehen.
Das Holzbrett ist total verschmutzt mit Sand und Blattgemüse. Es wird tagaus, tagein genutzt. Man putzt dort seine Füße.
Der Reißigbesen - fehl am Platz. Es wird geschruppt, gescheuert. Doch leider ist das für die Katz'. Was jedermann beteuert.
Gib nicht auf
Gib nicht auf, es wird schon werden. Übe dich in der Geduld. Jeder hat mal Herzbeschwerden. Manchmal sind die andren schuld.
Raff dich auf und sei nicht träge. Nieder mit dem Schweinehund. Meide jede Nervensäge, geh den Dingen auf den Grund.
Sonst wirst du im Pech versauern. Nimm dich selber an die Hand. Niemals sollst du dich bedauern. Sei nicht länger wutentbrannt.
Bald erreichst du deine Ziele. Gestern ist Vergangenheit. Achte deine Bauchgefühle, und die Liebe macht sich breit.
Gib nicht auf, es wird schon werden. Handeln, das ist deine Pflicht. Das empfehlen die Gelehrten. Letztlich blüht die Zuversicht.
Der Herbst
Der Herbst hat Bäume abgeweidet und deshalb sind die Äste kahl. Der Nebel hat sich weit verbreitet. Er schreitet durch das enge Tal.
Vermummt sind nun die Menschenkinder. Man schlupft in seinen Anorak. Und ganz allmählich reift der Winter, ein allererster Vorgeschmack.
Der Tag ist sehr kurz angebunden. Er weicht schon vor dem Five-o-clock. Er pfeift auf alle Überstunden, denn darauf hat er keinen Bock.
Das Dunkle stellt man an den Pranger. Doch man erreicht damit nicht viel. Die Nacht trumpft auf, denn sie ist schwanger. Sie stürzt sich mitten ins Gewühl.
Auf ihre alten Tage
Ein alter Fuchs und seine Frau, auch sie ist reich an Jahren, die liegen täglich vor dem Bau. Dort lässt sich Glück erfahren.
Sie gehen nicht mehr auf die Jagd. Der Grund: die müden Knochen. Das Thema ist längst abgehakt, weil Kinder für sie kochen.
Sie müssen nicht ins Altenheim, das können sie vermeiden. Sie konnten einen Haferschleim von Jugend an nicht leiden.
Gehütet wird das Enkelkind, die Nichten und die Neffen. Und es entsteht ein Wirbelwind, wenn sie zusammentreffen.
Man schiebt sie nicht aufs Altenteil. Noch sind sie Herr der Lage. Sie tragen bei zum Seelenheil auf ihre alten Tage.
Lug und Trug
Man kommt oft weit mit Lug und Trug. Man stößt an keine Grenzen. Das ist bestimmt kein schöner Zug, wenn wir mit Lügen glänzen.
Die Wahrheit stellt man auf den Kopf. Man falsch- und meinbeeidet. So überflüssig wie ein Kropf, weil der Betrug entscheidet.
Wer lügt, der weiß, was Sache ist. Er handelt ganz gerissen. Und er verzapft den größten Mist. Ihn plagt nicht sein Gewissen.
Der Wahrheitskern wird umgefärbt, so dass sich Balken biegen. So wird das Ganze dann vererbt. Es wuchern lauter Lügen.
Sonne am Sonntag
Die Sonne wühlt sich durch die Wolken. Die gute Laune stellt sich ein. Das hat bekanntlich seine Folgen und auch ins Rollen kommt ein Stein.
Man will mit Weib und Kind spazieren, am Fluss entlang, im Weinbergspfad. Dort will man die Natur studieren, die immer was zu bieten hat.
Dann schnürt man seine Wanderschuhe. Doch Weib und Kind sind abgeneigt. Und man entflieht der Sonntagsruhe. Die Restfamilie aber streikt.
Verlassen sind im Herbst die Wege. Nur Hundehalter sind schon wach und manche kleine Nervensäge, die steigt dem Papa auf das Dach.
Man sieht auch eine Wandergruppe. Die Sonne scheint unendlich brav. Dann kehrt man heim zu Fleisch und Suppe und gönnt sich einen Mittagsschlaf.
Ein Vogel
Ein Vogel sucht nach einem Zweiten, der mit ihm durch das Leben geht, der ihn beschützt zu allen Zeiten, und der ihn auch im Alter pflegt.
An Reichtum ist ihm nicht gelegen. Er wünscht sich nur Geborgenheit, daheim im Nest, auf allen Wegen zu jeder Nacht- und Tageszeit.
Was immer zählt ist das Vertrauen, damit das Gute auch geschieht. Er möchte gerne Brücken bauen und wählt dafür ein Liebeslied.
Mit ihr will er sein Schicksal teilen. Die Treue sei kein leeres Wort. Er hofft darauf, sie liest die Zeilen, und meldet sich bei ihm sofort.
Dann würde sich ein Traum erfüllen. Geplant ist schon ein Freudenfest. Und seine Sehnsucht wird sich stillen: ein Liebespaar im Vogelnest.
Ein Ackergaul
Ein Ackergaul steht kurz vor knapp, die Arbeit hinzuschmeißen. Er überlegt, er wägt es ab und die Gedanken kreisen.
Er nimmt sich täglich in die Pflicht und ackert wie besessen. Doch wenn ihn mal der Hafer sticht, dann kann man ihn vergessen.
Er wiehert laut im Pferdestall und schüttelt seine Mähne. Man hört sein Wiehern überall und seine Zukunftspläne.
"Ich bin zu alt für den Beruf, muss meine Kräfte schonen." Und dabei stampft er mit dem Huf, die Rede zu betonen.
Der Bauer denkt, das Pferd ist faul. Das nimmt kein gutes Ende. Da räuspert sich der Ackergaul: "Dann schick mich halt in Rente."
November
Grau in Grau und Nieselregen. Welke Blätter auf Asphalt. Kaum Verkehr auf Fahrradwegen. Und der Tag wird nicht sehr alt.
Morgens dichte Nebelschwaden. Längst verstummt das Vogellied. Die Gefühle gehen baden und das geht auf das Gemüt.
Was uns fehlt sind Sonnenstrahlen und es herrscht die Traurigkeit. Auf dem Friedhof Blumenschalen für den Weg zur Ewigkeit.
Diesen Monat muss man meistern. Bäumen fehlt die Farbenpracht. Niemand kann sich da begeistern, denn am Tag beginnt die Nacht.
Der Elefant
Der Elefant beginnt zu weinen. Er ist auf beiden Augen blind. Sein größter Wunsch, er hat nur einen, er sähe gern sein Enkelkind.
Den Nachwuchs kann er nur befühlen mit seinem Rüssel, stundenlang. Doch ihm misslingt, Versteck zu spielen, da hilft ihm auch kein Tatendrang.
Das Enkelkind schätzt seine Nähe. Es liebt den Opa wie er ist. Vom Stirnansatz bis hin zur Zehe, weil er das Kuscheln nicht vergisst.
Jedoch es sieht die ganze Herde: Die beiden kommen mit sich klar. Sie sind einander Weggefährte und manchmal wie ein 'Liebespaar'.
Der Elefant hört auf zu weinen. Sein Rüssel fühlt das Enkelkind. Und wer sie sieht, der könnte meinen: Die Liebe macht die beiden blind.
Reisepläne
Ein Falter schmiedet Reisepläne. Sein Ziel: das ferne Himmelszelt. Sein Eheweib macht eine Szene. Sie fühlt sich wohl in dieser Welt.
"Was wollen wir auf fremden Sternen? Statt Wasser nur Vulkangestein. Die Sprache müssten wir erlernen. Mein guter Rat: komm lass es sein."
"Den Horizont will ich erweitern. Ich will nun einmal hoch hinaus. Wir werden ganz bestimmt nicht scheitern." Die Falterdame lacht ihn aus.
"Wir sehen täglich viele Sterne. Sie blinken, glänzen in der Nacht. Mein Favorit ist die Laterne. Sie ist es, die mich glücklich macht.
Ich pfeife auf die Höhenflüge zu einem weit entfernten Stern, weil ich mich gerne hier vergnüge. Ich weiß, das ist nicht sehr modern."
Selbsterkenntnis
Es ist mir Leid, mich zu verstellen. Nehmt mich doch bitte, wie ich bin. Ich würde nie die Zeche prellen. Denn das ergäbe keinen Sinn.
Es liegt mir fern, euch vorzumachen, ich sei ein großer Mann von Welt. Ich kneife selbst bei kleinen Sachen. Ich bin und war noch nie ein Held.
Es tut mir gut, mich mitzuteilen, in Worten finde ich den Trost. In Briefen möchte ich verweilen bei heißem Tee und Buttertoast.
Es ist nicht alles erste Sahne. Ein Fettnapf liegt nicht weit entfernt. Ich denke nach, jedoch ich ahne: Schon wieder nichts dazugelernt.
Es lockt das Meer und die Gezeiten. Nach einer Ebbe folgt die Flut. Ich kann mich manchmal gar nicht leiden. Du staunst? Das tut mir richtig gut.
Seine Frau verlassen
Der Fuchs hat seine Frau verlassen. Sein holdes Weib ging nämlich fremd. Er kann es immer noch nicht fassen. Nun steht er da im 'Unterhemd'.
Er wollte es erst gar nicht glauben, denn darauf war er nicht gefasst. Sie wirkten wie zwei Turteltauben, wo alles stimmt und alles passt.
Nun streift er durch Getreidefelder, damit sein Herz den Schmerz vergisst. Er schläft im Unterholz der Wälder und überdenkt was Sache ist.
'Wie konnte sie mich nur betrügen? Mein Ego das ist angekratzt. Ich wurde abgespeist mit Lügen. Der Knoten aber ist geplatzt.'
Er will sie nie mehr wiedersehen, nicht in der Nacht und nicht bei Tag. Denn einen Schatz zu hintergehen, das ist ein Ding, das er nicht mag.
Ich wünsche dir ...
Ich wünsche dir ein Quäntchen Glück an jedem neuen Morgen. Und immer einen Augen-Blick für andrer Leute Sorgen.
Verschont seist du vor Hass und Neid, vor höheren Gewalten. Erspare dir zu jeder Zeit vergrämte Kummerfalten.
Gib deinem Lachen endlos Raum, sogar in schweren Stunden. Und folge immer deinem Traum und bleib mit ihm verbunden.
Wenn jemand deine Hilfe braucht, dann sei sein Seelenretter. Damit sein Jammer untertaucht bei jedem Donnerwetter.
Ich wünsche dir ein liebes Wort in schwierigen Momenten. Und halte immer den Rekord, um Gutes zu 'verschwenden'.
Ein scheues Reh
Am Waldrand äst ein scheues Reh, und füllt den leeren Magen. Kopfüber taucht es in den Klee, um Blätter abzunagen.
Die Lauscher sind empfangsbereit. Es horcht nach allen Seiten. Und stört nur eine Kleinigkeit, wird es die Flucht einleiten.
Doch ringsherum ist alles still. Kein Grund um abzutauchen. Und deshalb denkt es sich: 'Ich will noch mehr an Grün verbrauchen.'
Urplötzlich knackst es tief im Wald. Es hört auf die Geräusche. "Das sind," und das erkennt sie bald "Verwandte, wenn ich mich nicht täusche."
In meinen Träumen
Du bist ein Gast in meinen Träumen. Du spielst sehr oft die Hauptfigur. Das Schauspiel will ich nicht versäumen, ich schlafe ein: rund-um-die-Uhr.
Den Auftritt will ich nicht verpassen. Ich gehe deshalb früh zu Bett. Du kannst dich immer sehen lassen. Von dir zu träumen, das ist nett.
Ich schwebe dann auf Wolke sieben. Dann stehst du lächelnd neben mir. Der Alltag ist zurückgeblieben. Der Himmel öffnet seine Tür.
Die Träume werden sich erfüllen. Noch stecken sie im Wolkenstau. Und jede Sehnsucht wirst du stillen, denn du bist eine liebe Frau.
Für dich
Für dich will ich die Sterne zählen. Das dauert aber seine Zeit. Und zwischendurch Kartoffeln schälen. Den Gehsteig räumen, wenn es schneit.
Am Sonntag will ich Blumen schenken, die schmücken dann den Frühstückstisch. Zum Bäcker meine Schritte lenken, die Brötchen kaufen, ofenfrisch.
Den Wunsch von deinen Lippen lesen, und handeln wie es dir beliebt. Die Wohnung fegen mit dem Besen, weil es dort Staubpartikel gibt.
Ich will dir jeden Tag beweisen, dass du mein Ein und Alles bist. Geschwungen wird das Bügeleisen, obwohl es 'Frauensache' ist.
Für dich will ich mein Bestes geben. Und stehe stundenlang am Herd. Ich will mit dir zusammenleben, du bist so nett und liebenswert.
Der Kater
Der Kater geht bei Nacht spazieren. Er möchte gern sein Herz verlieren. Er maunzt im Hinterhof sein Lied. Und wartet ab, doch nichts geschieht.
Nun singt er schon die zweite Strophe. Kein Echo und das ist das Doofe. Er wandert weiter, missgestimmt, was er sich selber übel nimmt.
Dann denkt er nach, um zu ergründen, wo lässt sich eine Katze finden in dieser lauen Sommernacht. Verzweifelt hat er nachgedacht.
Zunächst besucht er Bier-Spelunken. Die Gäste sind meist angetrunken. Und Katzen sind in fester Hand. Die Pfoten weg, rät sein Verstand.
Das Ganze war ein großer Reinfall. Nun hat er einen neuen Einfall. Zum Stadtrand führt ihn dann sein Weg in die beliebte Diskothek.
Dort sieht er viele Katzen tanzen. Jedoch ihm fehlen die Finanzen. Ein kleines Bier hat er geleert, dann ist er traurig heimgekehrt.
Überfüllt
Die Innenstadt ist überfüllt mit Menschen und mit Waren. Das Kaufhaus setzt sich gut ins Bild. Dort lässt sich 'Glück' erfahren.
Es strömt ein lautes Menschenmeer durch kleine Seitengassen. Normalerweise sind die leer. Sie können es kaum fassen.
Man schaut sich auch die Augen wund und wühlt in den Regalen. Und jeder kennt den Hintergrund. Mit Schecks wird man bezahlen.
Gekauftes steckt in Glanzpapier mit gold und roten Schleifen. Denn der Advent steht vor der Tür. Das Tun kann man begreifen.
Man rechnet mit dem Weihnachtsgeld. Es schwinden die Bedenken, wenn hie und da ein Groschen fällt, um Kinder zu beschenken.
Ich möchte ...
Ich möchte Liebesbriefe schreiben. Und der Empfänger wärest du. Ich würde maßlos übertreiben und bäte dich zum Rendezvous.
Ich möchte dir zu nahe treten. Mein Anstand rät: Komm lass es sein, auch kleine Fische haben Gräten und sind zuweilen hart wie Stein.
Ich möchte keinen Tag versäumen. Die Zukunft fängt schon heute an. Ich will nicht länger von dir träumen. Du ziehst mich fest in deinen Bann.
Ich will dich in die Arme schließen, damit die Sonne wieder scheint. Ich möchte dich hautnah genießen, und wäre gern dein bester Freund.
Unser Ziel
Mit dir will ich mein Ziel erreichen. Wir stolpern über Stock und Stein. Und achten jedes Himmelszeichen, dann wirst du ich, und ich bin Dein.
Natürlich ist der Steig auch steinig. Vergiss-mein-nicht am Wegesrand. Doch eines stimmt, wir sind uns einig und wandern im gelobten Land.
Die dunklen Nächte überbrücken mit Herz-an-Herz und mit Geduld. Die Schwierigkeiten unterdrücken. Nicht immer ist der Partner schuld.
Wir putzen unsre Wanderschuhe, denn häufig ist der Weg verdreckt. Was immer zählt die Seelenruhe, die neue Kräfte in uns weckt.
Es geht bergauf und in die Tiefe. Der Weg allein ist unser Ziel. Wir schreiben keine Abschiedsbriefe und handeln aus dem Bauchgefühl.
Hartz vier Empfänger
Es beutelt uns die Wirtschaftskrise. Der kleine Mann wird ausgestellt. Fabriken auf der grünen Wiese bezahlen nur ein Taschengeld.
Im Abseits der Hartz vier Empfänger. Verweigert wird ihm ein Kredit. Und sein Gesicht wird immer länger. Die Krise nimmt ihn furchtbar mit.
Er möchte nicht in Mitleid baden. Jedoch es bleibt ihm keine Wahl, denn er verliert den roten Faden. Das Leben wird zu einer Qual.
Das Leben wird zu einer Plage. Man rät ihm noch zu mehr Konsum. Er überprüft die Wirtschaftslage. Man sagt, die führt zu einem Boom.
Die Zukunft aber wird es weisen. Die Sprüche haben Konjunktur. Doch er gehört zum alten Eisen. Man schickt ihn auf Verjüngungskur.
Im Süden
Die Vögel zwitschern nun im Süden. Sie bauen dort ihr Vogelnest. Und weil die Vögel nicht verhüten, steigt häufig ein Geburtstagsfest.
Die Kinder schlüpfen aus den Eiern, und sperren ihren Schnabel auf. Die Eltern haben was zum Feiern. Und sie sind mächtig stolz darauf.
Dann steht in der Geburtsurkunde: Der Knackpunkt war in Afrika. Sie überliefert auch die Stunde und was bei der Geburt geschah.
Den Kleinen ist das völlig schnuppe. Sie wünschen sich Insektenbrei. Und eine warme 'Hafersuppe', der Rest ist ihnen einerlei.
Ein Streit
Ein großer Stein liegt quer im Magen. Und auf der Leber rennt die Laus. Man hat daran sehr schwer zu tragen. Die Höflichkeit, die rastet aus.
Es keimen die Verdrießlichkeiten. Ein Wort genügt, es schwillt der Kamm. Bald werden Paragraphen reiten und außerdem, es bricht der Damm.
Der Anstand wird dadurch entgleisen. Der Sachverhalt wird sekundär. Man sucht mit Worten zu beweisen: Man ist im Recht, was will man mehr.
Doch was man will, ist kein Verbrechen. Es geht um eine 'Kleinigkeit'. Man will sich an dem andren rächen. Und hochgeschaukelt wird der Streit.
Nun gilt es, das Gesicht zu wahren. Man setzt noch eine Galgenfrist. Sonst wird er in die Hölle fahren, was leider nicht zu ändern ist.
Der schlaue Fuchs
Der schlaue Fuchs streift durch die Auen. Er fühlt sich wohl in der Natur. Er will nur nach dem Rechten schauen auf seinen Wegen durch die Flur.
Sein Augenmerk gilt allem Kranken und er beendet jedes Leid. Er hilft den Tieren, abzudanken, auf ihrem Weg zur Ewigkeit.
Gesunde Tiere können fliehen. Sein Jagdinstinkt weiß immer Rat. Er lässt sie unbehelligt ziehen. Als Jäger zeigt er sein Format.
Natürlich kann er unterscheiden: Ist dieses Leben lebenswert. Lässt sich ein Totschlag nicht vermeiden, denn er ist völlig aufgeklärt.
Der Fuchs kehrt heim in seine Wohnung, in seinen Stollen, seinen Bau. Und gönnt sich selber zur Belohnung das Adjektiv mit Namen: schlau.
Ein Dackel
Ein Dackel dackelt seiner Wege. Sein Herrchen hat ihn angeleint. Das Ziel ist eine Kneipentheke, wo auch bei Nacht die Sonne scheint.
Die Umwelt darf er nicht erkunden. Es geht voran mit großem Schritt. Anscheinend zählen die Sekunden. Als Dackel macht man manches mit.
Es riecht nach Bier und nach Promille, nun haben sie das Ziel erreicht. Doch was dort fehlt, das ist die Stille, denn alle sind auf Bier geeicht.
Sein Herrchen voll wie die Haubitzen. Der Dackel führt zur Wohnungstür. Er hat wie immer keinen sitzen, denn er säuft Wasser anstatt Bier.
Wünsche
Die Wünsche haben sich erfüllt, doch wir sind unzufrieden. Wir zeichnen schon am neuen Bild, das soll uns alles bieten.
Wir feilen gründlich am Detail, an Dingen und an Sachen. Es ändert sich das Seelenheil, das soll uns glücklich machen.
Zwar ist so manches sehr gewagt. Wir müssen drauf bestehen. Sonst werden wir, wie man so sagt, nur vor die Hunde gehen.
Der Wunsch von gestern, der ist out. Wir haben neue Ziele. Gefragt ist eine neue 'Braut'. Und neue Glücksgefühle.
Das Schicksal geht uns auf den Leim. Und bringt, was wir erhoffen. Jedoch wir maulen insgeheim: Ein Posten ist noch offen.
Krankenhaus
Die Spitzmaus raschelt durch die Blätter. Die Freundin liegt im Krankenhaus. Sie trotzt den Stürmen und dem Wetter. Gebeutelt wird der Blumenstrauß.
Doch ihr Besuch ist hochwillkommen. Die Freundin ist sehr langgeweilt. Und freut sich, das hat sie vernommen, wenn einer ihre Stunden teilt.
Sie ist kein Fan von Krankenbetten, doch ihr Besuch ist angebracht. Sie kann nicht helfen, auch nicht retten, doch es tut gut, wenn jemand lacht.
Sie haben sich sehr viel zu sagen. Das Themenfass ist rand und voll. Sie lässt die liebe Freundin klagen. Und fragt nicht, was das Ganze soll.
Doch durch die Finger rinnen Stunden, was man im nachhinein erkennt. Das haben beide so empfunden, besonders stark der Patient.
Advent
Die Innenstadt platzt aus den Nähten. Geschäfte sind gerammelt voll. Man sichtet die Geschenkeläden. Ein Teil führt Buch und Protokoll.
Noch hat man Zeit sich umzuschauen. Erst in vier Wochen der Termin. Besonders eifrig sind die Frauen, sie strotzen nun vor Disziplin.
Denn ellenlang die Einkaufsliste. Was immer zählt, das ist der Preis. Vom Spielzeug bis zur Werkzeugkiste, für Wickelkinder und dem Greis.
Das Kaufhaus hat sich vorbereitet. Mit Waren ist es eingedeckt. Oft wird die Frau vom Mann begleitet. Natürlich wirkt er leicht verschreckt.
Die Gassen schmücken sich mit Lichtern. Und eine erste Kerze brennt. Ein Strahlen liegt auf den Gesichtern. Die Zeit ist reif für den Advent.
Wunschlos glücklich
Wunschlos glücklich ist fast keiner. Meistens fehlt ein Quäntchen Glück. Und dem Modehaus-Designer dem misslingt ein Meisterstück.
Immer mangelt es an Dingen. Manchmal fehlt Geborgenheit. Dann wird man im Dreieck springen, und man tut sich selber Leid.
Wünsche sind oft sehr bescheiden. Was du hast, das zählt nicht viel. Manchen fehlen Zärtlichkeiten. Das zu ändern, wird zum Ziel.
Fremde Hilfe ist vonnöten. Sei dir dessen eingedenk. Was hier zählt sind nicht Moneten, denn die Liebe - ein Geschenk.
Tannengrün
Tannengrün und Lichterketten. Glanzpapier und Weihnachtsschmuck. Davor kann sich keiner retten. Alle stehen unter Druck.
Menschenleer die Parkanlagen. Überfüllt die Innenstadt. Spekulatius für den Magen, doch den Glühwein hat man satt.
Spritzgebäck und Plätzchendosen. Weihnachtskugeln, Nikolaus. Nachgeahmt von Arbeitslosen. Und man zieht von Haus zu Haus.
Strahlend große Kinderaugen. Wünsche auf dem Pergament. Mit Trompeten und mit Pauken, feiern wir nun den Advent.
In den Seilen
Die süße Maus hängt in den Seilen. Die Flasche Wein war doch zu viel. Nun möchte sie im Bett verweilen. Und das ist ihr erklärtes Ziel.
Sie kuschelt mit den Daunendecken und fühlt den Träumen auf den Zahn. Kein Wecker darf sie heute wecken. Er hat es aber doch getan.
Nun flucht sie eine kleine Runde. Denn schrill war dieser Großalarm. Sie gönnt sich noch 'ne Viertelstunde und nimmt das Kissen in den Arm.
Es tut ihr gut, im Bett zu liegen. Zum Teufel mit dem Alkohol. Am Tag danach herrscht kein Vergnügen. Die süße Maus fühlt sich nicht wohl.
Denn sie hängt gräßlich in den Seilen und schwört, das kommt nie wieder vor. Das pflegt sie allen mitzuteilen und dazu maunzt ein Katerchor.
Entscheidung
Ich habe mich für dich entschieden, auch wenn der Himmel Tränen weint. Du schenkst mir einen Seelenfrieden. Und gern bin ich mit dir vereint.
Natürlich gibt es krumme Tage, wo eine Sehnsucht nicht gelingt. Dann stelle ich auch dich in Frage, was mich bestimmt nicht weiterbringt.
Du hast ein Herz und eine Seele, die sind verlässlich, lupenrein. Und dass ich immer auf dich zähle, das soll dir gegenwärtig sein.
Du hast so viele schöne Seiten. Und bist mir grenzenlos vertraut. Ich schätze deine Zärtlichkeiten, die gehen unter meine Haut.
Die Zukunft möge uns gehören. Ich liebe dich mit Haut und Haar. Kein Fremder soll das Glück zerstören, dann wird das Leben wunderbar.
Neue Kleider
Die Kirchenmaus sucht neue Kleider. Sie findet sie im Modehaus. Was ihr gefällt, das kostet leider, zu viel für eine Kirchenmaus.
Sie hängt die Mode an den Haken. Und macht dann auf dem Absatz kehrt. Sie pfeift darauf: Ade zu sagen. Die Preise sind nicht sehenswert.
Jedoch sie braucht noch Wintersachen. Die Kirche ist oft schlecht beheizt. Es wird, da kann sie gar nichts machen, mit Öl gespart und auch gegeizt.
Im Second Hand sind die Klamotten, nicht modisch aber preisbetont. Dort kaufen gerne alle 'Schotten'. Weil sich ein Einkauf immer lohnt.
Die Kirchenmaus betritt den Laden. Sie schaut sich um und findet gleich (und kein Verkäufer muss ihr raten!) den Mantel für ihr 'Himmelreich'.
Ein Freund
Ein Freund hilft dir in schweren Zeiten. Er weiß genau, worum es geht. Er wird dich durch die Nacht begleiten. Er ist ein Mensch, der zu dir steht.
Er lässt dich nicht im Dunkel hängen. Mit seinen Worten macht er Licht. Und steckst du auch in tausend Zwängen. Er wiederholt: Vergiss-mein-nicht.
Natürlich wird er dich beraten, und schaut nach deinem Seelenheil. Er will dir ganz bestimmt nicht schaden. Er will genau das Gegenteil.
Sein Augenmerk gilt den Beschwerden. Er hat dich unumstößlich lieb. Er tröstet dich: Es wird schon werden. Dich zu beschützen, sein Prinzip.
Er lässt dich ganz bestimmt nicht fallen. Und was er tut ist gut gemeint. Er hält zu dir, und nicht zu allen, denn schließlich ist er ja dein Freund.
Lebenshaltungskosten
Das Atmen kostet keinen Cent, doch man erwägt, dies abzustellen. Dann kaufst du Luft vom Second Hand. Denn die Gebühr darf keiner prellen.
Und wenn es im Dezember schneit, dann will man dafür Geld verlangen. Die Erde trägt ein Winterkleid und rötet die verblassten Wangen.
Was auch geschieht, das kostet Geld und eine Handvoll Mehrwertsteuer. Und bist du einmal auf der Welt, dann kommt der Spaß dich ziemlich teuer.
Doch auch beim letzten Atemzug, da steht der Staat auf seinem Posten. Du klinkst dich aus, das ist genug, das wird dir noch dein Leben kosten.
Der Himmel
Der Himmel möge dich begleiten. Und sei beschützt auf Schritt und Tritt. Er schenke dir auch Zärtlichkeiten und immer guten Appetit.
Das Schöne mögest du erfahren auf deinen Wegen durch die Zeit. Und Kummer sollst du dir ersparen, natürlich auch die Traurigkeit.
Sei dankbar bei den kleinen Dingen. Und achte dich ein Leben lang. Dann wird das Schwierige gelingen, selbst nach dem Sonnenuntergang.
Du musst dir immer selbst genügen. Das Glück sei nicht ein leeres Wort. Und jeder Tag sei ein Vergnügen. Dein Glück sei treu an jedem Ort.
Der Himmel möge dich begleiten, am Krankenbett im Krankenhaus. Und sei verschont von schwerem Leiden. Sei lieb zu dir, tagein, tagaus.
Gegärte Früchte
Der Elefant hat Darmprobleme. Gegärte Früchte haben Schuld. Er fühlt in sich das Unbequeme. Nun braucht er eines: nur Geduld.
Dann wird es sich zum Guten wenden. Das ist dem Dschungeldoktor klar. Und die Verstimmung wird bald enden, dann wird es, wie es früher war.
Der Elefant kann es nicht glauben. Und er beweint sein Missgeschick. Das wird die Seelenruhe rauben. Das trifft ihn hart und knüppeldick.
Nun ist der Elefant genesen. Der Dschungeldoktor gratuliert. Und er spendiert an einem Tresen, was nicht zu Darmproblemen führt.
Die Geier kreisen
Wenn über mir die Geier kreisen, dann macht das Leben keinen Spaß. Ich zähle mich zum alten Eisen, und beiße sicher bald ins Gras.
Mit dem Latein bin ich am Ende, da nutzt mir auch kein Krankenschein. Gebunden sind mir dann die Hände, der Tod tritt in drei Stunden ein.
Noch kann ich mich dagegen wehren, doch meine Kräfte sind beschränkt. Mein Mund der könnte aufbegehren, und äußern was der Herzschlag denkt.
Doch das wird alles nicht viel nützen. Ich zähle bald zum Speiseplan. Und keiner wird mich unterstützen auf meiner kurzen Lebensbahn.
Ein Geier rückt mir auf die Pelle. Ich leiste kaum noch Gegenwehr. Er weicht nicht mehr von meiner Stelle. Mich aufzugeben, das fällt schwer.
Zweiter Advent
Im Kaufhaus stapeln sich die Waren. Sie schielen auf das Weihnachtsgeld. Man wartet auf die Käuferscharen und hofft, das bald der Groschen fällt.
Es glitzern bunte Lichterketten. Geschmückt ist jeder Plastikbaum. Kein Mensch kann sich vor ihnen retten. Und sie verfolgen ihn im Traum.
In dekorierten Seitengassen, wo sonst die Langeweile gähnt, da drängeln dichte Menschenmassen. (Dies sei am Rande hier erwähnt.)
Es blühen große Plastiktüten. Denn ein Geschenk wird aufgebauscht. Und das beschert den Weihnachtsfrieden. (Doch notfalls wird es umgetauscht.)
Auf Mäusejagd
Die Katze geht auf Mäusejagd und schärft noch ihre Krallen. Ein Rendezvous wird abgesagt, sie lässt das Date verfallen.
Sie macht sich auf und dann davon. Ihr Ziel die grünen Wiesen. Und sie erhofft dort reichen Lohn. Der Tag liegt ihr zu Füßen.
Erst wird die Straße überquert. Dort drohen die Gefahren. Sie nimmt die Hürde unversehrt wie schon seit vielen Jahren.
Sie lauert im Schlaraffenland. Und hofft auf große Beute. Doch das ist leider hirnverbrannt. Das mindert jede Freude.
Denn Mäuse halten Winterschlaf. Verschlossen sind die Türen. Und auch die Kleinen träumen brav - Das wird zum Kohldampf führen.
Im Tannenwald
Die süße Maus lässt sich beschenken. Sie stöbert durch den Tannenwald. Und keiner kann ihr das verdenken, vor kleinen Bäumen macht sie Halt.
Dann misst sie Höhe und die Breite mit einem alten Metermaß. Ihr Ehemann steht ihr zur Seite. Und beide haben ihren Spaß.
Dann wird ein Prachtstück vorgefunden, der passt vor ihre Eingangstür. Der Abtransport, der dauert Stunden. Man plagt sich ab, man weiß wofür.
Die Tanne wird geschmückt mit Kerzen und auf der Spitze thront ein Stern. Der leuchtet mitten in die Herzen, den haben auch die Kleinen gern.
Die Kinder hängen ihre Socken ganz unten an den Tannenast. Und manchmal sind die weißen Flocken sowie der Weihnachtsmann zu Gast.
Ärztlicher Befund
Lass dich nicht ins Bockshorn jagen durch den ärztlichen Befund. Denn du wirst nach ein paar Tagen sicher wieder kerngesund.
Jedes Übel kriegt die Krise. Jedes Unheil ist beschränkt. Kopf-hoch lautet die Devise. Es kommt anders als man denkt.
Anfangs gibt es Turbulenzen, die die Seelenruhe raubt. Doch das hat auch seine Grenzen. Sei ein Mensch, der an sich glaubt.
Brötchen musst du kleiner backen. Doch dein Lebenswille siegt. Und das Glück sitzt dir im Nacken. Keiner weiß, woran das liegt.
Alle Türen stehen offen. Flieg davon und raff dich auf. Halte durch, fang an zu hoffen. Finde deinen Lebenslauf.
Die Zielgerade
Das Jahr erreicht die Zielgerade. Es ist schon viele Tage alt. Kalender kennen keine Gnade. Befristet ist sein Aufenthalt.
Der Rückblick ist in aller Munde. Man blättert in dem Tagebuch. Das Jahr geht in die letzte Runde. Bald kommt das neue zu Besuch.
Noch kauen wir an den Geschichten, die jedes Jahr so mit sich bringt. Denn vieles wäre zu berichten, das uns zu neuen Taten zwingt.
Wir wiegen, wägen und ermessen. Statistisch wird das Jahr erfasst. Was wichtig war, ist fast vergessen, weil es nicht in den Rahmen passt.
Im Abseits sind Vergangenheiten. Man übersieht, was wichtig war. Zum Beispiel kleine Zärtlichkeiten mit Herz-an-Herz in diesem Jahr.
Erwartung
Du kannst mit Fug und Recht behaupten: geprellt wird jede Menschlichkeit. Und was wir einst als Kinder glaubten, das regelt nicht die stille Zeit.
Wir hatten hohe Ideale, die wurden einfach abrasiert. Wir sind zum wiederholten Male zu einem Nichtsnutz degradiert.
Das Gute möge doch geschehen. Auch Freudentränen machen blind. Doch was wir niemals ganz verstehen, wir finden uns im Labyrinth.
Wir trotten durch den Lauf der Jahre. Und wissen wie es besser sei. Gefragt ist stets das Wunderbare und nicht der fade Alltagsbrei.
Dann setzen wir uns in die Nesseln. Man tut, wie immer, was man kann. Man lässt sich von dem Lichtschmuck fesseln und wartet auf den Weihnachtsmann.
Du weißt genau
Du weißt genau, ich mag dich leiden. In meinem Herzen nimmst du Platz. Wir tauschen häufig Zärtlichkeiten und nirgends suche ich Ersatz.
Tagtäglich darf ich an dich denken. Schon morgens wenn der Tag erwacht. Da wirst du die Gedanken lenken, das geht so zu bis in die Nacht.
Du bist bei mir in meinen Träumen. Und sie erzählen nur von dir. Und keinen Traum will ich versäumen. Dann bin ich glücklich, glaube mir.
Wir sehen uns nicht alle Tage. Was leider nicht zu ändern ist. Ich rufe an, wie ist die Lage. Und frage, ob du mich vermisst.
Die Antwort lässt nicht auf sich warten. Gefühle stecken nicht im Stau. Dann pflückst du Rosen aus dem Garten und sprichst: Das weißt du ganz genau.
Kurz angebunden
Der Tag ist sehr kurz angebunden. Er kommt am Morgen schwer in Gang. Die Nacht macht viele Überstunden und kürzt in uns den Tatendrang.
Der Monat geizt mit Sonnenstrahlen. Ganz ungemütlich jeder Tag. Man leidet deshalb 'Höllenqualen'. Das trifft uns wie ein Schicksalsschlag.
Doch keiner kann der Zeit entrinnen. Man muss es nehmen, wie es ist. Dann wägt man ab, sich zu besinnen, was man im Sommer gern vergisst.
Der kurze Tag hat gute Seiten. Man denkt an Menschen, die man kennt. Das kann uns durch die Nacht begleiten. Beschaulich lebt man im Advent.
Mit dir
Mit dir will ich mich gut vertragen. Dann können wir zu jeder Zeit, dem heißen Pech ein Schnippchen schlagen in herzvereinter Zweisamkeit. Dann kriegt die Zwietracht kalte Füße. Und die Gehässigkeit geht ein. Vergessen ist die Wirtschaftskrise. Wir werden rundum glücklich sein. Die lieben Worte werden sprießen. Es wird gezärtelt und geküsst. Wir werden jeden Tag genießen, wenn du mein Ein und Alles bist. Wir müssen alle Tage üben. Unüberhörbar ruft die Pflicht. Daraus entspringt die Kunst zu lieben und bunt erstrahlt die Zuversicht.
Gestern Abend
Mein bunter Schmetterling im Bauch stand gestern Abend auf dem Schlauch. Er konnte sich nicht mehr bewegen, das kam mir äußerst ungelegen.
Ich bin so sehr an ihn gewöhnt. Er stand nur da und hat gestöhnt: 'Mein Flügelpaar macht mir zu schaffen. Mir fehlt die Kraft, mich aufzuraffen.'
Kein noch so gut gemeintes Wort beflügelte zum Leistungssport. Er ließ sich leider einfach gehen. Ich wollte ihm den Hals rumdrehen.
'Sei friedlich!' sagte er betont, 'und lass mich bitte auch verschont von deinen angepeilten Taten. Du wirst dir nämlich selber schaden.'
Ich habe hin- und hergedacht. Darüber wurde tiefste Nacht. Schon schliefen meine müden Glieder. Doch heute früh, da flog er wieder.
Weihnachtseinkäufe
Die süße Maus sucht nach Geschenken im Kaufhaus und im Second Hand. Sie muss an ihre Kinder denken. Sie hetzt sich ab, und rennt und rennt.
Der Knackpunkt sind die hohen Preise, die halten durch bis Februar. Vom Himmel hoch, da rieselt leise der Schnee - mit ihm die Rutschgefahr.
Sie möchte nicht ihr Geld verschwenden, und lässt den Kaufrausch hinter sich. Die Sucherei will sie beenden. Der Einkaufsstress ist fürchterlich.
Die Kinder sollen selbst entscheiden, denn schließlich sind sie alt genug. Ein Gutschein kann auch Spaß bereiten und ist bestimmt ein schöner Zug.
Nun fehlt ihr noch für ihren Gatten ein kleines passendes Präsent. Sie denkt an Strümpfe und Krawatten im angesagten Modetrend.
Rückblick 2009
Gutes ist mir widerfahren. Häufig habe ich gelacht. Humbug konnte ich mir sparen. Und man hat an mich gedacht.
Freundlichkeiten sind gelungen, und das steht im Tagebuch. Selten ein paar Spötterzungen. Und mein Schatz kam zu Besuch.
Ungetrübt die Sonnenstunden. Herzgewitter lagen fern. Du hast oft zu mir gefunden. Und du weißt, ich hab' dich gern.
Worte waren wie Geschenke. Dankbar schaue ich zurück. Wenn ich vieles so bedenke, fühle ich erlebtes Glück.
Streit um Nichts war nie von Dauer. Ungespalten blieb das Haar. Manches weiß ich jetzt genauer. Wunder-bar war dieses Jahr.
Harte Zeiten
Wer kennt sie nicht, die harten Zeiten. Man fröstelt, wenn man daran denkt. Man hat darunter sehr zu leiden. Man fühlt sich hilflos, eingeengt.
Dann liegen Träume auf dem Boden. Sie fliehen in den Untergrund. Dem Ungeliebten platzt der Knoten. Man wird zu einem armen Hund.
Das Schöne lässt sich nicht entdecken. Es steht auf einem Abstellgleis. Die Freude spielt mit uns verstecken. Man gibt sich jeder Trübsal preis.
Man kämpft mit aller Wucht dagegen. Dann reißt die Wolkendecke auf. Die Sonne scheint auf allen Wegen und weiter geht's im Lebenslauf.
Das Gute
Es möge dich das Gute tragen, die Freundlich- und die Zärtlichkeit. Nichts Schweres liege dir im Magen auf deinen Wegen durch die Zeit.
Sei stets beschützt und gut behütet, wenn ein Gewitter donnernd grollt. Den Unterschlupf, den einer bietet, dem sei dein großer Dank gezollt.
Die Sonne möge mit dir lachen. Und sei dein Freund auf Schritt und Tritt. Du sollst dir keine Sorgen machen. Wenn jemand weint, dann weine mit.
Es möge dich der Himmel trösten, bist du allein in dunkler Nacht. Und zähle dich zu den Erlösten, und gib am besten auf dich acht.
Das Tal der Tränen sei durchschritten. Entgeh dem Frust, der manchmal nagt. Um eines möchte ich dich bitten, sei stolz und stark und unverzagt.
In die Berge
Das Krokodil reist in die Berge. Es liebt den feinen Pulverschnee, den Hüttenzauber und die 'Zwerge', natürlich auch den Jägertee.
Es lässt sich gerne überraschen und bucht last minute, das ist klar. Gepackt hat es die Reisetaschen. Denn Schnee ist Pflicht in jedem Jahr.
Es gönnt sich diese Urlaubsreise. Das Sparen klappt schon irgendwie. Es weiß, gepfeffert sind die Preise für eine Woche Langlaufski.
Das Krokodil meint unverfroren, das lass nur meine Sorge sein. Es schützt mit Wolle seine Ohren und mummt sich in die Jacke ein.
Es würde gerne länger weilen. Die Woche, die vergeht im Flug. Es muss sich aber jetzt beeilen, denn pünktlich fährt der Anschlusszug.
Die Weihnachtsgans
Ich bin als Weihnachtsgans geboren. Und bin die Krönung bei dem Fest. Ich bin gerupft und kahl geschoren, damit die Haut sich sehen lässt.
Dann schiebt man mich in eine Röhre, und heizt mir unaufhörlich ein. Es nutzt nichts, wenn ich mich empöre. Der Koch behauptet, das muss sein.
Nun schwitze ich aus allen Poren, und gare in dem eig'nen Saft. Den Überblick hab' ich verloren. Auf jeden Fall: ich bin geschafft.
Bald riecht man meine Wohlgerüche. Die Gänsebrust wird langsam braun. Es duftet durch die ganze Küche. Der Duft zieht bis zum Gartenzaun.
Mit Rotwein werde ich entschädigt. Vier Kerzen brennen auf dem Kranz. Nun bin ich 'gans und gar' erledigt. Man mästet sich mit Weihnachtsgans.
Schneeflocken
Vor dem Fenster fallen Flocken, tanzen taumelnd in den Tag. Und man möchte laut frohlocken, weil man dieses Schauspiel mag.
Leise rieseln sie zu Boden, auf die Dächer und Asphalt. Und dem Himmel platzt der Knoten. Eingepudert wird der Wald.
Still und friedvoll wird der Morgen. Auch der Kirchturm färbt sich weiß. Schnee bedeckt die Alltagssorgen, stetig und mit großem Fleiß.
Jeder schätzt die Schnee-Idylle, weil man sich verzaubern lässt. Und er passt auch in die Stille vor dem nahen Weihnachtsfest.
Für Stephanie
Du kennst dich aus mit 'Schweinereien', du weißt, woran ein Metzger 'krankt'. (Die Ironie musst du verzeihen,) das hat dir vieles abverlangt.
Das Thema war nicht leicht zu nehmen. Dein Einsatz war bewundernswert. Denn viele ernste Fragethemen, die wurden dir dadurch beschert.
Wir wissen nichts von den Problemen. Du warst allein auf dich gestellt. Jedoch du gabst dem Unbequemen, den Rahmen in der Arbeitswelt.
Nun sagen wir: Auf Wiedersehen, befristet ist dein Aufenthalt. Du wirst in ein paar Tagen gehen, und das ist höhere Gewalt.
Was uns noch bleibt: ein Danke-sagen für deine stille, nette Art. Man kann sich leicht mir dir vertragen. Viel Glück auf deiner nächsten Fahrt.
Flockenwirbel
Der Wintereinbruch bringt uns Schnee. Das lässt die Schlote rauchen. Noch können Enten auf dem See den Kopf ins Wasser tauchen.
Der dicke Mantel ist gefragt. Es frösteln schon die Hände. Ein Ohrenschutz ist angesagt, und das seit Wochenende.
Den Einzug findet auch der Frost. Es klirrt auf allen Wegen. Erledigt wird die Weihnachtspost, die wir seit Jahren pflegen.
Ein heißer Glühwein oder Punsch wärmt Seele, Geist und Magen. Und man erfüllt sich diesen Wunsch an kalten Wintertagen.
Was man sonst nur aus Bildern kennt, das lässt uns nun frohlocken. (Zur rechten Zeit und im Advent.) Vom Himmel fallen Flocken.
Der Winter
Der Schnee flockt in den Kindertraum und auf den grünen Rasen. Auf Lichterglanz und Weihnachtsbaum in den geschmückten Straßen.
Er krönt die Flur, den Tannenwald, die Dächer und die Ziegel. Er weißt das Pflaster, den Asphalt, die Berge und die Hügel.
Vergessen ist, was Gestern war. Verziert sind alle Dinge. Der Winter hilft in diesem Jahr, dem Schneefall auf die Sprünge.
Nun ist der Winter eingekehrt. Man mag ihn herzlich leiden. Ein Gläschen Glühwein wird geleert in diesen kalten Zeiten.
Hyänen
Sei kein Futter für Hyänen, halte dich von ihnen fern. Denn sie säen deine Tränen, und das hast du gar nicht gern.
Einzeln sind sie feige Köter. Doch die Vielzahl wird gemein. Sie sind wahre Nerventöter. Lass dich darauf gar nicht ein.
Vorsicht ist in allen Fällen nützlich und auch angebracht. Halte Abstand, wenn sie bellen. Denn sie sind in Übermacht.
Du musst nicht dein Bestes geben. Bei Gefahr, verzieh dich schnell. Denn du schützt dadurch dein Leben. Ihre Art ist kriminell.
Hüte dich vor den Hyänen. Rette dich, besonders weil, denn sie säen deine Tränen und rauben dir dein Seelenheil.
Ein Lorbeerkranz
Du musst dich nicht noch weiter grämen, erreicht ist das Etappenziel. Wer dich belächelt, soll sich schämen, ihm mangelt jeder Lebensstil.
Dein letzter Einsatz ist zu loben. Ich hätte dir den Sieg gegönnt. Nun musst du keinen Aufstand proben. Im Abseits steht das Happy End.
Nun heißt es, in die Zukunft schauen. Und deinen letzten Niederschlag, den solltest du ganz rasch verdauen. Denn morgen blüht ein neuer Tag.
Dann kannst du dich erneut beweisen. Schau bitte vorwärts nicht zurück. Lass deinen Siegeswillen kreisen. Auf Niederlagen folgt das Glück.
Die Flinte in das Korn zu werfen, das widerstrebt dir voll und ganz. Bezähme dich und deine Nerven, dann winkt dir auch der Lorbeerkranz.
Die fette Kröte
Am Weiher hockt die fette Kröte. Ihr schießt so vieles durch den Kopf. "Im Endeffekt bin ich die Blöde, mir winkt kein Blumenübertopf."
Doch leider kann man nicht erfahren, woran die fette Kröte denkt. Das will sie sich anscheinend sparen, ihr Mundwerk hat schnell aufgehängt.
Sie stürzt sich schließlich in den Weiher und taucht bis in den Untergrund. Dort blubbert sie die alte Leier, und tut sie den Bewohnern kund.
Doch keiner weiß, was sie empfindet. Man hört den Satz der Nerven tötet, vielleicht ist der auch unbegründet. Bald hat sie sich davongekrötet.
Gemütskrank
Die Maus kriecht nicht mehr aus dem Loch. Sie ist verstimmt und deprimiert. Es reizt sie kein Fünf-Sterne-Koch, der ihre Speise bunt garniert.
Sie lümmelt sich tagaus, tagein auf ihren weichen Fernsehstuhl. Sie rennt nicht mehr bei Sonnenschein zu einem Pfützen-Swimmingpool.
Zwar kommen Freunde zu Besuch. Sie schweigt sie nur gelangweilt an. Das Lachen wird zum roten Tuch. Ein Witz, der ändert nichts daran.
Die lieben Gäste sind besorgt und hilflos über ihre Art. Dann wird das Mitbringsel entkorkt. Man prostet auf die Gegenwart.
Der Vollmond zieht zum dritten Mal an ihrem Mauseloch vorbei. Die Bäume sind schon herbstlich kahl. Der Vorhang reißt: Die Maus ist wieder sorgenfrei.
Es tut nie gut
Es tut nie gut, sich wegzuschließen, auch wenn der Kummer an uns nagt. Lass offen deine Tränen fließen, dann wird bestimmt auch nachgefragt.
Es tut nie gut, sich zu verstecken. Gedanklich wirst du schnell erreicht. Man wird dich überall entdecken, auf jeden Fall, nicht nur vielleicht.
Es tut nie gut, sich zu entfernen von Menschen, die dir wichtig sind. Man soll aus seinen Fehlern lernen, sonst werden Tage tränenblind.
Es tut nie gut, das Trübsal-blasen. Doch manchmal liegt uns das im Blut, dann dreschen wir die dümmsten Phrasen. Sei nett zu dir, das tut dir gut.
Tief im Wald
Der Keiler grunzt zu einer Bache: "Du bist die schönste Sau im Wald. Ich habe, das ist meine Sache, mich grenzenlos in dich verknallt.
Da hilft mir weder Malz noch Hopfen. Das ist ein Virus, der mich quält. Es helfen keine Nasentropfen, du bist die Sau, die für mich zählt.
Ich streife durch die Buchenwälder. Nur du allein streifst mir im Sinn. Ich ernte die Kartoffelfelder. Es freut mich, wenn ich bei dir bin.
Ich folge gerne deinen Spuren. Und rieche dich trotz Gegenwind. Du bist kein Schwein für krumme Touren. Und meine Liebe macht mich blind."
"Du weißt ich bin noch ungebunden," so schnaubt die Bache schnell zurück. "Mein Herz hat niemals so empfunden, in dir hat es den Freund gefunden. Ich wäre gern dein Lebensglück."
Durch die Steppe
Wir wandern zweisam durch die Steppe. Wir sind allein auf weiter Flur. Den Rucksack, den ich mit mir schleppe, der ist kein Teil von der Natur.
Am Abend legen wir uns schlafen. Wobei das Lagerfeuer brennt. Der Löwe sucht nach kranken Schafen, die er vom Hörenblöken kennt.
Wir ziehen morgens wieder weiter. Wir stauben furchtlos vor uns hin. Die Sonne ist ein Wegbegleiter, sie strahlt für uns durch dick und dünn.
Allmählich streiken unsre Füße. Der Proviant ist aufgezehrt. Das drückt auf unsre Tränendrüse. Und keiner hat sich groß gewehrt.
Wir finden eine Autostraße. Wir atmen auf und lachen viel. Noch brennt die Sonne auf der Nase, doch bald erreichen wir das Ziel.
In Sachen Internet
Früher war die Diskothek ein Revier für Herzattacken. Heute zählt ein neuer Weg, um das Thema anzupacken.
Keiner muss vor seine Tür. Liebe liefert man nach Hause. Schmal und klein ist die Gebühr. Es gibt keine Sendepause.
Flotte Sprüche sind gefragt. Und sie fliegen durch den Äther. Manche Worte sind gewagt, man verzeiht dem Übeltäter.
Viele Kids sind längst auf Draht. Man beschreibt die Liebesziele im gepflegten Wortsalat, und dann hat man Bauchgefühle.
Manchmal ist der Ofen aus. Ratlos ist der Liebeskummer. Doch man sendet mit der Maus einfach seine Handynummer.
Schüchternheit, die macht man wett. Lästig ist das Briefeschreiben. Man taucht ein ins Internet. Und man lässt sich einfach treiben.
Viele wagen diesen Sprung, selbst die flotte Krankenschwester, denn die Liebe, die hält jung. (Auch das ältere Semester!)
Mit dem Feuer
Gespielt wird nicht mehr mit dem Feuer. Ein Techtelmechtel ist mir gleich. Mir fehlt der Hang zum Abenteuer. Denn du bist ja mein Traumbereich.
Ich werfe keine falschen Blicke im Kneipenrauch, im Tanzlokal. Und ernte keine Miss-geschicke. Für mich bist du die erste Wahl.
So wie es ist, so soll es bleiben. Ich danke dir, dass du mich liebst. Und werde Liebesbriefe schreiben, die du in einen Ordner schiebst.
Ich könnte maßlos aufbegehren, wie du die Wortwahl ignorierst. Ich will mich aber nicht beschweren, da du dein Herz an mich verlierst.
Du bist mir alle Tage wichtig. Wenn du mit fremden Männer lachst, dann bin ich etwas eifersüchtig. Und frage mich, wie du das machst.
Auf eig'nen Füßen
Man soll auf eig'nen Füßen stehen. Verpönt der Fuß vom Nebenmann. Man sollte kleine Schritte gehen, am besten vorwärts und voran.
Das Tempo musst du selbst bestimmen. Du bist hier nicht beim Leistungssport. Und musst auch keine Muskeln trimmen. Gefragt ist auch kein Weltrekord.
Du musst dich in die Arme nehmen, wenn dir ein Wagnis gut gelingt. Und deine hohen Ziele zähmen, weil das bestimmt nicht weiterbringt.
Was du erreichst ist deine Sache. Vergleich dich nicht mit Hinz und Kunz. Sei stets zufrieden und dann mache ein Fest. Das bleibt dann unter uns.
Psychiater für Enten
Die Ente schneuzt, sie hat Probleme. Sie fühlt sich tief im Brunnenschacht. Sie meidet alles Unbequeme, weil sie sich ernsthaft Sorgen macht.
Ihr Erpel schimpft, lass das Theater und gehe lieber zum Psychiater. Dort auf der Couch darf jeder quaken, um seine Ängste abzuhaken.
Ich weiß nicht viel
Ich weiß nicht viel von großen Dingen. Das Wesentliche schläft versteckt. Das kann mir keiner näherbringen. Es bleibt ein Neuland, unentdeckt.
Ich höre oft von Wirtschaftskrise. Der Kern der Sache ist mir klar. Fabriken auf der grünen Wiese sind augenscheinlich in Gefahr.
Kein Mensch will die Produkte kaufen. Sie wollen, doch sie können nicht. Das ist doch echt zum Haare-raufen. Der Markt verliert sein Gleichgewicht.
Private Insolvenzverfahren bedingen einen Großalarm. Im Kaufhaus stapeln sich die Waren, doch wer sie braucht, ist bettelarm.
Der Aufschwung ist in aller Munde. Am Horizont ein Silberstreif. Ich weiß nicht viel von Wirtschaftskunde, ihr Auftritt, der ist bühnenreif.
Auf einer Buche
Die Eule sitzt auf einer Buche. Es ist noch hell. Die Sonne strahlt. Sie freut sich auf die Nahrungssuche. Dann wird ihr Einsatz ausgezahlt.
Die Mäuse, die im Dunkel rennen, verfolgt sie immer schonungslos. Und jede Maus muss dann erkennen. Die Eule sieht trotz Gras und Moos.
Am Morgen nach dem großen Fressen fliegt sie auf ihren Lieblingsast. Die Pause ist dann angemessen, sie döst so lange es ihr passt.
Die Mäuse könnten vor ihr tanzen. Jedoch die Eule sieht sie nicht. Sie bräuchten sich nicht zu verschanzen, denn sie ist blind im Rampenlicht.
Doch wenn der Abendhimmel dämmert, macht sich die Eule auf die Jagd. Die Maus, die tanzt, die ist behämmert, sie wird verspeist, bevor es tagt.
Beim Frisör
Du sitzt entspannt bei dem Frisör. Dann nimmt man dich ins Kreuzverhör. Man fragt dir Löcher in den Bauch, das ist ein altbewährter Brauch.
Es geht nicht nur ums Haare-schneiden. Man checkt dich ab nach allen Seiten. Und während man dich föhnt und kämmt, betrachtet man dein Unterhemd.
Man bittet dich zuletzt zur Kasse. Und was ich manchmal gar nicht fasse. Man gibt ein Trinkgeld, ist fidel. Es kommt zu keinem Haftbefehl.
Liebeskummer
Die süße Maus hat Liebeskummer. Ihr Mäuserich hat sie verletzt. Seit Stunden wählt sie seine Nummer, doch seine Leitung ist besetzt.
'Er spricht mit seiner neuen Flamme,' das denkt sie sich und ist empört. 'Was ich auf jeden Fall verdamme. Das ist doch schamlos, unerhört.
Die Frauen liegen ihm zu Füßen. Er ist ein großer Weiberheld. Doch dafür muss er einmal büßen, weil er die Zeche immer prellt.
Er kneift bei allen Schwierigkeiten. Und handelt wie der Vogel Strauß. Wahrscheinlich kann er mich nicht leiden. Bei mir ist nun der Ofen aus.'
Es klopft an ihrer Mausloch-Kammer. Sie öffnet nach geraumer Zeit. Und vor ihr steht, das ist der Hammer, ihr Mäuserich und lächelt breit.
"Seit Stunden möchte ich dich sprechen. Doch leider spinnt mein Telefon. Mein Draht zu dir soll nicht zerbrechen, denn du bist meine Hauptperson."
Psychiater
Die Seele hat oft ein Problem. Du denkst an Kindheit, Mutter, Vater. Das ist nicht immer angenehm. Die Lösung bringt dir ein Psychiater. Auf seiner Couch, das wird dir passen, kannst du die Seele baumeln lassen.
Neunzig Jahre
Heute liegen neunzig Jahre reich an Leben hinter dir. Und für alles Wunderbare danke deinem Gott dafür.
Denke an die Zärtlichkeiten, an den Blumenstrauß voll Glück. Sicher wirst du nicht bestreiten: Schön war manch ein Augenblick.
Überwunden sind die Krisen und die Kriegsvergangenheit. Jeden Tag kannst du genießen, denn das Leben schenkt dir Zeit.
Herzen konntest du studieren. Manchmal fehlte dir der Mut. Wer dich mag, wird gratulieren. Jeder meint es mit dir gut.
Ungezählt die Glückwunschkarten. Bunt verpackt ist ein Geschenk. Und an deiner Haustür warten: Hände für dein Handgelenk.
Dieser Tag kehrt nie mehr wieder. Dein Geburtstag, der ist rund. Lausche auf Geburtstagslieder. Bleibe weiterhin gesund.
In der Fabrik
Der Umgangston in der Fabrik schlägt manchen auf den Magen. Zu laut ist jene Marschmusik an allen Arbeitstagen.
Das zehrt an jedem Nervenkleid. Die Stimmung ist im Keller. Und das zermürbt zu jeder Zeit. Man taktet immer schneller.
Die Stamm-Belegschaft ist teils krank, gestört ihr Wohlbefinden. Sie erntet weder Lob noch Dank. Und muss sich tierisch schinden.
Nun kürzt man noch den Hungerlohn. Der Grund: die Wirtschaftskrise. Die meisten halten nichts davon. Profit heißt die Devise.
Am Monatsende schreibt man an. Doch das wird nicht viel nützen. Der Metzgermeister klagt: Ich kann, sie nicht mehr unterstützen.
Der kleine Bär
Der kleine Bär hat sich verlaufen. Nun steht er vor dem Imbiss-Stand. Und kann sich keinen Honig kaufen, denn er ist völlig abgebrannt.
Sein Geld hat er im Wald verloren, wahrscheinlich vor dem Bienenstock, er hat gezittert und gefroren, auf Honig hat er immer Bock.
Das Bienenheim und seine Waben, die waren restlos leergefegt. Ein Anhaltspunkt von süßen Gaben, das hat sein Innerstes bewegt.
Am Anfang tanzte er vor Freude. Gedanklich hat er schon 'geraubt'. Doch hinterher gab's keine Beute. Und das ist schlimmer als man glaubt.
Nun steht er vor dem Honig-Laden, doch seine Taschen, die sind leer. Wer sich zu früh freut, hat den Schaden, das kränkt auch einen kleinen Bär.
Ein Straßenkehrer
Ein Straßenkehrer schwingt den Besen, in seinem Karren: welkes Laub. Erst gestern war er hier gewesen, da fand er nur den Straßenstaub.
Entblättert haben sich die Bäume. Denn in der Nacht, da gab es Frost. Er denkt an seine Jugendträume, da kam ein Blatt per Flaschenpost.
Das würde ich sofort begrüßen. Die Straßen wären blätterleer. Mein Leben könnte ich genießen. Und meine Arbeit fiel nicht schwer.
Nur eines wäre recht verdrießlich. Ich denke nach, das wird kein Spaß. Ich schleppte alle Flaschen schließlich zum Sammelpunkt für altes Glas.
Selbstmitleid
Du badest gern im Selbstmitleid. Und lässt die Flügel hängen. Du kennst dich aus, du weißt Bescheid. Und steckst in tausend Zwängen.
Im Abseits liegt ein guter Rat. Du willst ihn überhören. Du bist beschränkt im höchsten Grad. Und niemand darf dich stören.
Du siehst nur bis zum Tellerrand. Die Seele ist verbittert. Die Aussicht: eine Häuserwand, die Fenster sind vergittert.
Ein Paukenschlag holt dich zurück. Du fällst aus allen Wolken. Und willst, das wird dein Meisterstück, dem Lauf der Sonne folgen.
Auf die Mitte
Keine Angst, du wirst es schaffen. Nimm dich selber an die Hand. Lass die Allgemeinheit gaffen. Hilfreich ist auch dein Verstand.
Glaube nicht verkorksten Lehren, dass es anders besser sei. Steh zu dir, in allen Ehren. Und dann wirst du sorgenfrei.
Aus den Wegen kannst du wählen. Auch ein Umweg führt zum Ziel. Lerne auf dich selbst zu zählen. Tröste dich und lache viel.
Nimm dir Zeit, und nur die Ruhe, in der Ruhe liegt die Kraft. Achte nicht auf das Getue. Zeige Herz und Leidenschaft.
Nun zum Abschluss meine Bitte, ganz egal was dich bewegt. Ziele immer auf die Mitte, weil sich dort die Sehnsucht legt.
Gute Fahrt
Am Bahnsteig wartet schon der Zug. Er steht auf den Geleisen. Und Koffer haben wir genug, egal wohin wir reisen.
Wir finden den bestellten Platz. Wir äugen durch die Scheiben. Ein Weib küsst den geliebten Schatz, er muss zuhause bleiben.
Das Lampenfieber lacht vertraut. Wir kennen es seit Jahren. Der Pfiff des Schaffners wird durchschaut. Der Zug ist abgefahren.
Wir reisen heute nicht zur Kur, Der Anfahrtsweg ist länger. Von ferne winkt uns die Kultur, mit ihr die Opernsänger.
Stressgeplagt
Die stressgeplagte kleine Maus, die findet sich im Krankenhaus. Der Doktor fragt, was ihr denn fehle, und klebt ein Pflaster auf die Seele.
Nun wartet man auf Besserung. Die Maus macht keinen Freudensprung, im Gegenteil, im Körper wohnen die gottverdammten Depressionen.
Das hat die kleine lahmgelegt. Was ihre Freunde sehr bewegt. Sie fühlt die Schwäche in den Knochen. Der Zustand dauert viele Wochen.
Der Doktor schickt sie dann auf Kur. Man will mit Hilfe der Natur die guten Lebensgeister wecken, die auch im kranken Mäuslein stecken.
An frischer Luft, bei Sport und Spiel erreicht man das erwünschte Ziel. Das Pflaster hat man abgenommen. Nun darf das Leben wieder kommen.
Ans Messer
Ein Esel liefert mich ans Messer, obwohl er überhaupt nichts weiß. Er dachte nur, es wäre besser. So öffnet sich ein Teufelskreis.
Schnell blühen Klatsch und die Gerüchte. Und vorgehalten wird der Mund. Ein Mundraub wird zur Mordgeschichte. Es geht treppauf, und schließlich rund.
Sogar der Mundraub ist gelogen. Im Raum steht die Beleidigung. Auch sie war höchstens: ungezogen, erklärt mir die Erinnerung.
Es bleibt nicht aus, ich muss mich wehren. Doch jeder ist für Wahrheit blind. Ich könnte maßlos aufbegehren, doch wer glaubt dem 'Verbrecherkind'.
Der Esel meint zum schweren Jungen: "Dein Unrecht habe ich ertappt. Durch meinen Mut ist das gelungen. Nun ist die Falle zugeschnappt."
Die Lasermaus
Die Lasermaus spielt am Computer. Sie klickt ihn hier, sie klickt ihn dort. Sie übernimmt das Steuerruder. Der Rechner, der gehorcht aufs 'Wort'.
Die zwei verbringen viele Stunden. Man meint sie sind ein Liebespaar. Probleme werden überwunden. Die Umwelt nimmt man nicht mehr wahr.
Sie kennen sich, nicht erst seit heute. Und brauchen sich, das ist der Punkt. Sie haben beide ihre Freude, sofern es zwischen ihnen funkt.
Ein Krokodil und das Rauchen
Ein Krokodil will lange leben. Und daher fasst es den Entschluss, das Aktiv-Rauchen aufzugeben, weil es schon morgens husten muss.
Der Vorsatz ist schwer einzuhalten. Sein Körper schreit nach Nikotin. Es raucht. Und seine Sorgenfalten, die prophezeien den Ruin.
Es sucht sein Heil in Kautabletten. Das lindert seine liebe Not. "Wahrscheinlich bin ich doch zu retten!" Bei ihm daheim herrscht Rauchverbot.
Man tröstet es: "Es wird gelingen. Ein Krokodil, das Ketten raucht, wird es im Jagen nicht weit bringen, weil es zu oft nach oben taucht.
Du musst nur an dich selber glauben. Egal was sich zusammenbraut. Der blaue Dunst wird dich berauben, und schadet deiner zarten Haut."
Lieferservice
Der Fuchs sucht seinen Speiseplan. Was wird der Service bringen? Was füllt mir meinen hohlen Zahn, um Kohldampf zu bezwingen?
Das Jagen hat er eingestellt. Der Fuchs ist reich an Jahren. Und hat sein Altersruhegeld. Er meidet die Gefahren.
Geliefert wird sein Mittagstisch mit einem Combiwagen. Die Mahlzeit ist meist ofenfrisch. Er kann sich nicht beklagen.
Ab elf Uhr schaut er in den Wald und lauscht nach Motorklängen. Er wird erlöst und zwar recht bald. Man lässt den Fuchs nicht hängen.
Und heute gibt es fein gewürzt auf Blaukraut eine Ente. Er hat sich gleich darauf gestürzt. Gezahlt wird mit der Rente.
Besuch in der Oper
Es ist ein schauderhaftes Wetter. Der Wind jagt die verwelkten Blätter. Man strömt trotz allem Sturmgebraus in das beheizte Opernhaus.
Dem Mantel geht man an den Kragen, denn er ist lästig, schwer zu tragen. Doch die Erwartung macht sich breit im nagelneuen Opernkleid.
Die Geigen, die bald Einsatz haben, die stimmt man im Orchestergraben. Du selber stimmst dich weltlich ein mit einem Gläschen Frankenwein.
Die Glocke hat dezent gebimmelt, dann wird die Bühne angehimmelt. Es prunken Kleider und ihr Glanz. Was dich bewegt: Musik und Tanz.
Doch alles hat (Gott-lob) ein Ende. Du klatscht begeistert in die Hände. Und dann hat sich herausgeschält: Der Kunstgenuss hat dir -schon lang- gefehlt.
Sie hat ihn gefunden
Die Maus hat einen Freund gefunden. Es ist noch gar nicht lange her. Vor etwa einundzwanzig Stunden und zehn Minuten ungefähr.
(Du fragst, woher stammt dieses Wissen?) Sie hat die Stoppuhr angestellt. Die tickt auch unter ihrem Kissen und zeigt den Stand der heilen Welt.
Sie trafen sich im Trockenrasen, wo der Wacholder zahlreich beert. Dort kreuzen ein paar Mäusestraßen, und die Natur lebt unversehrt.
Sie hat ihn ihr Herz geschlossen mit Liebe auf den ersten Blick. Und er hat sich in sie verschossen, und lichterloh entbrannte Glück.
Dann mussten sie sich wieder trennen. Ihr Glück ist dennoch von Bestand. Es galt der Nase nach zu rennen. Ihr nächster Treff: im Ackerland.
Um die Wette
Die Hennen gackern um die Wette. Es wird nie still im Hühnerstall. Doch viele denken sich, ach hätte ich etwas Ruhe statt Krawall.
Es wäre schön zum Eierlegen. Gemütlich wäre es im Nest. Ich hätte sicher nichts dagegen, wenn sich die Stille hören lässt.
Das wird sich leider nicht erfüllen. Denn Hennen gackern unentwegt. Und immer lauter wird ihr 'Brüllen', selbst wenn ein Teil die Eier legt.
Das ist natürlich Stress hoch sieben. Sogar der Gockel kräht sein Lied, den alle voller Inbrunst lieben, weil er am Hof die Kreise zieht.
Die Hennen gackern um die Wette. Wer Ruhe sucht, tut gut daran: Er kündigt seiner Wirkungsstätte und wechselt auf den Speiseplan.
In der Wohnung
Die Maus sitzt denkend in der Wohnung und hält im Hirn Maulaffen feil. Doch nötig hat sie diese Schonung. Sie sucht nach ihrem Seelenheil.
Ein Kater hat ihr aufgelauert, der hat sie hinterrücks gekrallt. Natürlich hat sie das bedauert. Sie stand, wie man so sagt, im Wald.
Und davon muss sie sich erholen. Zu einem Schoppen meint sie: Nein. Der Trinkgenuss kann mir gestohlen und zweifellos entbehrlich sein.
Sie ordnet sorgsam ihre Stärken. Allmählich wirkt sie selbstbewusst. Den Seelenschmerz kann sie verbergen. Sie nimmt sich nur Kaffee zur Brust.
Noch sitzt die Maus in schwarzer Tinte. Sie denkt zurück an die Gefahr. Doch dass sie einen Ausweg finde, das ist mir mehr als sonnenklar.
Die Schlange
Weil ihr das Outfit nicht mehr passt, verwindet sich die Schlange von Zweig zu Zweig, von Ast zu Ast und nimmt sich in die Zange.
Was soll die Würgeprozedur? Die Schlange will sich häuten. Sie steht auf die Verjüngungskur. Mehr soll es nicht bedeuten.
Sie fährt aus ihrer Haut und lässt die alten Hüllen fallen. Das wird für sie zum Freudenfest, das zeigt sie mir und allen.
Sie fühlt sich wohl in ihrer Haut, natürlich in der neuen. "Ich bin mit ihr schon wohl vertraut. Und werde nichts bereuen."
Morgenluft
Das Mäuschen wittert Morgenluft. Die Nacht ist überstanden. Es schnuppert wieder Kaffeeduft und Wurst aus deutschen Landen.
Sein Kopfweh ist wie weggefegt. Und seine Seelenschmerzen, die haben sich zum Glück gelegt. Die Sonne lacht im Herzen.
Noch denkt es an sein Missgeschick und an die Katerkrallen. Es ist durch einen miesen Trick tief in ein Loch gefallen.
Am Anfang war es wie gelähmt. Und leckte seine Wunden. Es hat sich ohne Grund geschämt in leidgeprüften Stunden.
"Doch damit ist es jetzt vorbei." Erklärte mir das Mäuschen, "von nun an bin ich sorgenfrei, und völlig aus dem Häuschen."
Fensterputzen
Das Wetter lockt zum Fensterputzen. Wer hausfraut ist im Element. Frau will die Sonnenstrahlen nutzen, weshalb sie durch die Wohnung 'rennt'.
Verstaubt ist jede Stoffgardine. Sie wandern schnell durch Frauenhand in die bereite Waschmaschine, die schleudert bald mit Sachverstand.
Gejagt wird jeder Staubpartikel. Und jeder ist ein Sonderfall. Sie paaren sich wie die Karnickel im aufgeräumten Hasenstall.
Und deshalb gibt es keine Schonung, frau jagt ihn blitzschnell aus dem Haus. Es blinkt dann die Etagenwohnung, und jeder Raum sieht glänzend aus.
Am Ende gilt es aufzuräumen, beseitigt wurde Staub und Schmutz. Vor Freude wird frau überschäumen, das war ihr erster 'Weihnachtsputz'.
Im Dschungel
Ein Elefant hält keine Rede. Wenn ihm etwas gefährlich scheint, dann greift er zur Naturtrompete, und fasst in Töne, was er meint.
So werden alle schnell verständigt. Und oft genügt ein Rüsselton. Prompt wird das Drohende gebändigt. Selbst Kinder kommen heil davon.
Ein Elefant tönt in die Herde: 'Die Früchte schmecken wunderbar' und 'Scheiße liegt hier auf der Erde' das heißt so viel wie Rutschgefahr.
Ganz ausgereift ist die Palette, die man dem Rüsselrohr entlockt. (Und ich gewinne jede Wette:) Im Notfall wird sie aufgestockt.
Man spart mit großgespurten Reden, und findet stets den Rüsselton. Man duscht mit den Naturtrompeten. Und jeder macht Gebrauch davon.
Oktobernachmittag
Die Sonne lacht durch Fensterscheiben und nimmt auf meinem Schreibtisch Platz. Noch will ich ein paar Zeilen schreiben. Was mir gelingt, ein Nebensatz.
Dann eile ich in Parkanlagen. Mein festes Ziel der Entensee. Die Sonne wärmt den Mantelkragen. Mein Plan ist keine Schapsidee.
Dort will ich meinen Brief vollenden. Jedoch die Stimmung fängt mich ein. Dort brockt das Brot aus Kinderhänden im strahlend hellen Sonnenschein.
Der Erpel stolzt und quakt zufrieden, und ruft an den gedeckten Tisch. Für Weißbrot hat er sich entschieden. Er ist im Glauben, es sei frisch.
Dann geht er mit dem Happen baden, und tränkt das Stück im Ententeich. Und damit ist er gut beraten. Mit Wasser wird der Bissen weich.
Zwar fröstelt es an Handgelenken. Doch das Geschehen fesselt mich. An Schreiben ist nicht mehr zu denken. Es reicht nur zum Gedankenstrich.
Zwei Fische
Zwei Fische sind im Wasserglas. "Wir möchten gerne fort von hier. So macht das Schwimmen keinen Spaß." Erwünscht: ein größeres Quartier.
Dort kann fisch unbekümmert tanzen mit dem vertrauten Lieblingsfisch. Es gäbe Raum, sich fortzupflanzen. Getrennt das Bett vom Küchentisch.
Mein Partner hätte selbst ein Zimmer und jeder räumt sein Chaos auf. Es wäre nicht mehr so wie immer. Geändert wird der Lebenslauf.
Doch unbezahlbar sind die Mieten. Fisch schaut sich in der Gegend um. Man hätte einiges zu bieten: im Penthouse ein Aquarium.
Schnell stiegen Lebenshaltungskosten, die Mäuse aus der Tasche zieh'n. Die Miete wär' ein fixer Posten. Zwangsläufig führt das zum Ruin.
Für Claudia zum Geburtstag
Du startest in ein neues Jahr. Das Glück soll dich begleiten. Dann werden deine Träume wahr zu allen Jahreszeiten.
Im Winter stapfst du durch den Schnee. Du hinterlässt dort Spuren. Doch Vorsicht mit der Schnaps-Idee bei allen Kneipen-Touren.
Im Frühling ist das Eis getaut. Die ersten Vögel brüten. Und die Natur wird dir vertraut mit Gänseblumen-Blüten.
Im Sommer winkt der Palmenstrand und Ansichtskarten-Grüße. Auf deiner Haut der warme Sand, und Kühlung für die Füße.
Im Herbst schließt sich dein Jahreskreis. Die Luft wird fühlbar kälter. Dann wirst du, was nicht jeder weiß, erneut ein Jährchen älter.
Ein neues Domizil
Die Feldmaus sucht mit ihren Kindern ein kuschelweiches Domizil, um artgerecht zu überwintern. Doch kosten darf es nicht sehr viel.
Sie fragt bei einem Hausvermieter, der ist dem Wunsch nicht abgeneigt. Sein Angebot ist immer wieder zu teuer, wie sich letztlich zeigt.
Nun kreuzt sie ihre Tageszeitung und sie markiert im Internet. Es 'glüht' bereits die Handyleitung. (Kein Stellplatz für ihr Kinderbett!)
Ich miete einen Schaufel-Bagger und grabe uns ein tiefes Loch. Der Standort: der Getreideacker, aus dem ich in das Leben kroch.
Dann werden wir im Grünen wohnen. Dort sind auch meine Kinder brav. Der Aufwand wird sich sicher lohnen, und hinterher - der Winterschlaf.
Am Wendekreis
Der Eisbär trifft am Wendekreis auf eine süße Eisbärdame. Ihr Zottelfell ist blendend weiß wie eine Zahnpastareklame.
Sein Herz pocht schnell, sein Kreislauf rennt. Er ist nach kurzer Zeit benommen. Obwohl er die Symptome kennt, will er nun schleunigst zu sich kommen.
Denn das ist eine Wahnsinnsfrau. Kein Fehl und Makel zu entdecken. Und eines weiß ich ganz genau, den Liebreiz kann sie nicht verstecken.
"Ich würde gern behilflich sein," erklärt die Krankenschwester. "Die Atemnot, die stellt sich ein, bei jedem älteren Semester."
Im Tannenwald
Die Maus stapft durch den Tannenwald, ein Lied auf ihren Lippen. Sie wird, und das geschieht recht bald, an ihrem Fruchttee nippen.
Im Nebel liegt ihr Wanderziel. Doch es tut gut zu laufen. Es ist ein herrliches Gefühl, das kann sie nirgends kaufen.
Nach einer Weile hält sie Rast, und knabbert Weizenkerne. Sie lehnt an einem Tannenast und träumt sich in die Ferne.
Ein Bild taucht auf vom Mäuserich. Er ist ihr Herzbegleiter. Dann spürt sie einen Nadelstich und schließlich geht es weiter.
Sie trippelt pfeifend ihre Spur. Gedanken: traum-verloren. Die Maus taucht ein in die Natur. Und fühlt sich neugeboren.
Geflirtet
Geflirtet wird am Straßenrand, an allen Häuserecken, in Kneipen und am Imbiss-Stand, und auch in Waldverstecken.
Geflirtet wird im Raschellaub, und an den Haltestellen, im Wiesengrün, im Straßenstaub, und in den Meereswellen.
Geflirtet wird am Mittelmeer, am Gipfel in den Alpen, bei Nacht, und im Berufsverkehr, und bei den Bordstein-Schwalben.
Geflirtet wird im Supermarkt, im Lebensmittelladen, nach einem leichten Herzinfarkt, und auch beim Sauerbraten.
Geflirtet wird zur Sommerzeit, an Vor- und Nachmittagen, bei passender Gelegenheit, und das ist immer - sozusagen.
Gute Besserung
Trotz des Tiefschlags bist du wieder auf dem Weg der Besserung. Nichts und niemand beugt dich nieder. Dir gelingt ein Freudensprung.
Ausgetrocknet ist die Träne. Zaghaft lächelt dein Gemüt. Und du schmiedest neue Pläne. Deine Lebensfreude blüht.
Bitter schmeckt noch manche Pille. Herb ist auch ihr Nachgeschmack. Doch es wächst dein Lebenswille, eingepflanzt im Doppelpack.
Hüte noch dein Ruhekissen, dass kein Rückschlag dich ereilt. Doch das wirst du selber wissen. Geist und Seele ist geheilt.
Auf Freunde zählen
Du kannst auf deine Freunde zählen, selbst wenn die Sonne nicht mehr lacht. Sie werden für dich Zwiebeln schälen sogar im Dunkel einer Nacht.
Probleme werden klein geschrieben. Die Gegenmittel: meist bekannt. Doch ist die Wirkung ausgeblieben, dann gehen sie dir gern zur Hand.
Sie helfen dir aus Schwierigkeiten. Oft wissen sie auch guten Rat. Sie werden nicht: Prinzipien reiten, und füttern nicht mit Wortsalat.
Sie sind auch da in Sonnenstunden, dann wird die Heiterkeit geteilt. Man hat sich gerne eingefunden, und hat bis frühs bei dir verweilt.
Du kannst sie im Versandhaus buchen, das ist ein dummer, übler Scherz. Du wirst sie finden, ohne Suchen. Sei dafür selber: Freund mit Herz.
Sein Herz verloren
Ein Walross hat sein Herz verloren und sucht im metertiefen Schnee. Das Oberteil ist angefroren. Da tut ihm gleich die Flosse weh.
Dann furcht es mit den scharfen Zähnen. Dabei wird auch sein Schnauzbart nass. Und obendrein, da rinnen Tränen. Denn bodenlos erscheint das 'Fass'.
Sein Herz ist nirgends zu entdecken. Ein Wandervogel stelzt vorbei: "Es wird wohl in der Hose stecken. Beende deine Sucherei."
Tatsächlich in der Hosentasche stößt es kopfschüttelnd auf sein Herz. "Ich war doch keine feige Flasche! Ich hatte höchstens Seelenschmerz."
Sein Herz hat nun zurückgefunden. Das Walross prustet, selbstbewusst. "Am besten wird es angebunden, denn ratlos macht mich ein Verlust."
Beim Essenmachen
Beim Essenmachen fliegen Fetzen. Die Reibe geht mir an die Haut. Ich muss mich kurz zur Ruhe setzen, weil schon ein Pflaster nach mir schaut.
Beim Zwiebelschneiden stört ein Finger, und scharf gezähnt der Wellenschliff. Das ist natürlich nicht der Bringer. Gelockert ist der Messergriff.
Kartoffeln sind nun durchzusieben. Die Milch tropft auf die linke Hand. Sie ist erhitzt (stark untertrieben). Nun liegt die Hand im Streckverband.
Der Pfeffer dringt in meine Nase. Der Kochtopf fällt mir auf das Bein. Und hinterlässt dort eine Blase, die schmerzt natürlich ungemein.
Es geht heiß her an manchen Tagen. Die Küchenarbeit hält nicht fit. Denn die Gefahr kocht sozusagen bei jedem Essenmachen mit.
Die Uhr umstellen
Bald muss ich meine Uhr umstellen. Ich suche ihren neuen Platz. In diesen und in andren Fällen hilft mir dabei mein lieber Schatz.
Die Uhr steht zwischen Kochnotizen im vollgepfropften Holzregal. Daneben liegen Bleistiftspitzen und Tischsets für das Mittagsmahl.
Ich werde sie von dort entführen auf den verstaubten Kleiderschrank. Dann kann ich auch die Zeit studieren, macht mich die Schweinegrippe krank.
Es ist sehr gut, so zu entscheiden. Denn ausgefuchst ist dieser Plan. Nun warten wir auf neue Zeiten. Mein Schatz ist davon angetan.
Am Sonntagmorgen: Die Uhrzeit melden Radiowellen. Wir horchen auf und sind ganz Ohr. Es nutzte nichts, sie umzustellen. Die Uhr geht eine Stunde vor.
Ein junger Hase
Am Waldrand hockt ein junger Hase, und mümmelt frisches Rübenkraut. Er schnubbert mit der feinen Nase, ob wohl ein Fremder nach ihm schaut.
Die Luft ist rein. Das kann er riechen. Dann hoppelt er zurück ins Feld, um dort der Nase nach zu kriechen, und über ihm das Himmelszelt.
Er nippt am Kraut und knabbert Rüben. Die Lauscher stellt er auf Empfang. Er weiß, er muss sich darin üben. Sonst lauert bald sein Untergang.
Und höre da, Motorgeräusche auf einem Schotteruntergrund. Wenn ich mich nicht gewaltig täusche, das ist der Jäger und sein Hund.
Er wechselt zick-gezackt die Seiten. Und stolpert über Stock und Stein. Denn sein Instinkt meint: diese beiden, die werden keine Freunde sein.
Ein Paket
Hübsch eingepackt mit rosa Schleifen liegt vor der Tür ein Postpaket. Du kannst es nur bedingt begreifen, natürlich bist du aufgeregt.
Wer will mich ohne Grund beschenken mit diesem wunderbaren Stück. Wer hat beliebt, an mich zu denken, und wem verdanke ich das Glück?
Um Einzelheiten zu erfahren, nimmst du die Sache in die Hand. Und bist dir zweifelsfrei im Klaren. Der Sender ist dir unbekannt.
Nun schweift dein Blick auf den Empfänger. (Was dich sofort entgeistern wird.) Die Freude währt jetzt nicht mehr länger, man hat sich in der Tür geirrt.
Schneckenpost
Die Schnecke brachte einen Brief und ein paar Ansichtskarten. Schon hing im Haus der Segen schief, ich musste zu lang warten.
Vergangen ist ein halbes Jahr. Ich stelle sie zur Rede. "Ich bin," so meint sie lapidar "doch keine Mondrakete.
Das Postgut hat dich doch erreicht. Und gutes Ding braucht Weile. Du weißt, wie meine Schleimspur schleicht, selbst wenn ich mich beeile.
Die schnelle Information geschieht doch heutzutage per SMS und Klingelton. Das steht doch außer Frage.
Nun gib mir etwas Apfelmost. Ein Prosit auf den Spender. Ich schicke dir demnächst die Post durch ein Logistic-Center."
Ein Maulwurf
Ein Maulwurf, kerngesund doch stumm, der ackert wild und wie besessen. Er schimpft nicht auf sein Publikum. Ein liebes Wort hat er vergessen.
Die Maulwurfdame leidet sehr. Sie möchte viel mit ihm besprechen. Den Dialog, den gibt's nicht mehr. Sie grollt: "Das ist ein Staatsverbrechen.
Wir kennen uns von Jugend an. Mit 'Maul-wurf' nahm er mich gefangen. Ich war von ihm echt angetan. Und bin ihm hinterhergegangen.
Nun fehlt für mich sein Kosewort. Ich bin mir sicher, er kann reden. Die Sprache warf er über Bord. Im Gottesdienst will er nicht beten.
Er liebt mich innig und mit Charme. Am Horizont, ein Silberstreifen. Er nimmt mich häufig in den Arm, um seine Liebe zu be'greifen'.
Ein Schillerkäfer
Ein Schillerkäfer kriecht im Laub. Für Kinderrufe ist er taub. Er hat kein Ziel, will dennoch weiter. Und ist sich selber Wegbegleiter.
In jedem Park wird er erkannt. Er schillert wie ein Clownsgewand. Er trägt gelassen seine Bürde und meistert jede Blätterhürde.
Er taumelt auf. Er taumelt ab. Den morschen Ast verfehlt er knapp. Nun hält er eine Weile inne und stürzt dann in die Regenrinne.
Zu wassern führt nicht zum Verdruss. Sein Sechsbein strampelt, weil es muss. Sie bringen ihn nach einer Weile an die verlehmten 'Uferteile'.
Sein Leben regelt sein Instinkt. Es geht voran, selbst wenn er hinkt, zu Plätzen, die ihm nichts bedeuten, um dort sein Dasein zu 'vergeuden'.
Das Glück gefunden
Ich habe nachts das Glück gefunden. Mein Herz, das brannte lichterloh. Jedoch nach ein paar schönen Stunden gab ich es ab im Fundbüro.
Der Herr Beamte wollte wissen, das wie, das wo und auch das wann. Der gute Mann war dienstbeflissen, was man ihm nicht verübeln kann.
Ich gab ihm die erwünschten Daten, verschwieg jedoch mein Herzgefühl. Ich wollte meinem Ruf nicht schaden. Nach außen lächelte ich kühl.
"Ich überprüfe eine Liste, denn Glück verliert sich ohne Grund, sehr oft aus der Beziehungskiste und wird zum herrenlosen Fund.
Sie dürfen dieses Glück behalten. Es ist fast ungebraucht wie neu. Es hat noch keine Sorgenfalten. Ich hoffe sehr, sie sind ihm treu."
In Daunendecken
Die Maus steckt tief in Daunendecken. Ab heute herrscht die Winterzeit. Sie lässt sich deshalb später wecken und Träume liegen griffbereit.
Wie wohl ist doch im Bett zu liegen. Es stört nicht, wenn der Regen fällt. Die Maus, die gönnt sich das Vergnügen und kuschelt mit der heilen Welt.
Sie liebt es, lange auszuschlafen und fühlt sich wohl in ihrem Bett. Das ist für sie der Heimathafen. Und Wasser ist das Holzparkett.
Die Winterzeit schenkt eine Stunde, die hatte heute Dienstantritt. Die Maus, die träumt noch eine Runde und schläft sich für den Winter fit.
Kranke Maus
Die Maus war krank zu Bett gelegen. Sie nimmt das Leben wieder auf. Und kriecht auf altbekannten Wegen im Stechschritt und im Dauerlauf.
Die Seelenschmerzen sind verschwunden. Vergessen ist das Weh und Ach. Sie hat zu sich zurückgefunden. Und Kummertränen fallen flach.
Sie strotzt vor Kraft und Wohlbefinden. Nun tickt sie im gewohnten Takt. Sie könnte Berge überwinden. Und hat sich selbst am Schopf gepackt.
Man wünscht, er möge gut gelingen, ihr Weg in die Gelassenheit. Er soll ihr reiche Ernte bringen. "Vertraue dir und auch der Zeit."
Zwei Wochen lag ihr Mut danieder. Sie war tief in der Seele krank. Sie telefont und lächelt wieder. Sie ist genesen - Gott sei Dank.
Floh im Ohr
Du setzt mir einen Floh ins Ohr. Was soll ich davon halten? Der geht total gerissen vor. Und kann sich dort entfalten.
Nun höre ich das Wunschkonzert, mit altbekannten Weisen, das schamlos in den Ohrgang plärrt. Und die Gedanken kreisen.
Die Wünsche werden aufgeweckt. Die meisten sind schon munter. Ich werde davon angesteckt. Und die Vernunft geht unter.
Der Floh im Ohr, das ist mir klar, wird jeden Wunsch verbreiten. Und grenzenlos sein Repertoire. Ich bin nicht zu beneiden.
Der Spaß ist kurz, dann bin ich blank. Das war vorauszusehen. Denn Ebbe herrscht im 'Panzerschrank'. Das muss der Floh verstehen.
Umtausch
Du sitzt in deinem Stammcafé in einer Warteschleife. Und trinkst den dritten Hopfentee, was ich nicht ganz begreife.
Dein holdes Weib ist abgerauscht zu einem Modeladen. Dort wird ein Mantel umgetauscht. Man hat sie schlecht beraten.
Der Zeiger auf der Turmuhr rennt. Sie hat sich wohl verlaufen. Sie wollte nur, was jeder kennt, ein Pfund Tomaten kaufen.
Nun kommt sie keuchend angerannt, bepackt mit Wintersachen. Dann holt sie Luft und jappst entspannt: "Ein Spottpreis, du wirst lachen.
Der Kleiderstapel: reduziert. Ein Grund, mich 'vollzusaugen'." "Du hast", so meine ich frustriert, "Tomaten auf den Augen."
Eine Autopanne
Ein Mensch hat eine Autopanne. Ein unerwünschter Aufenthalt. Er schraubt an seiner Thermoskanne. Und trinkt, doch das Gesöff ist kalt.
Sein Handy: in der Sommerjacke. Und weit und breit kein Bauernhaus. Ein Grund für eine Herzattacke. "Das halte ich im Kopf nicht aus.
Ich sitze leider in der Tinte. In Technik war ich nie sehr groß. Und dass ich selbst den Fehler finde, erscheint mir eher aussichtslos."
Nach oben schrägt die Motorhaube. Der Mensch beäugt das Kabelnest. Gelockert scheint ihm eine Schraube. Er bolzt sie mit dem Werkzeug fest.
Ein Startversuch: die Karre läuft. Entbehrlich ist der Abschleppwagen. Ob Pech, ob Glück, - es kommt gehäuft. Sie steuern alle Lebenslagen.
An der Bar
Der Schweinehund lehnt an der Bar, und trinkt ein Glas Orangensaft. Er blickt gut durch und er sieht klar. Das macht die neue Leidenschaft.
Sein Nebenmann schluckt Alkohol. Sein Weizenbier ist weiß gekrönt. Er hickst und fühlt sich pudelwohl. An diesen Saft sei er gewöhnt.
Er trinkt, weil ihm das Hefe schmeckt, ein wahrer, edler Trinkgenuss. Er wirkt gesprächig, aufgeweckt. Doch leider kommt er nicht zum Schluss.
Es ist schon weit nach Mitternacht. Er spricht nicht mehr, er lallt nur schlecht. Ein Taxi hat ihn heimgebracht. Er ist behagelt und bezecht.
Im Bett liegt längst der Schweinehund. Er fühlt sich gut und pudelwohl. Das hat vor allem einen Grund, ein Abend ohne Alkohol.
Ein Hase
Ein Hase hoppelt durch die Felder. Er sucht nach seiner Partnerin. Er streunt im Unterholz der Wälder. Für sie geht er durch dick und dünn.
Doch nirgends kann er sie entdecken. Geschneuzt wird in ein Taschentuch. Wo mag die Allerliebste stecken? Dann greift er noch zu einem Fluch.
Nun kreuzt sie auf mit roten Ohren und stammelt ein: Entschuldigung. "Ich war in ein Gespräch verloren, wir schwelgten in Erinnerung.
Die Freundin wird den Zug verpassen. Zum Bahnhof ist es meilenweit. Wir konnten es erst gar nicht fassen, denn viel zu schnell verging die Zeit.
Ich bitte dich, mich nicht zu schelten, denn es war höhere Gewalt. Doch lässt du keinen Einwand gelten, dann bin ich wie ein Eisschrank - kalt.
Eintauchen
Ich tauche ein in Wind und Meer. Mein Fuß spielt mit den Wellen. Der weite Strand ist menschenleer. Nur Möwenrufe gellen.
Die Muschelschale liegt im Sand. Sie kam nicht angeflogen. Doch sie eroberte das Land durch Gischt und Meereswogen.
Seit Stunden rauscht zum Strand die Flut. Sie ist nicht einzudämmen. Selbst wenn die Buhnen voller Mut sich ihr entgegenstemmen.
Doch auch die Flut ist bald verebbt. Das regeln die Gezeiten. Dann wird das Treibgut fortgeschleppt für kleine Bauarbeiten.
Nun ist es wieder still am Strand. Nur die geherzten Muscheln, die reichen sich zum Gruß die Hand, bevor sie zärtlich kuscheln.
Ein Tag vor dem Geburtstag
Heute bist du sozusagen auf dem Sprung ins nächste Jahr. Heute stellst du dir noch Fragen. Morgen wird es wunderbar.
Träume mögest du erreichen, ausgereift und kunterbunt. Und das Schwarze restlos streichen, dafür hat frau immer Grund.
Gutes möge dir gelingen, auf der Arbeit und privat. Jedes Hindernis bezwingen. Hilfreich ist ein guter Rat.
Liebe mögest du erfahren, Freundschaft, Trost und Zärtlichkeit. Sei dir aber stets im klaren. Alles Schöne braucht auch Zeit.
Tauche ein in Sonnenstunden. Koste jeden Augenblick. Bald hast du zu dir gefunden. Dort erwartet dich das Glück.
Ein Brummbär
Ein Brummbär lästert alle Tage. Und keiner macht ihm etwas recht. Den Sonnenschein stellt er in Frage. Wer widerspricht, dem geht es schlecht.
Er sieht nur auf das Negative. Er grollt und brummt im Rampenlicht. Er startet eine Offensive und zeigt sein mürrisches Gesicht.
Das Schöne stampft er in den Boden. Und maßlos die Pauschalkritik. Den Kindern klopft er auf die Pfoten, genießen sie die Pop-Musik.
Genörgelt wird auf vielen Plätzen. Er hat, und das ist weltbekannt, an allem etwas auszusetzen. Ihn stört die Fliege an der Wand.
Der Brummbär zählt zu Zeitgenossen, die sind erdrückend inhaltsleer. Zu jedem Streit sind sie entschlossen, und machen uns das Leben schwer.
Die Schnecke tourt
Die Schnecke tourt mit Pferdekraft. Ihr Ziel der warme Süden. Sie tankt zunächst Gemüsesaft, um niemals zu ermüden.
Sie frisst sich satt am Beerenstrauch und nippt an Apfelteilen. Sie füllt mit Fallobst ihren Bauch, um bald davonzueilen.
Dann startet sie ihr Wohnmobil, und lässt die Kupplung schleifen. Sie steuert dann in Richtung Ziel, um Sterne zu ergreifen.
Ihr Handy und das Zubehör ist fest an Ort und Stelle. Sie fährt nach Sicht und nach Gehör. Das nutzt auf alle Fälle.
Sie weiß genau, wer zu ihr steht, sogar bei Schwierigkeiten - solang' das Navi bei ihr geht, lässt sie sich sicher leiten.
Die Sau im Metzgerladen
Die Sau weint sich die Augen wund. Es hängt im Metzgerladen ein halbes Schwein von fünfzig Pfund. Der Rest wird angebraten.
Der Bauer hat das gute Stück aus seinem Stall genommen. Das war bestimmt kein Schweineglück, das ist ihm schlecht bekommen.
Die Bande ist verwandtschaftlich. Das Schwein, das war ihr Vetter. Nun liegt er da und 'wendet' sich im Sud auf Lorbeerblätter.
Wir haben oft den Trog geteilt. Und Magermilch getrunken. Das Schicksal hat ihn nun ereilt durch einen Erzhalunken.
Bald werden Kunden ungestört an seinen Knochen nagen. Die andre Hälfte, unerhört, hängt straff am Fleischerhaken.
Du gibst nicht auf
Du gibst nicht auf, du lässt nicht locker. Bei Stress greifst du zum Beta-Blocker. Du nimmst dich täglich in die Pflicht. Den Schwanz einziehen, kennst du nicht.
Und geht dir etwas auf die Nerven, dann wirst du nicht das Handtuch werfen. Denn in der Flucht besteht kein Heil. Du zeigst nicht gern dein Hinterteil.
Du kämpfst auf Biegen und auf Brechen. Und überlistest deine Schwächen. Was auch geschieht, du gibst nicht auf, im oft verzwickten Lebenslauf.
Dein Bestes willst du immer geben, das ist dein Sinnen und Bestreben. Du schaust nur vorwärts nicht zurück. Dem Tüchtigen gebührt das Glück.
Die Ärmel werden hochgekrempelt. Kein Mensch wird von dir abgestempelt. Du spendest Trost und reichst die Hand. (Ich wäre gern mit dir 'verwandt'!)
Seelenfrieden
Nun hast du deinen Seelenfrieden. Die Freunde standen hinter dir. Du hast dich himmelwärts entschieden und du verweilst nicht weiter hier.
Dort oben ist ein Platz bereitet. Du bist nicht länger Erdengast. Man hat dich bis zum Schluss begleitet. Du bist am Ziel. Nun halte Rast.
Dort darfst du dich erneut entfalten, dort kannst du, wenn es dir beliebt, nach alten Freunden Ausschau halten, die es im siebten Himmel gibt.
Probleme werden abgeschrieben, und das gehört zum Grundkonzept. Die Krankheit ist zurückgeblieben. Du bist nicht mehr gehandicapt.
Vergessen ist der Wunsch, ach hätte ich mehr an Kohle oder Kies, denn deine neue Wirkungsstätte befindet sich im Paradies.
Vergiftet
Vergiftet wird die Atmosphäre. Der Dschungelpfad wird zu Asphalt. Die Menschheit pfeift auf ihre Ehre, und sie erschlägt den Regenwald.
Der Sumpf weicht Industrieanlagen, weshalb die Artenvielfalt weint. Sie kann sich nirgendwo beklagen. Der Mensch - der größte Schöpfungsfeind.
Auf Äckern wird das Gift verbreitet. Die Nahrungskette wird porös. Der Schlamm wird in den Fluss geleitet. Der Mensch schaut nur auf den Erlös.
Im Keim wird die Natur ersticken. Ein Unrecht, das zum Himmel schreit. Die Unvernunft, die lässt sich blicken, von nun an bis in Ewigkeit.
Zwar kämpfen einige dagegen, doch eine Handvoll - nicht genug. Sie brauchen weitere Kollegen, du hilfst, das ist ein schöner Zug.
Die Wildsau und ihr Göttergatte
Die Wildsau und ihr Göttergatte, die schauen sich die Augen aus. Sie suchen eine Top-Krawatte im stadtbekannten Modehaus.
Die Farben wollen gar nicht passen und hässlich ist die Musterung. "So kann ich mich nicht sehen lassen, sonst kriegt die Schüssel einen Sprung."
Die Ehefrau ist unzufrieden: "Das trägt im Buchenwald kein Schwein. Habt ihr nichts Besseres zu bieten, sonst lassen wir den Einkauf sein."
"Sie können sich doch auch vergnügen," so meint die Frau, die Wünsche kennt, "mit ausgesuchten, schönen Fliegen. Das ist ein neuer Modetrend."
Der Göttergatte hat den Schaden. Die Frau Gemahlin ist entzückt. Der Keiler fühlt sich schlecht beraten, wenn er in einen Spiegel blickt.
Der Fuchs und sein Grill
Am Waldrand wird ein Huhn gegrillt. Der Fuchs steht in der Küche. Sein Kohldampf wird nun bald gestillt. Es duften Wohlgerüche.
Dem Hühnerhof ist es entwischt und wurde leicht zur Beute. Bald wird es knusprig aufgetischt. Der Fuchs hat seine Freude.
Da kommt der Förster angerannt, denn Feuer ist verboten. Das setzt den ganzen Wald in Brand. Da platzt dem Fuchs der Knoten.
"Bei mir, da steckt der Hähnchengrill in einer Mikrowelle." Der Förster wurde kleinlaut, still und ging dann - auf der Stelle.
Dann hat der Fuchs das Huhn verzehrt, gefunden war das Fressen. Dazu hat er ein Bier geleert. Er schätzt Delikatessen.
Das Wüstenschiff
Das Wüstenschiff hat sich verlaufen. Es trabt seit Stunden nur im Kreis. Nun hält es an, um zu verschnaufen. Von oben brennt die Sonne heiß.
"Wie konnte das denn nur geschehen? Ich bin doch wirklich ein Kamel. Es nutzte nichts, im Kreis zu gehen. Die Gehversuche schlugen fehl."
Dann zieht es seine Wanderkarte. Ein Überlegen findet statt. "Und was ich mir davon erwarte, das steht auf einem andren Blatt."
Die Einsichtnahme hat gefruchtet. Gelassen wirkt das Wüstenschiff. Die Hufe werden ausgewuchtet. Es hat den Wanderweg im Griff.
Nach Stunden findet seine Nase den Wasserquell, den Palmenhain. Es schattet sich in der Oase und lässt dann fünf gerade sein.
Im Mondschein
Im Mondschein und bei Sternenglanz erleben wir das Schöne. Wir bitten dann zum Freudentanz. Es flöten weiche Töne.
Die Wirklichkeit wird abgestellt. Wir kosten Leckerbissen. Das Zepter schwingt die heile Welt, wenn wir uns zärtlich küssen.
Wir turteln im 'gelobten Land'. Die Sorgen: ausgeblieben. Das Herz gewinnt die Oberhand, weil wir uns innig lieben.
Im Mondschein und bei Sternenglanz entstehen neue Ziele. Das überwältigt voll und ganz. Dann bauchen die Gefühle.
Der Waschbär
Der Waschbär füllt die Waschmaschine, und stellt sie ein auf vierzig Grad. Er macht zu allem gute Miene. Beim Waschen ist er echt auf Draht.
Und wenn die Kleidungsstücke kreisen, ist seine Pause stundenlang. Dann muss er nur Geduld beweisen. Gereinigt wird im Schonwaschgang.
Doch während er die Seele läutert, da wird getrommelt und gepumpt. Und kurz vor Abschluss wird geschleudert, dann ist das Waschprogramm verstummt.
Wer denkt, den Waschbär muss man drängen, (der hat sich in der Tür geirrt) um Porentiefes aufzuhängen. Was eine Weile dauern wird.
Fein säuberlich hängt an der Leine das weichgespülte Wäschestück. Der Waschbär macht sich auf die Beine und zwar im nächsten Augenblick.
Durch die Tage
Wir schlittern durch die Tage auch ohne Eis und Schnee. Und stellen uns die Frage bei einer Schnapsidee.
Wir wissen oft nicht weiter, denn unbekannt das Ziel. Wir werden nie gescheiter. Wir denken auch zuviel.
Natürlich gibt es Stunden, wo alles nahtlos passt. Das tröstet für Sekunden, so heißt es, kurzgefasst.
Die Sehnsucht nach den Sternen ist immer ausgeprägt. Wir müssen uns entfernen, von dem, was niederschlägt.
Wir jubeln und wir trauern. Bald liegen wir im Sarg. Dann sind wir zu bedauern und nicht mehr willensstark.
Am Mittelmeer
Wir tummeln uns am Mittelmeer, und surfen auf den Wellen. Die Bucht am Strand fast menschenleer in ausgenahmten Fällen.
Es wird gesonnt und eingecremt. Man trocknet Badehosen. Und keiner, der sich dabei schämt. Es wächst der Berg aus Dosen.
Doch täglich kommt die Müllabfuhr und karrt den Schutt beiseite. Darüber freut sich die Natur. Sie wird zur Augenweide.
Wer dort verweilt, denkt einfach mit. Es wandern Rotweinflaschen zum Glascontainer Schritt für Schritt. Verpönt sind Plastiktaschen.
Wir tummeln uns am Mittelmeer, und reiten auf den Wogen. Den Abfall trennt man hinterher, denn wir sind gut erzogen.
Die Jahreszeit Herbst
Die Jahreszeit stellt ihre Weichen. Der Tag wird kürzer als die Nacht. Um dieses Ziel auch zu erreichen, hat sich der Herbst voll eingebracht.
Er zügelt alle Sonnenstunden. Der Tag verlässt erst spät sein Bett. Die Nacht dreht länger ihre Runden, und kuschelt mit dem Fensterbrett.
Die Sterne dürfen länger blinken. Es wendet sich der Sonnenlauf. Das kann uns ganz gewaltig 'stinken'. Ein Bruchteil regt sich künstlich auf.
Natürlich darf man sich empören. Das ändert aber nichts daran. Denn die Natur lässt sich nicht stören. Sie folgt stets ihrer Umlaufbahn.
Zuviel des Guten
Es qualmen wieder mal die Socken. Der letzte Tanz gab mir den Rest. Es fällt mir schwer, nun zu frohlocken. Ein Mist, wenn man sich gehen lässt.
Dabei war alles erste Sahne. Der dritte Schnaps war wohl zuviel. Davon bekommt man eine Fahne. Und Trunkenheit erreicht ihr Ziel.
Es wäre sicher nichts geschehen. Doch Schoppen folgten auf das Bier. Ich musste vor die Hunde gehen, und stand benebelt neben mir.
Das soll sich nicht mehr wiederholen. Ich übe nun die Abstinenz. Der Alkohol bleibt mir gestohlen. Das ist die letzte Konsequenz.
Doch heute fesselt mich ein Kater. Für Arbeit fehlt die Willenskraft. Das Stroh im Kopf spielt Staatstheater. Ich trinke brav Orangensaft.
Auf der Arbeit
Am Schreibtisch stapeln sich Papiere. Ein Schriftstück wirkt sehr unbequem. Ich denke nach und ich studiere. Das ist ein handfestes Problem.
Ich halte Kriegsrat mit Kollegen. Denn die Erfahrung weiß oft Rat. Ein Ansatz klingt mir sehr verwegen, doch ich bin dankbar, in der Tat.
Nach weiteren Gedanken-Blitzen, wird schnell zum Schreibtisch heimgekehrt. Mein Kugelschreiber kommt ins Schwitzen, und mein Verstand hat aufbegehrt.
Das Schriftstück wird zu einer Plage. Es widerborstet hundsgemein. Ich denke an die Rundablage. (Das würde mein Verhängnis sein.)
Ich fange an, neu einzutauchen, und habe meine liebe Not. Mein Kopf fängt plötzlich an zu rauchen. Mein Pech, hier herrscht ja Rauchverbot.
Ich-bezogen
Wir alle denken ich-bezogen. Wer tut das nicht, ich frage dich? Sogar der bunte Regenbogen träumt alle Tage nur von sich.
Daran ist gar nichts auszusetzen, das sind die Launen der Natur. Nur ungern lässt man sich verletzen, denn das kränkt unsre Nabelschnur.
Wir sind als Egoist geboren und stehen gern im Rampenlicht. Wir wahren gerne, unverfroren, als allererstes das Gesicht.
Und jeder würde aufbegehren. (Man sitzt nicht gern im zweiten Rang!) Beginnt ein Dritter zu belehren, dann wäre das sein Untergang.
Für die Kritik sind alle offen. So steht es selbst im Liebesbrief. Was wir im Grunde stets erhoffen, sie sei im Ansatz positiv.
Extra-Klasse
Ich bin ein Hahn, der nach dir kräht. Denn du hast Extra-Klasse. Du bist die Frau, die mich versteht auf meiner Steinterrasse.
Sehr ungern bin ich ohne dich. Ich will dich nicht verlieren. Denn deine Art begeistert mich. Dein Herz will ich verführen.
Du setzt das Alter außer Kraft und meidest die Probleme. Du zeigst noch immer Leidenschaft und liebst das Angenehme.
Die Zeit vergeht, doch unsre Zeit, die liegt noch auf der Lauer. Du schenkst mir die Geborgenheit auf unbestimmte Dauer.
Wir können, das steht felsenfest, nur voneinander lernen. Wir teilen nun den Lebensrest und greifen nach den Sternen.
Ich mag dich
Ich mag dich, weil du Träume lebst an Werk- und Feiertagen. Und nach dem Unerreichten strebst in allen Lebenslagen.
Weil du die Grenzen zittern lässt auf Biegen und auf Brechen. Du hältst dich selbst am Grashalm fest und achtest dein Versprechen.
Die Wolke sieben - nicht genug. Dein Ziel gilt fernen Sternen. Du bist ein Ochse vor dem Pflug. Von dir kann jeder lernen.
Weil du dich abmühst, tagelang, mit Pauken und Trompeten. Gepaart mit einem Tatendrang anstatt daherzureden.
Weil deine Willenskraft erreicht, wovor sich andre scheuen. Ich kann mit dir, nicht nur vielleicht, mich alle Tage freuen.
Eindrücke im Herbst
Wind und Wetter, Abendkühle Nebel und verwelktes Laub Auf den Bäumen Farbenspiele Für den Humbug sind sie taub Regen fängt sich in den Haaren Schwaden geistern durch den Park Gutes habe ich erfahren Und so manchen dummen Quark Einsam sind die Parkanlagen Unbesetzt die Ruhebank Manche ernstgemeinten Fragen Hüsteln oder sind schon krank Viele Vögel sind im Süden Unbewohnt das Vogelhaus Und die Kinder muss man hüten Denn sie nähmen sonst Reißaus Trostlos ist es auf Balkonen Blumen geben sich bedeckt Wenn sie nicht im Keller wohnen Bis der Lenz sie wieder weckt
Keine Marionetten
Noch sind wir keine Marionetten. Noch zählt das Ego und das Ich. Vielleicht sind wir auch nicht zu retten. Das kann schon sein, das tröstet mich.
Kein Fremder zerrt an meinen Strippen. Ich bin ein Mensch, kein Automat. Es fällt oft schwer, nicht auszuflippen, denn immer bin ich nicht auf Draht.
Das würde vielen Leuten passen. Ich leiste heftig Gegenwehr. Und wer beliebt, mich anzufassen, dem mache ich das Leben schwer.
Der Mensch ist mehr als nur Schablone. Man pfercht ihn gern im Schafstall ein. Bekanntlich juckt das nicht die Bohne, man ist gewohnt, auch frei zu sein.
Noch sind wir keine Marionetten. Noch zählt das Ego und das Ich. wir sind auf keinen Fall Dubletten, wenn doch - das wäre fürchterlich.
Vom siebten Himmel
Vom siebten Himmel kann man träumen. Doch lieber ist er mir vor Ort. Und sich dagegen aufzubäumen. Das scheitert gleich, und zwar sofort.
Bei mir in der Etagenwohnung, da nimmt der siebte Himmel Platz. Sein Füllhorn schenkt mir zur Belohnung den jahrelang gehegten Schatz.
Dann steuern wir ins Land der Liebe. Die Wege sind so kurvenreich. Es stört mich nicht das Weltgetriebe, in diesem Fall, ist es mir gleich.
Wir stranden, und das wirst du wissen, in dem gesternten Himmelbett. Dort werden wir die Fahnen hissen. Die Kleidung schläft auf dem Parkett.
Den siebten Himmel zu erfahren, bedarf es keiner Weltraumfahrt. Doch kühlen Kopf musst du bewahren, dann wird er nämlich Gegenwart.
Qual der Wahl
Am Sonntag folgt die Qual der Wahl. Es spukt in den Kabinen. Man kennt sich aus vom letzten Mal. Wer soll den Sieg verdienen?
So viele sind sich nicht im Bild. Sie wählen so wie immer. Was für die meisten Wähler gilt. Das ist ein Hoffnungsschimmer.
Man ist zum Glück schon etabliert, und hält den Kern zusammen. Der Kreuzer wurde nicht verführt von den Parteiprogrammen.
Doch manche, die man nicht so kennt, die machen in die Hose. Sie zielen auf die fünf Prozent und fürchten die Prognose.
Das Wohl und Wehe wird befragt: Wer führt uns aus der Krise. Nur einer der den Standpunkt wagt: Nur die Theresienwiese.
Zunahe treten
Ich will dir nicht zu nahe treten. Du hast Familie, Heim und Herd. Du wirst auch in der Kirche beten. Und das ist sicher nicht verkehrt.
Du liebst es, deinen Sohn zu leiten. Er frisst dir gerne aus der Hand. Du lehrst ihn Ebben und Gezeiten und raubst ihm manchmal den Verstand.
Denn du bist keine Rabenmutter. Du machst sein Leben angenehm. Und windelweich schlägst du die Butter. Der Brotaufstrich ist kein Problem.
Du witterst immer die Gefahren und weißt, woher ein Sturmwind weht. Und davor willst du ihn bewahren. Du bist die Frau, die zu ihm steht.
Das wird sich sicherlich nicht ändern. Die Wirklichkeit schleicht sich davon. Du würdest lieber mit ihm kentern, du hast nur einen - deinen Sohn.
Zum siebten Himmel
Mit dir zum siebten Himmel schweben. Dann liegt die Schwerkraft hinter uns, der Alltag und das Arbeitsleben und das Geschwätz von Hinz und Kunz.
Willkommen sind die Glücks-Gefühle. Und keiner, der uns dabei stört. Es locken keine andren Ziele. Wir sind ein Paar, das sich gehört.
Dort werden wir den Sternen winken mit einem bunten Taschentuch. Und werden von der Stille trinken. Und keine 'Sau' kommt zu Besuch.
Die große Liebe wird uns nähren. Wir beide werden davon satt. Es gibt bestimmt nichts abzuklären. Das Herz-an-Herz, das findet statt.
Wir müssen leider Abschied nehmen. Befristet ist der Aufenthalt. Wir widmen uns den Tages-Themen und finden Laub auf dem Asphalt.
Ein neuer Stern
Ein neuer Stern am Himmelszelt. Nur abends zu entdecken. Er tanzt in meine heile Welt. Und spielte lang: Verstecken.
Nun glänzt er hell im Rampenlicht, wenn sich die Nacht verdunkelt. Er schaut mich an und er verspricht, dass er von nun an funkelt.
Nicht jeder sieht den neuen Stern. Ein Fernglas wird nichts nutzen. Er zeigt nicht jedem seinen Kern, es hilft kein: Brille putzen.
Er blinkt verträumt und funkt mich an. Er liebt mit mir zu scherzen. Du suchst und suchst, ich sage dann: Man sieht ihn mit dem Herzen.
Eine Blume
Eine Blume braucht viel Zeit, um prächtig aufzublühen. Dann ordnet sie ihr buntes Kleid, und übt das Duft-versprühen.
Ein Hagelsturm zerstört das Bild. Die Blume liegt am Boden. Sie ist geknickt und lästert wild. Und manchmal platzt ihr Knoten.
Sie überlegt und sie erkennt. Das Schauspiel war ein Drama. Es gab kein nettes Happy-End. Sie schlüpft in den Pyjama.
Nun hofft sie auf das nächste Jahr, dass alles besser werde. Es liegt, das ist ihr sonnenklar, nicht an der Blumenerde.
Ins Bockshorn jagen
Du lässt dich nicht ins Bockshorn jagen. Du pfeifst auf das Gedankenspiel. Du kündigst deinem Stein im Magen und kürzt dein hochgestecktes Ziel.
Du lässt kein V zum X erklären und machst dir selber auch nichts vor. Denn gerne bindet man den Bären und schreibt nur Unfug hinters Ohr.
Dein Lachen gluckst bei Prahlereien und jede Lüge wird ertappt. Du lässt dich nicht von dir befreien, selbst wenn ein Köter nach dir schnappt.
Doch eines kann auch dir passieren, dass sich dein Schmetterling verfliegt. Dann wirst selbst du den Kopf verlieren, weil der Verstand am Boden liegt.
Das Wörtchen Liebe
Beliebt sind alle Herzgeschichten. Das lockt die Katze vor den Herd. Und jeder kann davon berichten. Und jeder Vers ist liebenswert.
Da halten die Verliebten Händchen. Ein Kuss trifft mitten auf den Mund. Die Katze maunzt bei einem Ständchen. Es geht heiß her, und es geht rund.
Im Bauch, da schmetterlingt es häufig. Das Glücksgefühl wird schnell entfacht. Ich liebe dich - ist sehr geläufig. Man träumt von einer heißen Nacht.
Dann fließen ein paar Freudentränen. So wird die Stimmung aufgekratzt. Und eines will ich noch erwähnen, es wird gekuschelt und geschatzt.
Man kennt sich aus mit diesen Dingen, denn die Erfahrung hat gelehrt. Kein Mensch muss sich zum Denken zwingen. Das Wörtchen Liebe ist begehrt.
Das Handtuch werfen
Wer wird denn gleich das Handtuch werfen, wenn manches nicht auf Anhieb klappt? Beruhige bitte deine Nerven. Die Falle ist nicht zugeschnappt.
Versuche es mit kleinen Schritten. Dann wird dein Herzenswunsch erfüllt. Und achte immer fremde Bitten. Dann wird dein 'Denk-mal' auch enthüllt.
Gefragt sind nicht die großen Taten. Das Leben ist ein Mosaik. Es ist ein Steak, gut durchgebraten. Für jeden hat es etwas Glück.
Nur die Geduld, du wirst erreichen, was dich begeistert und entzückt. Dann muss das Pech von dannen schleichen. Die Strecke Durst wird überbrückt.
Wer wird denn gleich das Handtuch werfen, wenn frisches Obst im Korb verfault. Viel länger haltbar sind Konserven, auch wenn der Endverbraucher mault.
Glück erleben
Mit dir darf ich das Glück erleben. Ich fühle mich im Traumbereich. Du kannst mir nämlich alles geben, dein Kontra und dein Kuschelweich.
Wir können voneinander lernen. Erwünscht ist die Pauschalkritik. Doch nachts, da winken wir den Sternen und tanzen nach der Hausmusik.
Doch wenn wir streiten, wird es heftig. Die Katze flieht zum Heizungsrohr. Die Wut macht unsre Stimmen kräftig. Ein Schimpfwort dringt tief in mein Ohr.
Zum Glück besänftigt die Versöhnung. Vorüber die Gewitter-Nacht. Wie immer folgt, das ist die Krönung, ein Lichtstrahl in den Brunnenschacht.
Dann perlt im Mondschein unser Lachen. Das Schwere wird dann federleicht. Man will einander glücklich machen. Das wird in jedem Fall erreicht.
Am Samstag
Am Samstag will ich Wäsche waschen. Entsorgen meine Rotweinflaschen. Sie wiegen schwer in meiner Hand, und bringen keinen Flaschenpfand.
Die Küche gilt es auch zu besen. Der Dreckspatz bin ich selbst gewesen, nun strahlt sie wieder 'klinisch' rein. Und man erkennt, hier wohnt kein Schwein.
Dann hetze ich zum Metzgerladen, denn morgen gibt es Sauerbraten. Tangiert wird auch der Supermarkt, wo schon der Einkaufswagen parkt.
Sehr lange wird dort rumgelungert. Ich horte, weil man ungern hungert. Der Maschendraht ist rand und voll. Moment, ich muss noch durch den Zoll.
zurück in dem gelobten Land: Ich spüle meine Tevlon-pfanne. Es rauscht bereits die Badewanne. Von allem Tun bin ich benommen. Nun darf der Sonntag kommen.
Der Pinguin
Im Stehen brütet er die Eier. Er rührt sich dabei nicht vom Fleck. Jedoch nach der Geburtstagsfeier, geht er für ein paar Stunden weg.
Sein bestes Stück muss Obacht geben, weil er mit seinen Freunden kneipt. Er schätzt es, ein Glas Bier zu heben, weshalb er bis zum Morgen bleibt.
Natürlich hat er einen sitzen. Er kühlt sich ab im harschen Schnee. Die Kneipp-Kur bringt auch ihn zum schwitzen. Sein Weib rät zum Kamillentee.
Das lässt er sich nicht zweimal sagen. Und schlürft genüsslich das Getränk. Da hört er seine Liebste fragen: "Hast du zum Festtag ein Geschenk?"
Der Pinguin meint überlegen: "Ein Super-Outfit mit Geschmack. Ich hoffe du hast nichts dagegen. Im Schrank hängt schon dein neuer Frack."
Letzter Wille
Die Fliege tanzt noch ein paar Stunden. Bald zieht sie ihre Schlussbilanz. Dem Hausherrn ist sie sehr verbunden. Sie dankt ihm für die Toleranz.
Denn sie ist aus- und eingegangen. Er hat bei keinem Flug versucht, sie hinterhältig einzufangen. Das hat sie als ein Plus verbucht.
Ihr 'Letzter Wille' soll es lenken, verfasst mit schwarzem Fliegendreck. Den Nachwuchs möchte sie ihm schenken. Die Eier liegen im Versteck.
Das gibt bestimmt ein Naserümpfen, denn Menschen sind der schlimmste Feind. Die Ober-Fliegen werden schimpfen. Dabei ist es nur gut gemeint.
Was immer zählt, der 'Letzte Wille'. Der gute Mann weiß nichts davon. Er lebt allein in seiner Stille. Ihm droht die Fliegen-Invasion.
Rosenkavalier
Ich will dir Liebesbriefe schreiben. Geduldig ist das Blatt Papier. Und immer auf dem Teppich bleiben. Ich bin dein Rosenkavalier.
Ich möchte mit dir Händchen halten. Dann starten wir in unser Wir. Das werden wir uns schön gestalten. Ich bin dein Rosenkavalier.
Ich will mit dir die Eintracht leben. Und deine Lippen sagen mir: Ich werde stets mein Bestes geben. Ich bin dein Rosenkavalier.
So blühend rein ist das Gewissen, denn keiner wildert im Revier. Dann werde ich dich zärtlich küssen. Ich bin dein Rosenkavalier.
Mit dir zum siebten Himmel eilen, und dazu klimpert ein Klavier. Dort wollen wir zu zweit verweilen. Ich bin dein Rosenkavalier.
Wir lieben uns an allen Tagen, besonders Heute, Jetzt und Hier. Ich möchte dich auf Händen tragen. Du bist mein Rosenkavalier.
Schlechtes Fernsehbild
Ein Elefant kratzt sich am Rüssel. Er überdenkt und wird fast wild. Die teu're Satellittenschüssel verzerrt und schrägt sein Fernsehbild.
Er fragt sich: Woran kann das liegen? Mit Technik hat er nichts am Hut. Wer kann mir das gerade biegen. Wer macht das Schräge wieder gut.
Bis gestern war die Welt im Reinen, denn störungsfrei war der Empfang. Das Bild will nicht mehr richtig scheinen. Besiegelt ist sein Untergang.
Doch nur ein Fachmann kann es richten. Denn unbeholfen ist sein Sohn. Er wird den Spezialist verpflichten. Nun greift er flink zum Telefon.
Misslungener Herbstanfang
Es raschelt nicht auf Seitenwegen. Die Blätter kleben grün am Ast. Der Herbstanfang murrt: Meinetwegen! Obwohl es ihm bestimmt nicht passt.
Er muss sich weiterhin gedulden. Es sommert noch in der Natur. Kein Nebel schwadet durch die Mulden. Und täglich herrscht die Sonne pur.
Kein Wind lässt bunte Drachen steigen. Die Kinder spielen lieber Ball. Der Bodenfrost hüllt sich in Schweigen. Und Blumen blühen überall.
Das Sommerliche stirbt in Raten. Es kämpft um jedes grüne Blatt. Es will sich nicht im Nebel baden. Da applaudiert die Innenstadt.
Die Tische wandern in das Freie. Im Sonnenschein trinkt man Kaffee. Im Park hört man noch Babyschreie. Und Enten quaken laut am See.
Die Wahl ist gelaufen
Die Qual der Wahl ist nun gelaufen. Verliererherzen sind betrübt. Sie üben sich im Haareraufen, denn sie sind leider unbeliebt. Die Sieger setzen sich in Pose. Sie danken ihrer Wählerschicht. Man rechnet hoch, und die Prognose, die rückt sie in das Rampenlicht. Im Bundestag verteilt man Sitze. Ein Stehplatz, der ist nicht gefragt. Bald funken dort die Geistes-Blitze. Ein frecher Einwand ist gewagt. Wer Platz nimmt, das bestimmt der Wähler. Doch manche gingen nicht zur Wahl. Im nachhinein war das ein Fehler. Das wusste man - vom letzten Mal.
Euer Urlaub
Zurückgekehrt nach Heim und Herd. Gedanklich in der Ferne. Die Urlaubsinsel: sehenswert, der Sandstrand, Mond und Sterne.
Noch immer ist der Eindruck frisch. Es winken Kreidefelsen und der gedeckte Frühstückstisch. Man wird Prospekte wälzen.
Noch bläst der Seewind durch das Haar. Man hört die Möwen gellen. Noch weiß man, wie es gestern war. Noch riecht man Meer und Wellen.
Bald hat der Urlaub abgedankt. Noch wahrt man gute Miene. Man füttert, weil sie es verlangt, die alte Waschmaschine.
Das dolce vita ist vorbei. Man zahlt die Körper-Steuer. Dann löffelt man am Alltagsbrei. Und hofft auf neue Abenteuer.
Giraffen
Giraffen brauchen keine Leiter, wenn sie das herz-gekirschte pflücken. Ihr Hals fährt aus, das bringt sie weiter, wenn sie das Tafelobst verdrücken.
Ihr langer Hals kann leicht erreichen, wovon die kurz-gehalsten träumen. Ihr Leben stellt schon früh die Weichen. Giraffen grasen in den Bäumen.
Und keiner macht die Blätter streitig, wenn sie den hohen Baum beweiden. Sie staksen zwar nicht sehr geschmeidig. Doch viele werden sie beneiden.
Sie zupfen in des Baumes Krone die zarten, frisch geschlüpften Blätter. Schnell ist das Baumkleid oben ohne. Es juckt sie nicht ein Donnerwetter.
Sie tummeln sich in der Savanne. Sie schrubben Hälse und sie gaffen. Denn viel zu klein die Badewanne. Das ist ein Nachteil für Giraffen.
Ich kann ...
Ich kann dir keinen Traummann schenken, und keinen Retter bei Gefahr. Ich muss auch an mich selber denken. Du lässt an mir kein gutes Haar.
Ich wünsche dir das Glück der Erde. Und dass sich jeder Wunsch erfüllt. Doch sei dir sicher, denn ich werde dich keinem zeigen, unverhüllt.
Es liegt mir fern, dich zu verlieren. Ich weiß, ich bin ein Egoist. Die Männer musst du selbst studieren, damit du siehst, was Sache ist.
Dein Augenmerk gilt meistens Schurken. Du wirst geblendet von dem Schein. Sie fangen an herumzugurken. Mein guter Rat: Komm lass es sein.
Natürlich bin ich mir im Klaren, ich bin nicht das, was dir gefällt. Doch eines gilt seit ein paar Jahren, ich bin ein Freund, der zu dir hält.
Der Herbst ist da
Die Blätter sind vom Wind verweht. Es raschelt auf den Wegen. Der Herbst ist da. Der Sommer geht. Es fällt ein Nieselregen.
Die Nächte machen nun auf lang. Die Sonne geht bald unter. Und jeder spürt den Herbstanfang. Der Laubwald treibt es bunter.
Das Vogelnest ist längst verwaist. Nur ein paar Vogelarten, die halten durch, selbst wenn es eist, die sind im Schrebergarten.
Es gibt genügend rot am Strauch. Gereift sind alle Beeren. Die Vögel füllen sich den Bauch. Der Mensch lässt sie gewähren.
Bald feiert man den Erntedank und auch die Deutsche Einheit. Darüber werden viele krank. Verschnupft - die Allgemeinheit.
Gefunden
Du bist die Seite, die mir fehlt. Du hast zu mir gefunden. Und ich bin der, der auf dich zählt nicht nur in süßen Stunden.
Von dir, da krieg' ich nie genug. Mit dir will ich entgleisen. Das ist von dir ein schöner Zug, du musst mir nichts beweisen.
Du sagst, ich sei dein Augenstern. (Du klaust mir nachts die Decke!) Ich habe dich unendlich gern, du meine Zuckerschnecke.
Wir fliegen manchmal auf den Mond, und dann auf Wolke sieben. Der Ausflug hat sich stets gelohnt. (Das ist stark untertrieben!)
Du bist die Frau, die mich ergänzt. Du hast zu mir gefunden. Du bist ein Stern, der für mich glänzt, nicht nur in Abendstunden.
Die Liebesnacht
Mit dir vom siebten Himmel träumen, du sendest, ich bin auf Empfang. Vor lauter Sehnsucht überschäumen, bereit zum Auf- und Untergang.
Du setzt die Spur und die Akzente. Ich folge dir auf Schritt und Tritt. Ich spüre dich und deine Hände. Dann macht die Liebe einen Schnitt.
Wir finden uns im weißen Laken. Du sprudelst voller Übermut. Gern stelle ich mich deinen Fragen. Der siebte Himmel tut mir gut.
Wir schlafen ein und traumverloren vollendet sich die Liebelei. Der Wecker klingelt unverfroren. So geht die Liebesnacht vorbei.
Herrscher aller Tiere
Der Löwe, Herrscher aller Tiere, ist sehr gefürchtet überall. Doch eines geht ihm an die Niere, er leidet unter Haarausfall.
Ganz schütter ist die Löwenmähne, betrachtet er sein Spiegelbild. Und das entlockt ihm manche Träne. Mit Wehmut ist er angefüllt.
Das darf natürlich niemand wissen. Er wäre grenzenlos verschämt. Bei jedem zarten Leckerbissen, da wäre sein Gebiss gelähmt.
Der Löwe jagt in dunklen Nächten. Kein Opfer sieht sein lichtes Haar. Er dankt befreit den Himmelsmächten. Denn alle flüchten bei Gefahr.
Der Mähne fehlt es an Volumen. Er konterfeit in einem See. Da plappern Serengetiblumen: Die Lösung bringt dir ein Toupet.
In der Natur
Nun wird es still in der Natur. Es summt nicht mehr die Biene. Sie geht nun auf Erholungskur. Und tankt dort Vitamine.
Die Wespe wabt sich in ihr Nest. Und meidet Cola-Pfützen. Geplant ist noch ein Gartenfest auf den Besucherritzen.
Der Schmetterling ist heimgekehrt. Er kitzelt Bauchgefühle. Bis gestern war er sehenswert. Nun hat er neue Ziele.
Die Vögel sind schon lang verreist. Sie lärmen und sie schwatzen, dort wo die Mücke vielsam kreist. Es bleiben uns die Spatzen.
Auf dem Fischerkutter
Du packst dein Bündel. Du willst fort. Die Crew ist auf den Beinen. Im Hafen gehst du dann von Bord. Ein letzter Blick, ein Abschiedswort. Und wer dich mag, wird weinen.
Nun fehlt der erste Steuermann. Verlassen liegt die Brücke. Der Kapitän ging irgendwann, sie waren nur ein Streit-Gespann. Nun herrscht die große Lücke.
Gesteuert wird das Fischerboot vom Meer und rauen Wellen. Und wenn das Schiff zu kentern droht, dann hat man seine liebe Not. Man muss sich dazu stellen.
Ein Leichtmatrose wird zum Held. Er übernimmt das Ruder. Er ist allein auf sich gestellt. Doch er ist Mann, ein Mann von Welt. Sein Duzfreund, der Computer.
Erobert wird die hohe See mit einem Fischerkutter. Es kreuzt mit Luv, es kreuzt mit Lee. Am Abend trinkt man schwarzen Tee. Und alles ist in Butter.
Der Büffel und sein Gnu
Der Büffel schnaubt zu seinem Gnu: "Das führt zu weit mit den Klamotten. Bald schließt die Schranktür nicht mehr zu. Die Freunde werden mich verspotten.
Wir sind hier nicht im Modehaus. Tagtäglich trägst du neue Kleider. Das halte ich im Kopf nicht aus. Du rennst zu oft zum Halsab-Schneider.
Das übersteigt noch mein Gehalt. Und deshalb möchte ich dir raten. Du zügelst dich und zwar recht bald, sonst gehen die Finanzen baden."
Das Gnu erwidert schmoll-gemund. "Das gibt mir eine eig'ne Note. Und das allein genügt als Grund. Ich schreite mit der neuen Mode.
Und davon profitierst auch du. Du hast ja recht mit unsren Schränken. Du legst uns einen neuen zu. Ich bin bereit, auch einzulenken."
"Du bringst uns noch um Hab und Gut. Zum Teufel mit der Frauenmode. Es rumpelt mir im Bauch die Wut. Bald reicht es nur für Butterbrote."
Liebe - dick und dünn
Die Liebe geht durch dick und dünn, und kann im Regen lachen. Sie plant für dich den Hauptgewinn, um alles recht zu machen.
Sie nistet sich im Herzen ein, dort ködert sie Gedanken. Dann wirst du nicht mehr einsam sein, und grenzenlos die Schranken.
Sie tut dir unwahrscheinlich gut. Sie möchte zu dir finden. Dein Schmetterling zieht seinen Hut, und will sich an sie binden.
Sie blüht am Weg, im Hinterhof, am Backstein einer Mauer. Die Liebe geht durch dick und doof, doch nur für kurze Dauer.
Die Mücke
Der Mücke geht es richtig gut, bei Dunkelheit und Menschenblut. Wenn Schläfer durch die Träume stapfen, dann fängt sie an, sie anzuzapfen.
Doch neulich ist ihr was passiert. Sie saugte tief und ungeniert. Ihr Summen dröhnte in die Stille. Der gute Mann war voll Promille.
Wie immer hat sie vollgetankt, und ist zur nächsten Wand geschwankt. Dort musste sie den Rausch besiegen, und konnte nicht mehr weiterfliegen.
Jedoch sie hat dazu gelernt. Von nun an bleibt sie weit entfernt, von Menschen, die dem Laster frönen, und sich mit Bier und Schnaps verwöhnen.
In Sachen Liebe
Ich weiß nicht viel, in Sachen Liebe. Bei dir, da spielt mein Herz verrückt. Dann juckt mich nicht das Weltgetriebe. Das Tränental wird überbrückt.
Vergessen sind die Alltagssorgen, sprichst du mit mir am Telefon. Was Liebe ist, bleibt mir verborgen. Die Traurigkeit schleicht sich davon.
Wenn eine Trübsal auf mich regnet, vertreibst du sie mit zarter Hand. Die Liebe ist mir nie begegnet. Und ihr Gesicht bleibt unbekannt.
In meinem Bauch die Schmetterlinge, die tanzen, wenn du bei mir bist. Dann bin ich immer guter Dinge. Kein Mensch sagt mir, was Liebe ist.
Nur dir allein will ich gehören, wenn du in meine Träume lachst. Die Liebe würde höchstens stören, weil du mich restlos glücklich machst.
Für Angehörige
Dein Leben wirst du nicht mehr wenden. Du bist gefesselt an dein Bett. Den Lebenslauf wirst du beenden. Die Sonne lacht am Fensterbrett.
Du kehrst nie mehr in deine Wohnung. Für diesen Weg bist du zu schwach. Doch es ist Herbst und zur Belohnung verfärbt sich bunt das Blätterdach.
Nun tauchst du ein in fremde Welten. Und du erfährst ein neues Glück. Und keinen Einwand lässt du gelten. Es führt kein Pfad von dort zurück.
Viel Glück in deiner neuen Stille, auf deiner neuen Umlaufbahn. Noch bleibt von dir dein Lebenswille. Dein größter Schritt ist schon getan.
Wir werden von dir Abschied nehmen. Was man bestimmt nicht gerne tut. Wir werden unsre Tränen zähmen, und dann wird alles endlos gut.
Der Affe
Der Affe lässt sich einfach hängen, das Streitgespräch mit seiner Braut kann er gedanklich nicht verdrängen. Er geht in sich und schweigt sehr laut:
"Wie kann ich sie nur überzeugen? Die Heirat ist mein fester Plan. Ich werde mich den Regeln beugen, und zwar in einem Affenzahn.
Die Kinder sollen Blumen streuen auf unsrem Weg zum Standesamt. Ihr Hochzeitskleid wird mich erfreuen aus feinster Seide und aus Samt.
Ich werde meine Blue-jeans bügeln. Ich weiß genau, was sich gehört. Das wird auch meine Braut beflügeln. Und nichts und niemand, das uns stört.
Sie will mich aber anders sehen. Sie geht in Weiß und ich im Frack. Sie wird bestimmt darauf bestehen. Das aber ist nicht mein Geschmack."
Alte Zeiten
Wir sprechen gern von alten Zeiten. Geschichten werden aufgewärmt. Geschätzt sind die Vergangenheiten. Und jeder der darüber schwärmt.
Was einst geschah, wird frisch gestrichen. Gelaugt, gewienert und poliert. Vom Wahrheitskern wird abgewichen, zuweilen wird er umfrisiert.
Das Gestern wird zur Anekdote. Es blühen Schalk, Humor und Witz. Er kommt daher in neuer Mode. Da lächelt der Gedankenblitz.
Was heut' geschieht, das wird sich zeigen. Es ruht und bleibt bis demnächst brav. Bis dahin wird man es verschweigen. Es dämmert im Dornröschenschlaf.
Wir sprechen gern von alten Zeiten. Die Wahrheitsliebe mahnt, jedoch man findet keinen Punkt zum Streiten. Dann heißt es weiter: Weißt du noch?
Ein Wirbelwind
Ein Wirbelwind fegt durch die Wohnung. Das Laminat glänzt klinisch rein. Das Staubkorn findet keine Schonung. Ein Hauch von Luxus stellt sich ein.
Ver-rückt sind manche Gegenstände. Frau findet passenden Ersatz. Das Durcheinander hat ein Ende. Nun ist das Chaos fehl am Platz.
Geordnet sind die Umlaufbahnen. Ich leiste keine Gegenwehr. Im Haushalt darf frau für mich planen. Ich sage ja und danke sehr.
Ein Hausmann bin ich nie gewesen. Ich brauche eine Frauenhand. Ich schwinge ungern einen Besen in meinem "eignen Vaterland".
Meine Putzfee
Es blinkt an Kanten und an Enden. Und das war nur dein erster Streich. Ich kann es drehen oder wenden, ich fühle mich im Traumbereich.
Es strahlt aus staubumwölkten Ecken, zerstört das feine Spinnennetz. Und keine Spur ist zu entdecken, im Abseits das Naturgesetz.
Auf jeden Fall: ich bin begeistert, denn der Erfolg war nicht geahnt. Du hast die Schwierigkeit gemeistert, viel besser als vorhergeplant.
Ich kann nicht putzen, aber sehen. Und dafür bin ich nicht zu blind. Ein Wunder ist durch dich geschehen. Und ich bin dankbar wie ein Kind.
Es war ein Glücksfall, sie zu finden, worüber ich mich wirklich freu'. Ich will mich gerne an dich binden, und hoffe doch, du bist mir treu.
Nach meiner Meinung
Die Liebe ging den Bach hinunter, da hilft auch kein Versöhnungskuss. Die Sticheleien werden munter im Stadtpark und im Linienbus.
Es fehlt die gleiche Wellenlänge, denn jeder Satz wird hinterfragt. Ihr meidet Wein- und Weibgesänge. Die Eifersucht wird nicht vertagt.
Was soll ich von euch beiden halten? Ihr steht gewaltig unter Dampf. Ihr seid bestimmt nicht mehr die alten, das Ganze riecht nach Hahnenkampf.
Tag der Deutschen Einheit
Wir können uns die Hände reichen. Denn dazu ist es nie zu spät. Wer Zwietracht sucht, der soll sich schleichen. Ihm fehlt die Solidarität.
Wir dürfen nicht Sozialneid schüren. Ob Ost, ob West - der kleine Mann bezahlt die Zeche, die Gebühren. Und keiner ändert was daran.
Es spukt in Köpfen und in Herzen. Poliert wird oft der Stacheldraht. Und das verursacht manche Schmerzen im 'Arbeiter- und Bauernstaat'.
Gefragt ist nur die Allgemeinheit. Man tanzt auf Straßen, macht Musik. Was für mich zählt: Die Deutsche Einheit. Und nicht die hohe Politik.
Lebensende
Wenn ein Herzschlag Abschied nimmt, stehe ich entsetzt daneben. Doch es ist vorherbestimmt. Denn beschränkt ist jedes Leben.
Trotzdem sind wir fassungslos, und ich trockne meine Träne. Denn der Schmerz ist riesengroß. Gott hat seine eignen Pläne.
Dankbar schaue ich zurück. Und die Zukunft wird sich fügen. Leicht verwässert ist dein Blick. Nur der Tod wird das besiegen.
Doch es ist noch nicht soweit. Vielleicht Tage, vielleicht Stunden. Nimm dir bitte recht viel Zeit. Drehe ungezählte Runden.
Weißt du noch, wer vor dir steht? Was bewahrt dich vor dem Bösen? Hilfreich ist ein Stoßgebet. Bald wird dich der Herr erlösen.
In die Knie
Man hat dich in die Knie gezwungen. Natürlich bist du tief verletzt. Dein Tatendrang ist nicht gelungen. Man hat dich, wie man sagt, versetzt.
Darüber bist du stock-und-sauer. Was deine Umwelt gut versteht. Doch Tränen liegen auf der Lauer, und schließlich werden sie gesät.
Dich trösten einfühlsame Worte, das federt deinen Niederschlag. Nun greife zu der Sahnetorte - nicht erst am späten Nachmittag.
Man hat dich in die Knie gezwungen mit einem miesen Hinterhalt. Sei taub für alle Spötterzungen. Dein Schicksal ändert sich sehr bald.
Feiertag
Mauern wurden überwunden. Plattgewälzt der Stacheldraht. Einheit wurde nicht gefunden. Was uns fehlt: ein guter Rat.
Niemand kam auf seine Kosten. Abgeschafft der Todesschuss. Nur die Herzen, die verrosten. Und da hilft kein Bruderkuss.
Ausgewechselt die Maschinen. Jede Macht dem Kapital. Unterkühlt die frohen Mienen. Ausgebeutet, unsozial.
Hoffnungsvoll und guter Dinge. Nachgeäfft die Firma West. Um die Augen dunkle Ringe, weil kein Land sich sehen lässt.
Dennoch stimmt es mich versöhnlich trotz der langen Litanei. Was geschah, war ungewöhnlich, doch in D ist jeder frei.
Lange Nächte
Nun folgen wieder lange Nächte. Das Sonnige hält sich bedeckt. Nun pocht der Herbst auf seine Rechte. Den Wind hat er schon aufgeweckt.
Man greift zu handgestrickten Westen. Es hat sich vorerst aus-Sandalt. Im Laubwald werden auf den Ästen die grünen Blätter bunt bemalt.
Der Nebel stiefelt durch die Auen. Man blickt nicht durch. Und das ist wahr. Er ist bestimmt nicht zu durchschauen. Man kennt das Spiel vom letzten Jahr.
Nun fügt man sich dem Abschied nehmen. Bald sind Kastanienbäume kahl. Der Herbst zeigt sich mit seinen Themen. Mein Kommentar: Das ist normal.
Ein Ärgernis
Es gilt, nicht alles schönzureden. Mich stört ein fauler Kompromiss. Im Nachhinein schaut man betreten. Das Ganze wird zum Ärgernis.
Das Gute soll man nicht verwässern. Zivilcourage ist gefragt, um Ungereimtes zu verbessern. Dann wird das Thema abgehakt.
Es führt nicht alles nur zum besten. Man wäge ab, sonst läuft es schief. Wie immer gilt es auszutesten, sonst folgt ein erster blauer Brief.
Befürchte keine Konsequenzen. Sei unbelehrbar, stell dich quer. Und zeige Mut dich abzugrenzen. "Das bringt nicht viel!" - Das bringt oft mehr.
Die kleine Maus
Die kleine Maus, mit Stock und Hut, zieht fröhlich durch die Straßen. Es geht ihr prächtig, rundum gut. Sie stapft durch jeden Rasen.
Gegrüßt wird jedes Blütenblatt und alle Maus-Kollegen. Sie winkt dem Dorf, sie winkt der Stadt auf ihren weiten Wegen.
Sie trotzt dem Wetter und dem Wind. Der Nebel ihr Begleiter. Sie findet sich im Labyrinth, und fragt: "Was führt mich weiter?"
Die Wanderkarte schläft daheim in ihrer Mausloch-Kammer. Sie geht sich selber auf den Leim, und leckt vom Katzenjammer.
Sie überlegt, was kann ich tun, "Ich sitze in der Tinte. Am besten ist, sich auszuruh'n, bevor ich weiterfinde."
Der dichte Nebel lichtet sich. Den Weg kann sie entdecken. "Er führt zurück, ich werde mich, nach meiner Decke strecken."
Die kleine Maus tut gut daran, das möchte ich beteuern, vor einer neuen Umlaufbahn, sich rundum zu erneuern.
Aufforderung
Keine Angst, es wird schon werden. Morgen tagt ein neuer Tag. Pfeife auf die Herzbeschwerden nach dem nächsten Glockenschlag.
Turbulent sind manche Stunden. Böig weht ein kalter Wind. Doch ein Schlupfloch wird gefunden. Weine dich nicht tränenblind.
Kummer musst du nicht verschweigen, bei der Sonnenfinsternis. Doch die Zukunft wird dir zeigen: Was geschieht, bleibt ungewiss.
Hüte dich vor falschen Schlangen. Ihre Worte tragen Gift. Und sie nehmen dich gefangen, was dich in der Seele trifft.
Doch du wirst dein Ziel erreichen. Alles renkt sich wieder ein. Keine Segel musst du streichen. Achte bitte, du zu sein.
Das Tal der Tränen
Das Tal der Tränen ist durchschritten. Von ferne winkt ein neues Glück. Genug geweint, genug gelitten. Den Blick nach vorn und nicht zurück.
Noch lärmen schadenfrohe Krähen aus dem verhassten Jammertal. Sie wollen weiter Unrat säen. Jedoch du rufst: "Ihr könnt mich mal."
Denn du hast deinen Weg gefunden. Du folgst ihm langsam, Schritt für Schritt. Den Seelenschmerz hast du verbunden. Auf einmal schwingt die Hoffnung mit.
Nun kannst du wieder auf dich zählen. Ein erster Gipfel schenkt dir Zeit. Aus vielen Wegen kannst du wählen. Der Rest ist eine Kleinigkeit.
Manche, manches
Manches Ziel: zu hochgesteckt. Guter Rat: Komm lass es bleiben. Weil es Unmut in dir weckt. Fange an, es abzuschreiben.
Manche Pläne: hochgeschraubt. Schuster bleib bei deinem Leisten. Denn viel schneller als man glaubt, hintergehen dich die meisten.
Manche Wünsche: fehl am Platz. Keiner wird sich danach richten. Jeder gräbt nach seinem Schatz, und versagt, dir beizupflichten.
Manches Denken: unbeliebt. Vorsicht wenn Gewitter grollen. Weil es keine Aussicht gibt, weil sie ihren Vorteil wollen.
Manche Freundlichkeit: zuviel. Lass sie in ihr Unglück rennen. Denn das ist kein Kinderspiel. Freunde musst du umbenennen.
Du kennst ...
Du kennst die Berge und die Täler. Am Meer: die Ebbe und die Flut. Vertraut sind dir auch meine Fehler. Und dennoch ziehst du deinen Hut.
Du kennst das Rinnsal und die Bäche, den schroffen Fels, das Sandgestein. Das Liebenswerte und die Schwäche sind wir zu zweit bei dir allein.
Du kennst die Blume und die Blüte, den Igel und sein Raschellaub. Und du vertraust auf Gottes Güte am Arbeitsplatz, im Straßenstaub.
Du kennst das Binnen und das Bauten und jeden Zentimeter Strand. Die Widersacher, die Vertrauten im puppenhaften Märchenland.
Du kennst das Glück und seine Wonne. Die Regentropfen auf der Haut. Den Urlaub und die Sommersonne, und wenn das Eis im Frühling taut.
Ängste
Du darfst mir deine Ängste sagen. Ich geh mit dir durch dick und dünn. Du darfst mich nach der Richtung fragen, denn das gibt meinem Leben Sinn.
Ich weiß, du willst dich selbst erlösen. Du nimmst dich lieber streng am Zaum. Und willst den Ängsten Angst einflößen. Vielleicht gelingt dir das im Traum.
Ich will nur aus Erfahrung sprechen. Die Anteilnahme, die ist echt. Sie ist bestimmt kein Staatsverbrechen. Ich weiß genau, es geht dir schlecht.
Du darfst in meinen Armen sonnen. Und sage mir, was dich bedrückt. Die Flut verebbt, du hast gewonnen. Das Tal der Tränen: überbrückt.
Dein Kampf war hart, nun überlege, du hattest deine liebe Not. Nun gehe deine neuen Wege, doch danke auch dem Rettungsboot.
Ein Krokodil
Am Ufer döst ein Krokodil. Es wartet auf die Beute. Das Jagen ist ein Kinderspiel. Es macht ihm sogar Freude.
Kein Rindvieh schwimmt an ihm vorbei. Und das seit ein paar Tagen. Ich fülle mir, ich bin so frei, mit Wasser meinen Magen.
Da nähert sich ein Warzenschwein, um seinen Durst zu stillen. Das Krokodil taucht blitzschnell ein, um dieses Schwein zu 'killen'.
Das Krokodil bläst nun zur Jagd. Sein Wasserbauch ist träge. Das Warzenschwein 'trabt' unverzagt gemächlich seiner Wege.
Im Dschungel
Im Dschungel macht man schnell Bekanntschaft mit seiner näheren Verwandtschaft. Sie schwingen sich von Ast zu Ast. Und kreischen, wie es ihnen passt.
Du wirst beäugt bis zu den Füßen. Denn das ist ihre Art zu grüßen. Sofort stehst du im Kreuzverhör. Du denkst, das ist wie beim Frisör.
Die Affen wollen alles wissen. Du kramst nach deinen Leckerbissen. Als hätten sie es schon geahnt. Aus deinem Rucksack wird banant.
Sie stürzen auf die Gastgeschenke und schütteln deine Handgelenke. Doch schließlich ist der Rucksack leer. Dann wird liant im Nahverkehr.
Nun bist du höchstens halb so wichtig. Darüber ärgerst du dich tüchtig. Doch jeden Onkel hat man satt, wenn er nichts mehr zu beißen hat.
Das Glück
Das Glück zeigt seine Hinterseite. Es macht sich auf und bald davon. "Du stehst bei mir noch in der Kreide!" "Bald hörst du meinen Klingelton.
Ich muss mich schnell vom Acker machen. Ein Telegramm hat mich erreicht. Es ist ein Notruf, du wirst lachen, Das Unglück wird schon aufgeweicht.
Mir fehlt die Zeit, zum Diskutieren. Ich bin seit gestern auf dem Sprung. Du willst es einfach nicht kapieren. Denk doch zurück, auch du warst jung.
Es geht, wie immer, um die Liebe. Man braucht mich, und man baut auf mich. Und wenn ich weiter bei dir bliebe, das wäre einfach fürchterlich.
Ich werde meine Stellung räumen. Und es wird allerhöchste Zeit. Ich bin bei dir in deinen Träumen bei passender Gelegenheit."
Liebesspiele
Es macht mir Spaß, bei dir zu sein. Du schenkst mir Zärtlichkeiten. Dann nippen wir vom Frankenwein, bevor wir uns entkleiden.
Wir tauchen ein in unser Glück, und lauschen Melodien. Gelebt wird stets der Augenblick in zarten Harmonien.
Und wir vergessen Zeit und Raum. Es wachsen die Gefühle. Dann wird die Wirklichkeit zum Traum durch nette Liebesspiele.
Und keiner kriegt davon genug, die Körper eng umschlungen. Bald sind wir wieder auf Entzug, der Spaß ist uns gelungen.
Wir machen eine Kissenschlacht, und greifen nach den Sternen. Doch vor dem Fenster grüßt die Nacht. Nun muss ich mich entfernen.
Ein Blatt Papier
Geduldig ist ein Blatt Papier. Es blickt nicht auf bei schrägen Worten. Denn schließlich kann es nichts dafür, doch es umarmt die Blumensorten.
Es ist nie leidlich oder krank. Du kannst den größten Mist verzapfen. Es siecht dahin im Aktenschrank und es umhüllt die Faschingskrapfen.
Bis jetzt hat keines sich empört, ob Stichpunkt oder Randnotizen. Es wird in seinem Schlaf gestört, und muss Gedanken unterstützen.
Geduldig ist ein Blatt Papier. Man kugelschreibt auf weißen Seiten. Ich denke manchmal neben mir. Das kann es leider nicht vermeiden.
Ein Waschbär
Ein Waschbär trottet durch die Stadt. Sein Augenmerk gilt Abfalltonnen. Denn davon wird sein Magen satt. Das sind des Lebens süße Wonnen.
In manchen stapelt sich Papier. Das kann er auf den Tod nicht leiden. Zum Ausgleich findet er dafür noch unverspeiste Süßigkeiten.
Er schaut nicht nach der Haltbarkeit. Denn er verlässt sich auf das Riechen. Er opfert dafür seine Zeit. Er wird nach seiner Nase kriechen.
Oft labt er sich am Imbiss-Stand. Ein Traum sind dessen Wohlgerüche. Er hat sich oft den Mund verbrannt bei deutscher oder fremder Küche.
Man macht ihm oft das Leben schwer. Jedoch er meidet Barrikaden. Er flucht dann laut, doch hinterher geht er zum Lebensmittelladen.
Entenfamlie
Der Erpel quakt zu einer Ente: "Ich lade dich zum Gründeln ein. Und dort auf diesem Tauchgelände, sind wir bestimmt für uns allein."
Die Ente schüttelt ihr Gefieder. In Entenkreisen heißt das: Ja. Sie watscheln los, doch hin und wieder fragt sie genervt: "Sind wir gleich da?"
"Wir werden bald das Ziel erreichen. Mein guter Rat: Gedulde dich. Denn uns erwartet, ohnegleichen, ein Paradies für dich und mich."
Und schließlich sind sie angekommen. Die Ente stürzt ins Wasserreich. Sie ist erst hoch- dann tiefgeschwommen, denn traumhaft dieser Ententeich.
"Es ist so schön, dich hier zu finden, weitab von der Betriebsamkeit. Ich will mich endlos an dich binden. Und Entenküken schenkt die Zeit."
Der Tod
Der Tod macht alle Seelen gleich. Geregelt wird die Herzbeschwerde. Man segelt in das Himmelreich, zurück bleibt stets die Mutter Erde.
Es führt kein Weg daran vorbei. Wir alle werden abberufen. Oft hört man einen Hilfeschrei. Doch ausgetreten sind die Stufen.
Was letzten Endes immer zählt, das sind Gefühle und Gedanken. Im Himmel wird kein Mensch gequält. Denn grenzenlos sind seine Schranken.
Wir hoffen auf den lieben Gott. Er segnet uns und hat Erbarmen. Er führt uns aus dem Alltagstrott, die Superreichen und die Armen.
Doch jedes Leben führt zum Tod. Das sollte jeder Mensch beachten. Das Leben ist kein Zuckerbrot. Es wird uns eines tags umnachten.
Das Hühnerauge
Mein Hühnerauge ist nicht blind. Es nutzt die Lesebrille. Es kennt sich aus im Labyrinth, selbst in der Totenstille.
Es schmerzt dahin im Fußbereich. Doch barfuß geht es baden. Es spielt mir manchen dummen Streich. Wer hat ihm das geraten?
Es stolpert über jeden Stein. Dann muss ich es verschmerzen. Natürlich ist es stubenrein. Es ist nicht auszumerzen.
Doch manchmal bin ich fassungslos. Es will nicht von mir weichen. Es legt die Hände in den Schoß. (Es soll sich endlich schleichen.)
Es wird bepflastert wochenlang. Es liebt mich heiß und innig. Entartet ist mein Vorwärtsgang. Es ist sehr eigensinnig.
Bäume
Bäume färben ihre Blätter. Und sie haben viel zu tun. Manchmal tobt ein Donnerwetter. Heftig trommelt ein Monsun.
Bäume müssen Federn lassen. Manch ein Ast wird abgenagt. Wirbelwind in engen Gassen. Straßenkehrer sind gefragt.
Bäume sind bald kahlgeschoren. Auf dem Boden raschelt Laub. Und das mischt sich unverfroren, gerne mit dem Straßenstaub.
Bäume müssen bald verzichten auf das bunte Blätterkleid. Denn der Herbst wird es vernichten, doch er lässt sich dafür Zeit.
Der Lauf der Dinge
Man ist so jung, wie man sich fühlt. Das ändert sich tagtäglich. Zuweilen sind wir aufgewühlt. Und manchmal unerträglich.
Mal ist man eine arme Sau. Das wird uns schlecht bekommen. Die Aussicht leider: Grau in Grau, benebelt und verschwommen.
Jedoch im nächsten Augenblick, da lacht die Sonne heiter. Und wir empfinden tiefes Glück auf der Karriereleiter.
Die Stimmung steigt, die Stimmung fällt. Wir können es nicht steuern. Geträumt wird von der heilen Welt und von Geburtstags-feiern.
Wir taumeln zwischen Hüh und Hott. Die Pläne sind vergebens. Wir finden uns im Alltagstrott im Auf und Ab des Lebens.
Dein bester Freund
Dein bester Freund hilft in der Not, bei allen Schwierigkeiten. Er chartert schnell ein Rettungsboot zu allen Tageszeiten.
Gemindert wird dann Weh und Ach. Er überdenkt Probleme. Doch manchmal ist er nicht vom Fach. Er fühlt das Unbequeme.
Er findet stets das rechte Wort. Und sitzt du in der Scheiße. Dann stützt er dich, und zwar sofort auf seine Art und Weise.
Er trocknet Tränen, hilft dir auf. Und lehrt dich neue Wege. Denn er kennt deinen Lebenslauf viel mehr als ein Kollege.
Dein Kummer fällt ihm nie zur Last. Er steht dir treu zur Seite. Er ist nie knapp- und kurzgefasst, worum ich dich beneide.
Sonnenuntergang
Die Sonne geht im Westen unter. Sie hat noch nie den Weg verfehlt. Es ist ein Schauspiel und ein Wunder. Sie hat den Westen auserwählt.
Doch manchmal ist die Sicht verhangen. Am Himmel thront die Wolkenbank. Sie nimmt den Sonnenstrahl gefangen und erntet dafür wenig Dank.
Die Sonne wandert pünktlich weiter. Sie schaut auf ihre Armbanduhr. Trotz Wolken strahlt sie hell und heiter, denn sie ist eine Frohnatur.
Ich frage mich, was bringt der Westen. Die Sonne ist auf ihn fixiert. Ich werde es im Urlaub testen, dann zeigt sich, was sie fasziniert.
Am Ende
Manchmal ist man ganz am Ende. Ausgepowert, abgeschlafft. Dann erhofft man eine Wende. Und man kämpft mit Leidenschaft.
Doch das Schicksal streikt stattdessen. Keiner reicht den Zaubertrank. Was man wünscht, ist schnell vergessen. Denn der Körper macht auf krank.
Ratlos steht man in der Ecke. Und dort spielt man Blinde Kuh. Oben an der Zimmerdecke spinnt die Spinne und schaut zu.
Aus der Traum vom schönen Leben. Eingeschnürt im Alltagstrott. Keiner kann uns Hoffnung geben. Nicht einmal der liebe Gott.
Doch der Nebel wird sich lichten. Und die Sonne lugt hervor. Und es quirlen Herzgeschichten durch das enge Gartentor.
Den Zug verpasst
Ein Vogel hat den Zug verpasst. Nun hängt er in den Seilen. Er sehnt sich so nach einem Gast. Wer kann sein Schicksal teilen.
Er trommelt hier, er trommelt dort. Es ist zum Federn raufen, denn seine Freunde sind längst fort, um südwärts einzukaufen.
Er pfeift sein Lied im Vogelnest. Kein Mensch will ihn verstehen. Und wo er sich auch blicken lässt, kein Vogelfreund zu sehen.
Das halte ich im Kopf nicht aus. Ich bin zurückgeblieben. Er klopft an jedes Vogelhaus, und sehnt sich nach den Lieben.
Das Beste wäre, das ist klar: Ich reise in den Süden. Und werde dort bis nächstes Jahr mit Artgenossen brüten.
Giraffensohn mit Halsschmerzen
Ein Nordwind pfeift durch die Savanne. Es fröstelt der Giraffensohn in der verbeulten Badewanne. Und eine Krankheit ist sein Lohn.
Die Eltern grasen einen Baum. Und während sie die Blätter weiden, verspürt sein Hals und Rachenraum den Schmerz. Das kann er gar nicht leiden.
Die Stimme krächzt. Er fühlt sich matt. Den Hals, den kann er kaum noch drehen. Die Schmerzen hat er langsam satt. (Er hofft, dass sie vorübergehen.)
Die Mutter kommt und handelt gleich. Sie wickelt um den Hals 'ne Krause. "Du meidest jedes Wasserreich und bleibst auf jeden Fall zuhause."
Mein Vierbein
Ich kann mir keinen Vierbein leisten. Er wäre viel zu oft allein. Dann zählt er nur zu den verwaisten. Doch das soll nicht die Lösung sein.
Am Horizont winkt meine Rente. Mal schauen wie der Würfel fällt. Dann folgt die lang ersehnte Wende. Dann wird bestimmt bei mir gebellt.
Und morgens gibt es Hundekuchen, weil etwas Gutes immer schmeckt. (Ich bin bereit ihn zu versuchen! Denn meine Neugier ist geweckt.)
Wir werden dann im Park flanieren mit Plastiktüte in der Hand. Dort darf er seine Welt studieren, beschnuppert wird der Wegesrand.
Ich sehe mich als Hundehalter. Bis dahin braucht es etwas Zeit. Mir graust vor meinem Hausverwalter, denn Tiere gehen ihm zu weit.
Das Leben
Das Leben hat so viel zu bieten. Wir trotten achtlos dran vorbei. Und manchmal ziehen wir auch Nieten. Wir sind so dumm. Wir sind so frei.
Wir pfeifen nicht auf unsre Ehre. Im Kleinen sind wir schon versumpft. Das Augenmerk gilt der Karriere, bis uns ein Schicksal übertrumpft.
Oft leiden wir am Herzgewitter. Und endlich gibt man auf sich acht. Ein Teil greift auch zum Magenbitter, doch das ist selten angebracht.
Wir rennen oft in das Verderben, das hat sich langsam angebahnt. Wir spielen sorglos mit den Scherben. Es kommt dann schlimmer als geahnt.
Das Leben rennt an uns vorüber. Wir hecheln munter hinterher. Wir pflegen unser Lampenfieber und machen uns das Leben schwer.
Herbst
Wer wird denn gleich den Kopf einziehen, wenn sich der Herbst bei Wind orkant. Sein Outfit hat er sich geliehen. Ein erster Sturm wird angebahnt.
Vom Baum pflückt er die welken Blätter. Die Farbenpracht hat noch Bestand. Es hilft ihm auch kein Donnerwetter, denn nachher lächelt er entspannt.
Die Sonne schaut ihm in die Karten und buntet jedes Ahornblatt. Sie flutet in den Schrebergarten, weil er noch viel zu bieten hat.
Wer heute piepst, piepst auch im Winter. Die Vögel trotzen Schnee und Eis. Dasselbe gilt für ihre Kinder. Der Schneemann liefert den Beweis.
Es tobt der Herbst mit seinen Launen. Am Boden liegt das welke Laub. Die Farbenpracht bringt uns zum Staunen. Der Nieselregen fängt den Staub.
Am Zebrastreifen
Wir trafen uns am Zebrastreifen. Ich sah sofort, du bist mein Glück. Dann quietschten ein paar Autoreifen zur Liebe auf den ersten Blick.
Du wolltest her- und ich hinüber. Doch angewurzelt blieb ich steh'n. Mein Frosch im Hals hat Lampenfieber. Er wollte keinen Schritt mehr geh'n.
Du stöckelschuhtest kleine Schritte. Mein Herz das klopfte furchtbar laut. Du warst schon in der Straßenmitte und hast mich sicher längst durchschaut.
Ich stammelte ein: "Guten Morgen!" Und wünschte: "Einen schönen Tag." Vergessen waren Alltagssorgen und auch der Satz, dass ich dich mag.
Ich stehe oft am Zebrastreifen, damit mein Traum sich bald erfüllt. Es quietschen häufig Autoreifen, doch du bist leider nie im Bild.
Die Büffelherde
Eine große Büffelherde zieht und grast durch die Prärie. Futter stellt die Mutter Erde, in gewohnter Harmonie.
Abends bilden sie ein Lager. Kleine schützt ein Büffelkreis. Mittendrin auch ein Versager, der sich nicht zu helfen weiß.
Wölfe können sie vertreiben, denn das ist ihr Hauptberuf. Jeder Wolf wird sieglos bleiben. Und er fürchtet deren Huf.
Sorglos ist ein junger Büffel, doch es lauert die Gefahr. Dann bekommt er einen Rüffel. Das ist leider absehbar.
Die Kritik muss er verdauen. Er denkt nach, er sieht es ein. Und dann tönen Büffelfrauen: Lass es bitte demnächst sein.
Ein Entenküken
Ein sehr verspieltes Entenküken wohnt mit den Eltern Hoch-Parterre. Vor Arbeit will es sich nicht drücken. Doch es bleibt stets sein eigner Herr.
Es spritzt und plantscht im Abwaschbecken. Und 'fingert' auch am Wasserhahn. So vieles gibt es zu entdecken. Es fühlt den Dingen auf den Zahn.
Oft ist es tief in sich versunken. So vieles hat das Küken satt. Es meidet Kneipen und Spelunken, wenn es am Freitag Ausgang hat.
Dann watschelt es durch Parkanlagen. Begrüßt am See die Entenschar. Und dann riskiert es Kopf und Kragen. Es stellt sich immer der Gefahr.
Es quakt ganz kühn zu dummen Hunden. Es schimpft und meckert, das tut gut. Es hat die Ängste überwunden und zeigt oft wahren Heldenmut.
In der Wüste
Kamele tanken Süßgewässer. Und wähnen sich im Himmelreich. Dann fühlen sie sich gründlich besser. Darüber freut sich auch ihr Scheich.
Das Wasser spendet die Oase. Kein Mensch macht eine Rechnung auf. Da freut sich die verstaubte Nase. Das Leben nimmt man gern in 'Kauf'.
Das Paradies hat Herz und Seele für Pflanzen und für Palmengrün für Wüstenschiffe (sprich Kamele), die durch den Staub der Wüste zieh'n.
Dort hilft man sich zu allen Zeiten. Auch Menschen schlürfen gern vom Nass. Vergessen werden Schwierigkeiten. Man redet über dies und das.
Beim Abschied hisst man stets die Fahne. Und hamstert noch von dem Getränk. Und weiter zieht die Karawane, zurück bleibt nur das Gastgeschenk.
Am Küchenherd
Die Hausfrau steht am Küchenherd, und weint beim Zwiebeln-schneiden. Das ist bekanntlich 'sehens-wert' beim Essen-zubereiten.
Dann greift sie schnell zum Taschentuch, um Tränen wegzuwischen. Denn niemand wagt dem Staats-Besuch nur Wasser aufzutischen.
Der Gast macht sich im Sessel breit. Er hofft auf die Bescherung. Die Hausfrau meint: "Das braucht noch Zeit!" Erst kommt die Müll-Entleerung.
Es duften durch das ganze Haus gewürzte Wohlgerüche. (Die Nase spendet gern Applaus.) Der Ausgangspunkt die Küche.
Frau lädt an den gedeckten Tisch. Sie muss nicht lange bitten. Dann wird, mit petersilienfrisch, der Braten angeschnitten.
Die Nebelkrähe
Auf einem Baum, ganz in der Nähe, da hockt verstimmt die Nebelkrähe, denn ihr Gemahl, das traf sie schwer, ging fremd (nicht im Berufsverkehr).
Ihr Schnabel hat daran zu kauen. Das Ganze muss sie erst verdauen. Sie sucht nach Gründen, fragt warum, und nimmt ihm sein Verhalten krumm.
Doch dieser Lump muss dafür büßen. Ich kratze ihn mit Krähenfüßen, denn Aug' um Auge, Zahn um Zahn. Er fliegt aus meiner Umlaufbahn.
Der Gatte kommt dahergeflogen. Und turtelt frech und ungezogen. Die Nebelkrähe krächzt sofort: "Hau ab, denn sonst geschieht ein Mord. Du bist nicht länger Ehemann, weil ich auf dich verzichten kann."
Zum Geburtstag
Zum Geburtstag alles Gute. Du lebst meilenweit von hier. Doch ich kenne eine Route, die führt himmelwärts zu dir.
Auf dem Weg, beim Blumen-pflücken, murmelt die Vergangenheit. Mir gelingt sie auszuschmücken, bis in alle Ewigkeit.
Farbenfroh ist deine Stille. Hell dein strahlendes Gewand. Und du siehst auch ohne Brille. Und das Leid ist unbekannt.
Viele werden an dich denken. Alle träumen gern zurück. Denn du durftest Leben schenken, die Erfüllung und das Glück.
Zwischen wünschen, hoffen, bangen - (Häufig ohne Geld und Kies.) deine Saat ist aufgegangen. Glückwunsch in dein Paradies.
Dein letzter Schritt
Den letzten Schritt hast du getan. Es wartet deine Stille. Nun fängt ein neues Leben an. Und das ist Gottes Wille.
Er hat dich bis zum Schluss gepflegt in grenzenloser Güte. Du warst, das hat auch ihn bewegt des langen Lebens müde.
Er lädt dich ein, nun sei sein Gast. Vergiss die schweren Stunden. Sei überglücklich, denn du hast ins Paradies gefunden.
Zurück bleibt mancher gute Freund. Und viele werden trauern. So manche Träne wird geweint an hohen Klagemauern.
Von allem Leid bist du befreit. Zum Himmel wirst du ziehen. Dort tauchst du in die Ewigkeit. Dein Leben war geliehen.
Im Winter
Im Winter kämpft man mit dem Frost, mit Eis an Fensterscheiben. Das Chaos bringt die Weihnachtspost, weil alle allen schreiben.
Beliebt, der liebe Weihnachtsmann bei allen braven Kindern. Doch jeder, der sich's leisten kann wird südwärts überwintern.
Der Rest trinkt Glühwein oder Punsch aus Papp- und andren Tassen. Und man erfüllt den Kinderwunsch in den geschmückten Gassen.
Kein Mensch pfeift auf das Weihnachtsgeld. Es klimpert in der Hose. Wer wird um seinen 'Lohn' geprellt? Doch nur der Arbeitslose.
Er rechnet weiter mit Hartz vier. Das ist die neue Währung. Dann gönnt er sich ein NORMA-Bier. Dann hat er die Bescherung.
Bald
Bald werden wieder Sonnen scheinen. Dann 'haut' dich nichts und niemand um. Die Hunde zerren an den Leinen und schnappen nach dem Publikum.
Nun musst du einen Aufstand proben. Das fällt dir später in den Schoß. Sonst wird es wieder (siehe oben). Du bist entsetzt und fassungslos.
Noch 'badest' du in Niederschlägen. Du weißt, das ist ein Risiko. Sei stets beschützt auf deinen Wegen bei deiner Fahrt nach Nirgendwo.
Bald werden wieder Sonnen lachen. Dann wirst du selber zum Geschenk. Die Hunde werden Männchen machen, die Leine ziert dein Handgelenk.
Dein Duft
Ich möchte dich mit Haut und Haar 'vertilgen' und 'verspeisen'. Du duftest einfach wunderbar. Ich könnte glatt entgleisen.
Doch bitte habe keine Angst, ich will dich nur beriechen. Und wenn du es von mir verlangst, in deine Nähe kriechen.
Zum Auftakt kriegst du einen Kuss auf deine rechte Wange. Das ist ein wahrer Riech-Genuss, das dauert ziemlich lange.
Doch du verbreitest einen Duft, der steigt mir in die Nase. Und er erfüllt die Zimmerluft mehr als die Blumenvase.
Benebelt steh' ich neben mir, und kann vor Duft kaum 'lallen'. Nur eines sage ich zu ihr: Ich bin dir längst verfallen.
Nachwuchs
Ein Nachwuchs hat sich angesagt. Ein M wir wollen hoffen. Beim Ultraschall wird nachgefragt. Er lässt die Frage offen.
Das Kleine zeigt sich ausgestreckt vom Kopf bis zu den Füßen. Jedoch die Scham bleibt zugedeckt. Nun kann die Neugier grüßen.
Egal was kommt ob M, ob W, die Zukunft wird es weisen. Sie werden es, wie ich das seh', bestimmt willkommen heißen.
Ob M, ob W, das ist egal. Es soll die Welt erblicken. Es wird, das ist wohl ganz normal, das Elternpaar entzücken.
Ein paar Wochen jung
Nun liegst du weich auf deinem Kissen, und bist erst ein paar Wochen jung. Doch eines sollst du jetzt schon wissen, durch dich gelingt ein Freudensprung.
Mit dir, da werden alle Tage zu einem wahren Freudenfest. Du bist die Mitte, keine Frage, die sich auch nächtens sehen lässt.
Du wickelst alle um den Finger. Durch dich entsteht das Leben neu. Mit dir, da fühle ich mich jünger. Ich bin dir lebenslänglich treu.
Du wirst gebraucht, du bist die Wonne, du gibst dem Leben einen Sinn. Du bist für mich die Morgensonne. Ich strahle, wenn ich bei dir bin.
Katze und Kater
Die Katze steht zu ihrem Kater. Sie hat ihn alle Tage gern. Nur selten macht er ein Theater. Aus ihrer Sicht - ein Augenstern.
Ganz selten macht sie Komplimente, weil das das Liebesleben stört. Wahrscheinlich dächte er am Ende, dass sie ihm ganz und gar gehört.
Das wäre sicher nicht gelogen. Sie lässt es dennoch ungesagt. Das Leben hat sie so erzogen, das Thema hat sie abgehakt.
Der Partner muss nicht alles wissen. Sie himmelt ihn im Grunde an. Nur manchmal fühlt sie sich beschissen, weil sie nicht drüber reden kann.
Die Katze steht zu ihrem Alten. Sie hat ihn lieb an jedem Tag. Doch das wird sie für sich behalten, sie äußert nur, dass sie ihn mag.
Es klopft am Fenster
Wer klopft an meine Fensterscheiben. Die Höflichkeit empfiehlt: "Herein!" "Ich will nicht länger draußen bleiben und möchte gern im Trock'nen sein."
"Moment ich bring' den Bademantel. Sie sind von Kopf bis Fuß durchnässt. Das ist kein schöner Lebenswandel, was sich sofort beweisen lässt.
Sie sollten einmal Urlaub nehmen. Ich denke: fern im Wüstensand. Und ihren Hang zum Wasser zähmen. Ich rate ab vom Palmenstrand."
Der Regen steht nicht mehr im Regen. Der gelbe Ball am Himmel lacht. "Sie haben sicher nichts dagegen!" Er hat sich aus dem Staub gemacht.
Schluss gemacht
Es krokodilt so manche Träne. Dein Schatz hat mit dir Schluss gemacht. Im Abseits stehen Zukunftspläne. Am hellen Tag herrscht tiefste Nacht.
Du warst darauf nicht vorbereitet. Aus heiter'm Himmel traf der Blitz. Nun lebst du vorerst unbegleitet. Natürlich 'haut' es dich vom Sitz.
Er hat sich gegen dich entschieden und kreist um einen fremden Stern. Dort findet er den Seelenfrieden, und außerdem: er hat ihn gern.
Zurück bleibst du, verweinte Augen. Ein Scherbenhaufen ist dein Glück. Ein Rückblick kann zu gar nichts taugen. Er wird nie mehr dein bestes Stück.
Kontaktanzeige
Gesucht wird eine nette Dame, die mit mir träumt, und mit mir lacht. Du bist auch eine Anschmiegsame? Die jeden Blödsinn mit mir macht?
Auf Händen möchte ich dich tragen, geht dir einmal die Puste aus. An Sonn- und an den Feiertagen, da wandern wir zum Tal hinaus.
Ich selber kann nur Wasser kochen, doch meistens brennt dasselbe an. Du fühlst dich davon angesprochen? Du stehst am Herd auch deinen 'Mann'?
Zum Ausgleich will ich Wäsche waschen, bei vierzig oder sechzig Grad. Und alle leeren Weißweinflaschen entsorgen. Und ich putz' das Bad.
Ich möchte dich gern kennenlernen auf einem Schiff bei Kerzenschein. Wann das geschieht, steht in den Sternen. Ich lade dich schon heute ein.
Ich suche dich, komm lass dich finden. Und mache dich bei mir beliebt. Ich will mich gerne an dich binden. Es wäre schön, wenn es dich gibt.
Am Sonntag
Am Sonntag gähnt die Langeweile, bei uns und in der Straßenzeile. Man legt die Hände in den Schoß. Nur Küchen sind nicht arbeitslos.
Dort duftet schon der Sauerbraten. Man riecht es, er ist gut geraten. Die Mutter schmeckt die Soße ab. Und dabei wird der Rotwein knapp.
Jedoch das Werk ist gut gelungen. Es wird mit Hochgenuss verschlungen. Und schnell sind tiefe Teller leer. Auf in den Kampf, auf zum Dessert.
Dann gönnt man sich die Mittagsruhe. Nur Mutter putzt die Wanderschuhe. In einer Stunde wird 'getappt' und etwas frische Luft geschnappt.
Bald kehrt man heim in seine Wohnung. Der Kuchen: eine Art Belohnung. Dem Sonntag stiehlt man seine Zeit, und Langeweile macht sich breit.
Wünsche
Jeder Tag soll dir gelingen. Sei beschützt vor Lug und Trug. Ständchen möge man dir singen, steckst du auch im Schlafanzug.
Nette Worte, die dich trösten, wünsche ich, an jedem Ort. Zähle dich zu den Erlösten. Stimmig sei dein Grund-Akkord.
Gutes stehe dir zur Seite. Manchmal läuft auch etwas schief. Gehen die Gefühle pleite, wartet schon ein Liebesbrief.
Nimm dich ernst und nimm dich wichtig. Hüte dich vor der Gefahr. Sei für Falschheit uneinsichtig. Bleibe du mit Haut und Haar.
Außen und Innen
Man sollte manchmal in sich gehen und prüfen, ob noch alles passt. Man sieht sein Ich im Regen stehen, und fällt sich schließlich selbst zur Last.
Das sind die ausgenahmten Fälle. Dann handelt man sofort und schnell. Man klopft an die verbeulte Stelle und dreht am Lebenskarussell.
Doch wie erwähnt, das ist recht selten. Das Außen zeigt den Lebensstil. Im Innen trennen sich die Welten. Es herzt ein Sicherungsventil.
Mein Außen und mein Innen sollen im Gleichklang schlagen, Takt für Takt. Wenn die Gefühle anders wollen, dann wird das Außen abgewrackt.
Man sollte manchmal in sich gehen. Es hilft nicht nur das Spiegelbild. Und wer sich kennt, kann mich verstehen, weil das an allen Tagen gilt.
Fix und fertig
Heute bist du fix und fertig, denn man hat dich lauf-ge-passt. Tränen sind allgegenwärtig. Du bist knapp- und kurzgefasst.
Gestern schien die Liebe heiter, herzerwärmend, ausgeprägt. Doch das Feuerwerk war leider schon am Stuhlbein angesägt.
Bitte trage es mit Fassung. Sei trotz allem gut gemient. Und die schmerzhafte 'Entlassung' hast du sicher nicht verdient.
Pfeife auf den Herz-Rabauken. Schneide ihn, sofern das geht. Geh ihm tunlichst aus den Augen, weil er deine Tränen sät.
Lass ihn los, an jeder Ecke findest du 'nen bess'ren Freund. Doch du zögerst, nun entdecke ... (Und das ist nur gut gemeint.)
Tränen
Sei tapfer wenn die Tränen fließen. Es kommt oft anders als man denkt. Benutze sie zum Blumen-gießen. Schon vieles hat sich eingerenkt.
Anscheinend hast du Grund zum Weinen. Doch was verschafft so viel Verdruss? Du bist seit gestern auf den Beinen und fährst mit mir im Linienbus.
Wahrscheinlich kann dich keiner trösten. Nun schneuzt du in dein Taschentuch. Die Leute, die am Fenster dösten, die greifen schnell nach ihrem Buch.
Ich habe dich sofort bedauert. Der Grund der Tränen - unbekannt. Du wirkst versteinert, zugemauert. Und weilst in einem fernen Land.
Nun kommt für mich die Haltestelle. Ich steige aus, bin nicht vergnügt. Ich wünsche dir für alle Fälle, dass sich dein Schmerz zum Guten fügt.
Alkohol
Der Alkohol, der macht nicht munter. Er kesselt dich im Grunde ein. Dann geht es schnell den Bach hinunter. Das führt sehr oft zum Traurigsein.
"Eröffnet werden Perspektiven!" Verlautbart kess der Kneipenwirt. Doch jene Geister, die wir riefen, die haben sich im Saal geirrt.
Sehr häufig lähmt er deine Zunge. Und der Verstand wird ausgesperrt. Dann kriegt die Dummheit wieder Junge, worauf sie an den Nerven zerrt.
Am besten wäre, gänzlich ohne. Da freut sich auch das Portemonnaie. Das gilt in jeder Kneipenzone. Und als Ersatz dient heißer Tee.
OFW
Von guten Geistern längst verlassen, verwahrlost durch den Lebenslauf. Und der Verstand, der musste passen. Sein Pennerglück nimmt er in Kauf.
Sein Bett, im Park auf harten Bänken. Sein Frühstück, flüssig, roter Wein. Er lebt von kleinen Geldgeschenken, und stellt sich auf den Winter ein.
Die Reise führt ihn in den Süden, auf Schusters Rappen mit Gepäck und das sind ein paar Plastiktüten, und die erfüllen ihren Zweck.
Er staubt dahin auf Seitenwegen. Das Mitleid schenkt ihm Brot und Tee. Gezecht wird meistens mit 'Kollegen'. In seinem Pass steht OFW.
Ewig jung
Gerne denkt man an das Gestern. Frisch verliebt und ewig jung. Selbst wenn die Kollegen lästern. Schön ist die Erinnerung.
Unerreicht sind die Gefühle bei dem allerersten Kuss. Taumel in der Abendkühle. Herz-an-Herz ein Hochgenuss.
Keiner kann Gedanken stehlen. Jeder Augenblick war rein. Und man konnte auf ihn zählen. Nachts und auch im Sonnenschein.
Das Gefühl ging nie verloren. Abrufbar zu jeder Zeit. Denn man wurde neugeboren. Wem das fehlt, der tut mir Leid.
Nach der Ernte
von den süßen Früchten kosten selbst das Fallobst wird verzehrt und den Rest davon vermosten eingeheft, damit es gärt
die gesüßten Trauben lesen aus der Kelter fließt der Saft und mit einem Reisigbesen häufeln, voller Leidenschaft
mit den Winzern Schoppen trinken nach der Arbeit auf dem Gut und den Abendsternen winken fröhlich und voll Übermut
über alle Grenzen gehen und so tun, als ob nichts sei sich mit allen Winden drehen diese Nacht geht nie vorbei
Spätsommer
Der Sommer ist zurückgekehrt. Er latscht uns auf die Zehen. Die Regentonne ist begehrt. Wer gärtnert, wird verstehen.
Am Mittag wenn die Hitze sticht, da wandern viele Tische nach draußen in das Sonnenlicht und in die Sommerfrische.
Der Nachmittag - insektenwarm. Die Jäger sind im Süden. Man schlüge gerne Großalarm, und muss Getränke 'hüten'.
Am Abend geht man Hand in Hand zu trauten Schmuse-Ecken. Man streichelt dort das Freundschafts-Band. Doch Vorsicht vor den Zecken.
Doch nachts ist es empfindlich kühl. Man schlupft in warme Jacken. Sonst hustet jedes Bauchgefühl. Es gilt: Sich einzupacken.
Durch dick und dünn
Wenn wir uns in den Haaren liegen, dann macht das scheinbar keinen Sinn. Wir brechen nicht, weil wir uns biegen. Wir kämpfen uns durch dick und dünn.
Wenn Argumente sich erhitzen, dann wird gefiebert, mitgefühlt. Es donnert nach den Geistesblitzen. Das Meer, das zeigt sich aufgewühlt.
Wenn dunkle Wolken horizonten, dann flüchten wir ins Schneckenhaus. Wir fürchten die Gewitterfronten. Und auf der Leber rennt die Laus.
Wenn es aus vollen Kannen hagelt, dann schwarz-ge-petert unser Mund. Dann ist das Hirn wie zugenagelt. Zum Fröhlichsein besteht kein Grund.
Wir warten bis zum Regenbogen, bis eine weiße Taube fliegt. Sie fühlt sich zu uns hingezogen. Der Kuckuck weiß, woran das liegt.
Vor dem Wahllokal
Ich stehe vor dem Wahllokal im Rucksack eine Stimme. Ich kenn' mich aus vom letzten Mal. Das Korn sitzt in der Kimme.
Da räuspert sich doch mein Verstand: Willst du die Farbe wählen? Ist das nicht völlig hirnverbrannt? Willst du mich damit quälen?
Nun steh' ich da, und schau' mich um. Ich höre forsche Schritte. Und ich bin deren Publikum. Doch ab geht's durch die Mitte.
Ich lehne an der Eingangstür und kann mich nicht entscheiden. Ich bin dagegen und dafür. Was gilt es zu vermeiden?
Es ist ein Kreuz, ein Lottospiel, ich darf mich frei entfalten. Da rät mir doch mein Bauchgefühl: Die Stimme zu enthalten.
Aus dem Briefkasten
Heute kamen liebe Grüße aus der Ferne in mein Haus. Unterzeichnet: Deine Süße. Auf dem Bild, ein Blumenstrauß.
Auf der Kur sei sie genesen. Sie vermisst mich, wie sie schreibt. Und, so kann ich weiterlesen, dass sie noch bis Montag bleibt.
Grüße soll ich noch bestellen an die Oma und den Hund. Und ihr Haar hat Dauerwellen. Einfach so und ohne Grund.
Und dann steht noch, sie muss schließen, denn sie müsse zur Massage. Doch vergiss nicht, schön zu grüßen, weil sonst blüht mir die Blamage.
Abendstunden
Noch drehen Bienen ihre Runden. Sie tanzen vor der Eingangstür. Doch bald beginnen Abendstunden, dann geht man gern in sein Quartier.
Die Einflugschneise wird geschlossen. Dann zieht man die Gardinen vor. Mit Nektar wird die Tat begossen. Und dazu singt ein Drohnenchor.
Der Text stammt von den Arbeitsbienen. Und er erzählt vom Blütenblatt, wo viele sich ihr 'Brot' verdienen. Die Königin wird davon satt.
Die Kleinen müssen in die Wabe. Doch manche sind noch quietschfidel. Geduld ist eine Himmelsgabe. Dann folgt ein Fluch mit Marschbefehl.
Die Kleinen schließen die Facetten. Und träumen von ich-weiß-nicht-was. Es schnarcht ganz leise aus den Betten. Dann zapft man noch vom Nektarfass.
Im Büro
Keinen Aufstand will sie proben. An den Schatz! - steht im Betreff. Dieser Einsatz ist zu loben, denn die Mail geht an den Chef.
Und der Boss lässt sich nicht lumpen. Schließlich ist er Mann von Welt. Er kauft Blumen, für sich Stumpen. Und erhöht ihr 'Taschengeld'.
Seiner Frau zu offenbaren, er sei nun im zweiten Lenz, das birgt mancherlei Gefahren, denn sie fürchtet Konkurrenz.
Man besucht zu zweit Kongresse. Was geschieht bleibt streng geheim. Sie denkt an die Hochzeitsmesse. Und er geht ihr auf den Leim.
Folglich führt das zur Ent-Scheidung. Alle Träume werden wahr. Gestern stand es in der Zeitung. Glückwunsch an das Jubelpaar.
Bunte Drachen
Nun naht die Zeit der bunten Drachen. Bevölkert ist das Stoppelfeld. Dort sieht man Kinderaugen lachen, mit ihnen lacht die heile Welt.
Ein Wirrwarr aus vernetzten Schnüren. Man rennt in jeden Gegenwind. Der Drachen steigt, er lässt sich führen. Ein kleiner Wettbewerb beginnt.
Wer hat die längste Halteleine? Wer überbietet den Rekord? Wer macht dem Drachen 'Höhenbeine' bei dem beliebten Freizeitsport?
Der stolze Sieger lässt sich feiern. Doch überreicht wird kein Pokal. Das gilt im Saarland und in Bayern. Man freut sich auf das nächste Mal.
Doch Vorsicht bei den Leitungsmasten. Der Drachentod, ist deren Ziel. Das führt zu schweren Folgelasten, und ist bestimmt kein Kinderspiel.
Mein Herz klopft laut
Mein Herz klopft laut. Kannst du es hören? Es trommelt, wenn du bei mir bist. Kein Nichts und Niemand kann es stören, weil es von dir begeistert ist.
Es fühlt sich wohl in deiner Nähe. Dann tanzt es Fox mit Wechselschritt. Ich fühle nach und ich verstehe, es macht den größten Blödsinn mit.
Es lässt sich leider nicht mehr lenken. Auf deine Art ist es fixiert. Doch manchmal habe ich Bedenken. Das wird von ihm nur ignoriert.
Wie soll ich mich dazu verhalten? Von dir ist es total entzückt. Es will sich nur bei dir entfalten. Und bist du da, spielt es verrückt.
Im Saustall
Die Sau befragt den fetten Eber: "Du willst dich also an mich binden und eine Kleinfamilie gründen. Wie heißt das Schwein von Auftraggeber?"
Der Eber räuspert sich verhalten: "Das dachte ich schon lang im Stillen. Ich will dir jeden Wunsch erfüllen. Und Lebenswege neu gestalten."
"Das hört sich an wie Flitterwochen. Du süßt mich an mit 'Marmelade'. Wärst du mein Mann, gäb's keine Gnade. Du müsstest täglich für mich kochen.
Du wirst mich keine Nacht beglücken. Lass doch woanders Puppen tanzen. Es liegt mir fern, mich fortzupflanzen. Ich werde dich zur Hölle schicken."
Zahntechniker
Wir können keinen Reim verfassen und auch kein sinniges Gedicht. Jedoch, das wird zu ihnen passen ein rundum strahlendes Gesicht, das lachend durch das Leben geht in echter Spitzenqualität. Wir möchten ihnen nicht verschweigen, sie können auch die Zähne zeigen.
Oktoberfest
Man pilgert zum Oktoberfest auf die Theresienwiese. Und wer sich dort nicht blicken lässt, dem schickt man Handygrüße.
Ein Menschenstrom aus Mann und Frau, bestaunt die bunten Wunder. Sogar ein Prommi steckt im Stau. Selbst er geht klanglos unter.
Der Looping - ein beliebtes Ziel - und andre Fahrgeschäfte, die suchen für das Bauchgefühl wie immer Aushilfskräfte.
Man findet, was das Herz begehrt im Duft der Imbiss-Buden. Dort wird man königlich beschert sogar mit Wünschelruten.
Man gondelt hoch, man zick-zackt schnell, verschieden die Geschmäcker. Man fährt im Kettenkarussell und isst beim Pizzabäcker.
Letztendlich strömt man in ein Zelt. Die Flut kaum einzudämmen. Um dort als Mann und Frau von Welt, den Maßkrug hochzustemmen.
Die Stimmung steigt bei Blasmusik. Man grölt bekannte Schlager, die sind bei jedermann publik. Die kennt sogar dein Schwager.
Am nächsten Morgen: nach Distanz. Da rechnet Adam Riese. Wir gehen, sagt die Schlussbilanz, nie mehr: auf die Theresienwiese.
Schleichender Herbstanfang
Der Herbst beginnt mit Nebelschwaden. Die Blätter sind sich nicht mehr grün. Das Schwimmbad pflegt, mit sich zu baden. Und viele Herbstzeitlosen blüh'n.
Versteckt bleibt jede Stoffmarquise. Gesucht wird nun der Sonnenstrahl. Und alle folgen der Devise: zu schattig ist das Seitental.
Es fröstelt früh die Sommerkleidung. Ein Unterhemd wird nun zur Pflicht. Und täglich fällt man die Entscheidung, doch richtig zögern, tut man nicht.
Der Herbst setzt seine ersten Zeichen. Er macht es langsam, nicht abrupt. Nun fängt er an, sich einzuschleichen. Mal sehen, wie er sich entpuppt.
Wie sich ein Problem löst
Die Dackeldame hat Probleme. Sie liebt den Hund im ersten Stock. Und wenn ich ihn zum Partner nähme, dann hat er vielleicht keinen Bock.
Sie scheut sich leider, ihn zu fragen. Wer gibt schon gern Gefühle preis. Sie schimpft mit sich an manchen Tagen. Und macht sich selbst die Hölle heiß.
Doch wer nicht wagt, wird nie gewinnen, das steht auf einem andren Blatt. Und irgendwer muss auch beginnen, sonst findet keine Liebe statt.
Sie schnuppern durch die Parkanlagen. Die Frauchen - ihr Gespräch ist tief. Der Hund bellt: Fräulein darf ich's wagen? Die Dackeldame lacht sich schief.
Sie bellt: Ich träume schon sehr lange. Du sollst mein neuer Partner sein. Dort hinten an der Fahnenstange geh ich mit dir die Ehe ein.
Bald geht der Tag
Bald geht der Tag im Westen unter. Im Baum fängt sich der Abendwind. Die ersten Sterne werden munter, sofern sie ausgeschlafen sind.
Der Arbeitnehmer eilt nach Hause. Und menschenleer wird die Fabrik. Die Stechuhr gönnt sich eine Pause und lauscht der Guten-Nacht-Musik.
Noch toben Kinder auf den Plätzen. Die Mutter ruft vom Fensterbrett: "Ihr müsst euch bald zur Ruhe setzen, und nachher geht es ab ins Bett."
Die Sonnenstrahlen sind verschwunden. Gegessen ist das Abendmahl. Dann schaut man fern für ein paar Stunden. Ein Teil zecht noch im Weinlokal.
Auf Deichen
Schafe blöken auf den Deichen. Große Flächen, eingezäunt. Und man will dadurch erreichen: Abgeschottet wird ein 'Feind'.
Hunde müssen an die Leine, denn sie gehen sonst auf Jagd, denn sie machen Schafen Beine, das ist strengstens untersagt.
Manchmal murren Hundehalter: mein Gevierbeint ist sehr brav, denn er hat ein hohes Alter. Sie sind dümmer als ein Schaf.
Auf den Deichen ist es Sitte, lasst den Schafen ihr Revier. Und am Eingang mahnt die Bitte, schließe hinter dir die Tür.
Noch tanzt die Sonne
Noch tanzt die Sonne auf den Zweigen. Und mit ihr jedes bunte Blatt. Man sieht die ersten Drachen steigen am Stoppelfeld weit vor der Stadt.
Das Thermometer kriegt die Krise am Morgen im Berufsverkehr. Der Wind frischt auf zu einer Brise. Bald sind die Fahrradständer leer.
Denn unbehandschuht frösteln Hände. Es geht auch nicht mehr unbejackt. Denn davon wird man krank am Ende. Es fährt sich besser eingepackt.
Am Boden wirbeln welke Blätter. Ein Baum verliert sein erstes Laub. Es hagelt nirgends Donnerwetter. Wir trotten noch im Sommerstaub.
Bei den Krähen
Bei den Krähen ist es Sitte, keine ficht die andre an. Das bedarf auch keiner Bitte. Alle halten sich daran.
Jede Krähe wird geduldet, keine die sie kritisiert. Hat mal eine was verschuldet, wird das Ganze ignoriert.
Immer krächzt man mit der Meute. Jede weiß, es ist Verlass auf den Schwarm, nicht erst seit heute, zwischen ihnen herrscht kein Hass.
Keine kratzt der zweiten Krähe irgendwann ein Auge aus. Kommt ein Fremder in die Nähe, wird er schnell zum Leichenschmaus.
Das Zebra
Das Zebra wandert durch die Steppe. Ihr Zebrastreifen ist begehrt. Im Portemonnaie herrscht häufig Ebbe, denn sie ist manchmal eingekehrt.
Es staubt auf seinen Wanderwegen. Es ist allein auf weiter Flur. Es trifft sich nicht mit den Kollegen und hinterlässt nur seine Spur.
Es findet überall zu Fressen. Es grast am Busch, am Wegesrand. Es hat nach menschlichem Ermessen noch mehr an Glück als Sachverstand.
Gemieden werden Bambushütten. Gestapft wird um den heißen Brei. Es kennt die Bräuche und die Sitten. Es liebt die Steppe - menschenfrei.
Doch im Lokal muss es erkennen. Das ist ein neuer Modetrend. Es muss nicht seinen Namen nennen. Ihr Schwarz mit Weiß wird eingescannt.
Geräusche
Mit Worten lässt sich trefflich täuschen. Sie perlen selten an uns ab. Genauso ist es mit Geräuschen. Ein Wasserhahn hält dich auf Trab.
Du hörst ihn noch im Halbschlaf tropfen. Du hinterfragst und findest dann. Es könnte an der Haustür klopfen. Vielleicht die Frau von nebenan.
Du machst dich schleunigst auf die Socken. Dann stellst du fest: ein Fehlalarm. Dein Kommentar, der äußert trocken, Getropftes nimmt mich auf den Arm.
Dennoch
Sei mit deinem Los zufrieden, denn es könnte schlimmer sein. Manches lässt du dir nicht bieten. Lache mit dem Sonnenschein.
Vieles könntest du beklagen. Ziehe vor dir selbst den Hut. Keiner geht dir an den Kragen. Schau dich um, es geht dir gut.
Lechze nicht nach süßen Trauben. Immer fehlt ein Teil zum Glück. Und das eine musst du glauben. Alles Gute kehrt zurück.
Nimm dich selber nicht so wichtig. Denke auch an Hinz und Kunz. Was du tust, zum Großteil richtig. Doch das bleibt streng unter uns.
Unterschiedlich die Geschmäcker. Biege dich im Alltagstrott. Manchmal geht's dir auf den Wecker. Danke dennoch deinem Gott.
Morgen-Zigarette
Am Morgen qualmt die Zigarette. Man hustet, und es schimpft die Frau. Sie hat ja recht, und jede Wette, sie kennt die Folgen ganz genau.
Jedoch die Sucht verlangt zu rauchen. Der Körper schreit nach Nikotin. Und die Vernunft muss untertauchen. Natürlich wird das mein Ruin.
Als Vorbild kann ich nicht mehr dienen, denn ich bin unverbesserlich. Gefaltet sind die Sorgenmienen. Ich bin entsetzt und schäme mich.
Ein Vorsatz rät mir aufzuhören. Und manchmal bin ich stark gewillt, dem blauen Dunst auch abzuschwören. Bis jetzt hat sich das nicht erfüllt.
Die Katzenplage
Die Maus ist etwas ramponiert. Ein Pflaster ziert die Nase. Du fragst: Wie ist denn das passiert? Ein Crash in einer Straße.
Sie musste vor der Katze flieh'n. Das Blaulicht lag im Keller. Sie wollte nicht den kürzer'n zieh'n, und beinte immer schneller.
Sie hat das Einbahnstraßen-Schild natürlich übersehen. Und war zwangsläufig nicht im Bild, so ist der Crash geschehen.
Sie weiß, die Schuld trifft sie allein. Sie rannte um ihr Leben. Sie steht auch für den Schaden ein. Man möge ihr vergeben.
Ihr Führerschein liegt nun auf Eis für mehr als vierzehn Tage. Das liegt, wie selbst der Nachwuchs weiß, an dieser Katzenplage.
Du hast die Wahl
Wer mag, kann in der Sonne parken, sogar bei einer Regenfront. Dann können Kräfte neu erstarken. Erweitert wird der Horizont.
Du steckst nicht mehr in Nebelschwaden. Und kehrst in deinem Herzen ein. Dort wird man dich sehr gut beraten. Dann wirst du selbst zum Sonnenschein.
Probleme werden bald gemeistert. Mit einem Wisch sind alle fort. Dann bist du von dir selbst begeistert, und findest leicht ein nettes Wort.
Das Gegenteil ist Trübsal blasen. Du machst dir selbst die Hölle heiß. Dann wird dein Esel Dornen grasen. Du siehst nur schwarz und nicht mehr weiß.
Du hast die Wahl, nun musst du wählen. Noch blüht es bunt auf dem Balkon. Und bitte, lass dir nichts erzählen, sonst wartet grau die Depression.
Samstagmorgen
Ich werde wach an deiner Seite. Doch du liegst noch im Traumbereich. Mein Herz denkt nach und ich entscheide: Ich bleibe noch im Kuschelweich.
Mein Halbschlaf schwärmt von schönen Dingen, von deiner weichen Zärtlichkeit, die den Verstand zum Schweigen bringen, bei Nacht und Tag, zu jeder Zeit.
Nun werde ich das Frühstück machen mit Butter, Käse, Wurst und Toast, denn du stehst nicht auf süße Sachen. Doch das Getränk wird 'ausgelost'.
Als Maßstab dient das Thermometer. Und zeigt es über vierzehn Grad, dann wandert, und das weiß ein jeder, der Kaffee in den Automat.
Doch liegt die Säule weiter unten, vergnügen wir uns mit dem Tee. Das ist für 'kühle' Morgenstunden auf alle Fälle ganz okay.
Der Kaffee gluckert in die Kanne. Ich sitze am gedeckten Tisch. Mein Schatz duscht in der Badewanne, und macht sich für die Freizeit frisch.
Die Wildschweinfamilie
Der Keiler sucht nach seiner Bache. Das 'Nest' beschmutzt und Frischling-leer. Anscheinend sinnt die Frau auf Rache. Das kann sie haben, bitte sehr.
Dann reibt er seine dicken Borsten an einem alten Eichenstamm. Und dann beginnt er nachzuforsten, wie hieß das Nachmittagsprogramm.
Denn daraufhin ist er verschwunden. Die Bache machte er zur Sau. Das dauerte so ein paar Stunden. Er weiß den Grund nicht mehr genau.
Wer wird denn jedes Grunzen wägen. Ein Schimpfwort ist schnell ausgeteilt. Wie leicht gelingt das Nervensägen. Nun fühle ich mich eingekeilt.
Da quieken plötzlich um die Ecke, die Bache und die Frischlingsbrut. Der Keiler bringt sich selbst zur Strecke, und grunzt vor Frust und lauter Wut.
Wer hat erlaubt im Matsch zu suhlen. Das Schicksal stellt euch glatt ein Bein. Das lernt man erst in Wildschwein-Schulen, doch dafür seid ihr noch zu klein.
Die Bache hat sofort gekontert: Wir haben nur nach dir gesucht. Der Keiler hat sich abgesondert und hat sich dabei selbst verflucht.
Spätsommer
Der Liegestuhl steht noch im Freien. Bald ist sein Stoffbezug belegt. Die Nachbarkinder hört man Schreien. Der Himmel lächelt unentwegt.
Getäuscht hat sich der Wettermelder. Der bunte Gockel lacht sich schief. Geschimpft wird über die Gehälter. Im Aus, das angesagte Tief.
Wir sind damit nicht unzufrieden. Man wandert in den Garten Bier. Doch manche sind noch unentschieden. Sie wechseln ungern ihr Quartier.
Man trinkt Kaffee auf den Balkonen mit Hörnchen wird dann eingetunkt. Und jeder liebt es, dort zu wohnen, da wabt der Bär, da springt der Punkt.
Wer wird denn in die 'Ferne' schweifen? Man schoppt sich einen Rotwein ein. Die Sonne lacht, sie lässt sich greifen. Es muss ja nicht der letzte sein.
Markenname
Man wählt nicht, denn man hat entschieden. Der Name bürgt für Qualität. Und ein Vergleich, der wird gemieden, weil man sehr ungern Zweifel sät.
Man zögert, Neues zu probieren, denn darauf sind wir nicht geeicht. Man würde seinen Kopf verlieren, dann denkt man nach und man vergleicht.
Was letztlich fehlt: ein Markenname. Die Qualität ist lupenrein. Der Stoff macht für sich selbst Reklame. Der Kaufpreis spart so manchen Schein.
Noch sind wir keine Hungerleider, so folgert man im Umkehrschluss. Dann kauft man schnell die Modekleider, mit einem Namen, der ist Muss.
Im Modehaus
Geschätzt sind alle werten Kunden, ob jung, ob alt, ob wild, ob zahm. Das Passende wird auch gefunden. (Ich laufe mir die Füße lahm.)
Klamotten muss man anprobieren. Dann sieht man, ob das Prachtstück passt. Man schaut sich an in Spiegeltüren. (Mein Kommentar ist lang gefasst.)
Natürlich ist der Kunde König. Und was er wünscht wird angekarrt. Doch manchmal nutzt das äußerst wenig, wenn er sich in ein Stück vernarrt.
Dann sage ich im Ton bescheiden: Der Fummel ist nicht vorteilhaft. Sie könnten sich auch anders kleiden. (Das kostet Überzeugungskraft.)
Doch viele achten meine Meinung. Ich suche und dann finden wir. Ich bin nur eine Randerscheinung. Im Modehaus der Firma Schlier.
Fast herbstlich
Der Regen klopft an Fensterscheiben. Die Sommertage sind verblüht. Das Wetter lässt sich schwer beschreiben. Es appelliert an mein Gemüt.
Wer Heimat sucht, der wird sie finden. Die Schwermut schwingt im Glockenklang. Man will sich an die Liebste binden. Das Herz-an-Herz ist auf Empfang.
Noch hinterlässt der Sommer Spuren. Gefragt der alte Brettersteg. Wir wandern los und wir naturen im Neon-Licht den 'neuen' Weg.
Nun wächst der Trost in Herzgeschichten. Und was sich liebt, das ackerraint. Es wegwart blau in den Berichten, und hinterher sind wir vereint.
Der Sommer geht, es nieselt Regen. Die Sehnsucht findet ihren Platz. Am Werktag trösten die Kollegen, am Sonntag tröstet mich mein Schatz.
Vertraute Nähe
Ich schätze die vertraute Nähe, die zwischen dir und mir besteht. Ich denke nach und ich verstehe, du bist die Frau, die nach mir kräht.
Dir kann ich grenzenlos vertrauen, du bist zwar häufig ausgebucht von deinen netten Stammtischfrauen, kein Grund für eine Eifersucht.
Doch daran muss ich mich gewöhnen. Du weißt, das fällt nicht immer leicht. Ich werde mich mit Nachsicht krönen, wenn sich ein Herzschmerz zu mir schleicht.
Mein Denken muss sich umgestalten. Du bist nicht nur bei mir beliebt. Du musst auch 'Frauenhände' halten, was sich zwangsläufig so ergibt.
Ich danke dir für deine Treue. Du bist ein Glück an jedem Tag. Und was ich keineswegs bereue, du bist die Frau, die ich gern mag.
Durch die Wolken
Die Sonne blinzelt durch die Wolken. Sie hat sich neulich rar gemacht. Ein Islandtief hat seine Folgen. Der Schirm ging mit uns Tag und Nacht.
Nun scheint die Sonne einzulenken. Sie leckt das Blatt und den Asphalt. Sie überhäuft uns mit Geschenken. Wir wünschen: Guten Aufenthalt!
Der Regenschirm sucht eine Hülle. Er bleibt nicht länger aufgespannt. Im Park die bunte Artenfülle gewinnt an Form und auch an Land.
Man zeigt die bunten Blütenblätter. Es jubelt die Insektenschar, die sind geflüchtet vor dem Wetter, denn Regen birgt für sie Gefahr.
Die Sonne hat das Grau vertrieben, und alles Gute kehrt zurück. Ein Nachgeschmack ist doch geblieben: Wie lange währt noch Sommerglück.
In den Haaren
Wenn wir uns in den Haaren liegen, dann wird der graue Alltag bunt. Wir können zu den Sternen fliegen aus einem ganz bestimmten Grund.
Wir lösen uns von Mutter Erde, der Himmel ist so greifbar nah. Darüber lästert der Gelehrte. Wir starten durch und sind gleich da.
Noch tanzen wir auf Wolke sieben. Jedoch das ist ein erster Schritt, wo wir die Schwerkraft von uns sc
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