Die Schnecke
Roman Herberth
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Bretterzaun

Einsam

 

Einsam sind die Einzelteile.

Einsam späht der Augenblick.

Einsam lebt die Langeweile

und der schmale Pfad zum Glück.

 

Einsam rinnen Sonntagsstunden.

Einsam ruft der steile Berg.

Einsam ist man ungebunden.

Das verspürt der Gartenzwerg.

 

Einsam schläft die Grabesruhe.

Einsam wächst das Blatt am Baum.

Einsam - die möblierte Truhe

im gepflegten Nebenraum.

 

Einsam strömen die Gezeiten.

Einsam - Ebbe oder Flut.

Zweisamkeit ist zu beneiden.

Denn du fühlst dich dabei gut.

 

 

Nicht vom Fleck

 

Wir treten auf der Stelle,

und kommen nicht vom Fleck.

Für diese Sonderfälle

hilft auch kein Marschgepäck.

 

Wir kommen nicht mehr weiter,

und drehen uns im Kreis.

Und langsam laufen - leider -

auch unsre Füße heiß.

 

Wir kämpfen hart dagegen.

Die erste Träne rinnt.

Wir fragen uns weswegen.

Die Antwort kennt der Wind.

 

 

Mutters 75. Geburtstag

 

Du fragst vielleicht, was wird noch werden?

In dieser und in nächster Zeit.

Ich wünsche: keinerlei Beschwerden,

und Arbeit und Beschaulichkeit.

 

Den Vater wirst Du Autofahren-lehren.

Und immer wissen, ob er 75 fährt.

Und tut er's nicht - in allen Ehren

wird er von Dir dazu bekehrt.

 

Die Bohnen wachsen und die Kirschen reifen.

Die Leiter steht leicht schräg an einem Ast.

Du wirst für viele Münder danach greifen.

Doch Vorsicht! Und hübsch aufgepasst.

 

Du wirst auf alle Obacht geben.

wirst für sie da sein Tag und Nacht.

Du wirst nichts ändern, so ist halt das Leben.

Mein Wunsch an Dich: gib auf Dich acht !!!

 

 

Endlich

 

Ein Blatt fällt auf den Boden.

Und jubelt: Endlich frei!

Es träumt von San Franzisco

von Rio und Hawai.

Natürlich auch vom Prater

vom Kiez in Westberlin.

Dann welkt es träumend sinnend,

ganz langsam vor sich hin.

 

 

Urlaub

 

Olivenfeld und Kieselstrand.

Das Himmelblau senkt sich ins Meer.

Ein Pinienhain am Uferrand.

Ein Segelboot kreuzt hin und her.

 

Der Fels hält allen Wellen stand.

Die Sonne stichelt und sie sticht.

Die Nase macht auf Sonnenbrand.

Was sie sich wohl davon verspricht?

 

Das Radlerglück ist ausgeprägt.-

Man minigolft und tennist Ball.

Wer Luftmatratzen mit sich trägt.

Ist ganz bestimmt kein Sonderfall.

 

Ein Kauderwelsch aus Ost und West.

Und jeder hält es für normal.

Ich glaube wirklich felsenfest.

Das Glück ist international.

 

 

Ameisen

 

Die meisen vorne noch mit A

sind wirklich flink und fleißig.

Und kaum ist eine von ihr da,

da sind es auch schon dreißig.

 

Sie regeln immer den Transport

von Blattläusen und Kernen.

Gesprochen wird dabei kein Wort.

Man kann von ihnen lernen.

 

Und jeder Haufen ist ein Staat

mit Regeln und Gesetzen.

Man schützt sie oft mit Maschendraht.

Kein Mensch soll sie verletzen.

 

Verwechseln darf man aber nie:

die A- mit andren Meisen.

Weil ohne Gnade wollen sie,

diejenigen verspeisen.

 

 

 

Biomüll

 

Im Hafen krächzen alle Möwen

nach Biomüll und Fischabfall.

Sie kämpfen dabei wie die Löwen.

Die Starken kommen an den Ball.

 

Da wird gezetert und gemeutert

und möwenmäßig lamentiert.

Die Seele wird dadurch geläutert,

denn Fisch wird meeresfrisch serviert.

 

Die Jungen und die lahmen Alten

bekommen dabei Appetit.

Den Hunger werden sie behalten.

Die Möwenmeute macht nicht mit.

 

Umsonst das Schnuppern an der Beute.

Umsonst der reich gedeckte Tisch.

Natürlich gilt das nur für heute.

Und morgen gibt es frischen Fisch.

 

 

 

makaber:

Wenn jemand ins Gras beißt,

dann kann man traurig werden.

Es sei denn,

es war ein Rindvieh.

 

 

Tausendfüßler

 

Der Tausendfüßler trägt Sandalen.

Die Krankenkasse gab das Geld.

Er leidet nämlich Höllenqualen,

wenn ihm ein Stein den Weg verstellt.

 

Am Abend reibt er seine Füße

mit Geh-wohl und mit Salben ein.

Dabei denkt er an seine Süße,

ein Grund für ihn zum glücklich-sein.

 

Und jeder Fuß ist ungewöhnlich,

und ständig sind sie in Betrieb.

Er kennt sie alle höchst persönlich.

Natürlich hat er jeden lieb.

 

Doch eines macht ihn oft verdrießlich.

sagt er zu Käfern: "Gott zum Gruß!"

Denn wie du weißt - so ist das schließlich -

hebt er dann tausendmal den Fuß.

 

 

 

Sie sagten: Das sei nicht gestattet

und polizeilich nicht erlaubt.

(Mal unter uns:)

Ich habe ihnen nicht geglaubt.

 

 

 

Im Mittelmeer

 

Im Mittelmeer strömt eine Welle,

die möchte einmal auf die schnelle

an einer Felsenküste baden.

Sie fürchtet nur die Seepiraten.

 

Gecheckt, geprüft und abgeklärt,

die Welle rudert, schwimmt und fährt,

mit Volldampf auf die Küste zu.

Ein Fels lädt ein zum Rendez-vous.

 

Die Welle ist im Element

und hisst die Gischt bei ihrer Landung.

und meint - auch wenn die Sonne brennt.

Du bist mein Fels und ich die Brandung.

 

 

Im Hafen

 

Wenn abends die Touristen schlafen,

wird alles doppelt einfach gut.

Dann spürt das Mauerstück im Hafen

zum einen Ebbe, dann die Flut.

 

Zwar sind im Mittelmeer Gezeiten

nur märchenhaft und unscheinbar.

Der Vollmond wird die Nacht begleiten,

und er behauptet: es sei wahr.

 

Natürlich zweifeln die Touristen,

das ärgert stark den Mann im Mond.

Und er beschimpft die Realisten.

Sein Zorn ist völlig ungewohnt.

 

Er möchte sich darüber streiten

und fühlt sich dabei gar nicht schlecht.

Zwar sind im Mittelmeer Gezeiten

nur sehr gering - doch dennoch echt.

 

 

 

Der Ahorn

 

Dem Ahorn wird es jetzt zu bunt.

Am Boden liegen welke Blätter.

"Wer war denn das, zum Donnerwetter?!"

Der Herbst ist da. Das ist der Grund.

 

Vor Sonnenhunger wird man krank.

Die Sonne sitzt auf Nebelbänken.

Das ist doch fast nicht auszudenken.

Doch manchmal scheint sie. Gott sei Dank.

 

Am frühen Morgen: Bodenfrost.

Und Pflanzen, die im Freien wohnen,

jedoch auch die auf den Balkonen,

die brauchen dringend Krankenkost.

 

Dem Ahorn wird es jetzt zu bunt.

Er zeigt die stolze Kriegsbemalung.

Verwelktes nimmt der Herbst in Zahlung.

Am Boden stapelt er den Fund.

 

 

Verwurzeltes

 

Wo die Muschel kalkt

und das Fachwerk balkt.

Wo die Reben franken

und die Pegel schwanken.

 

Wo der Rebstock bergt

und ein Schoppen stärkt.

Wo der Main nicht mein ist

und ein Oechsle Wein misst.

 

Wo der Dialekd

teutsche Lehrer schreckd.

Wo sich De und Te vermischen

und sich hart und weich verwischen.

 

Wo die Karls sich burgt

und der Garten gurkt.

Wo die Sau sich purzelt.

Dort bin ich verwurzelt.

 

 

Der Gockel

 

Schneckenlahm und mit Geduld

stolzt der Hahn zum Rednerpult,

um den Hennen zu erklären.

Was sie ohne ihn wohl wären.

 

„Keiner weckt den Hühnerstall,

krähte ich nicht überall!“

Doch ein jedes Suppenhuhn

hat wohl anderes zu tun.

Denn der aufgeblähte Gockel.

Haut sie wirklich nicht vom Sockel.

 

Und der worteslanger Rede

lauschen höchstens Blumenbeete.

Hennen sind für solches taub.

Lieber scharren sie im Staub.

Oder legen ihre Eier:

für die nächste Osterfeier.

 

 

Die wohlverdiente Rente

 

Die Arbeit ruht in ein paar Tagen.

Ein Stuhl im Amt bleibt unbesetzt.

Nun ist es Zeit „Ade“ zu sagen.

Symbolisch sagen wir es jetzt.

 

Sie waren immer freundlich, heiter

und liebenswert und hilfsbereit.

Und diese Tugenden sind leider

nicht eine Selbstverständlichkeit.

 

Kein Mahnbescheid ist mehr zu schreiben.

Sogar die ganze KSR

kann Ihnen bald gestohlen bleiben.

Bald sind Sie stets „Ihr eigner Herr“.

 

Ein Anfang folgt nach jedem Ende.

Wir wünschen alle bleib gesund.

Genießen Sie die wohlverdiente Rente.

Sie haben dazu allen Grund.

 

 

Zum Geburtstag

 

Gesundheit, Glück und langes Leben.
Und dass Du dennoch schnell vergisst,
dass Du nun ein Jahr älter bist.

(Die Zeit vergeht. So ist das eben.)


Ich wünsche: Frohsinn, Frieden, Freude.

Und dass Dir Gott den Segen gibt.

im Hier und Jetzt und auch im Heute.

(Und dass er dieses nicht verschiebt.)

 

Du erntest liebenswerte Worte.

Das findest Du sehr angenehm

Genauso wie die Sachertorte.

(Im Magen liegt sie dann bequem.)

 

Lass hoch die Bernsteingläser klingen.

Ein Schlückchen Sekt, beschwingt und schmeckt.

Ein "Happy Birthday" ist zu singen.

(Und Dein Geburtstag ist perfekt.)

 

 

 

Der Baum

 

Der Baum lacht sich im Frühling Äste.

Ein Grund dafür ist nicht bekannt.

Auf blätterlosen Zweigen, Gäste,

erst zugereist aus fernem Land.

 

Und die „Touristen“ singen, pfeifen,

besonders wenn der Tag erwacht.

Sie zwitschern laut mit Herzergreifen –

was Herzen einfach fröhlich macht.

 

Jedoch, wenn es am Abend dämmert

verstummt die Stimme und Ihr Lied.

Und auch der Specht, der sonst nur hämmert,

macht Pause, weil er „Fernseh“ sieht.

 

Der Baum lacht sich im Frühling Äste

und seine Knospen werden prall.

Das ist vom Jahr das Allerbeste.

Ein sogenannter „Sonderfall“.

 

 

 

Der erste Frühling im dritten Jahrtausend

 

Und du erlebst ein blaues Wunder,

wenn morgens früh der Wecker schellt.

Der Tag geht auf, die Nacht geht unter

auf Wiesen, Wäldern, Flur und Feld.

 

Die Sonnenstrahlen streicheln, wärmen.

Der Hund darf länger Gassi geh'n.

Und dabei kommen wir ins Schwärmen.

Der Frühlingsanfang – traumhaft schön.

 

Und du erlebst ein blaues Wunder,

die Schleierwolken, die es gibt.

die spiegeln sich im Bach darunter.

„He Frühling“, du bist sehr beliebt.

 

 

Weiter

 

Es geht wie immer weiter

und keinen Schritt zurück.

und man beträgt sich heiter

und weiter geht's ein Stück.

 

Man kann sich gar nichts raten.

Das Maul hält Affen feil.

Vielleicht geht man bald baden.

Und denkt sich seinen Teil.

 

Es geht wie immer weiter.

Die „Hasen“ laufen quer

und zick-zack – das ist leider

ein wirkliches Malheur.

 

 

Liebes neues Erdenkind

 

Du bist das neue Glück auf Erden,

das ist uns augenblicklich klar.

Mit Dir wird alles anders werden

und anders sein, als wie es war.

 

Du wirst die Nacht zum Tag gestalten.

Dein Rhythmus prägt sich in uns ein.

Wir werden immer zu Dir halten.

Bei Regen, Wind und Sonnenschein.

 

Nun schleichen wir auf leisen Sohlen

zu Dir. Dein Daumen steckt im Mund.

Den „Schnuller“ wird die Zeit Dir holen.

Doch heute fehlt dazu ein Grund.

 

Du bist das neue Glück auf Erden.

Und wohnst mit uns im dritten Stock.

Du machst Grimassen und Gebärden.

Dein Stammbaum heißt: Familie Hock.

 

 

Neuer Lebensabschnitt

 

Nun nimmt das Leben seinen Lauf.

Es wird erst bunt, dann immer bunter.

Mein Wunsch an Dich: Gib niemals auf.

Und Du erlebst die schönsten Wunder.

 

Was schwarz erscheint, strahlt bald schon bunt.

Dann lächeln die Erinnerungen.

Zum Traurigsein besteht kein Grund.

So vieles ist Dir schon gelungen.

 

Sei liebevoll, wenn jemand weint.

Das Wetter ist nicht immer heiter.

Die Eltern sind ein „guter Freund“

und sind Dein ständiger Begleiter.

 

Beharrlich sei Dein Weg zum Ziel.

Betrachte Bäume, Blätter, Blüten.

Das Leben ist ein Kinderspiel.

Der liebe Gott wird Dich behüten.

 

 

Das Eine

 

Im Grunde wünschen wir das eine,

bei Tag, bei Nacht zu jederzeit.

Sogar der Dackel an der Leine

kläfft lieber mit Zufriedenheit.

 

Was auch geschieht, es mag geschehen.

Nur manches macht uns tränenblind.

Doch wenn wir einen Ausweg sehen:

ein Lichtblick, der uns fröhlich stimmt.

 

Wir pfeifen auf die schlechten Tage.

Das hält uns Hoch, da schrumpft das Tief.

Und eines steht wohl außer Frage,

nicht ewig hängt ein Leben schief.

 

Im Grunde wünschen wir das eine,

und zwar in jedem Augenblick-

Wir kämen gern mit uns ins Reine

und fänden Trost im kleinen Glück

 

 

 

Jene Frau

 

Ein unbeschreibbar schöner Blick –

ein Augenblick von jener Frau.

Ein atemloser Hauch vom Glück.

(Das trifft den Punkt genau.)

 

Benommen, fest in ihrem Bann

und wie hypnotisiert.

Ich wüsste gerne wo und wann

das wieder mal passiert.

 

Ich trank gerade ein Glas Bier.

Da hat es mich erwischt.

Auf einmal stand ich neben mir

und völlig aufgemischt.

 

Berauscht von ihr, berauscht vom Bier.

Ich weiß es nicht genau.

Doch gerne sähe ich vor mir:

die Augen jener Frau.

 

 

Dich gern haben

 

Du bist mein Glück, ich hab Dich gern

und zwar an jedem Tag.

Dir weh zutun, das liegt mir fern,

weil ich Dich herzlich mag.

 

Und bin ich mal ein Trampeltier.

Pardon, das tut mir leid.

Dann bitte ich: verzeihe mir

in aller Offenheit.

 

Was wäre ich denn ohne Dich:

ein welkes Blatt im Sturm,

entwurzelt, einsam, jämmerlich

und wie im Kerkerturm.

 

Mein Herz hat zu Dir „ja“ gesagt,

was immer auch geschieht.

Und funkt, wenn früh der Morgen tagt

an Dich ein Liebeslied.

 

 

Post

 

Keine Post von einem Jemand

und von keiner Jemandin.

Und ich stelle mir die Frage:

Hat das Leben einen Sinn?

 

Kein Gebimmel an der Haustür.

Kein ring-ring vom Telefon.

Keine Message auf dem Handy.

Nur die Kneipe wartet schon.

 

Doch auch dort kein Mensch zum plaudern.

Jeder ist in sich gekehrt.

Pumpt sich Alk in seinen Magen.

Ist das wirklich lebenswert?

 

Kein „Grüß Gott“, kein „Guten Morgen“.

Eine Katze, die sich schleicht.

Ganz allein mit meinen Sorgen.

Doch das ändert sich – (vielleicht).

 

 

 

Auf den Frühling warten

 

Der Frühling lässt noch auf sich warten.

Vereinzelt tanzt und flockt der Schnee.

Die Palmen steh´n im Wintergarten

und fühlen sich rundum okay.

 

Ein kalter Wind aus fernem Norden

mit Schneegestöber Frost und Eis.

Da bleiben viele Blumensorten

im Untergrund – wie jeder weiß.

 

Was wird, was naht – so wird empfohlen –

geschieht ganz langsam über Nacht

auf sogenannten leisen Sohlen

und schenkt uns eine Blumenpracht.

 

 

In deiner Hand

 

Du hast mir einst Dein Wort gegeben.
Und dabei habe ich gedacht:
Ich will mit Dir zusammenleben
tagaus, tagein und in der Nacht.
 
So viele schöne Augenblicke
im irgendwo und hier im Land.
Ganz selten ein paar Missgeschicke.
Mein Herz ist ganz in Deiner Hand.
 
Mit Dir die Jahre zu genießen,
das war und ist echt wunderbar.
Sehr häufig hast Du mir bewiesen:
Du bist mein Alles - das ist klar.
 
Dein Ja zu mir, das hat gehalten.
Und heute ist ein "Feier"-Tag.
Den sollten wir schön ausgestalten,
weil ich Dich un-un-endlich mag.

 

Dein Hund

 

Dein Hund – das ist Dein bester Freund,

Dein ständiger Begleiter.

Auch wenn er ab und zu mal streunt.

Er stimmt Dich immer heiter.

 

Er hält zu Dir, egal was sei

und wird Dich stets beschützen.

Er nimmt nie Urlaub, nimmt nie frei.

Und tappst durch alle Pfützen.

 

Die Katze ist sein größter Feind.

Er führt ein Hundeleben.

Der mit Dir lacht. Der mit Dir weint.

So ist sein Leben eben.

 

Dein Hund ist leider Phantasie

und kläfft in Deinen Träumen.

Und manches, das erfüllt sich nie.

Es gilt: die Träume aufzuräumen.

 

 

Für Max – den neuen Mittelpunkt.

 

Nun ist das Glück bei uns perfekt.

Und das darf jeder wissen.

Du lebtest lange gut versteckt.

Jetzt liegst Du auf dem Kissen.

 

Zu Ende ist die Warterei

(und auch die „dummen“ Fragen)

Wie Dein Befinden heute sei.

Wir konnten gar nichts sagen.

 

Du bist ein wunderbarer Schatz –

ein Wort kann nichts beschreiben.

Du nimmst in unsrem Leben Platz.

Und das wird auch so bleiben.

 

Du schläfst und träumst. Du trinkst und isst.

Komm her in unsre Mitte.

Wie schön, dass Du geboren bist. –

Du Glanz in unsrer Hütte.

 

 

Auf das Gewicht achten

 

Das kleine Ferkel ist in Eile.

Ein Fremdwort ist die Langeweile.

Es spürt den Drang zum Futtertrog,

ein unwahrscheinlich starker Sog.

 

Da knurrt der Magen, der Instinkt,

denn das ist das, was weiterbringt.

Du wirst gemästet kleine Sau.

Dein Halter weiß das ganz genau.

 

Das kleine Ferkel weiß es nicht.

Es achtet nicht, dass sein Gewicht

an einem Tag sein Leben kostet.

Der Riegel an dem Saustall rostet.

 

 

Nicht verkehrt

 

Das Schwein hat einen Ringelschwanz

und lässt die Puppen tanzen.

Die Ohren wackeln zu dem Tanz.

Und vor dem Saustall alle Pflanzen.

 

Das ist doch doppelt lobenswert.

Wer will es ihr verdenken.

Denn das ist wirklich nicht verkehrt.

Das kann man nur verschenken.

 

Das Schwein bist Du, das Schwein bin ich.

Vielleicht bist Du auch besser.

Ich hoffe sehr, du lieferst mich

nicht an ein scharfes Messer.

 

 

Schwein gehabt

 

Das Schwein hat heute Schwein gehabt.

Sein Bruder muss zum Schlachter.

Im Grunzen war er sehr begabt,

ein Schelm, ein Hausgemachter.

 

Jedoch das ist es längst gewohnt.

Es wird für eine Zucht geschont.

So wird ein Bauernkenner reicher.

Er pfeift das Lied vom Schmittchen Schleicher.

 

Das Schwein hat Schwein, und Pech ist Pech.

Sie wird besamt von einem Eber.

Und der benimmt sich äußerst frech.

Der Bauer ist der Auftraggeber.

 

 

Frühling

 

Bald grünt es wieder überall.

Der Frühling saust mit Überschall

durch Wiesen, Wald und Felder.

Da staunt der Hinterwäldler.

 

Die graue Zeit wird ausgeblendet.

Die Sonne blinzelt und sie lacht.

Wie schön, dass nun der Winter endet.

Der Frühling drängt sich an die Macht.

 

Nun wird es bunt und bunt und bunter.

Der Riesenzauber ist ein Wunder.

Und kostet keinen Euro-Cent.

Das ist der absolute Trend.

 

 

Knospen

 

Im Frühling wenn die Knospen treiben,

da will ich nicht zuhause bleiben,

dann ist die Stubenhockerei

mit einem Faustschlag flugs vorbei.

 

Dann zieht es mich in die Natur.

Du fragst warum, warum wohl nur?

Dann grünen, blühen Dornenhecken.

Ein Kinderspiel wird dann Verstecken.

 

Zwar dauert das noch ein paar Tage

-          keine Frage –

Doch irgendwann wird das so sein.

Hallo Bedienung: Ein Glas Wein.

 

 

Ausgerastet

 

Das Schwein ist gestern ausgerastet.

Und machte eine Sau zur Sau.

Die andre fühlt sich unbelastet,

denn sie ist noch vom Fasching blau.

 

Da hat sie etwas angerichtet.

Doch manches ist nur angedichtet,

und keineswegs Realität.

Doch die Entschuldigung: zu spät.

 

Sei keine Sau zu einer Sau.

Zumindest nicht zur Fastenzeit.

Sonst heißt es in der Tagesschau:

Die Schweinerei, die macht sich breit.

 

 

Hong-kong-grippe

 

Die Schnecke hat die Hongkong-Grippe.

Zum Wohlbefinden fehlt ihr viel.

Die Ihrverwandten, ihre Sippe,

die lästern noch: Das ist ein Spiel.

 

Die Nase schnupft, was soll sie machen.

Ihr schmeckt nicht mal der Blumenkohl.

Die Witze, die die andren machen.

Erachtet sie als dumm und hohl.

 

Doch alle Schnecken, die sie küssen,

die fühlen sich auf einmal krank.

Das sollte jede Schnecke wissen,

das artet aus in Streit und Zank.

 

 

Grober Unfug

 

Die Schnecke ist daheimgeblieben.

Und nennt die Dinge wie sie sind.

Da staunen ihre liebsten Lieben,

die davon ganz begeistert sind.

 

Der liebe Gott soll mich beraten.

Die Fühler stehen auf Empfang.

Er schnürt für sie den roten Faden,

und alles ohne Druck und Zwang.

 

Sie weiß, sie kann Gewässer trüben.

Und auch den gröbsten Unfug treiben.

Noch ist sie klein, noch muss sie üben.

Und „dummes“ Zeug auf Zettel schreiben.

 

 

eiskalt

 

die menschen schlendern auf asphalt

doch krieg und siege sind beschissen.

die kluge menschheit ist eiskalt

verkommen, kriminell gerissen

am allerschlimmsten ist gewalt

nun legt soldaten an die kette

doch bitte plötzlich und recht bald

denn jede wette

noch reden sie bevor es knallt

die menschheit ist eiskalt

 

 

In der Kneipe

 

Die Schnecke sitzt in einer Kneipe.

Da fragt ein Käfer: Ist noch frei.

Ich rücke niemals Dir zu Leibe.

Das wäre eine Schweinerei.

 

Was hältst Du denn von Unterhaltung?

Vom Sprechen über dies und das.

Von Rentenkassen und Verwaltung.

Natürlich macht das keinen Spaß.

 

Wir können miteinander schweigen.

Wenn Dir das Thema lieber ist.

Dann kann ich Dir mit Gesten zeigen,

wie wichtig Du in meinem Leben bist

 

Die Schnecke hört beredte Worte.

Und weiß beim besten Willen nicht.

Was ist das für 'ne Käfersorte,

die so mit unsereiner spricht.

 

 

Haste Töne

 

Die Schnecke zupft die Bluesgitarre.

Natürlich meistens schneckenlahm.

Und dazu pafft sie ‚ne Zigarre.

Sie ist sehr häuslich und sehr zahm.

 

Und sie entlockt die höchsten Töne.

Und greift dann tief zum Bass.

Sie spult aus sich das Wunderschöne,

die Freude und den größten Spaß.

 

Und dabei wackeln ihre Fühler.

Ihr Haus, das pendelt hin und her.

Sie ist nicht Fortgeschritten

noch ein Schüler.

Doch Blues zu spielen ist nicht schwer.

 

 

Freiraum

 

Die Schnecke hat mir einst berichtet:

Natürliches wird vollgemüllt.

Es wird geklont. Es wird gezüchtet,

und jeder Freiraum aufgefüllt.

 

Das dürfte es weiß Gott nicht geben,

denn es ist Humbug, Tollerei.

Und ganz bestimmt in meinem Leben,

erschnecke ich die Schweinerei.

 

Ich zähle auf die jungen Leute,

die sind noch nicht so abgebrüht.

Und freuen sich – besonders heute,

weil Ringparks der Holunder blüht.

 

 

Neid

 

Die Schnecke hat sehr viele Neider.

Ihr Haus, ihr ständiger Begleiter,

das neiden viele Lebewesen.

Das ist, das war und ist gewesen.

 

Denn jeder ist halt gern daheim.

Die Schnecke kaut den Haferschleim,

da freut sich der gestresste Magen.

Das fördert schnell ihr Wohlbehagen.

 

Die Neider kann sie gut verstehen.

Sie ist entzückt vom Schneckenhaus.

Sie würde vor die Hunde gehen,

und alles Schöne – wäre aus.

 

 

Ein kleiner Spatz

 

Der kleine Spatz in Deiner Hand.

Kann leider nicht mehr fliegen.

Die Flügel sind total verbrannt,

und das wird ihn besiegen.

 

Er hadert mit dem Missgeschick.

Er ist bekümmert und er weint.

Und zwar in jedem Augenblick.

Selbst wenn die Sonne scheint.

 

„Ich bin doch keinen Euro wert,

und keinen Pfifferling!“

„Ich denke das ist grundverkehrt.

Halt deinen Schnabel oder sing.“

 

 

Bitte keinen Krieg

 

Die Schnecke trinkt ein dunkles Bier.

Natürlich aus der Dose.

Sie hat ihr eigenes Revier,

sie ist dagegen und dafür,

mit kurzer oder langer Hose.

 

Besonders in der Politik,

ereilt sie täglich das Geschick

zu denken statt zu handeln.

Um jeden Krieg –

in einen Frieden umzuwandeln.

 

Doch in der Tat,

daheim, privat,

will sie davon nichts wissen,

und schneckt zu ihrem Kuschelkissen.

 

 

Anverwandte

 

Die Schnecke schleimt mit Anverwandten

gemütlich durch ein Wiesenland.

Man grüßt natürlich die Bekannten.

(Doch niemand spricht von Dosenpfand.)

 

Es schleimt sich gut bei Nieselregen,

doch unerträglich ist der Frost,

auf allen Haupt- und Seitenwegen.

Und eisig weht der Wind: Nord-Ost.

 

Der Schnee von gestern ist nicht heute.

Denn gestern ist schon lange her.

Nur manchmal meinen kluge Leute:

„Ein Schneckenleben, das ist schwer.“

 

 

Tee

 

Die Schnecke tankt am liebsten Tee,

bei Sonne, Regen, Frost und Schnee,

im Morgenrot, bei Dämmerug.

Und auch bei einem Quantensprung.

 

Sie mischt den Tee mit Malz und Hopfen.

Und einem Quentchen Alkohol.

In Pfeifen kann man das nicht stopfen.

Die Schnecke fühlt sich pudelwohl.

 

Ein Tee belebt und ist beliebt.

Wie gut, dass es Teebüsche gibt.

Und käme er einmal verschwinden.

Man müßte ihn [erneut] erfinden.

 

 

Feurio

 

Die Schnecke spielt mit einer Kerze.

Und Nena singt im Radio.

Der Kommentator macht nur Scherze.

Die Kerze zeigt ihr Feurio.

 

Doch Wachs zerschmilzt in Feuerhänden.

Da wird das Lange langsam klein.

Und irgendwann wird es verenden.

Das wird in ferner Zukunft sein.

 

He Schnecke, spiel nicht mit dem Feuer.

Sonst steckst du noch den Wald in Brand.

Und das wird sicher

ungeheuer teuer.

Du hast den Globus in der Hand.

 

 

Gäste

 

Die Schnecke lädt sich Gäste ein.

Und wartet auf mit Dinner,

bei Kerzenlicht, Musik und Wein.

Sie ist nostalgisch und ein Spinner.

 

Zum Glück behält sie das für sich.

Das muss auch niemand wissen.

Das wäre wirklich fürchterlich,

sie wäre aufgeschmissen.

 

Denn keine Sau kommt dann vorbei,

und macht bei ihr `ne Schweinerei.

Sie müsste einsam leben.

Und jedes schleimen ging daneben.

 

 

Feldsalat

 

Die Schnecke frisst den Feldsalat.

Sie findet ihn besonders lecker.

Das ist wie ein Erfrischungsbad.

Verschieden sind halt die Geschmäcker.

 

Der eine schwört auf dies und das.

Ihr schmeckt am liebsten Sonne.

Ein andrer denkt an seinen Spaß

und an die Liebeswonne.

 

Beim Essen wird philosophiert.

Es sprudeln kleine Reden,

die selbst der Dümmste noch kapiert.

(Doch vor dem Essen sollst du beten.)

 

Der Feldsalat ist aufgespeist.

Dann kriecht sie schleimend weiter.

Sie ist mit Volldampf abgereist –

leider.

 

 

Nicht jeder Tag

 

Die Schnecke und ihr Wohlbefinden

sind nicht an jedem Sonntag gleich.

Die Gründe kann sie nicht ergründen.

Nicht jeder Tag – ein Himmelreich.

 

Mal geht es gut, mal läuft es besser.

Mal schwankt es hin, mal schwankt es her.

Und Wein gehört in holzgefasste Fässer

Dort reift er täglich etwas mehr.

 

Dein Wohlbehagen musst du finden.

Ob Schnecke oder Jedermann.

Du musst dich dann mit ihm verbinden:

im irgendwo, am irgendwann.

 

 

Kuscheldecke

 

Die Schnecke schleimt um eine Ecke.

Und hat in ihrem Schneckenhaus.

Natürlich eine Kuscheldecke,

denn abends geh’n die Lichter aus.

 

Auch alle Energieverfahren,

ob Holzscheit, Gas und auch den Strom.

Das ganze kann sie sich ersparen,

und auch die Wärme aus Atom.

 

Die Kuscheldecke: etwas dreckig.

schon ausgefranst, die Ränder speckig.

Die Schnecke hat sie dennoch gern.

(Und wäre das auch unmodern.)

 

 

schruppen

 

Die Schnecke schrubbt ihr Schneckenhaus,

von außen und von innen.

Doch niemand klatscht dazu Applaus.

Und schwer war das Beginnen.

 

Sie überlegte hin und her,

soll ich die Hütte putzen?

Gedanken flogen kreuz und quer,

und hatten ihren Nutzen.

 

Nun glänzt, was vorher staubig war,

der Eingang und die Wände,

der Boden und die Mini-Bar.

Das Putzen hat ein Ende.

 

 

Verzeihen

 

Die Schnecke hat in ihrem Leben.

Schon viel zu häufig nachgegeben.

Sie hasst die Eifersucht, den Streit.

Zum Kompromiss ist sie bereit.

 

Natürlich denken andre Schnecken,

die stets in sich den Streit entdecken

ganz anders – leider.

Doch das sind keine Wegbegleiter.

 

Sie mag die Sonne, wenn sie scheint.

Und ihre Tränen, wenn sie weint.

Natürlich auch den lieben Gott.

Trotz Sorgen und dem Alltagstrott.

 

 

Samt und Seide

 

Die Schnecke, die ist megageil.

So cool und bodenständig.

Und hat ein tolles Hinterteil.

Sie eilt nicht schnell, doch sie ist wendig.

 

Ich mag sie und auch ihren Freund.

Ich mag sie alle beide.

Und nur aus Freude wird geweint.

Ihr Leben: Samt und Seide.

 

Sie trinkt sehr gerne Gänsewein

aus einer Wasserpfütze.

Das ist so Brauch, so soll es sein.

Ich hoffe, dass ein Gott

sie lebenslang beschütze.

 

 

Fürchterlich

 

Die Schnecke hat ein Herz aus Stahl,

beim Frühstück und beim Mittagsmahl,

da denkt sie immer nur an sich

-          echt fürchterlich.

 

Sie ist ein wahrer Egoist

der leider Gottes stets vergisst,

dass es auch andre Schnecken gibt.

Bei denen ist sie unbeliebt.

 

Ihr Herz ist wirklich knüppelhart.

Und wenn sie sich mit einem paart.

Dann pflegt sie nur die Ego-Triebe.

-          niemals aus Liebe.

 

Alkohol

 

Die Schnecke riecht nach Schnaps und Bier.

Wer will es ihr verdenken.

Denn ihre Heimat, fern von hier.

Gedanken will sie dorthin lenken.

 

Jedoch im halben oder ganzen,

im säen, jäten und im pflanzen,

macht sie es, wie die Mutter tut.

Und das Ergebnis reift echt gut.

 

Sie möchte endlich wieder heim.

Dem Fremden ging sie auf den Leim.

Am liebsten würde sie verschwinden,

und ihre alte Heimat finden.

 

 

Unfug

 

Die Schnecke kann mit and’ren lachen,

und mit manch einem Pferde stehlen.

Da kannn man immer auf sie zählen.

Und jeden dummen Unfug machen.

 

Sie ist so einfühlsam, so nett,

so zart, so sanft, so unbeschwert.

Ich Glückspilz darf zu ihr ins Bett,

zur Künstlerin am Küchenherd.

 

Ich kann sie mit dem Herzen leiden,

tagsüber oder auch nachtunter.

Ich möchte niemals mit ihr streiten.

Und das betrachte ich – als Wunder.

 

 

Kleinkrieg und Kleinlichkeit

 

Die Schnecke und ihr Lebensstil,

sind schneckenlahm vom Start zum Ziel,

und äußerst ungewöhnlich.

Doch im Extremfall ganz persönlich.

 

Sie meidet Hader und den Streit.

Den Kleinkrieg und die Kleinlichkeit.

Und alle schrägen Sachen.

Da will sie auch nicht lachen.

 

Ihr Glaube, der ist absolut

und was sie macht und heimlich tut.

Das kann sie selber nicht ergründen.

Tagtäglich neue schwere Sünden.

 

 

Abgezockt

 

Die Schnecke sitzt bei Kerzenschein.

In einer Kneipe ganz allein.

Und hört die alten Lieder,

teils frech und teils sehr bieder.

 

Ihr Herz, das hält sie in der Hand.

(Verdammt noch mal der Dosenpfand

der ist doch Dünnschiss oder Sch...

die haben wirklich eine Meise.)

 

Die kleinen werden abgezockt.

Auch wenn dabei der Atem stockt.

So plant die Staatsregierung,

und das ist Irreführung.

 

 

Hinter Gittern

 

Die Schnecke hat ein Ding gedreht.

Nun sitzt sie hinter Gittern.

Es tut ihr leid, es ist zu spät.

Sie will die Freiheit wittern.

 

Vier Jahre, das ist knüppeldick.

Das muss sie nun verkraften.

Das ist ein hartes Mist-Geschick.

Und dafür muss sie haften.

 

Sie liest ein tausend Seitenbuch.

Der Titel lautet Bibel.

Und niemand kommt mal auf Besuch.

Das ist ein echtes Übel.

 

Sie liest im Buch vom lieben Gott,

und von Barmherzigkeiten.

Sie schneuzt dann in ihr Taschentuch.

Das läßt sich nicht vermeiden.

 

 

frühlingswetter

 

und über nacht ein frühlingswetter

das haben wir uns auch verdient

das ist ein wahrer lebensretter

und die gesichter gutgemient

 

die sonnenstrahlen voller charme

ob jung, ob alt, ob reich, ob arm

für alle ist es ein genuss

ach liebe sonne mach nicht schluss

 

okay ein kurzer nieselregen

das darf auch heutzutage sein

das finde ich auch nicht gemein

den pflanzen kommt er sehr gelegen

 

 

 

Am Tresen

 

Die Schnecke hockt auf einem Stuhl.

Der Stuhl gehört zum Tresen.

Sie fühlt sich stolz, sie macht auf cool.

(Wie alle Lebewesen ... )

 

Sie hört Gespräche, quatscht auch mit:

For ever young, for ever fit.

Sie passt in diese Kneipen-Landschaft

Natürlich schließt sie gleich Bekanntschaft.

 

 

 

fehler

 

wir haben alle unsre fehler

den einen köpft der alkohol

die höhen tauchen in die täler

die blume wird zu blumenkohl

 

wir haben alle unsre schwächen

doch viele sind auch liebenswert

nur selten werden sie sich rächen

denn manches ist auch grundverkehrt

 

wir sind halt alle nicht perfekt

und ganz bestimmt kein ideal

wir sind besudelt und befleckt

vielleicht wird das ganz anders

im nächsten leben mal.

 

 

Sich putzen

 

Die Biene reinigt ihre Flügel

und zwar mit ihren Beinen.

Sie thront auf einem Kleiderbügel,

sie ist mit sich im Reinen.

 

Sie lässt sich von den Blumen locken.

Von Azaleen, wenn sie blühen,

um dort den Nektar abzuzocken.

Sie ist sehr emsig im Bemühen.

 

An ihren Beinchen kleben Pollen.

Denn auch die Blumen sind gescheit.

Und ihre Blütenkelche brauchen,

stets Pollen –

für die Fruchhtbarkeit.

 

 

 

nur mut

 

mache was aus deinem leben

sonst hast du umsonst gelebt

ja du mensch so ist das eben

sei beflissen und bestrebt

 

lass den kummer nicht gewinnen

denke lieber mit dem herz

es gibt träume die zerrinnen

keine frage das bringt schmerz

 

sorge nicht und bleibe munter

heute geht die welt nicht unter

alles böse strebt vorbei

du bist ein mensch und vogel-frei

 

viel zu viele menschen jammern

über dies und über das

finde jemand zum umklammern

das bringt freude, sex und spaß

 

gönne dir die guten taten

bleibe freund dein lebenlang

manches ist uns wohl mistraten

aber niemals

vino, frauen und gesang

 

 

 

keinen sex

 

ich möchte keinen sex mit dir

mir reichen zärtlichkeiten

die schmecken besser als ein bier

ich kann dich wirklich sehr gut leiden

 

in meinem herzen ist noch platz

ich weiß nicht wieviel kilometer

du bist mein unschätzbarer schatz

das alles weiß bestimmt nicht jeder

 

 

Känguruh in Schweden

 

Ein Känguruh in Schweden

das wird sehr einsam sein.

Es lacht und weint mit sich allein.

Geschweige denn beim Beten

 

Wo sind nur alle die Bekannten.

Das Pussy auf das linke Ohr.

Das kommt in Schweden niemals vor.

so folgern liebenswerte Tanten.

 

Es gibt dort keine Kängu-ruhe.

Ich weiß, dass jeder dieses weiß.

Ob Jungspund oder alter Greis

Man kennt nur seine eig’nen Schuhe.

 

 

Für Vater

 

Du hast mich immer rausgeholt

aus allen Schwierigkeiten.

Zwar habe ich dich oft verkohlt.

Das war kein Grund zum Streiten.

 

Du bist mein Vorbild, mein Idol.

Und dafür sag ich danke.

Du bist mein Pinguin am Pol.

und auch mein Nacht Gedanke.

 

Und wie oft hab ich dich benutzt

im Egoisten Leben.

Ich war befleckt total beschmutzt.

Du hast mir Kraft gegeben.

 

Ich danke dir für jedes Wort.

Du hast mich überflutet

an einen unbekannten Ort.

Und eines Tages bist du fort.

 

Du bist doch meine Leitfigur

mein Vorbild, meine Schranke.

Und jedes Moll erklingt in Dur.

Und dafür sag ich: Danke.

 

 

 

Nicht alltäglich

 

Der Frühling war mal kurz im Winter

und tobte sich recht redlich aus.

Natürlich freuten sich die Kinder

Ein Iglu ist ein schönes Haus.

 

Sie tranken nur das beste Bier

und soffen um die Wette.

Wie immer war auch Putzi hier.

Und zerrte an der Kette.

 

Das war der erste Frühlingswind.

Mit allem was dazugehört.

Und glaube mir du kluges Kind.

Kein Mensch hat sich deshalb empört.

 

Das Schöne steckt in allen Dingen,

in jeder Pflanze, jedem Tier.

Wir müssen es zu Tage bringen.

Das sagt mir einfach mein Gespür.

 

 

 

außen häßlich, innen?

 

in einem wald da wohnt die hexe

sie ist so häßlich dass mir graut

ein maler pinselt ein paar kleckse

so dass sie etwas besser schaut

 

das häßliche ist nur ihr außen

doch auch die hexe hat ein herz

nur weniges trägt sie nach draußen

natürlich kennt sie seelenschmerz

 

die hexe ist doch gar nicht böse

ein schicksal hat sie halt ereilt

die aktien und die bank-erlöse

sind wie ein fächer aufgeteilt

 

was nun mit dieser „schönen“ hexe

ich hole sie aus ihrer sch ...

und habe keinerlei komplexe

und wünsche eine „gute reise“

 

 

 

vorhersage

 

du traum du sehnsucht du mein ziel

you give me five das ist ein spiel

vergesse mich vergiss mich nie

du neverending prophecy

 

du süße frucht im nachbargarten

du handgeflecht ich kann noch warten

und zwar bis kurz vor ewigkeit

du mein idol du zweisamkeit

 

du ideal du sensation

du liebeslied am telefon

du warme decke in der nacht

mein wunsch an dich gib auf dich acht

 

du heimatstadt du mein planet

du kindergarten früh und spät

du hahnenschrei du weltgetriebe

ich pfeife niemals auf die liebe

 

 

 

blume

 

du meine blume mein zuhaus

du bist mein weg mein weg voraus

ich kann dich wahrhaft sehr gut leiden

und dafür darf ich mich beneiden

 

du meine sehnsucht du mein ziel

du schneckenhaus mein lebensstil

komm nimm mich einfach wie ich bin

dann hat mein leben wieder sinn

 

du meine insel du mein hort

du herzgefühl bei jedem wort

du führst mich in die seligkeit

und glaube mir -

ich bin dazu bereit

 

 

 

nazis

 

hirnlos blöd und arrogant

sind die nazis hier im land

was sie möchten das ist klar

wir kennen es vom letzten jahr

ständig grölen sie parolen

laut und heftig unverhohlen

staubt es durch das stadtrevier

wir sind deutsche und nur wir

sie hassen alle aus dem ausland

die gründen meistens keinen hausstand

dann wird die family ein todesfeind

der himmel weint

 

 

Bunte Mischung

 

Adel, Kippen, Apfeltee

eine bunte Mischung.

Nudeln, Hühnerfrikasse

unsere Erfrischung

 

Worte über dies und das

nette Freundlichkeiten.

In F-Dur erklingt der Bass,

Sicher schmeckt das beiden.

 

Rock and Roll ist nicht gefragt.

Wir sind nicht die Jüngsten.

Und ich meine: ungefragt.

Ostern kommt vor Pfingsten.

 

Fahrrad, Bier und Diskothek.

Küsschen auf die Wange.

Und das Ziel ist schon der Weg

mir ist gar nicht bange.

 

 

 

zungenkuss

 

wie herrlich ist ein zungenkuss

ich kann es nicht beschreiben

und daraus ziehe ich den schluss

ich lass es einfach bleiben.

 

platonisch ist die beste liebe

denn sie bedingt den schönsten traum

das stört auch nicht das weltgetriebe

das geht durch zeit, geduld und raum

 

ich möchte endlich wieder wissen

wie ist das zungenküssen

und wie schmeckt mir das gefühl

ach lasse dich von mir mal küssen

und bitte sei dabei nicht kühl

 

 

 

nun mal langsam

 

nur die ruhe nicht verrückt

ganz egal was dich bedrückt

nur ganz langsam nur gemach

jesus sagt kommt folgt mir nach

 

betrachte eine schneckenspur

was mich erfreut ist die natur

sie macht uns leise und auch still

inshallah wie gott es will

 

 

Fundstück

 

ich habe heute dich gefunden

darüber bin ich wirklich froh

wir kennen uns seit ein paar stunden

vom hier und jetzt im irgendwo

 

ich bin entzückt von deinen augen

die machen heiter und beschwingt

du wirst die liebe aus mir saugen

und fühle dass es segen bringt

 

ade mein glück wir müssen scheiden

so ist das leben c’est la vie

ich konnte dich schon immer leiden

besonders deine harmonie

 

 

gezecht

 

wir haben aus dem krug getrunken

dazu gelacht, dazu gescherzt

kein kellner hat uns abgewunken

und niemand wurde angeschwärzt

 

wir tauchten auch in unsre stille

kein wort war bös gemeint

und das ist auch des gottes wille

sein sein hat uns vereint

 

um viere war dann letztlich schluss

zum abschied einen freundschaftskuss

so ist das leben kinder

wir überleben harte winter

 

 

denke

 

denke mit dem herzen

und bitte nicht mit dem verstand

und öffne deine schmerzen

und nimm sie in die hand

 

doch lass die leute reden

vielleicht sind sie im recht

vergesse nicht zu beten

das wäre äußerst schlecht

 

dem lieben gott vertraue

lang war mein weg dorthin

betrachte, sehe, schaue

denn Gott ist mehr als medizin

 

 

 

eine meise

 

jeder hat doch eine meise

der eine hier der andre dort

da kriegst du keine sonderpreise

und keinen platz im kinderhort

 

wir lassen die gedanken kreisen

auf eigne art auf eigne weisen

das gilt für die vergangenheit

doch auch die zukunft macht sich breit

 

angebote kuschelpreise

überlistet meine meise

reiche bitte mir die hand

abgebrannt ist abgebrannt

 

 

psychisch

 

es geht uns gut

wir haben schwein

das wünsch ich dir

und allgemein

und allen

psychisch kranken

dem himmel musst

du danken

und keiner ist

doch unbegabt

schwein gehabt

 

 

3..

Einsam

 

Einsam sind die Einzelteile.

Einsam späht der Augenblick.

Einsam lebt die Langeweile

und der schmale Pfad zum Glück.

 

Einsam rinnen Sonntagsstunden.

Einsam ruft der steile Berg.

Einsam ist man ungebunden.

Verspürt sogar der Gartenzwerg.

 

Einsam schläft die Grabesruhe.

Einsam wächst das Blatt am Baum.

Einsam - die möblierte Truhe

im gepflegten Nebenraum.

 

Einsam strömen die Gezeiten.

Einsam - Ebbe oder Flut.

Zweisamkeit ist zu beneiden.

Denn du fühlst dich dabei gut.

 

3..

Nicht vom Fleck

 

Wir treten auf der Stelle,

und kommen nicht vom Fleck.

Für diese Sonderfälle

hilft auch kein Marschgepäck.

 

Wir kommen nicht mehr weiter,

und drehen uns im Kreis.

Und langsam laufen - leider -

auch unsre Füße heiß.

 

Wir kämpfen hart dagegen.

Die erste Träne rinnt.

Wir fragen uns weswegen.

Die Antwort kennt der Wind.

 

a

Mutters 75. Geburtstag

 

Du fragst vielleicht, was wird noch werden?

In dieser und in nächster Zeit.

Ich wünsche: keinerlei Beschwerden,

und Arbeit und Beschaulichkeiit.

 

Den Vater wirst Du Autofahren-lehren.

Und immer wissen, ob er 75 fährt.

Und tut er's nicht - in allen Ehren

wird er von Dir dazu bekehrt.

 

Die Bohnen wachsen und die Kirschen reifen.

Die Leiter steht leicht schräg an einem Ast.

Du wirst für viele Münder danach greifen.

Doch Vorsicht! Und hübsch aufgepasst.

 

Du wirst auf alle Obacht geben.

wirst für sie da sein Tag und Nacht.

Du wirst nichts ändern, so ist halt das Leben.

Mein Wunsch an Dich: gib auf Dich acht !!!

 

3..

Endlich

 

Ein Blatt fällt auf den Boden.

Und jubelt: Endlich frei!

Es träumt von San Franzisco

von Hongkong und Hawai.

Natürlich auch vom Prater

vom Kiez in Westberlin.

Dann welkt es träumend sinnend,

ganz langsam vor sich hin.

 

3..

Urlaub

 

Olivenfeld und Kieselstrand.

Das Himmelblau senkt sich ins Meer.

Ein Pinienhain am Uferrand.

Ein Segelboot kreuzt hin und her.

 

Der Fels hält allen Wellen stand.

Die Sonne stichelt und sie sticht.

Die Nase macht auf Sonnenbrand.

Was sie sich wohl davon verspricht?

 

Das Radlerglück ist ausgeprägt.-

Man minigolft und tennist Ball.

Wer Luftmatratzen mit sich trägt.

Ist ganz bestimmt kein Sonderfall.

 

Ein Kauderwelsch aus Ost und West.

Und jeder hält es für normal.

Ich glaube wirklich felsenfest.

Das Glück ist international.

 

3..

Ameisen

 

Die meisen vorne noch mit A

sind wirklich flink und fleißig.

Und kaum ist eine von ihr da,

da sind es auch schon dreißig.

 

Sie regeln immer den Transport

von Blattläusen und Kernen.

Gesprochen wird dabei kein Wort.

Man kann von ihnen lernen.

 

Und jeder Haufen ist ein Staat

mit Regeln und Gesetzen.

Man schützt sie oft mit Maschendraht.

Kein Mensch soll sie verletzen.

 

Verwechseln darf man aber nie:

die A- mit and‘ren Meisen.

Weil ohne Gnade wollen sie,

diejenigen verspeisen.

 

 

Braungezöpft

 

Braungezöpfte Haare,

schlank ist die Figur,

höchstens zwanzig Jahre

schön wie die Natur.

 

Wunderhübsch beschaulich,

Augen dunkelbraun,

feminin und fraulich,

herrlich anzuschau'n.

 

Fremd und ungewöhnlich

dieser Augenblick,

brüderlich, versöhnlich,

unverhofftes Glück.

 

3..

Biomüll

 

Im Hafen krächzen alle Möwen

nach Biomüll und Fischabfall.

Sie kämpfen dabei wie die Löwen.

Die Starken kommen an den Ball.

 

Da wird gezedert und gemeutert

und möwenmäßig lamentiert.

Die Seele wird dadurch geläutert,

denn Fisch wird meeresfrisch serviert.

 

Die Jungen und die lahmen Alten

bekommen dabei Appetit.

Den Hunger werden sie behalten.

Die Möwenmeute macht nicht mit.

 

Umsonst das Schnuppern an der Beute.

Umsonst der reich gedeckte Tisch.

Natürlich gilt das nur für heute.

Und morgen gibt es frischen Fisch.

 

 

Wer lieblos auf den andern pfeift,

das ist ein Mensch,

der sich im Ton vergreift.

 

3..

makaber:

Wenn jemand ins Gras beißt,

dann kann man traurig werden.

Es sei denn,

es war ein Rindvieh.

 

3..

Tausendfüßler

 

Der Tausendfüßler trägt Sandalen.

Die Krankenkasse gibt das Geld.

Er leidet nämlich Höllenqualen,

wenn ihm ein Stein den Weg verstellt.

 

Am Abend reibt er seine Füße

mit Geh-wohl und mit Salben ein.

Dabei denkt er an seine Süße,

ein Grund für ihn zum glücklich-sein.

 

Und jeder Fuß ist ungewöhnlich,

und ständig sind sie in Betrieb.

Er kennt sie alle höchst persönlich.

Natürlich hat er jeden lieb.

 

Doch eines macht ihn oft verdrießlich.

sagt er zu Käfern: "Gott zum Gruß!"

Denn wie du weißt - so ist das schließlich -

hebt er dann tausendmal den Fuß.

 

1

Noch immer wackelt der Hund mit dem Schwanz.

Und nicht umgekehrt.

Obwohl ein Versuch

wäre die Sache wert.

 

3..

Sie sagten: Das sei nicht gestattet

und polizeilich nicht erlaubt.

(Mal unter uns:)

Ich habe ihnen nicht geglaubt.

 

 

Im Kiefernhain

 

Es blüht ein blaues Blümelein

im schattenreichen Kiefernhain.

Bei Sonne wird sie nämlich krank.

Sie sagt den Kiefern: Vielen Dank.

 

Es lebt sich gut im Schattenreich.

Die Sonne ist ihr völlig gleich.

sie fühlt sich wunderbar - nicht mies.

Und denkt sie sei im Paradies.

 

Das Glücksgefühl ist hochgeschraubt

und träumt sich höher als erlaubt.

Noch zeigt sie sich voll ausgeschmückt,

bevor ein Unmensch sie dann pflückt.

 

1

Die dicke Hummel

 

Die wohlbeleibte dicke Hummel

fliegt gerne auf Zigarrenstummel.

Sie liebt besonders seine Asche.

und hätte sie nur eine Tasche.

Sie hätte alles eingepackt.

Doch sie ist leider splitternackt.

Genusslos sind die Filterkippen,

ein Fehler ist, daran zu nippen.

Sie stinken nämlich wie die Pest.

Das stellt die Hummel sachlich fest.

 

 

Gipfelstürmer

 

Ich will mit dir den höchsten Gipfel stürmen

und Obacht geben ob die Leidenschaft

auch Hindernisse, die sich steil auftürmen,

bewältigt werden durch die Liebeskraft.

 

Ich will mit dir den Wüstensand durchqueren

mit Wasser und Kamelen gut bestückt.

Wird sich das Wasser bis zur Neige leeren,

dann hoffe ich, ich werde nicht verrückt.

 

Ich will mit dir durch sieben Meere segeln.

Und gegen Kentern sind wir stets immun.

Ich möchte dir nach Kunst und allen Regeln

nur schönes und das allerbeste tun.

 

Ich möchte mit dir alle Tage leben

bei Meeresbrise oder steifem Wind.

Du sagst: Das kannst du keinesfalls mir geben,

weil wir im Herzen grundverschieden sind.

 

3..

Im Mittelmeer

 

Im Mittelmeer strömt eine Welle,

die möchte einmal auf die schnelle

an einer Felsenküste baden.

Sie fürchtet nur die Seepiraten.

 

Gecheckt, geprüft und abgeklärt,

die Welle rudert, schwimmt und fährt,

mit Volldampf auf die Küste zu.

Ein Fels lädt ein zum Rendez-vous.

 

Die Welle ist im Element

und hisst die Gischt bei ihrer Landung.

und meint - auch wenn die Sonne brennt.

Du bist mein Fels und ich die Brandung.

 

1

Sie ist dafür, er ist dagegen.

Du fragst Warum? du fragst Weswegen?

Die Antwort ist doch sonnenklar.

Sie sind ein eingespieltes Paar.

 

 

Manche geben auf eine ungestellte Frage

eine ausführliche Antwort.

 

 

Eine Ölkatatstrophe:

Das Meer geht den Bach hinunter.

 

1

Der Salamander

 

Es lebt am Meer ein Salamander,

der ruht sich aus im Sonnenschein.

Er steht nicht sehr auf Oleander,

er liebt das warme Felsgestein.

 

Natürlich kennt er alle Lücken,

sogar den kleinsten Mauerspalt.

Und kann sich immer schnell verdrücken.

Und jede Fangwut läßt ihn kalt.

 

Seit altersher hat er Verwandte.

Er duzt z. B. das Krokodil.

Denn beide sind ja Ur-Bekannte.

Und beide nennen sich Reptil.

 

a

Folklore

 

Zum Abendessen noch Folklore

ein milder Cocktail wird gereicht.

Da wird sogar der Hannelore

die schwere Zunge federleicht.

 

Gitarren, Geigen und Gesang

aus fremdländischen Lauten.

Man klatscht zu diesem Zauberklang.

Auch wenn die Zähne kauten.

 

Nun macht die Gruppe leider Schluss.

Die Kunst ist gut geraten.

Uns aber bleibt noch der Genuss

von zartem Lamm - gebraten.

 

 

Finderlohn

 

Mann und Frau - noch ungebunden

haben sich am Meer gefunden.

Beide haben was davon.

Denn es winkt ein Finderlohn.

Das erhöht die Urlaubskasse,

beide denken: einfach Klasse.

Es erhöht den Urlaubsreiz.

Außerdem: was soll der Geiz.

Turtelnd schwimmen sie zusammen,

ganz egal woher sie stammen.

Sie hat Liebreiz, er hat Schwung.

Grenzenlos Begeisterung.

Anschriften sind auszutauschen,

während Bäume leise rauschen.

 

 

Ein Baum: ein Schatten von sich selbst.

 

 

Man schmiedet keine Fluchtgedanken,

denn dieses Land kennt keine Schranken.

 

3..

Im Hafen

 

Wenn abends die Touristen schlafen,

wird alles doppelt einfach gut.

Dann spürt das Mauerstück im Hafen

zum einen Ebbe, dann die Flut.

 

Zwar sind im Mittelmeer Gezeiten

nur märchenhaft und unscheinbar.

Der Vollmond wird die Nacht begleiten,

und er behauptet: es sei wahr.

 

Natürlich zweifeln die Touristen,

das ärgert stark den Mann im Mond.

Und er beschimpft die Realisten.

Sein Zorn ist völlig ungewohnt.

 

Er möchte sich darüber streiten

und fühlt sich dabei gar nicht schlecht.

Zwar sind im Mittelmeer Gezeiten

nur sehr gering - doch dennoch echt.

 

 

ungelegte Eier -

sind kein Grund für eine Feier.

 

 

Die Möwen krächzen hier kroatisch.

Das finde ich nicht unsympathisch.

Denn schließlich ist der Felsenstrand -

ihr Heimatland.

 

1

Nur in festgelegten Fällen,

dürfen Hunde lautstark bellen.

Andernfalls schimpft die Empörung.

"Halt die Schnauze! Ruhestörung!"

 

 

Auf einer Luftmatratze

liegt eine Schmusekatze.

Sie will dem Publikum gefallen.

Und feilt als erstes ihre Krallen.

Der kleine Finger wird vergessen.

Noch ist sie kurz auf Luft gesessen.

Sie ist enttäuscht nach allen Strichen.

Denn plötzlch ist die Luft entwichen.

 

1

Ein Bordstein ist kurz aufgewacht.

"Wo bin ich hier?" hat er gedacht.

Der Gehsteig sagt ihm seine Meinung:

Du bist nur eine Randerscheinung.

 

 

A: Was ist das höchste Glück auf Erden.

B: Zufrieden sein - zufrieden werden.

 

 

Im Prinzip kannst du auf Erden

jeden Tag nur älter werden.

 

 

Ein Mensch betrachtet sich genauer

und er stellt fest nach kurzer Dauer.

Vergleicht er sich mit Jedermann,

dann ist er so wie alle dran.

 

3..

Der Ahorn

 

Dem Ahorn wird es jetzt zu bunt.

Am Boden liegen welke Blätter.

"Wer war denn das, zum Donnerwetter?!"

Der Herbst ist da. Das ist der Grund.

 

Vor Sonnenhunger wird man krank.

Die Sonne sitzt auf Nebelbänken.

Das ist doch fast nicht auszudenken.

Doch manchmal scheint sie. Gott sei Dank.

 

Am frühen Morgen: Bodenfrost.

Und Pflanzen, die im Freien wohnen,

jedoch auch die auf den Balkonen,

die brauchen dringend Krankenkost.

 

Dem Ahorn wird es jetzt zu bunt.

Er zeigt die stolze Kriegsbemalung.

Verwelktes nimmt der Herbst in Zahlung.

Am Boden stapelt er den Fund.

 

 

Verwurzeltes

 

Wo die Muschel kalkt

und das Fachwerk balkt.

Wo die Reben franken

und die Pegel schwanken.

 

Wo der Rebstock bergt

und ein Schoppen stärkt.

Wo der Main nicht mein ist

und ein Oechsle Wein misst.

 

Wo der Dialekd

teutsche Lehrer schreckd.

Wo sich De und Te vermischen

und sich hart und weich verwischen.

 

Wo die Karls sich burgt

und der Garten gurkt.

Wo die Sau sich purzelt.

Dort bin ich verwurzelt.

 

3..

Der Gockel

 

Schneckenlahm und mit Geduld

stolzt der Hahn zum Rednerpult,

um den Hennen zu erklären.

Was sie ohne ihn wohl wären.

 

„Keiner weckt den Hühnerstall,

krähte ich nicht überall!“

Doch ein jedes Suppenhuhn

hat wohl anderes zu tun.

Denn der aufgeblähte Gockel.

Haut sie wirklich nicht vom Sockel.

 

Und der worteslanger Rede

lauschen höchstens Blumenbeete.

Hennen sind für solches taub.

Lieber scharren sie im Staub.

Oder legen ihre Eier:

für die nächste Osterfeier.

 

3..

Die wohlverdiente Rente

 

Die Arbeit ruht in ein paar Tagen.

Ein Stuhl im Amt bleibt unbesetzt.

Nun ist es Zeit „Ade“ zu sagen.

Symbolisch sagen wir es jetzt.

 

Sie waren immer freundlich, heiter

und liebenswert und hilfsbereit.

Und diese Tugenden sind leider

nicht eine Selbstverständlichkeit.

 

Kein Mahnbescheid ist mehr zu schreiben.

Sogar die ganze KSR

kann Ihnen bald gestohlen bleiben.

Bald sind Sie stets „Ihr eigner Herr“.

 

Ein Anfang folgt nach jedem Ende.

Wir wünschen alle bleib gesund.

Genießen Sie die wohlverdiente Rente.

Sie haben dazu allen Grund.

 

3..

Zum Geburtstag

 

Gesundheit, Glück und langes Leben.
Und dass Du dennoch schnell vergisst,
dass Du nun ein Jahr älter bist.

(Die Zeit vergeht. So ist das eben.)

Ich wünsche: Frohsinn, Frieden, Freude.

Und dass Dir Gott den Segen gibt.

im Hier und Jetzt und auch im Heute.

(Und dass er dieses nicht verschiebt.)

 

Du erntest heute nette Worte.

Das findest Du sehr angenehm

Genauso wie die Sachertorte.

(Im Magen liegt sie dann bequem.)

 

Lass hoch die Bernsteingläser klingen.

Ein Schlückchen Sekt, beschwingt und schmeckt.

Ein "Happy Birthday" ist zu singen.

(Und Dein Geburtstag ist perfekt.)

 

 

das leben lieben

und

die liebe leben

 

1

Nachwuchs

 

Ein Wunder hat die Welt erblickt.

Die Augen sind vom Vater.

Gerade ist es eingenickt.

Und nachts macht es Theater.

 

Die Umwelt gratuliert und gafft.

Das Baby träumt im Bett.

Das Schreien wird bald abgeschafft.

So schreibt das Intranet.

 

Die E-mails und die Bundespost

sind wunsch- und glückbeladen.

Und jeder weiß: Logis und Kost

führt nicht zu einem Schaden.

 

Die Freude lacht beseelt und pur.

Die IuK freut sich auch sehr.

Das Kind: ein Glücksfall der Natur.

Da strahlt sogar der "Große Bä(h)r".

 

3..

Der Baum

 

Der Baum lacht sich im Frühling Äste.

Ein Grund dafür ist nicht bekannt.

Auf blätterlosen Zweigen, Gäste,

erst zugereist aus fernem Land.

 

Und die „Touristen“ singen, pfeifen,

besonders wenn der Tag erwacht.

Sie zwitschern laut mit Herzergreifen –

was Herzen einfach fröhlich macht.

 

Jedoch, wenn es am Abend dämmert

verstummt die Stimme und Ihr Lied.

Und auch der Specht, der sonst nur hämmert,

macht Pause, weil er „Fernseh“ sieht.

 

Der Baum lacht sich im Frühling Äste

und seine Knospen werden prall.

Das ist vom Jahr das Allerbeste.

Ein sogenannter „Sonderfall“.

 

 

Ein Büschel Gras

 

Ein Büschel Gras am Wegesrand

reicht keiner Büffelherde.

Es grast so schön und so charmant.

Und dennoch bleibt es auf der Erde.

 

Der Rasenmäher ist sein Feind.

Das Gras kennt ihn schon lange.

Wie oft hat es deshalb geweint.

Und ihm ist vor ihm bange.

 

Elektrisch wird der Haaresschnitt

mit Messern abgesäbelt.

Das macht es vierteljährlich mit,

dann ist es stark umnebelt.

 

Es würde gern – wie Gott es mag –

nach allen Seiten wachsen.

Und irgendwann an einem Tag,

da wäre es in Sachsen.

 

 

Das Lama

 

Das auf- und hochgereckte Lama

lebt nicht in Bayern und Tirol.

Es hasst den Streit und Ehedrama.

Und fühlt sich lieber pudelwohl.

 

Es trabt auf Bergen in den Anden.

Vor Kälte schützt sein braunes Fell.

Ich hörte neulich von Bekannten

wie es dort wohnt – sensationell!

 

Als Haustier wäre wohl ein Lama

ein Unsinn und nicht artgerecht.

Es trägt auch keinen Nachtpyjama

und dennoch schläft es gar nicht schlecht.

 

3..

Der erste Frühling im dritten Jahrtausend

 

Und du erlebst ein blaues Wunder,

wenn morgens früh der Wecker schellt.

Der Tag geht auf, die Nacht geht unter

auf Wiesen, Wäldern, Flur und Feld.

 

Die Sonnenstrahlen streicheln, wärmen.

Der Hund darf länger Gassi geh´n.

Und dabei kommen wir ins Schwärmen.

Der Frühlingsanfang – traumhaft schön.

 

Und du erlebst ein blaues Wunder,

die Schleierwolken, die es gibt.

die spiegeln sich im Bach darunter.

„He Frühling“, du bist sehr beliebt.

 

3..

Weiter

 

Es geht wie immer weiter

und keinen Schritt zurück.

und man beträgt sich heiter

und weiter geht´s ein Stück.

 

Man kann sich gar nichts raten.

Das Maul hält Affen feil.

Vielleicht geht man bald baden.

Und denkt sich seinen Teil.

 

Es geht wie immer weiter.

Die „Hasen“ laufen quer

und zick-zack – das ist leider

ein wirkliches Malheur.

 

3..

Liebes neues Erdenkind

 

Du bist das neue Glück auf Erden,

das ist uns augenblicklich klar.

Mit Dir wird alles anders werden

und anders sein, als wie es war.

 

Du wirst die Nacht zum Tag gestalten.

Dein Rhythmus prägt sich in uns ein.

Wir werden immer zu Dir halten.

Bei Regen, Wind und Sonnenschein.

 

Nun schleichen wir auf leisen Sohlen

zu Dir. Dein Daumen steckt im Mund.

Den „Schnuller“ wird die Zeit Dir holen.

Doch heute fehlt dazu ein Grund.

 

Du bist das neue Glück auf Erden.

Und wohnst mit uns im dritten Stock.

Du machst Grimassen und Gebärden.

Dein Stammbaum heißt: Familie Hock.

 

3..

Neuer Lebensabschnitt

 

Nun nimmt das Leben seinen Lauf.

Es wird erst bunt, dann immer bunter.

Mein Wunsch an Dich: Gib niemals auf.

Und Du erlebst die schönsten Wunder.

 

Was schwarz erscheint, strahlt bald schon bunt.

Dann lächeln die Erinnerungen.

Zum Traurigsein besteht kein Grund.

So vieles ist Dir schon gelungen.

 

Sei liebevoll, wenn jemand weint.

Das Wetter ist nicht immer heiter.

Die Eltern sind ein „guter Freund“

und sind Dein ständiger Begleiter.

 

Beharrlich sei Dein Weg zum Ziel.

Betrachte Bäume, Blätter, Blüten.

Das Leben ist ein Kinderspiel.

Der liebe Gott wird Dich behüten.

 

3..

Das Eine

 

Im Grunde wünschen wir das eine,

bei Tag, bei Nacht zu jederzeit.

Sogar der Dackel an der Leine

kläfft lieber mit Zufriedenheit.

 

Was auch geschieht, es mag geschehen.

Nur manches macht uns tränenblind.

Doch wenn wir einen Ausweg sehen:

ein Lichtblick, der uns fröhlich stimmt.

 

Wir pfeifen auf die schlechten Tage.

Das hält uns Hoch, da schrumpft das Tief.

Und eines steht wohl außer Frage,

nicht ewig hängt ein Leben schief.

 

Im Grunde wünschen wir das eine,

und zwar in jedem Augenblick-

Wir kämen gern mit uns ins Reine

und fänden Trost im kleinen Glück

 

 

Zum Siebzigsten für Tante Agnes

 

Nun bist Du SIEBZIG Jahre jung.

Sei glücklich, froh und heiter.

Bewahre Dir: Elan und Schwung

denn damit geht es weiter.

 

Bleib Deinen Träumen immer treu.

Ob Frühling, Herbst, ob Winter.

Tagtäglich wirst Du jung und neu

durch Deine netten Kinder.

 

Ich zöge gern vor Dir den Hut.

(Ich habe aber keinen.)

Doch was Du machst ist einfach gut.

Du bist mit Dir im Reinen.

 

...

 

Das weitere ergibt sich.

Doch heute ist Dein Tag.

Mein Glückwunsch: Du bist siebzig.

(Ein Neffe der Dich mag.)

 

3..

Jene Frau

 

Ein unbeschreibbar schöner Blick –

ein Augenblick von jener Frau.

Ein atemloser Hauch vom Glück.

(Das trifft den Punkt genau.)

 

Benommen, fest in ihrem Bann

und wie hypnotisiert.

Ich wüßte gerne wo und wann

das wieder mal passiert.

 

Ich trank gerade ein Glas Bier.

Da hat es mich erwischt.

Auf einmal stand ich neben mir

und völlig aufgemischt.

 

Berauscht von ihr, berauscht vom Bier.

Ich weiß es nicht genau.

Doch gerne sähe ich vor mir:

die Augen jener Frau.

 

3..

Dich gern haben

 

Du bist mein Glück, ich hab Dich gern

und zwar an jedem Tag.

Dir wehzutun, das liegt mir fern,

weil ich Dich herzlich mag.

 

Und bin ich mal ein Trampeltier.

Pardon, das tut mir leid.

Dann bitt‘ ich Dich: verzeihe mir

in aller Offenheit.

 

Was wäre ich denn ohne Dich:

ein welkes Blatt im Sturm,

entwurzelt, einsam, jämmerlich

und wie im Kerkerturm.

 

Mein Herz hat zu Dir „ja“ gesagt,

was immer auch geschieht.

Und funkt, wenn früh der Morgen tagt

an Dich ein Liebeslied.

 

3..

Post

 

Keine Post von einem Jemand

und von keiner Jemandin.

Und ich stelle mir die Frage:

Hat das Leben einen Sinn?

 

Kein Gebimmel an der Haustür.

Kein ring-ring vom Telefon.

Keine Message auf dem Handy.

Nur die Kneipe wartet schon.

 

Doch auch dort kein Mensch zum plaudern.

Jeder ist in sich gekehrt.

Pumpt sich Alk in seinen Magen.

Ist das wirklich lebenswert?

 

Kein „Grüß Gott“, kein „Guten Morgen“.

Eine Katze, die sich schleicht.

Ganz allein mit meinen Sorgen.

Doch das ändert sich – (vielleicht).

 

 

Das neue Jahr

 

Das neue Jahr soll Dich beschenken

mit Allem was Dir wichtig ist.

An traumhaft Schönes sollst Du denken,

so dass Du stets zufrieden bist.

 

Das neue Jahr soll Dich bescheren

mit Heiterkeit, Humor und Glück.

Und jede Stunde soll Dich lehren,

was wirklich zählt – der Augenblick.

 

Das neue Jahr soll Dich verwöhnen

mit blauen Veilchen, Löwenzahn,

mit Blüten, die die Welt verschönen

im nahen Stadtpark nebenan.

 

Doch nervt Dich mal ein Hagelschauer

und macht sich auch noch in Dir breit,

dann sei es nur für kurze Dauer

und nicht für eine Ewigkeit.

 

1

Obacht geben

 

Mein Wunsch an Dich: Gib auf Dich acht.

Und sei mit Dir im Reinen.

Tagaus, tagein – selbst in der Nacht.

Und bitte: niemals weinen.

 

Sei gut zu andern und zu Dir.

Und fünf ist oft gerade.

Lass jeden Kummer vor der Tür

sonst wird es „jammer“schade.

 

Dein Traum er werde Wirklichkeit,

dann steht die Welt Dir offen.

Kein Ziel zu fern, kein Weg zu weit.

-         Vergesse nicht zu hoffen.

 

3..

Auf den Frühling warten

 

Der Frühling lässt noch auf sich warten.

Vereinzelt tanzt und flockt der Schnee.

Die Palmen steh´n im Wintergarten

und fühlen sich rundum okay.

 

Ein kalter Wind aus fernem Norden

mit Schneegestöber Frost und Eis.

Da bleiben viele Blumensorten

im Untergrund – wie jeder weiß.

 

Was wird, was naht – so wird empfohlen –

geschieht ganz langsam über Nacht

auf sogenannten leisen Sohlen

und schenkt uns eine Blumenpracht.

 

3..

In deiner Hand

 

Du hast mir einst Dein Wort gegeben.
Und dabei habe ich gedacht:
Ich will mit Dir zusammenleben
tagaus, tagein und in der Nacht.
 
So viele schöne Augenblicke
im irgendwo und hier im Land.
Ganz selten ein paar Missgeschicke.
Mein Herz ist ganz in Deiner Hand.
 
Mit Dir die Jahre zu genießen,
das war und ist echt wunderbar.
Sehr häufig hast Du mir bewiesen:
Du bist mein Alles - das ist klar.
 
Dein Ja zu mir, das hat gehalten.
Und heute ist ein "Feier"-Tag.
Den sollten wir schön ausgestalten,
weil ich Dich un-un-endlich mag.

1

Bleibe cool - keine Gewalt

 

Das Bistro ist gerammelt voll.

Besetzt ist jeder Kneipenstuhl.

Das finde ich: ja echt nicht toll.

Da hilft mein Motto: Bleibe cool.

 

Und dennoch fühle ich mich schlecht.

Das ändert sich. - Ich hoffe bald.

Ein Fausthieb führt zu keinem Recht,

und er entfacht nur die Gewalt.

 

So viele Typen: bärenstark.

Und dennoch krank in ihrem Herz.

Doch das ist out, so wie die Mark.

Was abgeht ist ein übler Scherz.

 

An einem Bach, an einem Fluss,

im Hallenbad, am Swimmingpool,

unter dem Baum der Haselnuss,

zählt immer eins: KEEP COOL.

 

 

1

Für I.b.

 

Ich habe mich in Dich verknallt.

Ich muss es eingestehen.

Du bist zwar fünfzig Jahre alt,

doch traumhaft anzusehen.

 

Du bist in mir auf Schritt und Tritt.

Und ich bin zu beneiden.

Wohin ich geh, da gehst Du mit –

sogar in schlechten Zeiten.

 

Ein Wort beschreibt nicht ein Gefühl.

Kein Mensch hat es beschrieben.

Zwar forschen Forscher furchtbar viel.

Es fehlt: Die Kunst zu lieben.

 

Ich habe mich in Dich verschaut.

Und kann es selbst nicht fassen.

Was einmal „in“ war, das ist „out“.

Du würdest zu mir passen.

 

 

Zum Fünfzigsten „Happy“-Birthday

 

Die Vierziger sind überschritten.

Ich hoffe sehr, das läßt dich kalt.

Da hilft kein Flehen, Beten, Bitten.

Nun bist Du Fünfzig Jahre alt.

 

Wir alle wünschen Dir das Beste,

Gesundheit, Frohsinn und viel Glück.

Und immer eine weiße Weste.

Und zwar in jedem Augenblick.

 

Was Du Dir wünscht, das soll geschehen.

Und redet jemand dummes Blech,

dann lasse es vorüber gehen.

Im Notfall aber: werde frech.

 

Erhalte Deine Lebensfreude.

Denn wenn Du Dich davon entfernst,

dann wirst Du nur des Wahnsinns Beute

und „Happy“ sein, wird tierisch Ernst.

 

1

Am Tresen

 

Wir sitzen voll entspannt am Tresen

und trinken ganz gemütlich Bier.

Das war auch früher so gewesen.

Kein Zweifel: Es gefällt uns hier.

 

Der eine liest, ein andrer gackert

was heute in der Main-Pest steht.

Die Kerze auf dem Tresen flackert,

bis sie entflammt zu Ende geht.

 

Wir wissen nicht, wie lang wir bleiben.

Das steht in irgendeinem Stern,

der wird uns auch die Rechnung schreiben

per Satelit. Das ist modern.

 

Wir schweben wie auf Wolke sieben.

Und Bier trägt seinen Teil dazu.

Das ist ein Stoff, den alle lieben.

Mein Nachbar heißt ganz einfach DU.

 

 

Für Mama zum 77ten Geburtstag

 

Zum Geburtstag: Glück und Segen

Was Du Dir wünscht, das werde wahr.

Auf Straßen und auf Seitenwegen

in diesem und im nächsten Jahr

 

Zum Geburtstag: eine Torte

mit Wunderkerzen reich verziert.

und dazu angenehme Worte,

wenn irgendjemand gratuliert.

 

Zum Geburtstag: eine Karte

von Tochter, Sohn und Sohn und Sohn.

Und ich erhoffe und erwarte:

es klingelt auch das Telefon.

 

Zum Geburtstag: viele Grüße

aus Wiesenfeld, aus nah und fern.

Sei ohne Sorge und genieße

ein halbes Bier –

das magst Du doch so gern.

 

1

Du

 

Du bist das höchste der Gefühle.

Ein Steppengras im Wüstenwind.

Besonders in der Abendkühle,

wird jeder Greis ein kleines Kind.

 

Du bist das Schönste –

und in Gedanken

machst Du Dich x-fach in mir breit.

Kein Grund mit dir zu zanken.

Allgemeine Freundlichkeit.

 

Du bist mein Glücksgriff, mein Zuhause

Das tut so gut.

Und niemand spuckt mir in die Suppe

und niemand zieht vor mir den Hut.

 

 

Bei jedem Einfall

 ein Reinfall.

 

3..

Dein Hund

 

Dein Hund – das ist Dein bester Freund,

Dein ständiger Begleiter.

Auch wenn er ab und zu mal streunt.

Er stimmt Dich immer heiter.

 

Er hält zu Dir, egal was sei

und wird Dich stets beschützen.

Er nimmt nie Urlaub, nimmt nie frei.

Und tappst durch alle Pfützen.

 

Die Katze ist sein Todesfeind.

Er führt ein Hundeleben.

Der mit Dir lacht. Der mit Dir weint.

So ist sein Leben eben.

 

Dein Hund ist leider Phantasie

und kläfft in Deinen Träumen.

Und manches, das erfüllt sich nie.

Es gilt: Geträumtes aufzuräumen.

 

3..

Für Max – den neuen Mittelpunkt.

 

Nun ist das Glück bei uns perfekt.

Und das darf jeder wissen.

Du lebtest lange gut versteckt.

Jetzt liegst Du auf dem Kissen.

 

Zu Ende ist die Warterei

(und auch die „dummen“ Fragen)

Wie Dein Befinden heute sei.

Wir konnten gar nichts sagen.

 

Du bist ein wunderbarer Schatz –

ein Wort kann nichts beschreiben.

Du nimmst in unsrem Leben Platz.

Und das wird auch so bleiben.

 

Du schläfst und träumst.Du trinkst und isst.

Komm her in unsre Mitte.

Wie schön, dass Du geboren bist. –

Du Glanz in unsrer Hütte.

 

a

Wodka

 

Es geht so weit, so weit es geht.

Und niemand kann das ändern.

Es ist zu früh, vielleicht zu spät.

In Deutschland oder andern Ländern.

 

Es geht nicht weiter – du verstehst.

Ein Wort wird nicht gebrochen.

Selbst wenn die Welt zugrunde geht.

es bleibt: so wie besprochen.

 

1

Dernier crie

 

Du bist mein Kick, mein dernier crie.

So liebevoll gemütlich.

Ich bin zur Zeit ein wenig bi.

Doch soft und äußerst friedlichl

 

So gerne halt ich Deine Hand.

Das wird mir auch nicht schaden.

Du hast Humor, du hast Verstand.

Mit Dir: geh ich bestimmt nicht baden.

 

Du liest mein Herz zu jeder Tageszeit.

und bist mein Hit in trüben Stunden.

Du bist kein Kind der Traurigkeit.

Mein Glück: ich habe Dich gefunden.

 

Und fällt mir auch das Leben schwer.

(ich will mich nicht beklagen.)

[Doch nun ist mein Getränk gleich leer

dann kann ich nichts mehr sagen.]

 

 

 

 


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